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Lychener Straße

Die Lychener Straße am Helmholtzplatz: wo sie verläuft, warum sie nach einer Uckermark-Stadt heißt, was hinter dem Spitznamen LSD-Viertel steckt und was die Sanierung ab 1993 verändert hat.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Lychener Straße?
  2. Woher hat die Lychener Straße ihren Namen?
  3. Was ist das LSD-Viertel?
  4. Was hat die Sanierung ab 1993 im Helmholtzkiez verändert?
  5. Welches Haus an der Straße steht unter Denkmalschutz?
  6. Wie kommst du zur Lychener Straße?
  7. Häufige Fragen zur Lychener Straße
  8. Quellen

Die Lychener Straße ist eine Wohnstraße im Helmholtzkiez in Prenzlauer Berg mit der Postleitzahl 10437. Sie führt von der Kreuzung Danziger Straße und Knaackstraße nach Norden über die Stargarder Straße bis an die Ringbahn und bildet die Westseite des Helmholtzplatzes. Ihren Namen trägt sie seit dem 20. April 1894.

Die Lychener Straße ist keine Durchgangsstraße, sondern eine der typischen Altbaustraßen im Norden von Prenzlauer Berg: Wohnhäuser aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, Läden und Cafés im Erdgeschoss, in der Mitte der Helmholtzplatz. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts reichen die Hausnummern von 1 bis 82, rechts liegen die geraden, links die ungeraden Nummern. Die Straße gehört vollständig zum Bezirk Pankow. Auf dieser Seite erfährst du, woher der Name kommt, was hinter dem Spitznamen «LSD-Viertel» steckt, was die Sanierung ab 1993 verändert hat und welches Haus unter Denkmalschutz steht.

  • Ortsteil: Prenzlauer Berg, Bezirk Pankow, Postleitzahl 10437
  • Verlauf: Danziger Straße/Knaackstraße über Stargarder Straße bis zur Ringbahn
  • Name seit 20. April 1894, benannt nach der Stadt Lychen in der Uckermark
  • Frühere Bezeichnung: Straße Nr. 15, Abteilung XII des Bebauungsplans
  • Sanierungsgebiet Helmholtzplatz: förmlich festgelegt im Oktober 1993

Wo verläuft die Lychener Straße?

Die Lychener Straße beginnt im Süden an der Kreuzung mit Danziger Straße und Knaackstraße und verläuft nach Norden. Auf halber Strecke grenzt sie an den Helmholtzplatz, dessen Westseite sie bildet; die Ostseite des Platzes bildet laut der Kiezporträt-Reihe Kulturfritzen die Dunckerstraße. Weiter nördlich kreuzt sie die Stargarder Straße und endet an der Ringbahn.

Früher ging es dort weiter. Nach Kauperts reichte die Straße ursprünglich bis zur Wisbyer Straße. Am 1. August 1938 bekam ihr Teil jenseits der Ringbahn einen eigenen Namen: Gudvanger Straße. Seitdem beschränkt sich der alte Name auf den Abschnitt südlich der Bahn beschränkt.

Die Behördenzuständigkeiten sind für die ganze Straße gleich. Kauperts nennt das Finanzamt Prenzlauer Berg, das Amtsgericht und Grundbuchamt Mitte, das Familiengericht Pankow, die Arbeitsagentur und das Jobcenter Pankow sowie den Polizeiabschnitt A 15.

Woher hat die Lychener Straße ihren Namen?

Die Lychener Straße ist nach Lychen benannt, einer Stadt im Landkreis Uckermark in Brandenburg, die sich auf ihrer eigenen Website Flößerstadt nennt. Kauperts führt die Stadtgeschichte bis zum 23. Januar 1248 zurück: An diesem Tag beauftragte Markgraf Johann I. von Brandenburg die Brüder Daniel und Eberhard von Parnewitz, eine «civitas in Lichen» zu gründen.

