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Mehringdamm: Verlauf, Lage und Anbindung

Vom Tempelhofer Ufer bis zum Platz der Luftbrücke: Verlauf, frühere Namen, Namensgeber Franz Mehring, U-Bahnhöfe, Baudenkmale und das Dragonerareal.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft der Mehringdamm?
  2. Warum heißt der Mehringdamm so?
  3. Welche U-Bahnhöfe liegen am Mehringdamm?
  4. Welche Baudenkmale stehen am Mehringdamm?
  5. Warum stehen am Mehringdamm so viele Leute Schlange?
  6. Was passiert auf dem Dragonerareal?
  7. Häufige Fragen zum Mehringdamm
  8. Quellen

Der Mehringdamm ist eine Nord-Süd-Straße in Berlin-Kreuzberg. Er führt vom Tempelhofer Ufer an der Wilhelmstraße nach Süden bis zum Platz der Luftbrücke und trägt seinen Namen seit dem 31. Juli 1947. Namensgeber ist der Publizist Franz Mehring. Von 1864 bis 1946 hieß die Straße Belle-Alliance-Straße.

Die Straße ist länger, als viele denken. Er beginnt nicht erst am Halleschen Tor, sondern schon am Landwehrkanal, und er endet nicht an der Yorckstraße, sondern am Platz der Luftbrücke vor dem früheren Flughafen Tempelhof. Die Hausnummern reichen laut Kauperts Straßenführer von 8 bis 129. Unterwegs liegen eine Kaserne aus den 1850er-Jahren, fünf historische Friedhöfe, ein Umsteigebahnhof zweier U-Bahn-Linien und die beiden Imbisse, vor denen Touristen Schlange stehen. Hier liest du, wie die Straße verläuft, wem sie ihren Namen verdankt und was sich gerade auf dem Dragonerareal tut.

Wo verläuft der Mehringdamm?

Der Mehringdamm verläuft in Nord-Süd-Richtung von der Kreuzung Wilhelmstraße/Tempelhofer Ufer bis zu der Stelle, an der Dudenstraße, Tempelhofer Damm und Columbiadamm am Platz der Luftbrücke zusammenlaufen. So beschreibt Kauperts den Verlauf. Die geraden Hausnummern liegen rechts, die ungeraden links.

Der Abschnitt nördlich der Obentrautstraße bis zum Tempelhofer Ufer gehört erst seit dem zur Straße. Der Damm liegt größtenteils im Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Kauperts führt am Südende zusätzlich den Ortsteil Tempelhof. Es gelten zwei Postleitzahlen: 10961 für die Nummern 8 bis 72, 10965 für die Nummern 73 bis 129.

Warum heißt der Mehringdamm so?

Der Mehringdamm ist nach Franz Mehring benannt, einem marxistischen Historiker und Publizisten, der 1916 die Spartakusgruppe und zum Jahreswechsel 1918/19 die KPD mitbegründete. Den Namen erhielt die Straße am . Vorher trug sie drei andere Namen:

Namen des Mehringdamms, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Name Zeitraum
Tempelhofer Straße 1837–1864
Belle-Alliance-Straße 1864–1946
Franz-Mehring-Straße 1946–1947
Mehringdamm seit 31. Juli 1947

Belle-Alliance war der preußische Name für die Schlacht bei Waterloo 1815. Mehring wurde am 27. Februar 1846 in Schlawe in Pommern geboren. Nach dem LeMO-Portal des Deutschen Historischen Museums arbeitete er zunächst für demokratische und liberale Blätter, las ab 1880 Marx und trat 1891 der SPD bei. Kauperts nennt als Stationen die Mitarbeit an «Die Neue Zeit» und die Chefredaktion der «Leipziger Volkszeitung» von 1902 bis 1907. Mehring starb im Januar 1919 in Berlin, wenige Tage nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Welche U-Bahnhöfe liegen am Mehringdamm?

An der Straße liegen drei U-Bahnhöfe: Hallesches Tor (U1, U3, U6) am Nordende, Mehringdamm (U6, U7) an der Kreuzung mit Yorckstraße und Gneisenaustraße und Platz der Luftbrücke (U6) im Süden. Dazu kommen laut Kauperts die Buslinien M19, M41, 140 und 248. Der Bahnhof Hallesches Tor ist nach Kauperts barrierefrei.

Der U-Bahnhof Mehringdamm ging am als Bahnhof Belle-Alliance-Straße an der Nord-Süd-Bahn in Betrieb, der heutigen U6. Zwischen 1964 und 1967 wurde er nach Angaben von Berliner Untergrundbahn von drei auf vier Gleise erweitert, damit sich die beiden Linien kreuzen konnten. Am eröffnete der Abschnitt Möckernbrücke–Mehringdamm der heutigen U7. Seitdem steigst du hier zwischen den Linien um, die heute U6 und U7 heißen.

Welche Baudenkmale stehen am Mehringdamm?

Das auffälligste Baudenkmal der Straße ist die Garde-Dragoner-Kaserne an der Nummer 20–28, Ecke Obentrautstraße. Die Denkmaldatenbank Berlin datiert den Bau auf 1850 bis 1854, die Pläne stammen von Ferdinand Fleischinger und Wilhelm Drewitz. Hier war das 1. Garde-Dragoner-Regiment mit rund 700 Pferden untergebracht. Das Hauptgebäude ist rund 200 Meter lang, dreigeschossig und hat eine Putzfassade, die florentinisches Palastmauerwerk nachahmt. Nach der Auflösung des Regiments 1919 zog 1923 das Finanzamt in den Hauptbau, die übrigen Gebäude nutzte das Gewerbe.

