Zum Inhalt springen
Berlin 13 °C, bedeckt E10 ab 2,089 € BVG-Störungen Märkte heute Parkzonen Finder & Rechner

Frankfurter Allee

Vom Frankfurter Tor bis Alt-Friedrichsfelde: Verlauf, Postleitzahlen, die Zeit als Stalinallee, Baudenkmale, die frühere Stasi-Zentrale und Berlins meistbefahrene Stadtstraße.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Frankfurter Allee?
  2. Wie alt ist die Frankfurter Allee?
  3. Warum hieß die Frankfurter Allee Stalinallee?
  4. Was steht an der Frankfurter Allee unter Denkmalschutz?
  5. Wo lag die Stasi-Zentrale?
  6. Wie viel Verkehr hat die Frankfurter Allee?
  7. Häufige Fragen zur Frankfurter Allee
  8. Quellen

Die Frankfurter Allee führt vom Frankfurter Tor nach Osten bis Alt-Friedrichsfelde und verbindet Friedrichshain mit Lichtenberg. Sie ist Teil der Bundesstraßen B1 und B5 und die Verlängerung der Karl-Marx-Allee. Ihren Namen trägt sie seit dem 20. September 1872, von 1949 bis 1961 hieß sie Stalinallee.

Die Allee ist Berlins Ausfallstraße nach Osten, und auf keiner anderen Stadtstraße zählt die Verkehrsverwaltung mehr Autos. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts reichen die Hausnummern von 1 bis 285, die Straße verteilt sich auf die Postleitzahlen 10247, 10365 und 10317 und auf zwei Bezirke. Am Westende stehen die Turmhäuser des Frankfurter Tors und der letzte Bauabschnitt der Stalinallee, an der Ringbahn das Ring-Center, weiter östlich das Gelände der früheren Stasi-Zentrale. Hier erfährst du, wie die Straße entstand, was unter Denkmalschutz steht und wie du hinkommst.

  • Verlauf: Frankfurter Tor bis Alt-Friedrichsfelde/Rosenfelder Straße
  • Ortsteile: Friedrichshain, Lichtenberg, Rummelsburg; Bezirksgrenze an der Ringbahn
  • Angelegt 1708 als Heerweg, heutiger Name seit 20. September 1872
  • Stalinallee vom 21. Dezember 1949 bis 12. November 1961
  • U5 unter der Straße seit 21. Dezember 1930

Wo verläuft die Frankfurter Allee?

Die Allee beginnt am Frankfurter Tor, der Kreuzung mit Karl-Marx-Allee, Petersburger Straße und Warschauer Straße. Von dort läuft sie geradeaus nach Osten. Am gleichnamigen Bahnhof unterquert sie die Ringbahn; dort liegt nach Angaben von berlin.de auch die Grenze zwischen Friedrichshain und Lichtenberg. Auf Lichtenberger Seite trifft die Möllendorffstraße auf die Allee. Kauperts lässt die Allee an der Einmündung von Alt-Friedrichsfelde und Rosenfelder Straße enden.

Weil die Straße zwei Bezirke quert, wechseln unterwegs Postleitzahl und Zuständigkeiten.

Frankfurter Allee: Postleitzahlen und Zuständigkeiten nach Hausnummern (Quelle: Kauperts, Stand 29.09.2026)
Hausnummern Postleitzahl Bezirk Finanzamt Polizeiabschnitt
1–111 10247 (Friedrichshain) Friedrichshain-Kreuzberg Friedrichshain-Kreuzberg A 51
113–255 10365 (Lichtenberg) Lichtenberg Lichtenberg A 34
263–286 10317 (Rummelsburg) Lichtenberg Lichtenberg A 34

Die Wirtschaftsförderung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg sitzt selbst an der Allee, in der Frankfurter Allee 35/37. Den Friedrichshainer Abschnitt zwischen Frankfurter Tor und Ring-Center beschreibt das Bezirksamt als Einkaufsstraße mit rund 160 Läden und etwa 100 Ärzten, Anwälten, Steuerberatern und anderen Dienstleistern.

Wie alt ist die Frankfurter Allee?

Die Straße ist einer der ältesten Verkehrswege Berlins. Laut Kauperts ließ Markgraf Albrecht Friedrich von Schwedt die Straße 1708 als Heerweg anlegen; sie führte in Richtung Frankfurt an der Oder, der kreisfreien Stadt in Brandenburg, nach der sie heute heißt. Um 1800 hieß sie Frankfurter Chaussee.

