Friedrichstrasse
Vom Mehringplatz zum Oranienburger Tor: Verlauf und PLZ der Friedrichstraße, ihr Namensgeber, Admiralspalast, Checkpoint Charlie, das Ende der Fußgängerzone und der Lafayette-Umbau.

Inhalt (8 Abschnitte)
Die Friedrichstraße führt vom Mehringplatz in Kreuzberg nach Norden bis zum Oranienburger Tor in Mitte und kreuzt dabei Unter den Linden und die Spree. Benannt ist sie nach Kurfürst Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. Den Namen trägt sie seit etwa 1705. An der Zimmerstraße lag der Grenzübergang Checkpoint Charlie.
Die Friedrichstraße war die wichtigste Nord-Süd-Straße der historischen Friedrichstadt und verbindet heute zwei Bezirke. Der südliche Teil liegt in Kreuzberg, der längere nördliche in Mitte. Dazwischen lag von 1961 bis 1990 die Grenze. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Straße entstand, was vom Vergnügungsviertel um den Bahnhof geblieben ist, warum der Streit um die Fußgängerzone vorbei ist und was aus dem Haus der Galeries Lafayette wird.
Wo verläuft die Friedrichstraße?
Laut Kauperts Straßenführer beginnt die Friedrichstraße am Mehringplatz; das erste Stück bis zur Franz-Klühs-Straße ist Fußgängerzone. Im Norden endet die Straße am Oranienburger Tor, wo Torstraße, Chausseestraße und Hannoversche Straße abzweigen. Unterwegs kreuzt die Straße unter anderem die Kochstraße, die Leipziger Straße und Unter den Linden. Am Oranienburger Tor beginnt außerdem die Oranienburger Straße.
Die Hausnummern laufen in Hufeisenform: vom Mehringplatz aus von 1 bis 116 nach Norden, auf der Gegenseite von 118 bis 246 zurück. Die Nummern 1 bis 45 und 206 bis 246 liegen im Ortsteil Kreuzberg und haben die Postleitzahl 10969, die Nummern 47 bis 204 liegen in Mitte mit der Postleitzahl 10117. Deshalb sind für die Straße zwei Amtsgerichte, zwei Jobcenter und zwei Arbeitsagenturen zuständig.
Unter der Straße fährt die U6. Die U-Bahnhöfe an der Friedrichstraße heißen Hallesches Tor, Kochstraße, Stadtmitte, Unter den Linden, Friedrichstraße und Oranienburger Tor. Der U-Bahnhof Französische Straße wurde Ende 2020 geschlossen, weil der neue Kreuzungsbahnhof Unter den Linden zu nah liegt, berichtete tip Berlin. Zwischen 1961 und 1990 fuhren die Züge der U6 unter Ost-Berlin ohne Halt durch diese Station.
Warum heißt die Friedrichstraße so?
Die Friedrichstraße ist nach Friedrich III. benannt, Kurfürst von Brandenburg ab 1688, der sich am 18. Januar 1701 in Königsberg selbst zum König Friedrich I. in Preußen krönte. In seiner Regierungszeit entstanden laut Kauperts die Friedrichstadt, das Zeughaus und Schloss Charlottenburg. Die Friedrichstraße war die wichtigste der neu angelegten Nord-Süd-Straßen der Friedrichstadt.
Anfangs trug sie abschnittsweise andere Namen. Kauperts nennt «Der Damm» (ab 1688), «An der Potsdamer Brücke» und «Querstraße» bis etwa 1705 sowie die Dammstraße, die erst 1786 in der Friedrichstraße aufging. Die amtliche Benennung datiert Kauperts auf «um 1705», nicht auf 1688. Der südliche Teil in Kreuzberg von der Zimmerstraße bis zum heutigen Mehringplatz entstand erst um 1731.
Was ist vom Vergnügungsviertel am Bahnhof geblieben?