Ebenfalls an der Straße liegen die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor. berlin.de führt sie unter der Adresse Mehringdamm 22: fünf einzelne Kirchhöfe, angelegt im 18. Jahrhundert außerhalb der damaligen Stadtmauer. Begraben sind hier unter anderem E.T.A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso, Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Rahel Varnhagen von Ense und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Der Eintritt ist frei; im Mai bis August sind die Friedhöfe von 8 bis 20 Uhr geöffnet, im Dezember und Januar von 8 bis 16 Uhr. Einen Überblick über Berlins Friedhöfe gibt unser Beitrag Friedhöfe Berlin.

Warum stehen am Mehringdamm so viele Leute Schlange?

An der Straße liegen zwei der bekanntesten Imbisse Berlins, nur wenige Hausnummern voneinander entfernt. Curry 36 an der Hausnummer 36 verkauft nach eigenen Angaben seit 1980 Currywurst; der Name kommt von der Hausnummer. Der Stand hat täglich von 9 bis 5 Uhr früh geöffnet. Wenige Häuser weiter, am Mehringdamm 32 nahe dem Finanzamt, steht Mustafa’s Gemüse Kebap. Der Tagesspiegel schrieb schon im Dezember 2011, die Wartezeit könne dort 20 Minuten betragen.

Ob sich das Anstehen lohnt, ist Geschmackssache. Wer Alternativen sucht, findet sie in unserer Auswahl Bester Döner Berlin.

Was passiert auf dem Dragonerareal?

Das Dragonerareal ist das 4,7 Hektar große Gelände hinter dem Finanzamt, Teil des 13,6 Hektar großen Rathausblocks Kreuzberg. Es gehört dem Land Berlin. Das Wohnungsunternehmen WBM plant dort 452 Wohnungen, davon 249 gefördert, dazu 17 Gewerbeeinheiten auf 3.800 Quadratmetern. Baubeginn soll im Dezember 2027 sein, fertig sein will die WBM im Dezember 2029.

Der Weg dahin war holprig. Am hob das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Festlegung als Sanierungsgebiet auf, berichtete der Tagesspiegel; die Planung musste neu aufgesetzt werden. 2026 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg den Bebauungsplan 2-48. Laut entwicklungsstadt.de sollen die bestehenden Gewerbebetriebe bleiben, die Sanierung der alten Reithalle ist für 2029 vorgesehen.

Häufige Fragen zum Mehringdamm

Wie hieß der Mehringdamm früher?

Der Mehringdamm hieß von 1837 bis 1864 Tempelhofer Straße und von 1864 bis 1946 Belle-Alliance-Straße, benannt nach dem preußischen Namen für die Schlacht bei Waterloo. Nach Kriegsende hieß er kurz Franz-Mehring-Straße, seit dem 31. Juli 1947 trägt er seinen heutigen Namen. So verzeichnet es Kauperts Straßenführer. Auch der U-Bahnhof an der Gneisenaustraße hieß bei seiner Eröffnung 1924 noch Belle-Alliance-Straße.

Wer war Franz Mehring?

Franz Mehring (1846–1919) war Journalist, Historiker und Politiker. Geboren in Schlawe in Pommern, kam er über liberale Zeitungen zur Sozialdemokratie und trat 1891 der SPD bei. Er schrieb für die Parteizeitschrift «Die Neue Zeit», leitete von 1902 bis 1907 die «Leipziger Volkszeitung» und gehörte 1916 zu den Gründern der Spartakusgruppe sowie 1918/19 zu den Gründern der KPD. Er starb im Januar 1919 in Berlin.

Welche U-Bahn fährt am Mehringdamm?

An der Straße liegen drei U-Bahnhöfe. Am Nordende hält am Halleschen Tor die U1, U3 und U6, in der Mitte kreuzen sich am Bahnhof Mehringdamm die U6 und die U7, am Südende hält die U6 am Platz der Luftbrücke. Dazu fahren laut Kauperts die Busse M19, M41, 140 und 248. Der mittlere Bahnhof ist seit dem 28. Februar 1966 Umsteigebahnhof zwischen beiden Linien.

Was entsteht auf dem Dragonerareal am Mehringdamm?

Auf dem Dragonerareal hinter dem Finanzamt plant die landeseigene WBM nach eigenen Angaben 452 Wohnungen, davon 249 gefördert, dazu 17 Gewerbeeinheiten. Baubeginn soll im Dezember 2027 sein, die Fertigstellung im Dezember 2029. Das Gelände ist 4,7 Hektar groß und gehört dem Land Berlin. Den Bebauungsplan 2-48 hat die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg 2026 beschlossen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Franz Mehring (1846–1919)
Person
Benennung
1947-07-31
Hintergrund
Journalist und Historiker; SPD ab 1891; Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung 1902–1907; 1916 Mitbegründer der Spartakusgruppe, 1918/19 der KPD.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Belle-Alliance-Straße 1864–1947 Im Rahmen der Beseitigung militaristischer und nationalistischer Strassennamen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Quellen

  1. Mehringdamm im Berliner Strassennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  2. Mehringdamm in der deutschen Wikipedia · Web
  3. Denkmaldatenbank: Mietshausgruppe Riehmers Hofgarten · Web
  4. Biografie Franz Mehring · Web