Kastanienallee
Die Kastanienallee ist die älteste Straße in Prenzlauer Berg: angelegt 1826, heute mit Prater, Lichtblick-Kino, Denkmal-Ensemble und Tram M1 und 12. Welche PLZ und Ämter für welche Hausnummer gelten.

Inhalt (9 Abschnitte)
- Wo verläuft die Kastanienallee?
- Woher hat die Kastanienallee ihren Namen?
- Was steht in der Kastanienallee unter Denkmalschutz?
- Seit wann gibt es den Prater in der Kastanienallee?
- Was ist das Lichtblick-Kino in der Kastanienallee 77?
- Warum gab es Streit um den Umbau der Kastanienallee?
- Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Kastanienallee?
- Häufige Fragen zur Kastanienallee
- Quellen
Die Kastanienallee gilt als älteste Straße in Prenzlauer Berg: Der Grundbesitzer Wilhelm Griebenow legte sie 1826 als Fortsetzung des Weinbergswegs an und benannte sie nach ihrer ersten Bepflanzung. Die Straße führt mit den Hausnummern 1 bis 103 von der Schönhauser Allee bis zur Fehrbelliner Straße, ihr südlicher Teil gehört zu Mitte.
Die Kastanienallee verbindet den Knoten am U-Bahnhof Eberswalder Straße mit dem Weinbergsweg und dem Rosenthaler Platz. Laut Kauperts Straßenführer beginnt sie an der Kreuzung von Schönhauser Allee, Eberswalder Straße, Danziger Straße und Pappelallee und endet an Fehrbelliner Straße und Weinbergsweg. Die Straße ist zweigeteilt: Nördlich der Schwedter Straße liegt Prenzlauer Berg, südlich davon Mitte. Durch die Allee fahren die Straßenbahnlinien M1 und 12. Bekannt ist sie für den Prater, laut Hauptstadtportal den ältesten Biergarten der Stadt, für ein denkmalgeschütztes Gründerzeit-Ensemble und für einen jahrelangen Streit um ihren Umbau.
- Ortsteile: Prenzlauer Berg und Mitte, Bezirk Pankow und Bezirk Mitte
- Postleitzahlen 10435 und 10119, Hausnummern 1 bis 103
- Name seit 1826, benannt nach der ersten Bepflanzung mit Kastanien
- Tram M1 und 12, U2 Eberswalder Straße und Senefelderplatz, U8 Rosenthaler Platz
- Denkmal-Ensemble Kastanienallee mit Bauten von 1855 bis 1910
Wo verläuft die Kastanienallee?
Die Kastanienallee verläuft von der Schönhauser Allee in südwestlicher Richtung bis zur Fehrbelliner Straße, wo sie in den Weinbergsweg übergeht. Die Hausnummern laufen in Hufeisenform: Kauperts zählt die Nummern 1 bis 54 auf der einen Straßenseite hin und 55 bis 103 auf der anderen zurück. An der Schwedter Straße wechselt der Ortsteil, und mit ihm wechseln Postleitzahl und zuständige Ämter. Das ist wichtig, wenn du einen Antrag stellst oder zur Polizei musst.
| Hausnummern | Ortsteil | PLZ | Polizeiabschnitt | Finanzamt |
|---|---|---|---|---|
| 1–35, 70–103 | Prenzlauer Berg | 10435 | A 15 | Prenzlauer Berg |
| 36 (gerade Seite) | Mitte | 10435 | A 56 | Mitte/Tiergarten |
| 37–69 | Mitte | 10119 | A 56 | Mitte/Tiergarten |
Auch Jobcenter und Arbeitsagentur hängen an der Hausnummer: Für die Prenzlauer-Berg-Seite ist Pankow zuständig, für die Nummern ab 36A Mitte. Amtsgericht und Grundbuchamt sind nach Kauperts für die ganze Straße in Mitte, das Familiengericht in Pankow.
Woher hat die Kastanienallee ihren Namen?
Die Kastanienallee ist nach den Kastanien benannt, mit denen sie bei ihrer Anlage bepflanzt wurde. Nach Kauperts legte der Grundbesitzer Wilhelm Griebenow die Straße 1826 als Fortsetzung des schon bestehenden Weinbergswegs an und benannte sie nach dieser Erstbepflanzung. Kauperts bezeichnet sie als älteste Straße in Prenzlauer Berg. Ein genaues Tagesdatum der Benennung nennt der Straßenführer nicht, auch nicht, ob Ross- oder Edelkastanien gepflanzt wurden.
