Zum Inhalt springen
Berlin 13 °C, bedeckt E10 ab 2,079 € BVG-Störungen Märkte heute Parkzonen Finder & Rechner

Oranienstrasse

Die Oranienstraße in Kreuzberg: wo sie verläuft, welche Postleitzahl für welche Hausnummer gilt, warum sie nach dem Fürstentum Oranien heißt und was SO36, Oranienplatz und Rio-Reiser-Platz ausmacht.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Oranienstraße?
  2. Nach wem ist die Oranienstraße benannt?
  3. Wie entstand die Oranienstraße in der Luisenstadt?
  4. Welche Orte an der Oranienstraße sind bekannt?
  5. Was geschah am 1. Mai 1987 rund um die Oranienstraße?
  6. Wie kommst du zur Oranienstraße?
  7. Häufige Fragen zur Oranienstraße
  8. Quellen

Die Oranienstraße liegt vollständig im Ortsteil Kreuzberg und führt von der Skalitzer Straße am Görlitzer Bahnhof über Oranienplatz und Moritzplatz bis zur Lindenstraße. Die Straße hat die Hausnummern 1 bis 205 und drei Postleitzahlen: 10969, 10997 und 10999. Den Namen trägt die Straße seit dem 24. März 1849, benannt nach dem Fürstentum Oranien.

Die Oranienstraße ist die Straße, an die viele denken, wenn von Kreuzberg die Rede ist: SO36, Rio-Reiser-Platz, Oranienplatz, der 1. Mai. Entstanden ist sie in zwei Etappen, und ihr Name hat nichts mit Orangen zu tun – auch wenn sie früher tatsächlich Orangenstraße hieß. Hier erfährst du, wo die Straße genau verläuft, nach wem sie benannt ist, welche Orte an ihr liegen und wie du hinkommst.

Wo verläuft die Oranienstraße?

Die Oranienstraße beginnt laut Kauperts Straßenführer im Osten an der Kreuzung von Skalitzer Straße, Wiener Straße und Manteuffelstraße. Die Straße endet im Westen an der Lindenstraße, wo Kochstraße und Axel-Springer-Straße anschließen. Unterwegs kreuzt sie den früheren Heinrichplatz, heute Rio-Reiser-Platz, den Oranienplatz und den Moritzplatz.

Die Hausnummern laufen im Hufeisen, auf der einen Seite von 1 bis 96, auf der anderen von 99 bis 205 zurück. Die ganze Straße gehört zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Zuständig sind durchgehend das Amtsgericht Kreuzberg, das Finanzamt und das Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Polizeiabschnitt A 53. Nur die Postleitzahl wechselt:

Postleitzahlen der Oranienstraße nach Hausnummer, Stand: Kauperts, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummern PLZ
1–11 10997
12–40 und 165–205 10999
42–164 10969

Nach wem ist die Oranienstraße benannt?

Die Oranienstraße ist nach dem Fürstentum Oranien benannt, französisch Orange, einem früheren Kleinstaat mit der Hauptstadt Orange im heutigen Département Vaucluse in Südfrankreich. Kauperts erklärt die Verbindung nach Preußen: 1530 kam Oranien an René von Nassau-Chalon, der 1544 seinen Vetter Wilhelm I. von Nassau-Dillenburg, den späteren Statthalter der Niederlande, als Erben einsetzte. 1702 übertrug Wilhelm III., König von England und Statthalter der Niederlande, das Fürstentum an Friedrich I. von Preußen – den Sohn der Kurfürstin Luise Henriette, Prinzessin von Oranien. Lange blieb es nicht preußisch: Mit dem Frieden von Utrecht ging Oranien 1713 an Frankreich.

Den Namen gab es in Berlin schon früher, in anderer Form. Um 1740 hieß ein Teil der heutigen Straße Orangenstraße, ab 1843 kam die Neue Orangenstraße hinzu. Am 24. März 1849 wurden beide zur Oranienstraße zusammengefasst.

Wie entstand die Oranienstraße in der Luisenstadt?

Die Oranienstraße führt durch die frühere Luisenstadt, deren Bebauung auf dem Köpenicker Feld Peter Joseph Lenné plante. Die Denkmaldatenbank Berlin zeigt am Haus Oranienplatz 5, wie Lenné dabei Vorhandenes einbezog: Das Wohnhaus stand schon 1829, und die westliche Kante des Oranienplatzes richtet sich bis heute nach ihm. 1888 baute die Actiengesellschaft Admiralsgartenbad dort eine Badeanstalt mit Duschen, Wannenbädern und russisch-römischem Bad, weil laut Denkmaldatenbank die wenigsten Wohnungen in der Luisenstadt ein eigenes Bad hatten.

Am Oranienplatz kreuzte die Straße den Luisenstädtischen Kanal, den Lenné als Schifffahrtsweg zwischen Spree und Landwehrkanal plante und der von 1848 bis 1852 gebaut wurde. Weil er wirtschaftlich kaum gebraucht wurde, entstand ab 1926 auf dem zugeschütteten Kanal ein Grünzug. Nach Kriegsschäden und Mauerbau wurde er ab 1982 wiederhergestellt und steht heute als Gartendenkmal unter Schutz.

Welche Orte an der Oranienstraße sind bekannt?

