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Sonnenallee

Vom Hermannplatz bis Baumschulenweg: wie die Sonnenallee zu ihrem Namen kam, wo das kürzere Ende lag, welche Häuser unter Denkmalschutz stehen und wie du hinkommst.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Sonnenallee?
  2. Warum heißt die Sonnenallee Sonnenallee?
  3. Was war das kürzere Ende der Sonnenallee?
  4. Welche Baudenkmale stehen an der Sonnenallee?
  5. Warum wird die Sonnenallee «Arabische Straße» genannt?
  6. Wie kommst du zur Sonnenallee?
  7. Häufige Fragen zur Sonnenallee
  8. Quellen

Die Sonnenallee führt vom Hermannplatz durch Neukölln bis zur Baumschulenstraße in Baumschulenweg und trägt die Hausnummern 1 bis 416. Ihren Namen trägt sie seit dem 20. April 1920. Vorher hieß der Hauptteil Kaiser-Friedrich-Straße, von 1938 bis 1947 hieß die ganze Straße Braunauer Straße. Das kurze Ende lag bis 1989 hinter der Mauer in Ost-Berlin.

Die Sonnenallee kennen viele aus dem Kino, bevor sie je dort waren. Sie beginnt am Hermannplatz, wo auch die Hermannstraße ihren Anfang nimmt, an der Einmündung von Urbanstraße und Kottbusser Damm, und endet an der Baumschulenstraße und der Südostallee. So beschreibt es der Straßenführer von Kauperts. Dazwischen liegen Gründerzeithäuser, Genossenschaftsbauten der 1920er-Jahre, eine Großsiedlung der 1970er-Jahre und ein Stück Mauergeschichte. Hier erfährst du, wie die Straße zu ihrem Namen kam, wo das «kürzere Ende» lag und welche Häuser unter Denkmalschutz stehen.

Wo verläuft die Sonnenallee?

Die Sonnenallee verläuft in südöstlicher Richtung vom Hermannplatz bis zur Baumschulenstraße. Laut Kauperts führt sie durch die Ortsteile Neukölln und Baumschulenweg und hat die Hausnummern 1 bis 416. Rechts liegen die geraden, links die ungeraden Nummern. Der weitaus größte Teil gehört zum Bezirk Neukölln, nur das südöstliche Ende liegt in Treptow-Köpenick.

Unterwegs kreuzt die Straße die Ringbahn am S-Bahnhof Sonnenallee und kurz danach den Neuköllner Schifffahrtskanal. An der Ecke Ziegrastraße, gegenüber dem Hotel Estrel, führt seit 2010 eine große Treppenanlage zum Kanalufer hinunter; laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kostete sie 900.000 Euro aus dem Programm Stadtumbau West. Weiter östlich liegen der S-Bahnhof Köllnische Heide und der Von-der-Schulenburg-Park.

Postleitzahlen der Sonnenallee nach Hausnummern, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummern Postleitzahl Ortsteil
1–33 12047 Neukölln
34–124 12045 Neukölln
125–224 12059 Neukölln
225–334 12057 Neukölln
372–416 12437 Baumschulenweg

Warum heißt die Sonnenallee Sonnenallee?

Die Sonnenallee ist nach der Sonne benannt, dem Zentralgestirn unseres Sonnensystems – eine weitergehende Begründung nennt Kauperts nicht. Den Namen gibt es seit dem . Damals wurde der Abschnitt der Kaiser-Friedrich-Straße zwischen Kottbusser Damm und Ziegrastraße umbenannt. Deutungen, die den Namen mit der Ausrichtung der Straße erklären, sind nicht belegt.

Die Namensgeschichte ist verwickelter als bei den meisten Berliner Straßen. Am 16. August 1928 bekam auch die östliche Verlängerung in Baumschulenweg, bis dahin Straße 85, den Namen Sonnenallee. Zehn Jahre später benannten die Nationalsozialisten die gesamte Trasse um: Ab dem 11. Mai 1938 hieß sie Braunauer Straße, nach Hitlers Geburtsort Braunau am Inn. Erst am bekam die Straße ihren Namen zurück.

Namen der Sonnenallee, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Zeitraum Name Abschnitt
um 1892–1920 Kaiser-Friedrich-Straße Kottbusser Damm bis Ziegrastraße
seit 20.04.1920 Sonnenallee zunächst der umbenannte Neuköllner Abschnitt
16.08.1928 Sonnenallee Verlängerung in Baumschulenweg (bis dahin Straße 85)
11.05.1938–31.07.1947 Braunauer Straße gesamte Trasse
seit 31.07.1947 Sonnenallee gesamte Trasse

Was war das kürzere Ende der Sonnenallee?