Den Bahnhof Friedrichstraße gibt es seit 1882, heute halten dort S-Bahn, U6 und Regionalzüge. Rund um den Bahnhof wuchs um 1900 ein Vergnügungsviertel. Ein Zeugnis davon ist der Admiralspalast in der Friedrichstraße 101 und 102. Heinrich Schweitzer entwarf ihn von 1910 bis 1911 als Vergnügungspalast mit Bädern, Eisbahn und Restaurants, wie die Denkmaldatenbank festhält. 1922 wurde die Eisbahn zu einem Theater mit 1.065 Plätzen umgebaut, von 1955 an hieß das Haus Metropoltheater. Die Straßenfassade mit dorischen Halbsäulen aus Granit und Reliefs aus istrischem Kalkstein ist weitgehend erhalten.
Die Bühnentradition lebt weiter. Neben dem Admiralspalast nennt berlin.de den Friedrichstadt-Palast als bekanntes Haus für Revue und Comedy sowie das Berliner Ensemble, das mit Bertolt Brecht verbunden ist.
Was erinnert an der Friedrichstraße an die Teilung?
Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 teilte die Grenze die Friedrichstraße an der Zimmerstraße. Wenige Monate später entstand dort der Kontrollpunkt Checkpoint Charlie, der nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nur für Diplomaten, Angehörige der Alliierten, Militärs und DDR-Funktionäre passierbar war. Am standen sich hier amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber, nachdem die SED-Führung die Rechte der Westalliierten in Berlin einschränken wollte. Am 22. Juni 1990 wurden die Grenzanlagen abgebaut.
Heute kommen laut Senat jedes Jahr rund vier Millionen Menschen an den Ort. Der Bebauungsplan von 2020 sichert einen Stadtplatz von 1.130 Quadratmetern und eine Fläche für einen Bildungs- und Erinnerungsort. Wie der Wettbewerb für Museum und Platz abläuft, liest du in unserem Beitrag zur Neugestaltung des Checkpoint Charlie.
Am nördlichen Ende war der Bahnhof Friedrichstraße ebenfalls ein Grenzübergang zwischen DDR und West-Berlin. Daran erinnert die Ausstellung im Tränenpalast an der Spree, die berlin.de als Ort für die vielen traurigen Schicksale der Teilung beschreibt.
Was ist aus der Fußgängerzone geworden?
Der Streit um die autofreie Friedrichstraße ist vorerst entschieden: Autos fahren wieder. 2020 begann ein Verkehrsversuch, bei dem der Abschnitt zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße für Autos gesperrt wurde. Nach einem Gerichtsbeschluss musste er im November 2022 wieder geöffnet werden. Ab dem 23. Januar 2023 ließ die damalige Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) den Abschnitt erneut sperren, berichtete der Tagesspiegel. Jaraschs Nachfolgerin Manja Schreiner (CDU) gab ihn 2023 wieder für den Autoverkehr frei.
Ein großer Umbau lässt auf sich warten. Im Januar 2025 berichtete Entwicklungsstadt, dass der Senat bis 2028 kein Geld für die Umgestaltung eingeplant hat. Im November 2025 stellten der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde einen kleineren Plan vor: Zwischen Unter den Linden und Schützenstraße sollen laut Senatskanzlei Parkplätze zu breiten Gehbereichen werden, mit Platz für Cafés, Fahrräder und Bäume. Einen Zeitplan nennt die Mitteilung nicht.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 2020 | Verkehrsversuch: Abschnitt Französische bis Leipziger Straße autofrei |
| November 2022 | Öffnung für Autos nach Gerichtsbeschluss |
| 23. Januar 2023 | Erneute Sperrung unter Senatorin Jarasch |
| 2023 | Wieder frei für Autos unter Senatorin Schreiner |
| Januar 2025 | Kein Geld für Umgestaltung bis 2028 eingeplant |
| 17. November 2025 | Senat stellt Plan für breitere Gehwege zwischen Unter den Linden und Schützenstraße vor |
Was wird aus den Galeries Lafayette?
