Petersburger Straße: Verlauf, Lage und Anbindung
Vom Frankfurter Tor zur Landsberger Allee: Verlauf, Namensherkunft und Bersarinstraße-Jahre der Petersburger Straße, dazu der laufende Umbau mit neuen Radwegen und 136 Bäumen.

Inhalt (7 Abschnitte)
Die Petersburger Straße ist eine Hauptverkehrsstraße in Friedrichshain und Teil der Bundesstraße 96a. Die Straße verbindet die Kreuzung Landsberger Allee und Danziger Straße mit dem Frankfurter Tor. Benannt ist die Straße seit 1874 nach Sankt Petersburg, von 1947 bis 1991 hieß sie Bersarinstraße. Der Nordabschnitt wird bis 2027 umgebaut.
Die Petersburger Straße ist keine Flaniermeile, sondern eine Straße, über die man meistens hinwegfährt: vier Fahrspuren, die Tram in der Mitte, auf halber Strecke der Kreisverkehr am Bersarinplatz. Gerade deshalb lohnt der zweite Blick. Der Name erzählt von der Eisenbahn nach Russland, der Nachkriegsname von der Befreiung Berlins, und seit September 2024 wird der nördliche Abschnitt komplett neu gebaut. Die Stammdaten stammen aus Kauperts Straßenführer, der Stand zum Umbau von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
Wo verläuft die Petersburger Straße?
Die Petersburger Straße beginnt im Norden an der Kreuzung von Landsberger Allee und Danziger Straße, deren Fortsetzung sie ist. Im Süden endet sie am Frankfurter Tor, wo Karl-Marx-Allee, Frankfurter Allee und Warschauer Straße zusammentreffen. Dazwischen umrundet sie den Bersarinplatz, an dem Rigaer Straße und Weidenweg einmünden.
Die Hausnummern laufen von 1 bis 99, gerade rechts, ungerade links. Querstraßen mit Ampel sind laut Senatsverwaltung Kochhannstraße, Straßmannstraße und Mühsamstraße, dazu kommen kleinere Einmündungen wie Matternstraße und Ebelingstraße.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Ortsteil und Bezirk | Friedrichshain, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg |
| Postleitzahlen | 10249 (Nr. 1–78), 10247 (Nr. 81–99) |
| Name seit | 1874, von 1947 bis 1991 Bersarinstraße |
| Straßenkategorie | Teil der Bundesstraße 96a, übergeordnetes Straßennetz |
| Tram | M10 (ganze Länge), 21 (Bersarinplatz bis Frankfurter Tor) |
| Umbauabschnitt | rund 880 Meter zwischen Bersarinplatz und Landsberger Allee |
Für den Verkehr ist die Straße wichtiger, als sie aussieht. Die Senatsverwaltung beschreibt sie als Teil des übergeordneten Straßennetzes mit maßgeblicher Verbindungsfunktion: Die Straße nimmt Nord-Süd-Durchgangsverkehr auf und verbindet Prenzlauer Berg mit Friedrichshain. Weil in den Häusern viele Läden und Betriebe sitzen, ist zugleich viel Liefer- und Anliegerverkehr unterwegs.
Warum heißt die Straße nach Sankt Petersburg?
Bevor sie einen Namen bekam, war die Straße im Bebauungsplan als «Straße Nr. 6, Abt. XIII/2» verzeichnet. Laut Kauperts bildete sie schon ab 1822 einen Teil der sogenannten Communication, eines Verbindungswegs zwischen den Ausfallstraßen vor der Stadt. 1874 erhielt sie den Namen Petersburger Straße.
Der Anlass war die Eisenbahn. Kauperts verbindet die Benennung mit dem Anschluss Berlins an die Ostbahn 1867, die eine direkte Bahnverbindung ins Baltikum brachte. Sankt Petersburg war damals Hauptstadt des Russischen Reiches, das blieb es bis 1918. Eine politische Deutung, etwa über das Dreikaiserabkommen, findet sich in den geprüften Quellen nicht.
Warum hieß die Petersburger Straße Bersarinstraße?
1947 wurde die Straße nach Nikolai Erastowitsch Bersarin umbenannt, gleichzeitig wurde aus dem Baltenplatz der Bersarinplatz. Bersarin, 1904 in Sankt Petersburg geboren, führte die 5. Stoßarmee, die am 21. April 1945 als erster sowjetischer Verband die Berliner Stadtgrenze erreichte. Am 24. April 1945 wurde er erster Stadtkommandant Berlins.
Seine Amtszeit dauerte knapp zwei Monate. Laut Abgeordnetenhaus Berlin organisierte er Lebensmittelversorgung und Reparaturen und erließ schriftliche Befehle gegen Übergriffe sowjetischer Soldaten. Am 16. Juni 1945 starb er bei einem Motorradunfall in Lichtenberg. Ost-Berlin machte ihn 1975 zum Ehrenbürger, 1992 wurde er von der Liste gestrichen, seit dem 11. Februar 2003 steht er wieder darauf.
Die Straße heißt seit dem wieder Petersburger Straße. Der Bersarinplatz blieb, wie er war.
Was ändert sich beim Umbau der Petersburger Straße?
