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Greifswalder Straße

Vom Königstor bis Weißensee: Verlauf, Namensgeschichte seit 1868, Baudenkmale, Ernst-Thälmann-Park und S-Bahn- und Tram-Anbindung der Greifswalder Straße.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Greifswalder Straße?
  2. Woher hat die Greifswalder Straße ihren Namen?
  3. Welche Baudenkmale stehen an der Greifswalder Straße?
  4. Was ist der Ernst-Thälmann-Park an der Greifswalder Straße?
  5. Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Greifswalder Straße?
  6. Häufige Fragen zur Greifswalder Straße
  7. Quellen

Die Greifswalder Straße ist eine Hauptverkehrsstraße im Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow. Sie führt vom Platz am Königstor am Volkspark Friedrichshain nach Nordosten bis zur Grenze nach Weißensee, wo die Berliner Allee beginnt. Den Namen der Hansestadt Greifswald trägt sie seit dem 12. Oktober 1868, die Postleitzahlen sind 10405 und 10409.

Die Greifswalder Straße ist eine der großen Ausfallstraßen aus der Innenstadt nach Nordosten. Sie beginnt dort, wo die Otto-Braun-Straße vom Alexanderplatz heraufkommt, kreuzt die Danziger Straße, unterquert die Ringbahn und endet an der Ortsteilgrenze zu Weißensee. Nach Kauperts Straßenführer reichen die Hausnummern von 1 bis 229. Entlang der Straße stehen Mietshäuser aus der Zeit um 1860, Siedlungsbau der späten 1920er- und 1930er-Jahre und der Ernst-Thälmann-Park aus der DDR, dazu fährt hier die Tram M4. Hier liest du, wo sie genau verläuft, woher der Name kommt, welche Bauten unter Denkmalschutz stehen und wie du hinkommst.

Wo verläuft die Greifswalder Straße?

Die Greifswalder Straße verläuft nach Kauperts vom Platz am Königstor, wo Otto-Braun-Straße, Friedenstraße und Am Friedrichshain zusammentreffen, bis zur Kreuzung mit Berliner Allee, Lehderstraße und Gürtelstraße. Stadtauswärts liegen auf der rechten Seite die Nummern 1 bis 125, zurück auf der anderen Seite die Nummern 126 bis 229. Die ganze Straße gehört zum Ortsteil Prenzlauer Berg.

Die Postleitzahl hängt von der Hausnummer ab. Die 10405 gilt für die Nummern 1 bis 84 und 190 bis 229, die 10409 für die Nummern 86 bis 169. Wichtige Knoten sind die Kreuzung mit der Danziger Straße, der S-Bahnhof Greifswalder Straße an der Ringbahn und die Kreuzung Ostseestraße/Michelangelostraße. Querstraßen im südlichen Teil sind unter anderem die Marienburger Straße und die Immanuelkirchstraße.

Im Straßenalltag ist die Greifswalder Straße vor allem Durchgangsachse. Wer mit dem Auto kommt, findet Hinweise zu Anwohner- und Kurzzeitparken in unserem Überblick zu den Parkzonen in Pankow und Prenzlauer Berg.

Woher hat die Greifswalder Straße ihren Namen?

Die Greifswalder Straße ist nach der Stadt Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern benannt, und zwar seit dem . So steht es bei Kauperts. Greifswald erhielt 1250 lübisches Stadtrecht und gehörte 1299 zu den Gründern des Städtebunds der Hanse, auch das hält Kauperts fest.

Der Weg selbst ist viel älter als sein Name. Kauperts verzeichnet drei frühere Bezeichnungen: Bernauische Landstraße vom 16. Jahrhundert bis um 1803, danach Chaussee nach Weißensee bis 1859 und schließlich Vor dem Königs-Thore bis 1868. Der letzte Name erinnert an das Königstor, das der Platz am südlichen Ende der Straße bis heute im Namen trägt. Eine Benennung schon im Jahr 1824, die im Netz kursiert, findet sich in keinem der Verzeichnisse.