Das «kürzere Ende der Sonnenallee» ist das Stück der Straße, das zu Ost-Berlin gehörte und von 1961 bis 1989 hinter der Mauer lag. Es gehörte zum damaligen Stadtbezirk Treptow, der Rest der Straße zum West-Berliner Bezirk Neukölln. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick zitiert die Formulierung ausdrücklich nach Thomas Brussig.

Am Heidekampgraben lag der Grenzübergang Sonnenallee. Die Stiftung Berliner Mauer beschreibt ihn als vergleichsweise ruhige Übergangsstelle. Schlangen gab es fast nur zur Zeit der Passierscheinabkommen 1963/64 und zu Ostern 1972, als West-Berliner schon vor dem Inkrafttreten des Viermächteabkommens nach Ost-Berlin reisen durften. Heute markieren eine doppelte Pflastersteinreihe und eine Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer den Ort, nördlich der Straße auf Höhe des Heidekampgrabens. Eine zweite Tafel steht auf der Brücke über den Britzer Zweigkanal. Sie erinnert an Chris Gueffroy, der im Februar 1989 am südlichen Kanalufer von DDR-Grenzsoldaten erschossen wurde.

Bundesweit bekannt wurde das kurze Ende durch den Film «Sonnenallee». Regie führte Leander Haußmann, das Drehbuch schrieb er zusammen mit Thomas Brussig. Laut filmportal.de wurde vom 1. September bis zum 28. Oktober 1998 in Berlin gedreht, Kinostart war der 7. Oktober 1999. Die Handlung ist fiktiv und spielt in den 1970er-Jahren unter Jugendlichen auf der Ost-Seite.

Welche Baudenkmale stehen an der Sonnenallee?

Die Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts verzeichnet an der Sonnenallee mehr als ein Dutzend Einträge, von der Polizeiwache an der Wildenbruchstraße bis zur High-Deck-Siedlung. Viele davon entstanden vor dem Ersten Weltkrieg. Der Neuköllner Stadtbaurat Reinhold Kiehl entwarf gleich zwei davon: das Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Sonnenallee an der Saalestraße (1912–1913) und eine Bedürfnisanstalt an der Elbestraße (1909–1910). Die Tabelle zeigt eine Auswahl.

Auswahl der Baudenkmale an der Sonnenallee, Stand: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummer Bauwerk Datierung Entwurf
21–23 Mietshaus 1955 Helmut Ollk
70 Mietshaus 1903–1905 Hermann Serno
107 Polizeidienstgebäude, Ecke Wildenbruchstraße 1901–1902 Paul Kieschke, Oskar Launer
125–133 Wohnhausblock mit begrünten Innenhöfen 1905–1908 Patzrek und von Januszkiewicz
191–199 Wohnanlage mit Garage 1925–1938 Bruno Möhring, Hans Spitzner, Walter Kühling
223 Fabrik und Verwaltungsgebäude 1916 Otto Rehnig
260–262 Arbeitsamt Südost 1931–1932 Leo Lottermoser
291 S-Bahnhof Köllnische Heide mit Wohnhaus 1912–1920 Carl Cornelius, Heinrich Best
318–334 High-Deck-Siedlung (Teil) 1975–1984 Rainer Oefelein, Bernhard Freund, Horst Grünberg

Auch die Ernst-Abbe-Oberschule in der Nummer 79 und der Von-der-Schulenburg-Park, ein Gartendenkmal von 1919, stehen unter Schutz. Die High-Deck-Siedlung ist das jüngste Denkmal an der Straße: Die Siedlung entstand zwischen 1975 und 1984, laut Denkmaldatenbank für die Stadt und Land Wohnbauten GmbH und die Arbeitnehmer-Wohnungsbaugesellschaft.

Warum wird die Sonnenallee «Arabische Straße» genannt?

Die Sonnenallee gilt vielen als «Arabische Straße», weil sich hier seit Jahrzehnten Menschen aus dem Nahen Osten niedergelassen und Geschäfte eröffnet haben. Die taz beschrieb 2019, dass zunächst Libanesen und Palästinenser kamen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren vor dem libanesischen Bürgerkrieg geflohen waren und oft nur geduldet wurden. Später wurde die Straße vor allem unter syrischen Geflüchteten bekannt. Die taz nennt als typische Adressen Bäckereien, Imbisse, Brautmodengeschäfte und Shisha-Bars.