Der bekannteste Ort an der Oranienstraße ist der Club SO36 in der Hausnummer 190. Er eröffnete laut Tagesspiegel offiziell im August 1978 mit dem «Mauerbaufestival». Martin Kippenberger wollte dort zuerst Punk und Avantgarde-Kunst zusammenbringen, gab das aber bald auf. Seit 1990 betreibt ein Verein mit Kollektiv den Club, der sich selbst als links, antirassistisch, antisexistisch und antihomophob beschreibt. Gespielt haben dort unter anderem Die Ärzte, Die Toten Hosen, die Dead Kennedys und die Einstürzenden Neubauten.

Ebenfalls an der Oranienstraße liegt der frühere Heinrichplatz. Am 21. August 2022 wurde er nach Angaben des Bezirksamts offiziell in Rio-Reiser-Platz umbenannt, nach dem Sänger von Ton Steine Scherben, der eng mit Kreuzberg verbunden war.

Am Oranienplatz schlugen am 6. Oktober 2012 rund 70 Geflüchtete und 100 Unterstützer nach einem 600 Kilometer langen Marsch aus Süddeutschland ein Protestcamp auf. Die taz beschreibt es als Zentrum des deutschen Flüchtlingsprotests. Es endete am 8. April 2014 mit dem «Einigungspapier Oranienplatz».

Was geschah am 1. Mai 1987 rund um die Oranienstraße?

Am 1. Mai 1987 eskalierte ein Straßenfest am Lausitzer Platz zu schweren Krawallen. Laut Tagesspiegel errichteten Randalierer am Heinrichplatz an der Oranienstraße Barrikaden, gegenüber dem Görlitzer Bahnhof brannte ein Bolle-Supermarkt aus, 36 Geschäfte wurden geplündert. Die Bilanz: mehr als 400 Verletzte und 53 Festnahmen. Wo die Demonstrationen zum 1. Mai in diesem Jahr entlangzogen, steht in unserem Überblick zu den 1.-Mai-Routen 2026.

Wie kommst du zur Oranienstraße?

Die Oranienstraße erreichst du am einfachsten mit der U-Bahn. Am östlichen Ende hält die U1 und die U3 am Görlitzer Bahnhof, am westlichen Teil die U8 am Moritzplatz. Kauperts nennt außerdem den barrierefreien Bahnhof Kottbusser Tor mit U1, U3 und U8, der nicht direkt an der Oranienstraße liegt, sondern ein kurzes Stück südlich über die Adalbertstraße. Als Buslinien führt Kauperts M29, 140, 248 und 265 auf.

Häufige Fragen zur Oranienstraße

Wo beginnt und endet die Oranienstraße?

Die Oranienstraße beginnt an der Kreuzung von Skalitzer Straße, Wiener Straße und Manteuffelstraße nahe dem U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof. Die Straße endet im Westen an der Lindenstraße, wo Kochstraße und Axel-Springer-Straße anschließen. Die ganze Straße liegt im Ortsteil Kreuzberg im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und hat die Hausnummern 1 bis 205.

Nach wem ist die Oranienstraße benannt?

Die Oranienstraße ist nach dem Fürstentum Oranien benannt, französisch Orange, mit der Hauptstadt Orange im heutigen Département Vaucluse. Preußen erhielt das Fürstentum 1702 und verlor es 1713 im Frieden von Utrecht an Frankreich. Die Verbindung lief über Luise Henriette, Prinzessin von Oranien und Mutter des ersten preußischen Königs Friedrich I.

Welche Postleitzahl hat die Oranienstraße?

Die Oranienstraße hat drei Postleitzahlen. Die Hausnummern 1 bis 11 gehören zu 10997, die Nummern 12 bis 40 und 165 bis 205 zu 10999, die Nummern 42 bis 164 zu 10969. Maßgeblich ist also immer die genaue Hausnummer, nicht nur der Straßenname.

Seit wann gibt es das SO36 in der Oranienstraße?

Das SO36 in der Oranienstraße 190 eröffnete offiziell im August 1978 mit dem «Mauerbaufestival». Anfangs wollte der Künstler Martin Kippenberger dort Punk und Avantgarde-Kunst verbinden. Seit 1990 betreibt ein Verein mit Kollektiv den Club. Auf der Bühne standen unter anderem Die Ärzte, Die Toten Hosen, die Dead Kennedys und die Einstürzenden Neubauten.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Haus Oranien-Nassau
Sonstiges / unklar
Benennung
1849-03-24
Hintergrund
Oranien (französisch Orange) war ein Fürstentum mit der Hauptstadt Orange im Département Vaucluse. Es kam 1702 an Friedrich I. von Preußen, Sohn der Kurfürstin Luise Henriette von Oranien, und ging 1713 mit dem Frieden von Utrecht an Frankreich.

Quellen

  1. Berliner Strassennamenlexikon (Kauperts) · Web
  2. Oranienstraße im Berliner Strassennamen-Lexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  3. Oranienstraße (Berlin) – Wikipedia · Web
  4. Kreuzberg SO 36 – Das rebellische Herz Berlins · Web
  5. Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg - Geschichte · Web
  6. Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin · Web
  7. Straßen- und Platznamen in Kreuzberg · Web