Welche Baudenkmale stehen an der Greifswalder Straße?

Die Greifswalder Straße hat eine Reihe eingetragener Baudenkmale, von der Kaiserzeit bis zur DDR. Die Denkmaldatenbank des Landes Berlin führt etwa das Königstädtische Lyzeum an der Nummer 25, 1913 bis 1914 nach Entwurf von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann gebaut. Die ältesten eingetragenen Häuser sind Mietshäuser wie die Nummer 19 von 1859 bis 1860. Hinter der Nummer 18A liegt das katholische St. Katharinenstift von 1895 bis 1896.

Weiter nördlich zeigt die Straße, wie Berlin zwischen den Weltkriegen gebaut hat. Das Geschäftshaus der Rudolph Karstadt AG mit Wohnanlage an der Ecke Storkower Straße entstand 1928 bis 1930. Das Siedlungsgrün der Wohnanlage an der Grellstraße geht auf Bruno Taut, Max Taut und Franz Hoffmann zurück. An den Nummern 52 bis 62 steht die Wohnanlage Olga-Benario-Prestes-Straße von 1938 bis 1939.

Baudenkmale an der Greifswalder Straße (Auswahl), laut Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummer Objekt Datierung Entwurf
15 Mietshaus 1862–1863 keine Angabe
19 Mietshaus 1859–1860 keine Angabe
18A St. Katharinenstift (Kapelle, Gemeindehaus, Krankenhaus) 1895–1896, Umbauten 1905 und 1912 August Menken
25 Königstädtisches Lyzeum 1913–1914 Ludwig Hoffmann, Otto Stiehl
52–62 Wohnanlage Olga-Benario-Prestes-Straße 1938–1939 Werner Harting
81, 84 Geschäftshaus R. Karstadt A.G. und Wohnanlage 1928–1930 Molitz & Otto Hiller
166 Siedlungsgrün der Wohnanlage Grellstraße um 1930 Bruno Taut, Max Taut, Franz Hoffmann
207–208 Stützpunkt und Abspannwerk der Bewag keine Angabe keine Angabe
an der Straße Siedlung Ernst-Thälmann-Park 1984–1986 unter anderem Ehrhardt Gißke, Helmut Stingl

Nicht jeder bekannte Ort an der Straße ist ein Denkmal. An der Nummer 4 hat die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte ihren Sitz. An den Nummern 81 bis 84, im Karstadt-Komplex am S-Bahnhof, spielt das Figurentheater Schaubude.

Was ist der Ernst-Thälmann-Park an der Greifswalder Straße?

Der Ernst-Thälmann-Park ist eine Wohnsiedlung mit Park zwischen Greifswalder Straße, Danziger Straße und Ringbahn, gebaut 1984 bis 1986 auf dem Gelände eines Gaswerks. Laut Museum Pankow produzierte dort ab 1873 die IV. Städtische Gasanstalt, im Mai 1981 wurde sie stillgelegt. Die drei Gasometer aus den Jahren 1889 bis 1900 galten als Wahrzeichen des Viertels.

Trotz Plänen für eine Nachnutzung ließ die DDR-Regierung die Gasometer am sprengen. Proteste und Eingaben blieben erfolglos, Fotografieren war verboten. Auf dem Gelände entstanden nach Angaben des Museums rund 1.300 Wohnungen, dazu Kindergärten, Läden und Kultureinrichtungen. Die Leitung hatte der Architekt Helmut Stingl vom Wohnungsbaukombinat Berlin. Seit 2014 steht das Ensemble unter Denkmalschutz.

Direkt an der Greifswalder Straße steht das Ernst-Thälmann-Denkmal des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel. Laut berlin.de wurde es 1986 zum 100. Geburtstag Thälmanns enthüllt, der Bronzekopf mit Sockel ist etwa 15 Meter hoch. Das Denkmal ist bis heute umstritten. Das Bezirksamt Pankow schrieb 2019 einen Wettbewerb für eine künstlerische Kommentierung aus, das ausgewählte Projekt von Betina Kuntzsch wurde 2021 umgesetzt.