Den Namen Frankfurter Allee bekam die Straße abschnittsweise. Eine Kabinettsorder benannte im September 1872 zuerst das Stück zwischen dem alten Frankfurter Tor und der damaligen Stadtgrenze um, das etwa zwischen den heutigen U-Bahnhöfen Weberwiese und Frankfurter Tor lag und damit heute zur Karl-Marx-Allee gehört. Der Abschnitt zwischen heutigem Frankfurter Tor und Ringbahn folgte ab 1881, der Lichtenberger Teil zwischen Ringbahn und Friedrichsfelde erst ab 1916.

Warum hieß die Frankfurter Allee Stalinallee?

Am 21. Dezember 1949 wurde die Straße nach Kauperts in Stalinallee umbenannt, zum 70. Geburtstag des sowjetischen Diktators. Den neuen Namen trug sie zusammen mit dem westlich anschließenden Straßenzug, der heutigen Karl-Marx-Allee. In den 1950er-Jahren entstanden an der Stalinallee die Wohnpaläste, mit denen die DDR ihren Wiederaufbau vorführen wollte. Am 13. November 1961 erhielt die Straße ihren alten Namen zurück; der westliche Teil wurde zur Karl-Marx-Allee. Seitdem ist das Frankfurter Tor die Grenze zwischen beiden Straßen.

Auf den Baustellen der Stalinallee begann auch der Aufstand vom Juni 1953. Nach der Bundeszentrale für politische Bildung formierte sich dort am 16. Juni 1953 um 10.25 Uhr ein Demonstrationszug von etwa 700 Bauarbeitern gegen die erhöhten Arbeitsnormen; am Tag darauf streikten in Ost-Berlin mehrere zehntausend Menschen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zum Gedenken an den 17. Juni 1953.

Was steht an der Frankfurter Allee unter Denkmalschutz?

Der Westteil der Allee gehört zum Ensemble der früheren Stalinallee. Das Frankfurter Tor mit den Häusern Frankfurter Tor 1 bis 9 entstand nach der Denkmaldatenbank zwischen 1955 und 1960 nach Entwürfen des Kollektivs um Hermann Henselmann. Die Kuppeln der beiden Turmhochhäuser sind den Gontard-Türmen am Gendarmenmarkt nachempfunden und markieren den Übergang von der Frankfurter Allee in die Karl-Marx-Allee.

Östlich davon folgt der Abschnitt G, die Häuser Frankfurter Allee 1 bis 27 und 2 bis 26. Den Entwurf lieferte das Kollektiv um Hanns Hopp 1952, fertig wurde der Abschnitt bis 1956. Laut Denkmaldatenbank versuchte man hier, mit Stahlbetonfertigteilen Kosten zu sparen, ohne das handwerklich wirkende Erscheinungsbild aufzugeben. Zum Denkmal gehört auch eine Säule für Lichtreklame von 1956 an der Ecke Proskauer Straße.

Ausgewählte Baudenkmale an der Allee (Quelle: Denkmaldatenbank Berlin)
Objekt Lage Datierung Entwurf
Platz Frankfurter Tor Frankfurter Tor 1–9 1955–1960 Kollektiv Hermann Henselmann
Stalinallee, Abschnitt G Frankfurter Allee 1–27 und 2–26 1952–1956 Kollektiv Hanns Hopp
Wohn- und Geschäftshaus Frankfurter Allee 40 1906–1907 Hans Liepe
Fischerbrunnen Ecke Möllendorffstraße um 1930 Hans Latt

Älter ist das Wohn- und Geschäftshaus Frankfurter Allee 40. Hans Liepe entwarf es 1906 für den Maurermeister Oskar Garbe, der selbst eine Neun-Zimmer-Wohnung in der Beletage bezog. Nach der Denkmaldatenbank entstanden um 1907 mehrere Bauten dieses Stils an der Allee, erhalten hat sich nur dieses Haus. An der Ecke Möllendorffstraße steht der Fischerbrunnen des Bildhauers Hans Latt aus der Zeit um 1930.

Wo lag die Stasi-Zentrale?

Das Gelände der früheren Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit liegt an der Allee in Lichtenberg. Nach Angaben des Bundesarchivs bezog die Stasi 1950 ein Gebäude an der Normannenstraße und dehnte sich danach Straßenzug um Straßenzug aus. Im Oktober 1989 umfasste das von Rusche-, Normannen- und Magdalenenstraße sowie der Frankfurter Allee begrenzte Gebiet 29 Objekte mit 41 Einzelgebäuden, dort arbeiteten etwa 5.000 bis 7.000 Menschen für die Stasi.

Heute ist das Areal als «Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie» ein Ort der Aufarbeitung. Das Bundesarchiv zeigt im früheren Dienstsitz von Minister Erich Mielke, dem Haus 1, das Stasimuseum; Besucheradresse ist die Ruschestraße 103. Weitere Orte findest du im Überblick über DDR-Museen in Berlin.

Wie viel Verkehr hat die Frankfurter Allee?