In Berlin trägt die Straße den Namen seit dem 20. April 1894. Vorher war sie im Bebauungsplan nur als Straße Nr. 15 in Abteilung XII verzeichnet. Kauperts hält fest, dass zuerst der Teil südlich der Ringbahn benannt wurde. Das Gebiet um Lychen gehörte laut Kauperts ursprünglich zum Land Stargard und damit zu Pommern, kam 1236 an Brandenburg und ist seit dem 15. Jahrhundert wieder brandenburgisch.

Was ist das LSD-Viertel?

«LSD-Viertel» ist der Kiez-Spitzname für die Gegend um den Helmholtzplatz. Die Buchstaben stehen für die drei Straßen Lychener Straße, Schliemannstraße und Dunckerstraße. Die taz beschrieb den Namen am 19. Juni 1991 so: Für die Leute im Kiez sei die Dunckerstraße Teil des LSD-Viertels mit dem Helmholtzplatz als Zentrum, und die Abkürzung sei durch die Kriminalitätsrate der Vorwendezeit inspiriert worden, von der man damals nur gerüchteweise wusste, dass sie höher lag als im Rest der Stadt.

Derselbe Artikel zeigt, wer sich nach der Wende hier traf. Die taz erwähnt das Café Kiryl am Ende der Lychener Straße. Es gehörte zum Druckhaus Galrev, in dem sich Dichter und Herausgeber zusammengeschlossen hatten, die ihre Texte zuvor im Selbstverlag produziert hatten. Heute taucht der Spitzname vor allem im Zusammenhang mit Mieten und Cafés auf, etwa bei den Kulturfritzen, die spotten, die meistkonsumierte «Droge» im Viertel sei wohl Koffein.

Was hat die Sanierung ab 1993 im Helmholtzkiez verändert?

Im Oktober 1993 wurde das Gebiet «Prenzlauer Berg – Helmholtzplatz» förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt. Das steht in der Sozialstudie des Bezirksamts Pankow von 2012. Das Gebiet wird von Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Danziger Straße und Wichertstraße begrenzt; die Straße liegt mittendrin. Mehr als 90 Prozent der Wohnungen im Gebiet wurden vor 1919 gebaut. Zu Beginn der Sanierung hatte laut Studie etwa ein Viertel der Wohnungen nur Substandard mit ungenügender sanitärer Ausstattung.

Die Studie beschreibt auch, wie sich die Bewohnerschaft verändert hat. Seit 2007 lag die Einwohnerzahl im Sanierungsgebiet stabil bei rund 21.000. Die mittleren Haushaltsnettoeinkommen stiegen zwischen 2002 und 2012 um etwa 60 Prozent, in ganz Berlin im selben Zeitraum nur um etwa 5 Prozent. 2002 lagen die Einkommen im Gebiet noch fast ein Viertel unter dem Berliner Wert, 2012 deutlich darüber.

Ein Teil der sanierten Häuser war an Sozialbindungen geknüpft: Eigentümer erhielten günstige Darlehen und Zuschüsse, im Gegenzug waren Mieten gedeckelt und Eigenbedarfskündigungen ausgeschlossen. Diese Bindungen liefen von Anfang an nur 15 bis 30 Jahre. Die Prenzlauer Berg Nachrichten berichteten am 28. März 2023, dass allein im LSD-Viertel 32 Häuser betroffen seien, gestützt auf eine Übersichtskarte der Initiative Mieter*innen-Gewerkschaft. Die Mieterinnen und Mieter der Lychener Straße 50, eines dieser Häuser, trafen sich damals regelmäßig vor ihrem Haus.

Welches Haus an der Straße steht unter Denkmalschutz?

In der Berliner Denkmalliste ist hier ein Eintrag verzeichnet: das Haus Nummer 28. Geschützt sind nach der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Treppenhaus und Einfahrt mit ihrer Dekorationsmalerei. Als Entwurfsverfasser nennt die Datenbank den Architekten Max Nagel, als Bauherrn und ausführenden Bauunternehmer Wilhelm König; datiert ist der Eintrag auf 1884 bis 1895 und um 1907.

