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Tauentzienstraße

Vom Wittenbergplatz zum Breitscheidplatz: welche Hausnummer zu welchem Bezirk gehört, wer General Tauentzien war, wie das KaDeWe die Wohnstraße veränderte und was auf dem Mittelstreifen steht.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Tauentzienstraße?
  2. Wer war Tauentzien, der Namensgeber der Straße?
  3. Wie wurde die Tauentzienstraße zur Einkaufsstraße?
  4. Welche Bauwerke prägen die Tauentzienstraße heute?
  5. Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Tauentzienstraße?
  6. Häufige Fragen zur Tauentzienstraße
  7. Quellen

Die Tauentzienstraße verbindet den Wittenbergplatz mit dem Breitscheidplatz, wo der Kurfürstendamm beginnt. Die Straße liegt zum Teil in Schöneberg, zum Teil in Charlottenburg. Seit dem 31. Oktober 1864 trägt sie den Namen des preußischen Generals Tauentzien. An ihrem Ostende steht seit 1907 das Kaufhaus des Westens, das KaDeWe.

Für viele Berlinerinnen und Berliner ist «der Tauentzien» einfach die Verlängerung des Ku’damms. Tatsächlich ist die Straße älter geplant als gebaut, und quer durch sie verläuft eine Bezirksgrenze: Der Abschnitt am Wittenbergplatz mit dem KaDeWe gehört zu Tempelhof-Schöneberg, der Abschnitt zum Breitscheidplatz hin zu Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach Kauperts Straßenführer war sie im Hobrecht-Plan als Teil einer 49 Meter breiten Gürtelstraße rund um Berlin vorgesehen, angelegt wurde sie aber erst um 1890, zunächst als Wohnstraße. Hier erfährst du, wie aus ihr eine Einkaufsstraße wurde, wer Tauentzien war und welche Hausnummer zu welchem Amt gehört.

  • Verlauf: Wittenbergplatz/Ansbacher Straße bis Breitscheidplatz/Kurfürstendamm/Rankestraße
  • Ortsteile Schöneberg und Charlottenburg, Postleitzahl 10789, Hausnummern 1 bis 24
  • Name seit 31. Oktober 1864, vorher Gürtelstraße (1862–1864)
  • KaDeWe seit März 1907, Tauentzienstraße 21–24
  • Skulptur «Berlin» auf dem Mittelstreifen seit 1987

Wo verläuft die Tauentzienstraße?

Die Tauentzienstraße beginnt am Wittenbergplatz, wo die Ansbacher Straße einmündet, und endet am Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dort treffen Kurfürstendamm und Rankestraße auf sie. Unterwegs kreuzen Nürnberger Straße und Marburger Straße. Die Hausnummern laufen im Hufeisen: 1 bis 12 auf der einen Seite zum Breitscheidplatz, 13 bis 24 auf der anderen zurück. Die ganze Straße hat die Postleitzahl 10789.

Weil die Bezirksgrenze durch die Straße läuft, sind je nach Hausnummer unterschiedliche Ämter zuständig. Kauperts listet die Zuständigkeiten so auf:

Zuständigkeiten nach Hausnummer in der Tauentzienstraße (Quelle: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026)
Zuständigkeit Nr. 1–7A und 19–24 Nr. 7B–18A
Verwaltungsbezirk Tempelhof-Schöneberg Charlottenburg-Wilmersdorf
Amtsgericht Schöneberg Charlottenburg
Finanzamt Schöneberg Charlottenburg
Jobcenter Tempelhof-Schöneberg Charlottenburg-Wilmersdorf
Polizeiabschnitt A 41 A 25

Für Bezirksthemen wie Straßenreinigung oder Sondernutzung ist also entweder Tempelhof-Schöneberg oder Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig. Das KaDeWe in den Nummern 21 bis 24 liegt auf der Schöneberger Seite, das Europa-Center in Nummer 9 auf der Charlottenburger.

Wer war Tauentzien, der Namensgeber der Straße?

Friedrich Bogislav Emanuel Graf Tauentzien von Wittenberg, geboren am 15. September 1760 in Potsdam, gestorben am 20. Februar 1824 in Berlin, war ein preußischer General. Laut Kauperts trat der Sohn eines Generals 1775 in das Heer ein und wurde 1792 in den Grafenstand erhoben. Von 1806 bis 1808 war er in französischer Gefangenschaft. In den Befreiungskriegen hatte er als Korpskommandeur entscheidenden Anteil am Sieg bei Dennewitz am 6. September 1813 und an der Erstürmung Wittenbergs am 13. Januar 1814, dafür erhielt er 1814 den Beinamen «von Wittenberg». Sein Grab liegt auf dem Invalidenfriedhof an der Scharnhorststraße, nahe der Invalidenstraße.