Seit dem wird die Petersburger Straße zwischen Landsberger Allee und Bersarinplatz grundhaft erneuert, auf rund 880 Metern. Laut Pressemitteilung der Senatsverwaltung ist danach Folgendes vorgesehen:
- zwei Fahrstreifen je Richtung, jeweils 3,25 Meter breit, dazu Parkstreifen in Längsaufstellung
- neue Radwege von 2,50 Metern Breite auf beiden Seiten, durch einen 2,50 Meter breiten Grünstreifen vom Gehweg getrennt
- 123 neue Bäume in den Seitenräumen und 13 im Mittelstreifen, dessen Bestandsbäume erhalten bleiben
- 16 Sitzbänke, 120 Fahrradbügel, neue Beleuchtung und neue Ampeln an Kochhannstraße, Straßmannstraße, Mühsamstraße und am Bersarinplatz
- zusätzliche Querungshilfen an den Tramhaltestellen in Mittellage
Die Kosten für Straßenbau, Bäume, Ausstattung, Beleuchtung und Ampeln liegen bei rund 15 Millionen Euro, dazu kommen die Arbeiten der Leitungsbetriebe. Gebaut wird in drei Phasen, zuerst die Ostseite, dann die Westseite. Solange rollt der Autoverkehr auf einer Fahrbahn mit je einer Spur pro Richtung, Parkplätze gibt es im Baufeld nicht.
Der Zeitplan hat gelitten. Auf der Projektseite nennt die Senatsverwaltung zwei Gründe: Leitungen, die unbekannt oder schlecht dokumentiert waren, und eine Füchsin, die Anfang 2026 mit ihren Jungen in eine Baugrube an der Landsberger Allee einzog. Das bedeutete acht Wochen Stillstand in diesem Baufeld. Die erste Bauphase soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein, das Gesamtprojekt im dritten Quartal 2027. Am Bersarinplatz ist der südliche Zugang zur Tramhaltestelle gesperrt, ersatzweise gibt es eine Ampelquerung am nördlichen Haltestellenende.
Wie ist die Petersburger Straße an Bus und Bahn angebunden?
Die Straßenbahn fährt in Mittellage. Die M10 zwischen U Turmstraße und S+U Warschauer Straße hält laut BVG an den Haltestellen Straßmannstraße, Bersarinplatz und U Frankfurter Tor und blieb auch während der Bauarbeiten in Betrieb. Ab Bersarinplatz Richtung Süden fährt zusätzlich die Linie 21 zwischen S+U Lichtenberg und S Schöneweide.
Am Frankfurter Tor steigst du in die U5 zwischen Hönow und Hauptbahnhof um, nachts fährt dort der Bus N5. Das Frankfurter Tor selbst mit seinen beiden Kuppeltürmen entstand laut Denkmaldatenbank von 1955 bis 1960 nach Entwürfen des Kollektivs Hermann Henselmann. Am nördlichen Ende ist der S-Bahnhof Landsberger Allee an der Ringbahn nicht weit. Aktuelle Sperrungen meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.
Häufige Fragen zur Petersburger Straße
In welchem Bezirk liegt die Petersburger Straße?
Die Petersburger Straße liegt komplett im Ortsteil Friedrichshain und damit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Zuständig ist der Polizeiabschnitt A 51.
Welche Postleitzahlen hat die Petersburger Straße?
Zwei: Die Hausnummern 1 bis 78 haben die Postleitzahl 10249, die Hausnummern 81 bis 99 am südlichen Ende die 10247.
Wie hieß die Petersburger Straße in der DDR?
Bersarinstraße. Die Straße wurde 1947 nach Nikolai Bersarin benannt, dem ersten sowjetischen Stadtkommandanten Berlins. Seit dem 1. Dezember 1991 heißt sie wieder Petersburger Straße, der Bersarinplatz behielt seinen Namen.
Wann ist der Umbau der Petersburger Straße fertig?
Geplant ist die Fertigstellung im dritten Quartal 2027. Die Senatsverwaltung meldet Verzögerungen durch schlecht dokumentierte Leitungen und eine achtwöchige Baupause wegen einer Füchsin mit Jungen. Die erste Bauphase soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Welche Straßenbahn fährt durch die Petersburger Straße?
Die M10 zwischen U Turmstraße und S+U Warschauer Straße befährt die gesamte Straße. Zwischen Bersarinplatz und Frankfurter Tor kommt die Linie 21 dazu. Am Frankfurter Tor besteht Anschluss an die U5.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Petersburger Straße (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts Straßenführer: Bersarinplatz (abgerufen am 29.09.2026)
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: Erneuerung der Petersburger Straße zwischen Bersarinplatz und Landsberger Allee, Stand 12.06.2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: Grundhafte Erneuerung der Petersburger Straße, 05.09.2024 (abgerufen am 29.09.2026)
- Abgeordnetenhaus Berlin: Ehrenbürger Nikolai Erastowitsch Bersarin (abgerufen am 29.09.2026)
- Deutsches Historisches Museum, LeMO: Nikolai Bersarin (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Frankfurter Tor (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG-Haltestellenübersicht: Straßmannstraße, Bersarinplatz, U Frankfurter Tor (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Sankt Petersburg
Ort / Geografie - Benennung
- 1874
- Hintergrund
- Sankt Petersburg war von 1712 bis 1728 und von 1732 bis 1918 Hauptstadt des Russischen Reiches. Die Benennung hängt laut Kauperts mit dem Anschluss Berlins an die Ostbahn 1867 zusammen.
Frühere Namen
| Alter Name | Zeitraum | Grund |
|---|---|---|
| Bersarinstraße | 1975–1991 | Politisch motivierte Benennung zu Ehren des ersten sowjetischen Stadtkommandanten Berlins, Nikolai Bersarin. Die Rückbenennung erfolgte im Zuge der Aufarbeitung der DDR-Geschichte. |