Yorckstraße
Vom Mehringdamm bis zur Goebenstraße: Verlauf, Namensgeber, die Yorckbrücken, Riehmers Hofgarten und die zwei S-Bahnhöfe der Yorckstraße in Kreuzberg und Schöneberg.

Inhalt (9 Abschnitte)
- Wo verläuft die Yorckstraße?
- Nach wem ist die Yorckstraße benannt?
- Warum macht die Yorckstraße einen Knick?
- Was sind die Yorckbrücken?
- Welche Baudenkmale stehen an der Yorckstraße?
- Wie ist die Yorckstraße an Bahn und Bus angebunden?
- Was hat die Yorckstraße mit dem Park am Gleisdreieck zu tun?
- Häufige Fragen zur Yorckstraße
- Quellen
Die Yorckstraße verbindet in Berlin den Mehringdamm in Kreuzberg mit der Goeben- und Mansteinstraße in Schöneberg. Den Namen trägt sie seit dem 31. Oktober 1864 nach dem preußischen Generalfeldmarschall Ludwig Yorck von Wartenburg. Bekannt ist die Straße für die Yorckbrücken: Von ursprünglich 45 Eisenbahnbrücken aus den Jahren 1883 bis 1935 sind 26 erhalten.
Die Yorckstraße ist keine Flaniermeile, sondern eine Verkehrsachse zwischen zwei Bezirken. Wer sie entlangfährt, erlebt zwei sehr verschiedene Abschnitte: im Osten gründerzeitliche Wohnblocks mit Riehmers Hofgarten und der Doppelturmfront von St. Bonifatius, in der Mitte eine lange Folge genieteter Eisenbahnbrücken, unter denen der Verkehr hindurchrollt. Hier liest du, wo die Straße genau verläuft, warum sie einen Knick macht, was es mit den Yorckbrücken auf sich hat und welche Bahnen an ihr halten.
- Verlauf: Mehringdamm / Gneisenaustraße bis Goebenstraße / Mansteinstraße
- Ortsteile Kreuzberg und Schöneberg, Postleitzahl 10965
- Name seit 31. Oktober 1864, vorher Teil der geplanten Gürtelstraße
- 26 historische Yorckbrücken aus den Jahren 1883 bis 1935, Denkmal seit 1993
- Bahnhöfe: S+U Yorckstraße, S Yorckstraße (Großgörschenstraße), U Mehringdamm
Wo verläuft die Yorckstraße?
Die Yorckstraße beginnt am Mehringdamm, wo auf der Ostseite die Gneisenaustraße anschließt, und endet an der Goebenstraße und der Mansteinstraße in Schöneberg. So beschreibt es der Straßenführer von Kauperts. Die Nummern 1 bis 45 liegen auf der einen Seite, 47 bis 90 laufen auf der anderen zurück. Die Postleitzahl ist durchgehend 10965.
Die Straße gehört zu zwei Bezirken, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. Das merkst du bei jedem Behördengang, denn Finanzamt, Amtsgericht und Jobcenter richten sich nach der Hausnummer:
| Hausnummern | Bezirk | Amtsgericht und Grundbuchamt | Polizeiabschnitt |
|---|---|---|---|
| 1–37, 42, 58–90 | Friedrichshain-Kreuzberg | Kreuzberg | A 52 |
| 38–40, 50–57 | Tempelhof-Schöneberg | Schöneberg | A 42 |
| 43–49 | Tempelhof-Schöneberg | Schöneberg | A 41 |
Nach wem ist die Yorckstraße benannt?
Die Yorckstraße ist nach Johann (Hans) David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg benannt, geboren am 26. September 1759 in Potsdam, gestorben am 4. Oktober 1830 in Klein Öls in Schlesien. Im Russlandfeldzug 1812 führte Yorck das preußische Hilfskorps in Napoleons Armee. Am 30. Dezember 1812 schloss er auf eigene Verantwortung mit Russland die Konvention von Tauroggen, die das Korps neutralisierte und den Abfall Preußens von Napoleon einleitete.
In den Befreiungskriegen erzwang Yorck am 3. Oktober 1813 bei Wartenburg den Übergang über die Elbe, 1814 erhielt er dafür den Grafentitel. Der Name der Straße beruht auf einem königlichen Erlass vom 9. Juli und einer Kabinettsorder vom 31. Oktober 1864, mit denen die Abschnitte der Gürtelstraße nach Schlachten und Heerführern der Befreiungskriege benannt wurden. Bis 1909 schrieb man den Namen Yorkstraße, ohne c.
