Landsberger Allee: Verlauf, Lage und Anbindung
Elf Kilometer, vier Bezirke, acht Postleitzahlen: Verlauf der Landsberger Allee, warum sie nach Altlandsberg heißt, die Leninallee-Jahre, SEZ, Velodrom, Pyramide und Anbindung.

Inhalt (7 Abschnitte)
Die Landsberger Allee ist mit rund elf Kilometern eine der längsten Straßen Berlins. Der Straßenzug beginnt am Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain und führt nach Nordosten durch Prenzlauer Berg, Fennpfuhl, Lichtenberg und Alt-Hohenschönhausen bis an die Stadtgrenze in Marzahn. Benannt ist er nach Altlandsberg, bis 1992 hieß er Leninallee.
Wer die Landsberger Allee einmal komplett abfährt, durchquert vier Bezirke, acht Postleitzahlen und ein gutes Stück Berliner Baugeschichte: das leerstehende SEZ am Volkspark Friedrichshain, die Sportbauten aus der Olympia-Bewerbung für 2000, ein Bürohochhaus aus den 1990ern in Marzahn, am Ende ein rot gestrichenes Wohnhaus mit Kriegsgeschichte. Die Stammdaten stammen aus Kauperts Straßenführer. Und eine hartnäckige Legende räumt diese Seite gleich mit ab – die mit Landsberg an der Warthe.
Wo verläuft die Landsberger Allee?
Kauperts beschreibt den Verlauf so: vom Platz der Vereinten Nationen und der Friedenstraße über die Petersburger Straße und die Rhinstraße bis zur Landsberger Chaussee, die nach Ahrensfelde weiterführt. Die geraden Hausnummern liegen rechts, die ungeraden links, gezählt wird von 2 bis 576.
Die erste große Kreuzung ist die mit Danziger Straße und Petersburger Straße. Weiter östlich liegt der S-Bahnhof Landsberger Allee an der Ringbahn, dort trifft die Allee auf die Storkower Straße.
Weil die Straße so lang ist, wechseln Bezirk und Postleitzahl mehrfach. Das ist keine Kleinigkeit: Wer an der Landsberger Allee wohnt, ist je nach Hausnummer beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Lichtenberg oder Marzahn-Hellersdorf richtig.
| Hausnummern | Ortsteil | PLZ | Bezirk |
|---|---|---|---|
| 2–102 (gerade), 15–77 (ungerade) | Friedrichshain | 10249 | Friedrichshain-Kreuzberg |
| 79–127 (ungerade), 104A–D | Prenzlauer Berg | 10407 | Pankow |
| 106–193, 200–228 (gerade) | Fennpfuhl | 10369, 10367 | Lichtenberg |
| 201–361 (ungerade) | Alt-Hohenschönhausen | 13055 | Lichtenberg |
| 230–364 (gerade) | Lichtenberg | 10367, 10365 | Lichtenberg |
| 366–576 (gerade), 445–565 (ungerade) | Marzahn | 12681, 12679 | Marzahn-Hellersdorf |
Warum heißt die Straße Landsberger Allee?
Namensgeber ist Altlandsberg, eine Kleinstadt im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Kauperts datiert die erste Erwähnung als Stadt auf 1257. Die alte Chaussee führte von Berlin aus genau dorthin. Landsberg an der Warthe, heute Gorzów Wielkopolski in Polen, hat mit dem Namen nichts zu tun – auch wenn das oft zu lesen ist.
Einen einheitlichen Namen hatte der Straßenzug lange nicht. Kauperts listet für die äußeren Abschnitte unter anderem Landsberger Chaussee, Berliner Chaussee und Ahrensfelder Straße. Dass heute überall «Allee» auf dem Schild steht, begründete man bei der Benennung 1992 damit, dass «Chaussee» nicht mehr zum Charakter der Straße passe. Für Friedrichshain und Prenzlauer Berg war der Name deshalb eine Rückbenennung, für Lichtenberg, Hohenschönhausen und Marzahn ein neuer Name.
Wann hieß die Landsberger Allee Leninallee?