Ein Abschnitt der Frankfurter Allee ist die meistbefahrene Stadtstraße Berlins. Die Berliner Zeitung berichtete am 13. August 2026 unter Berufung auf eine Antwort der Verkehrsverwaltung, dass auf dem Abschnitt zwischen Buchberger und Atzpodienstraße in Lichtenberg an einem durchschnittlichen Werktag 65.239 Kraftfahrzeuge unterwegs sind. Die Zahl stammt aus dem Jahr 2023; Autobahnen waren nicht Teil der Liste.

Unter der Fahrbahn fährt die U5. Die Strecke vom Alexanderplatz nach Friedrichsfelde ging laut Berliner Untergrundbahn am 21. Dezember 1930 in Betrieb, damals als Linie E. An der Allee liegen die Bahnhöfe Frankfurter Tor, Samariterstraße, Frankfurter Allee, Magdalenenstraße und Lichtenberg. Samariterstraße gilt als letzter weitgehend authentischer Bahnhof des Eröffnungsjahres und steht unter Denkmalschutz. Der Bahnhof Frankfurter Tor hält dagegen den Berliner Umbenennungsrekord: Er wurde nach der Chronik der Strecke 1930 als Petersburger Straße eröffnet, hieß danach unter anderem Bersarinstraße, Frankfurter Tor, Rathaus Friedrichshain und noch einmal Petersburger Straße und trägt seinen heutigen Namen seit 1998.

Zum Umsteigen: Am Bahnhof Frankfurter Allee erreichst du die Ringbahn, in Lichtenberg die S5, S7 und S75 und die Regionalbahn. Straßenbahnen kreuzen die Allee, fahren aber nicht auf ihr; Kauperts nennt die Linien M10, M13, 16, 21 und 37. Direkt am Ringbahnhof steht das Ring-Center, das nach berlin.de in drei Gebäuden mehr als 100 Geschäfte auf rund 45.000 Quadratmetern hat.

Häufige Fragen zur Frankfurter Allee

Wo beginnt und wo endet die Frankfurter Allee?

Die Allee beginnt am Frankfurter Tor, wo Karl-Marx-Allee, Petersburger Straße und Warschauer Straße zusammentreffen. Sie führt geradeaus nach Osten durch Friedrichshain und Lichtenberg und endet laut Kauperts an der Einmündung von Alt-Friedrichsfelde und Rosenfelder Straße. Die Grenze zwischen den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg liegt an der Ringbahn beim Bahnhof Frankfurter Allee.

Welche Postleitzahl hat die Frankfurter Allee?

Die Straße hat drei Postleitzahlen. Nach Kauperts gilt für die Hausnummern 1 bis 111 die 10247 (Friedrichshain), für 113 bis 255 die 10365 (Lichtenberg) und für 263 bis 286 die 10317 (Rummelsburg).

Warum hieß die Frankfurter Allee früher Stalinallee?

Die DDR benannte die Straße im Dezember 1949 zum 70. Geburtstag Josef Stalins um. Kauperts führt den Namen Stalinallee für diese Straße vom 21. Dezember 1949 bis zum 12. November 1961. Im Zuge der Entstalinisierung erhielt die Straße am 13. November 1961 ihren alten Namen zurück, der westliche Teil bis zum Frankfurter Tor wurde zur Karl-Marx-Allee.

Welche U-Bahnhöfe liegen an der Frankfurter Allee?

Unter der Allee fährt die U5. An der Straße liegen die Bahnhöfe Frankfurter Tor, Samariterstraße, Frankfurter Allee, Magdalenenstraße und Lichtenberg. Am Bahnhof Frankfurter Allee steigst du zur Ringbahn um, in Lichtenberg zu den S-Bahnlinien S5, S7 und S75 sowie zur Regionalbahn. Die Strecke unter der Allee ist seit dem 21. Dezember 1930 in Betrieb.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Frankfurt (Oder)
Ort / Geografie
Benennung
1872-09-20
Hintergrund
Frankfurt (Oder) ist eine kreisfreie Stadt in Brandenburg an der Oder. Die Straße ist der alte Heerweg in diese Richtung, den Markgraf Albrecht Friedrich von Schwedt laut Kauperts 1708 anlegen ließ.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Stalinallee 1949–1961 Benannt nach dem sowjetischen Diktator Josef Stalin als ideologisches Vorzeigeprojekt der DDR. Die Umbenennung erfolgte im Rahmen der Entstalinisierung.

Quellen

  1. Frankfurter Allee im Berliner Strassennamenlexikon des Kaupert Verlags · Web
  2. Artikel zur Frankfurter Allee in der deutschsprachigen Wikipedia · Web
  3. Ensemble Frankfurter Allee in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamtes Berlin · Web
  4. Geschichte von Friedrichshain auf der Webseite des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg · Web