Warum macht die Yorckstraße einen Knick?
Die Yorckstraße sollte eigentlich geradeaus laufen. Im Bebauungsplan von James Hobrecht von 1862 war sie Teil der Gürtelstraße, später Generalszug genannt: eine Kette breiter Straßen und Plätze, die von der Bülowstraße geradlinig in Richtung Gneisenaustraße führen sollte. Im Weg lagen die Gleise der Potsdamer und der Anhalter Bahn.
Die privaten Eisenbahngesellschaften verhinderten laut Landesdenkmalamt jahrzehntelang, dass die Straße an der geplanten Stelle gebaut wurde. Erst nach der Verstaatlichung der Bahnen 1882 konnte sie unter den Gleisen hindurchgeführt werden, allerdings weiter südlich und schmaler als geplant. An der Bülowstraße knickt der Straßenzug deshalb ab, dort entstand der dreieckige Dennewitzplatz. Um 1885 wurde nach Kauperts auch die frühere Blücherstraße zwischen Manstein- und Katzbachstraße in die Yorckstraße einbezogen.
Was sind die Yorckbrücken?
Die Yorckbrücken sind die Eisenbahnbrücken, auf denen einst sämtliche Gleise der Nord-Süd-Bahnen die Yorckstraße überquerten. Auf einer Strecke von 600 Metern standen ursprünglich 45 Brücken aus den Jahren 1883 bis 1935, heute sind noch 26 historische erhalten, nach 1995 kamen vier Neubauten hinzu. Die westlichen neun dienten der Potsdamer Bahn, der Wannseebahn und der Ringbahn, die 36 östlich der Bautzener Straße der Dresdner und der Anhalter Bahn, den Vorortbahnen und der Militäreisenbahn.
Fast alle sind Trogbrücken aus genieteten Vollwandträgern auf gusseisernen Säulen und Widerlagern mit gelben und roten Klinkern. Die älteste ist Brücke Nr. 5 der Dresdner Bahn von 1883. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg nennt das Ensemble von 30 Brücken seit 1993 denkmalgeschützt. Brücke Nr. 5 wurde restauriert und in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2012 wieder eingehängt, gefördert mit 423.000 Euro aus dem Programm Stadtumbau West. Heute fahren Fernbahn, zwei S-Bahn-Strecken und eine Museumsbahn über sieben der Brücken, die stillgelegten sollen nach und nach als Fuß- und Radwege dienen.
Welche Baudenkmale stehen an der Yorckstraße?
Das bekannteste ist Riehmers Hofgarten am östlichen Ende, in den Häusern Yorckstraße 83 bis 86. Maurermeister Wilhelm Riehmer ließ die Wohnanlage laut Denkmaldatenbank von 1880 bis 1899 um zwei Privatstraßen herum anlegen, ein früher Vorläufer der Reformwohnhöfe. Gleich daneben setzt die katholische Kirche St. Bonifatius mit ihrer Doppelturmfront einen Akzent.
| Adresse | Bauwerk | Bauzeit | Entwurf |
|---|---|---|---|
| Yorckstraße 83–86 | Riehmers Hofgarten | 1880–1899 | Wilhelm Riehmer (Bauherr) |
| Yorckstraße 88–89 | Kirche St. Bonifatius mit Wohnanlage | Wohnanlage ab 1903, Kirche 1906–1907 | Max Hasak |
| Yorckstraße 81, 82 | Doppelmietshaus | 1899–1900 | August Esmann |
| Yorckstraße 80 | Mietshaus | 1900 | August Esmann |
| Yorckstraße 56 B | Empfangsgebäude S-Bahnhof Yorckstraße | 1902–1903 | Karl Cornelius |
| Yorckstraße 56A | Wohnhaus mit Gaststätte | 1905 | Hermann Klitscher, Hermann Afdring |
| Yorckstraße 47, 48 | zwei Mietshäuser | 1886 | Richter & Hemming |
Zum Alltag an der Straße gehören zwei Adressen, die viele Berliner kennen. Im Kino Yorck an der Yorckstraße 86 läuft seit Jahrzehnten Programmkino: 1978 bewahrten Georg Kloster, Knut Steenwerth, Manfred Salzgeber und Christian Meincke das Bezirkskino vor der Schließung, heute ist es nach Angaben der Yorck-Gruppe deren Gründungskino. Das Yorckschlösschen an der Yorckstraße 15 bietet mittwochs bis samstags abends Livemusik mit Jazz, Blues und Soul.