Die Umbenennung kam in Etappen. 1950 erhielt der innere Abschnitt in Friedrichshain und Prenzlauer Berg den Namen Leninallee, bis 1978 wurden die östlichen Teile bis Marzahn einbezogen. So steht es bei Kauperts. Parallel wuchsen entlang der Straße die Neubaugebiete, die der Allee bis heute ihr Gesicht geben.
Am westlichen Ende stand das Lenin-Denkmal des Bildhauers Nikolai Tomski auf dem damaligen Leninplatz. Der Abriss begann laut German History in Documents and Images am . Die Granitfigur wurde in 129 Teile zerlegt und in der Seddiner Heide in Köpenick vergraben. Der Kopf ist heute in der Zitadelle Spandau zu sehen, wie die Berliner Zeitung berichtete.
Seit dem gilt für den gesamten Straßenzug der Name Landsberger Allee. Der Platz am Anfang heißt heute Platz der Vereinten Nationen.
Was steht an der Landsberger Allee?
Ein paar Orte prägen die Strecke so stark, dass man sie kennen sollte – von West nach Ost:
SEZ, Landsberger Allee 77. Das Sport- und Erholungszentrum am Volkspark Friedrichshain öffnete 1981 und war einer der großen Freizeitbauten der DDR. Seit der endgültigen Schließung 2002 steht es leer. Das Landesdenkmalamt lehnte einen Denkmalschutz ab, im November 2025 begannen erste Abrissarbeiten. Im Februar 2026 wurden sie aus Artenschutzgründen gestoppt. Am 21. September 2026, einen Tag nach der Abgeordnetenhauswahl, hat die landeseigene WBM den vollständigen Rückbau neu ausgeschrieben, berichtete der Tagesspiegel. Bewerben können sich Firmen laut Entwicklungsstadt bis zum 22. Oktober 2026, ausgeführt werden soll der Abriss zwischen März 2027 und Oktober 2028. Geplant sind 631 Wohnungen, 316 davon gefördert, dazu eine Schule. Beauftragt ist damit noch niemand: Die WBM betont, den Auftrag gebe es erst nach dem Vergabeverfahren, und die Ausschreibung umfasse auch eine Variante mit Teilerhalt. Politisch entschieden ist das nicht, der Bezirk will einen Komplettabriss verhindern (Stand: 30.09.2026). Den laufenden Stand zu Baustellen und SEZ sammeln wir unter Landsberger Allee: Baustellen und SEZ-Abriss.
Velodrom und Schwimmhalle. Direkt am S-Bahnhof Landsberger Allee liegen die beiden Sportbauten des französischen Architekten Dominique Perrault. Entworfen wurden sie ab 1992 für Berlins Bewerbung um die Olympischen Spiele 2000. Laut Perrault Architecture sind beide Hallen weitgehend in den Boden versenkt, die Dächer mit Stahlgewebe bespannt, obendrauf stehen 450 Apfelbäume. Die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark öffnete 1999 und hat ein 50-Meter-Becken mit zehn Bahnen, ihre Adresse ist die Paul-Heyse-Straße 26.
Die Pyramide, Landsberger Allee 366. Das mit rotem Granit verkleidete Bürohochhaus ist rund 100 Meter hoch und wurde 1995 fertig, so das Architekturprojekt Best of 90s. Der Name kommt vom pyramidenförmigen Glasbau zwischen den beiden Flügeln.
Haus der Befreiung, Landsberger Allee 563. Kurz vor der Stadtgrenze steht ein altes Wohnhaus, das an den April 1945 erinnert. Laut Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf war es vermutlich eines der ersten Gebäude Berlins, an dem die Rote Armee die sowjetische Fahne hisste. Die 5. Stoßarmee unter Nikolai Bersarin hatte laut Kauperts am 21. April 1945 als erster sowjetischer Verband die Berliner Stadtgrenze erreicht. Nach langem Leerstand hat der Bezirk das Haus saniert, seit Februar 2025 ist es ein Stadtteilzentrum mit Beratungsangeboten.
Wie komme ich mit Bus und Bahn zur Landsberger Allee?