In der Nähe liegt ein weiteres Stück Kiezgeschichte. Die Kulturfritzen verorten den ehemaligen Friedhof der Freireligiösen Gemeinde zwischen Pappelallee und Lychener Straße. Nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamts Pankow fand dort im Januar 1848 die erste Beisetzung statt; der Eingang mit der Torinschrift «Schafft hier das Leben gut und schön, kein Jenseits ist, kein Aufersteh’n» liegt an der Pappelallee. Seit dem 13. Juli 2022 ist der Friedhofspark an der Pappelallee 16–17 laut Bezirksamt Pankow wieder öffentlich zugänglich.

Wie kommst du zur Lychener Straße?

Einen eigenen Bahnhof hat die Straße nicht. Kauperts nennt als nächstgelegene Haltestellen den U-Bahnhof Eberswalder Straße der U2, an dem auch die Straßenbahnlinien M1, M10 und 12 halten, sowie den S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee mit der Ringbahn. Die Straße liegt im Tarifbereich A. Wer vom Südende an der Danziger Straße kommt, ist näher an der Eberswalder Straße, vom Nordende an der Stargarder Straße ist der Weg zur Schönhauser Allee kürzer.

Häufige Fragen zur Lychener Straße

In welchem Bezirk liegt die Lychener Straße?

Die Lychener Straße liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg und gehört zum Bezirk Pankow. Die ganze Straße hat die Postleitzahl 10437, die Hausnummern reichen laut Kauperts von 1 bis 82. Zuständig sind unter anderem das Finanzamt Prenzlauer Berg, das Amtsgericht Mitte und der Polizeiabschnitt A 15. Als ehemaligen Bezirk führt Kauperts Prenzlauer Berg.

Warum heißt die Gegend um die Lychener Straße LSD-Viertel?

Der Spitzname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Lychener Straße, Schliemannstraße und Dunckerstraße zusammen, die den Helmholtzplatz umgeben. Die taz schrieb 1991, die Abkürzung sei in der Vorwendezeit durch die Kriminalitätsrate inspiriert worden, die man damals nur gerüchteweise kannte. Mit Drogen hat der Name also nur als Wortspiel zu tun.

Seit wann heißt die Lychener Straße so?

Den Namen trägt die Straße laut Kauperts seit dem 20. April 1894. Vorher hieß sie nach dem Bebauungsplan Straße Nr. 15 in Abteilung XII. Benannt wurde zuerst der Teil südlich der Ringbahn. Ursprünglich reichte die Straße bis zur Wisbyer Straße, seit dem 1. August 1938 heißt ihr Abschnitt hinter der Ringbahn Gudvanger Straße.

Wie komme ich mit Bus und Bahn zur Lychener Straße?

Kauperts nennt als nächste Haltestellen den U-Bahnhof Eberswalder Straße der U2 mit den Straßenbahnlinien M1, M10 und 12 sowie den S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee mit der Ringbahn. Beide liegen westlich der Straße: Eberswalder Straße näher am Südende an der Danziger Straße, Schönhauser Allee näher am Nordende. Die Straße liegt im Tarifbereich A.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Lychen
Ort / Geografie
Benennung
1894-04-20
Hintergrund
Lychen ist eine Stadt im Landkreis Uckermark in Brandenburg, die sich selbst Flößerstadt nennt. Kauperts datiert ihre Gründung auf einen Auftrag des Markgrafen Johann I. vom 23. Januar 1248.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web
  3. Lychener Straße im Berliner Strassenlexikon · Web
  4. Lychener Straße in der deutschen Wikipedia · Web
  5. Geschichte des Bezirks Pankow und des Ortsteils Prenzlauer Berg · Web
  6. FIS-Broker - Geoportal Berlin · Web