Wie ist die Yorckstraße an Bahn und Bus angebunden?
An der Yorckstraße liegen zwei S-Bahnhöfe, die oft verwechselt werden. Am Bahnhof S+U Yorckstraße halten laut BVG die S2, S25 und S26 sowie die U7. Etwas weiter westlich liegt der Bahnhof Yorckstraße (Großgörschenstraße), an dem die S1 auf der Wannseebahn hält.
Am östlichen Ende erreichst du am U-Bahnhof Mehringdamm die U6 und die U7, dort halten auch die Buslinien M19 und 140. Der M19 fährt durch die Yorckstraße, nachts der N7.
Was hat die Yorckstraße mit dem Park am Gleisdreieck zu tun?
Die früheren Bahnflächen beiderseits der Yorckbrücken sind heute Park. Nördlich der Straße liegt der Park am Gleisdreieck, dessen Ostpark am 2. September 2011 eröffnet wurde, der Westpark folgte am 31. Mai 2013. Südlich der Yorckstraße schließt der Flaschenhalspark an. Die stillgelegten Brücken sollen diese Grünflächen als Wege verbinden, so hält es das Landesdenkmalamt fest.
Häufige Fragen zur Yorckstraße
Wo beginnt und endet die Yorckstraße?
Die Yorckstraße beginnt am Mehringdamm, wo die Gneisenaustraße nach Osten anschließt, und endet an der Goebenstraße und der Mansteinstraße in Schöneberg. Die Hausnummern reichen von 1 bis 90, die Postleitzahl ist 10965.
Nach wem ist die Yorckstraße benannt?
Namensgeber ist Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (1759–1830). Der preußische General schloss am 30. Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen, die den Abfall Preußens von Napoleon einleitete. Bis 1909 wurde der Straßenname Yorkstraße geschrieben.
Wie viele Yorckbrücken gibt es?
Von ursprünglich 45 Brücken, die zwischen 1883 und 1935 über die Yorckstraße gebaut wurden, sind laut Landesdenkmalamt 26 historische erhalten. Nach 1995 kamen vier Neubauten hinzu. Das Ensemble steht seit 1993 unter Denkmalschutz.
Welche S-Bahnen halten an der Yorckstraße?
An der Yorckstraße gibt es zwei S-Bahnhöfe. Am Bahnhof Yorckstraße halten die S2, S25 und S26 sowie die U7, am Bahnhof Yorckstraße (Großgörschenstraße) hält die S1.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Yorckstraße in Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Yorckbrücken (09066749) (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Erste Yorckbrücke denkmalgerecht restauriert (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Ensemble Riehmers Hofgarten (09031025) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Riehmers Hofgarten mit Hofanlagen und Vorgärten (09031026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Kath. Kirche St. Bonifatius mit Wohnanlage (09031027) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Mietshaus Yorckstraße 81, 82 (09031034) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Mietshaus Yorckstraße 47, 48 (09066750) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: S-Bahnhof Yorckstraße (09066748) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Wohnhaus, Gaststätte Yorckstraße 56A (09097786) (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Haltestelle S+U Yorckstr. (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Haltestelle S+U Yorckstr. (Großgörschenstr.) (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Haltestelle U Mehringdamm (abgerufen am 29.09.2026)
- Park am Gleisdreieck: 10 Jahre Park am Gleisdreieck (abgerufen am 29.09.2026)
- Yorck Kinogruppe: Kino Yorck (abgerufen am 29.09.2026)
- Yorckschlösschen: Das Lokal (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Ludwig Graf Yorck von Wartenburg
(1759–1830)
Person - Benennung
- 1864-10-31
- Hintergrund
- Johann (Hans) David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (1759–1830) war preußischer Generalfeldmarschall. Mit der Konvention von Tauroggen am 30. Dezember 1812 leitete er den Abfall Preußens von Napoleon ein.