Das Hotel Estrel steht an der Sonnenallee 225, direkt am Neuköllner Schifffahrtskanal. Das Estrel bezeichnet sich selbst als Deutschlands größtes Hotel mit 1.125 Zimmern und Suiten. Daneben entsteht der 176 Meter hohe Estrel Tower, dessen Eröffnung der Betreiber für Ende 2026 ankündigt – mehr dazu im Artikel über den Estrel Tower.

Wie kommst du zur Sonnenallee?

Die Sonnenallee ist über U-Bahn, S-Bahn, Bus und seit 2025 auch über die Autobahn erreichbar. Am Hermannplatz halten die U7 und die U8, an der Ringbahn der S-Bahnhof Sonnenallee mit S41 und S42, weiter östlich der Bahnhof Köllnische Heide mit S45, S46 und S47. Kauperts listet außerdem zehn Buslinien, darunter M29, M41, 104 und 171.

Wichtigste Linie auf der Straße selbst ist der Metrobus M41. Laut BVG-Linienverlauf pendelt er zwischen der Haltestelle Sonnenallee/Baumschulenstraße und dem Hauptbahnhof. Für Autofahrer änderte sich viel am : An diesem Tag gab der Senat den 16. Bauabschnitt der A100 frei. Der 3,2 Kilometer lange Abschnitt zwischen Neukölln und Treptow hat eine eigene Anschlussstelle Sonnenallee, wie die Senatskanzlei mitteilte. Den Streit um die Autobahn fasst unser Artikel zur A100-Erweiterung zusammen.

Häufige Fragen zur Sonnenallee

Wie hieß die Sonnenallee früher?

Der Hauptteil der Sonnenallee hieß um 1892 bis 1920 Kaiser-Friedrich-Straße. Am 20. April 1920 wurde der Abschnitt zwischen Kottbusser Damm und Ziegrastraße in Sonnenallee umbenannt, 1928 folgte die Verlängerung in Baumschulenweg. Von 1938 bis 1947 trug die gesamte Straße den Namen Braunauer Straße, seit dem 31. Juli 1947 heißt sie wieder Sonnenallee.

Wo war der Grenzübergang Sonnenallee?

Der Grenzübergang Sonnenallee lag am südöstlichen Ende der Straße auf Höhe des Heidekampgrabens, an der Grenze zwischen Neukölln und Treptow. Heute markieren eine doppelte Pflastersteinreihe und eine Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer den Ort. Die Tafel steht nördlich der Sonnenallee und erinnert an den Andrang zu Ostern 1972.

Wurde der Film Sonnenallee in der Sonnenallee gedreht?

Der Film «Sonnenallee» von Leander Haußmann spielt am kurzen Ost-Berliner Ende der Straße in den 1970er-Jahren. Das Drehbuch schrieben Thomas Brussig und Haußmann, gedreht wurde laut filmportal.de vom 1. September bis 28. Oktober 1998 in Berlin, Kinostart war der 7. Oktober 1999. Belege für Dreharbeiten direkt in der echten Sonnenallee haben wir nicht gefunden.

Welche Postleitzahl hat die Sonnenallee?

Die Sonnenallee hat fünf Postleitzahlen, abhängig von der Hausnummer. Die Nummern 1 bis 33 liegen in 12047, 34 bis 124 in 12045, 125 bis 224 in 12059 und 225 bis 334 in 12057, alle im Ortsteil Neukölln. Die Nummern 372 bis 416 gehören zu 12437 im Ortsteil Baumschulenweg.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Sonne
Beschreibend
Benennung
1920-04-20
Hintergrund
Benannt nach der Sonne, dem Zentralgestirn unseres Sonnensystems. Vorher hieß der Hauptteil Kaiser-Friedrich-Straße, von 1938 bis 1947 trug die gesamte Straße den Namen Braunauer Straße.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Straße 84 1862–1893 Provisorische Bezeichnung im Bebauungsplan (Hobrecht-Plan) vor der offiziellen Benennung.

Drehorte & Filme

  • Sonnenallee (1999) · Regie: Leander Haussmann

    Der gesamte Film spielt am Ostberliner Ende der Sonnenallee in den 1970er Jahren.

Quellen

  1. Berliner Strassennamenlexikon (Kauperts) · Web
  2. Sonnenallee im Berliner Straßenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  3. Sonnenallee – Wikipedia · Web
  4. Bezirksamt Neukölln von Berlin: Zur Geschichte von Neukölln · Web
  5. Grenzübergang Sonnenallee · Web