Was steht in der Kastanienallee unter Denkmalschutz?
Große Teile der Kastanienallee stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts datiert das Ensemble Kastanienallee auf 1855 bis 1910. Es umfasst die Hausnummern 1 bis 27, 83 bis 92 und 103 sowie Häuser an Oderberger Straße, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee. Dazu kommen Einzeldenkmale.
Das älteste Wohnhaus steht in der Nummer 77. Die Denkmaldatenbank datiert das Mietshaus auf 1852 bis 1853 mit Umbau 1893 bis 1894, Bauherr war der Zimmerpolier Schlennert. Das Hausprojekt selbst nennt 1848 als Baujahr, die Angaben weichen also voneinander ab. In der Nummer 71 steht ein Verwaltungs- und Fabrikgebäude von 1881 bis 1882, entworfen von Hugo Röthing für den Fabrikanten Hans Bösche. 1925 baute die Heilsarmee den Komplex um.
Seit wann gibt es den Prater in der Kastanienallee?
Im Prater in der Kastanienallee 7 werden nach Angaben von berlin.de seit 1837 Bier und Kaffee ausgeschenkt, das Hauptstadtportal nennt ihn den ältesten Biergarten Berlins. Ab 1852 wurde daraus unter dem Kaffeehausbetreiber Kalbo eine Vergnügungsstätte, den Namen Prater trägt sie seit 1867, als ironische Anspielung auf den Wiener Rummelplatz. Das Restaurant im Berliner Rundbogenstil entstand 1857.
Der Prater war Varieté, Ballsaal, Volkstheater und politischer Versammlungsort, ab 1891 wurde dort jährlich der 1. Mai gefeiert. 1902 beantragte Martha Kalbo eine Konzession für Schauspiele, drei Jahre später stand ein eigenes Theater. Zu Kriegsbeginn stellte der Prater den Betrieb ein. 1946 zog die Volksbühne ein, weil ihr Stammhaus am heutigen Rosa-Luxemburg-Platz beschädigt war. 1967 wurde der Prater Kreiskulturhaus, 1994 übergab ihn der Bezirk an die Volksbühne. Der Biergarten hat laut Tourismusportal des Bezirks 600 Plätze unter Kastanienbäumen.
Was ist das Lichtblick-Kino in der Kastanienallee 77?
Das Lichtblick-Kino ist ein unabhängiges Programmkino mit 32 Plätzen im Hausprojekt Kastanienallee 77. Nach eigenen Angaben wird es im Kollektiv betrieben und zeigt Arthouse, Klassiker, Dokumentar- und Kurzfilme. Gegründet wurde es 1994 als Stattkino Berlin e.V., ab 1995 spielte es in der Wolliner Straße, seit 1998 sitzt es in der Kastanienallee. Der Kinosaal liegt im früheren Verkaufsraum und in der Wohnung eines Fleischers.
Warum gab es Streit um den Umbau der Kastanienallee?
Der Umbau der Kastanienallee war umstritten, weil er Gehwege, Parkplätze und Radverkehr neu aufteilte. Die taz beschrieb im November 2010 den Plan für den 650 Meter langen Abschnitt zwischen Schwedter Straße und Schönhauser Allee: Tram, Autos und Radfahrende teilten sich damals eine Spur pro Richtung. Geplant waren 1,50 Meter breite Radstreifen, 40 Prozent weniger Parkplätze und Parkbuchten zwischen den Bäumen, für die ein Teil des breiten Bürgersteigs wegfallen sollte. Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) wollte so Tram und Radverkehr stärken.
Anwohner und Gewerbetreibende wehrten sich. Die Initiative „Stoppt K21“ rief im Mai 2011 zu einem Aktionstag mit Konzerten auf, berichtete der Tagesspiegel. Im Februar 2011 berieten die Bezirksverordneten laut taz über zwei Bürgeranträge, die eine Anwohnerbefragung forderten. Gebaut wurde trotzdem, aber langsamer als geplant: Im Juli 2012 meldete der Tagesspiegel, die Kastanienallee werde erst Ende 2013 fertig.
Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Kastanienallee?
Die Kastanienallee ist mit der Straßenbahn am besten erschlossen. Die Linien M1 und 12 halten an U Eberswalder Straße, Schwedter Straße und Zionskirchplatz. Kauperts nennt dazu die U2 an den Bahnhöfen Eberswalder Straße und Senefelderplatz, die U8 am Rosenthaler Platz sowie die Tram M10. Die Straße liegt im Tarifbereich A. Mehr zu Linien und Geschichte der Straßenbahn findest du in unserer Übersicht zur Berliner Tram, Meldungen aus dem Bezirk unter Pankow.
Häufige Fragen zur Kastanienallee
Welche Postleitzahl hat die Kastanienallee?
Die Kastanienallee hat zwei Postleitzahlen. Die Hausnummern 1 bis 35 und 70 bis 103 im Ortsteil Prenzlauer Berg sowie die Nummer 36 gehören zu 10435, die Nummern 37 bis 69 im Ortsteil Mitte zu 10119. Die Grenze zwischen beiden Ortsteilen bildet die Schwedter Straße. Weil die Hausnummern in Hufeisenform laufen, liegen niedrige und hohe Nummern am Nordende an der Schönhauser Allee einander gegenüber.
Welche Tram fährt durch die Kastanienallee?
Durch die Kastanienallee fahren die Straßenbahnlinien M1 und 12 der BVG. Beide halten laut Linienübersicht an den Haltestellen U Eberswalder Straße, Schwedter Straße und Zionskirchplatz. Am Nordende steigst du am U-Bahnhof Eberswalder Straße in die U2 um. Kauperts nennt für die Straße außerdem die Tram M10 und die U8 am Rosenthaler Platz.
Gibt es in Berlin mehrere Straßen namens Kastanienallee?
Ja, in Berlin gibt es mehrere Straßen mit dem Namen Kastanienallee. Kauperts Straßenführer führt neben der Straße in Prenzlauer Berg und Mitte auch eine Kastanienallee in Westend und eine in Hellersdorf. Eine weitere Kastanienallee liegt in Rosenthal im Bezirk Pankow, dort plant das Bezirksamt einen Neubau der Straße. Achte bei Adressen deshalb immer auf Postleitzahl und Ortsteil.
Warum heißt die Kastanienallee auch Castingallee?
Castingallee ist ein Berliner Spitzname für die Kastanienallee in Prenzlauer Berg. Das Tourismusportal des Bezirks Pankow führt ihn auf die vielen Modeboutiquen an der Straße zurück. Zusammen mit der kreuzenden Oderberger Straße prägen nach Angaben des Portals Cafés, Restaurants, Bars, kreative Läden und Boutiquen das Straßenbild. Seit wann der Name kursiert, lässt sich aus den geprüften Quellen nicht genau belegen.
Quellen
- Kauperts Straßenführer durch Berlin: Kastanienallee (Prenzlauer Berg und Mitte) (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts: Kastanienallee in Westend (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts: Kastanienallee in Hellersdorf (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Pankow: Neubau der Kastanienallee in Rosenthal (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Ensemble Kastanienallee, Obj.-Nr. 09065052 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Mietshaus Kastanienallee 77, Obj.-Nr. 09065095 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Verwaltungsgebäude und Fabrik Kastanienallee 71, Obj.-Nr. 09065084 (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de: Prater (abgerufen am 29.09.2026)
- pankow-weissensee-prenzlauerberg.berlin: Kastanienallee (abgerufen am 29.09.2026)
- Lichtblick-Kino: Das Kino (abgerufen am 29.09.2026)
- taz, 12. November 2010: Kampf um den Bürgersteig (abgerufen am 29.09.2026)
- taz, 27. Februar 2011: Kastanienallee vor der Entscheidung (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel, 13. Mai 2011: Bühnenreifer Protest in der Kastanienallee (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel, Juli 2012: Kastanienallee wird erst Ende 2013 fertig (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Linie M1 und Linie 12 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Pflanze / Tier / Natur - Benennung
- 1826
- Hintergrund
- 1826 von Grundbesitzer Wilhelm Griebenow als Fortsetzung des Weinbergswegs angelegt und nach der ersten Bepflanzung mit Kastanien benannt.