Das bekannteste Gebäude des Areals liegt nicht an der Greifswalder Straße: Das Zeiss-Großplanetarium hat die Adresse Prenzlauer Allee 80 und wurde im Oktober 1987 eröffnet.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Greifswalder Straße?

Der wichtigste Umsteigepunkt ist der S-Bahnhof Greifswalder Straße an der Ringbahn. Dort halten nach Angaben der BVG die S41, S42, S8 und S85, die Tram M4 und der Bus 158 (Stand 29. September 2026). Die M4 fährt über die Greifswalder Straße Richtung Hackescher Markt und stadtauswärts nach Falkenberg oder zur Zingster Straße.

An der Haltestelle Greifswalder Str./Danziger Str. kreuzt die Tram M10, die zwischen Turmstraße und Warschauer Straße pendelt. Kauperts führt für die Straße außerdem die Tramlinien M13 und 12 sowie die Busse 142, 156 und 200 auf. Tariflich gehört die Straße laut Kauperts zu den Zonen A und B, die Grenze bildet die Ringbahn.

Häufige Fragen zur Greifswalder Straße

Seit wann heißt die Greifswalder Straße so?

Die Greifswalder Straße trägt ihren Namen nach Kauperts Straßenführer seit dem 12. Oktober 1868. Benannt ist sie nach der Universitäts- und Hansestadt Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Vorher hieß der Weg Bernauische Landstraße, ab etwa 1803 Chaussee nach Weißensee und ab etwa 1859 Vor dem Königs-Thore. Eine Benennung im Jahr 1824, wie sie gelegentlich zu lesen ist, lässt sich nicht belegen.

Welche Postleitzahl hat die Greifswalder Straße?

Die Greifswalder Straße hat zwei Postleitzahlen. Laut Kauperts gilt die 10405 für die Hausnummern 1 bis 84 und 190 bis 229, also für den südlichen Abschnitt bis zur Ringbahn. Die 10409 gilt für die Nummern 86 bis 169 im nördlichen Abschnitt Richtung Weißensee. Die gesamte Straße liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg und gehört zum Bezirk Pankow.

Liegt das Zeiss-Großplanetarium an der Greifswalder Straße?

Nein, das Zeiss-Großplanetarium hat die Adresse Prenzlauer Allee 80. Es gehört aber zum selben Gelände wie der Ernst-Thälmann-Park, der an der Greifswalder Straße beginnt: Nach Angaben des Museums Pankow wurde das Planetarium 1987 auf dem Platz eines der gesprengten Gasometer errichtet. Eröffnet wurde es im Oktober 1987. Von der Greifswalder Straße aus ist die Kuppel über den Park hinweg zu sehen.

Welche Bahnen halten an der Greifswalder Straße?

Am S-Bahnhof Greifswalder Straße halten laut BVG die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie die S8 und die S85, dazu die Straßenbahn M4 und der Bus 158, Stand 29. September 2026. An der Haltestelle Greifswalder Str./Danziger Str. kreuzen sich die Tramlinien M4 und M10. Die M4 fährt über die Greifswalder Straße Richtung Hackescher Markt und in Gegenrichtung nach Falkenberg oder zur Zingster Straße.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Greifswald
Ort / Geografie
Benennung
1868-10-12
Hintergrund
Greifswald ist eine Universitäts- und Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Sie erhielt 1250 lübisches Stadtrecht und gehörte 1299 zu den Gründern des Städtebunds der Hanse.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Heinersdorfer Weg 1824 Offizielle Benennung im Zuge der planmäßigen Stadterweiterung und des Chaussee-Ausbaus.

Quellen

  1. Greifswalder Straße im Berliner Straßenlexikon · Web
  2. Greifswalder Straße in der deutschen Wikipedia · Web
  3. Ernst-Thälmann-Park auf Berlin.de · Web
  4. Denkmaldatenbank: Zeiss-Großplanetarium · Web