Nach der Wende entstand zwischen Checkpoint Charlie und Bahnhof eine Einkaufsmeile, schreibt berlin.de. Das bekannteste Haus dort, die von Jean Nouvel entworfenen Galeries Lafayette in der Friedrichstraße 76 bis 78, ist seit dem 1. August 2024 geschlossen, wie visitBerlin vermerkt. Pläne, dort die Zentral- und Landesbibliothek unterzubringen, kamen nicht zustande.
Laut Tagesspiegel vom 14. Januar 2026 baut der Eigentümer Tishman Speyer das Haus unter dem Namen «Lumina» zu Büros mit Läden, Gastronomie und Wohnungen um. Hauptmieter wird der Musikkonzern BMG, der dort seine Zentrale einrichtet. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Nouvels gläserner Kegel wurde gedreht und soll als öffentlich zugänglicher Lichthof dienen.
Häufige Fragen zur Friedrichstraße
Wo beginnt und endet die Friedrichstraße?
Die Friedrichstraße beginnt im Süden am Mehringplatz in Kreuzberg. Das erste Stück bis zur Franz-Klühs-Straße ist Fußgängerzone. Im Norden endet sie am Oranienburger Tor, wo Torstraße, Chausseestraße und Hannoversche Straße abzweigen. Dazwischen kreuzt sie unter anderem die Zimmerstraße, die Leipziger Straße, Unter den Linden und die Spree an der Weidendammer Brücke.
Welche Postleitzahlen hat die Friedrichstraße?
Die Friedrichstraße hat zwei Postleitzahlen. Der Kreuzberger Teil mit den Hausnummern 1 bis 45 und 206 bis 246 gehört zu 10969. Der Abschnitt in Mitte mit den Nummern 47 bis 204 hat die Postleitzahl 10117. Die Straße liegt damit in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten etwa bei Amtsgericht und Jobcenter.
Ist die Friedrichstraße noch Fußgängerzone?
Der Abschnitt zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße ist keine Fußgängerzone mehr. Nach dem Verkehrsversuch ab 2020, einer gerichtlich erzwungenen Öffnung im November 2022 und einer erneuten Sperrung ab Januar 2023 wurde er 2023 wieder für Autos geöffnet. Der Senat plant stattdessen breitere Gehwege zwischen Unter den Linden und Schützenstraße.
Was passiert mit dem Gebäude der Galeries Lafayette?
Die Galeries Lafayette in der Friedrichstraße 76 bis 78 sind seit dem 1. August 2024 geschlossen. Der Eigentümer Tishman Speyer baut das Haus von Jean Nouvel unter dem Namen Lumina um. Laut Tagesspiegel zieht der Musikkonzern BMG als Hauptmieter ein, die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2027 enden. Der gläserne Kegel bleibt als Lichthof erhalten.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Friedrichstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de: Friedrichstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Admiralspalast, Friedrichstraße 101–102 (abgerufen am 29.09.2026)
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Checkpoint Charlie (abgerufen am 29.09.2026)
- tip Berlin: U-Bahnhof Französische Straße geschlossen, 03.12.2020 (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Jarasch sperrt die Friedrichstraße erneut, Januar 2023 (abgerufen am 29.09.2026)
- Entwicklungsstadt: Berliner Senat streicht Umbau der Friedrichstraße, 16.01.2025 (abgerufen am 29.09.2026)
- Senatskanzlei Berlin: Wegner zur Zukunft der Friedrichstraße, 17.11.2025 (abgerufen am 29.09.2026)
- visitBerlin: Galeries Lafayette (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Ins ehemalige Kaufhaus Lafayette zieht ein Musikkonzern, 14.01.2026 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Friedrich I. in Preußen
(1657–1713)
Person - Benennung
- 1705
- Hintergrund
- Friedrich III. (1657–1713) wurde 1688 Kurfürst von Brandenburg und krönte sich am 18. Januar 1701 in Königsberg zum König Friedrich I. in Preußen. In seiner Zeit entstanden die Friedrichstadt, das Zeughaus und Schloss Charlottenburg.