Auf dem westlichen Abschnitt fährt die Straßenbahn in Mittellage. Am Platz der Vereinten Nationen halten laut BVG die Tramlinien M5, M6 und M8 sowie der Bus 142. Am S-Bahnhof Landsberger Allee kommen die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie S8 und S85 dazu, außerdem die Tram 18.
Ganz im Osten ist der S-Bahnhof Marzahn der wichtigste Knoten: S7, die Tramlinien M6 und 16 und die Busse X54, 191, 192, 195 und 291. Wie wichtig die Tram für diesen Abschnitt ist, zeigte die siebenmonatige Unterbrechung der M6 an den Marzahner Brücken, über die wir im Beitrag Tram M6 fährt wieder durch berichtet haben. Aktuelle Sperrungen meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.
Häufige Fragen zur Landsberger Allee
Wie lang ist die Landsberger Allee?
Rund elf Kilometer. Laut Kauperts Straßenführer gehört die Landsberger Allee damit neben dem Adlergestell und der Heerstraße zu den längsten Straßen Berlins. Die Hausnummern reichen von 2 bis 576.
Ist die Landsberger Allee nach Landsberg an der Warthe benannt?
Nein. Namensgeber ist die brandenburgische Kleinstadt Altlandsberg im Landkreis Märkisch-Oderland, zu der die alte Chaussee führte. Die Verwechslung mit Landsberg an der Warthe, dem heutigen Gorzów Wielkopolski, ist verbreitet, aber falsch.
Welche Postleitzahlen hat die Landsberger Allee?
Acht: 10249 in Friedrichshain, 10407 in Prenzlauer Berg, 10365, 10367 und 10369 in Fennpfuhl und Lichtenberg, 13055 in Alt-Hohenschönhausen sowie 12679 und 12681 in Marzahn. Welche gilt, hängt von der Hausnummer ab.
In welchen Bezirken liegt die Landsberger Allee?
In vier Bezirken: Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Für Bürgeramt, Parkzonen oder Baustellen ist jeweils der Bezirk zuständig, in dem die Hausnummer liegt.
Wann hieß die Landsberger Allee Leninallee?
Der innere Abschnitt in Friedrichshain und Prenzlauer Berg ab 1950, die östlichen Abschnitte folgten etappenweise bis 1978. Seit dem 31. Januar 1992 heißt der gesamte Straßenzug Landsberger Allee.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Landsberger Allee (abgerufen am 29.09.2026)
- German History in Documents and Images: Abriss des Lenin-Denkmals in Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Zeitung: Lenins Kopf ist in der Zitadelle Spandau angekommen (abgerufen am 29.09.2026)
- WBM: SEZ, Machbarkeitsstudie 2025 (abgerufen am 29.09.2026)
- Entwicklungsstadt: SEZ-Abriss gestartet, 27.11.2025, und WBM schreibt vollständigen Abriss erneut aus, 25.09.2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Wohnungsbaugesellschaft schreibt Komplettabriss des SEZ erneut aus, 24.09.2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Dominique Perrault Architecture: Velodrome and Olympic swimming pool (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Bäder: Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (abgerufen am 29.09.2026)
- Best of 90s: Pyramide in Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf: «Haus der Befreiung» wird Ort der Begegnung (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts Straßenführer: Bersarinplatz (Angaben zur 5. Stoßarmee, abgerufen am 29.09.2026)
- BVG-Haltestellenübersicht: Platz der Vereinten Nationen, S Landsberger Allee, S Marzahn (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski)
Ort / Geografie - Benennung
- 1992-01-31
- Hintergrund
- Altlandsberg ist eine Kleinstadt im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland, 1257 erstmals als Stadt erwähnt. Die Straße ist nach ihr benannt, nicht nach Landsberg an der Warthe.
Frühere Namen
| Alter Name | Zeitraum | Grund |
|---|---|---|
| Leninallee | 1950-12-22–1992-01-13 | Politische Umbenennung zu Ehren von Wladimir Iljitsch Lenin in der DDR. Nach der Wiedervereinigung wurde der historische Name wiederhergestellt. |
| Landsberger Chaussee | 1992 | Historischer Name für die außerhalb der Stadtgrenzen liegenden Abschnitte, die 1992 in die Landsberger Allee integriert wurden. |