Die Benennung beruht auf einem königlichen Erlass vom 9. Juli 1864 und einer Kabinettsorder vom 31. Oktober 1864. Damals wurde die geplante Gürtelstraße in Abschnitte zerlegt, die an Schlachten und Heerführer der Befreiungskriege erinnern, den sogenannten Generalszug. Zunächst schrieb man den Namen Tauenzienstraße, ohne t.

Wie wurde die Tauentzienstraße zur Einkaufsstraße?

Der Wandel begann 1907 mit dem Kaufhaus des Westens. Nach der Chronik des KaDeWe beauftragte der Kaufmann Adolf Jandorf 1905 den Architekten Johann Emil Schaudt, im März 1907 eröffnete das Haus mit fünf Etagen und 24.000 Quadratmetern. 1927 übernahm der Hertie-Konzern das Kaufhaus, 1929 und 1930 wurde es auf sieben Etagen vergrößert.

1943 zerstörten ein Flugzeugabsturz und der folgende Großbrand das Gebäude. 1950 öffneten die ersten beiden Etagen wieder, laut KaDeWe kamen 180.000 Gäste. 1956 war der Wiederaufbau aller sieben Etagen fertig, nach Erweiterungen in den 1970er- und 1990er-Jahren hat das Haus heute 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nach visitBerlin ist es damit das größte Warenhaus auf dem europäischen Festland.

Die jüngste Zäsur liegt erst gut zwei Jahre zurück. Ende Januar 2024 meldete die KaDeWe Group Insolvenz in Eigenverwaltung an, nachdem die Signa-Gruppe als Miteigentümerin in Schieflage geraten war. Im April 2024 übernahm die thailändische Central Group die Immobilie an der Tauentzienstraße vollständig, berichtete die Börsen-Zeitung. Der Geschäftsbetrieb lief während des Verfahrens weiter.

Welche Bauwerke prägen die Tauentzienstraße heute?

Neben dem KaDeWe prägen drei Bauwerke das Bild: der U-Bahnhof am Wittenbergplatz, das Europa-Center am Breitscheidplatz und die Stahlskulptur «Berlin» auf dem Mittelstreifen.

Der U-Bahnhof Wittenbergplatz ging im März 1902 mit der ersten Hochbahnlinie Berlins in Betrieb, damals als bescheidener Haltepunkt. Von 1911 bis 1913 baute Alfred Grenander ihn zum Umsteigebahnhof für drei Linien mit repräsentativem Empfangsgebäude um. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde er 1951 vereinfacht wiederaufgebaut und von 1981 bis 1983 saniert und rekonstruiert. Das Landesdenkmalamt zählt ihn zu den Wahrzeichen der City West.

Das Europa-Center in der Tauentzienstraße 9 entstand von 1963 bis 1965 nach Plänen von Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg für den Unternehmer Karl Heinz Pepper. Mit 103 Metern war das Bürohochhaus mit dem Mercedes-Stern damals das höchste Gebäude der Stadt. Wie hier 1975 die Spielbank Berlin begann, steht in unserem Beitrag 50 Jahre Spielbank Berlin.

Die Skulptur «Berlin» von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff steht zwischen Nürnberger und Marburger Straße. Das Werk entstand 1987 für den Skulpturenboulevard, ein «Museum auf Zeit» zur 750-Jahr-Feier Berlins, und wurde später vom Senat angekauft. Die beiden ineinander verschlungenen, aber getrennt stehenden Teile aus Chromnickelstahl-Röhren symbolisierten laut Bezirksamt die geteilte Stadt.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Tauentzienstraße?

Am schnellsten mit der U-Bahn. Am Wittenbergplatz halten U1, U2 und U3, am anderen Ende liegen laut Kauperts der U-Bahnhof Kurfürstendamm mit U1 und U9 sowie der Bahnhof Zoologischer Garten mit U2, U9, S-Bahn und Regionalzügen. Über die Straße selbst fahren nach Kauperts unter anderem die Metrobuslinien M19, M29 und M46. Linienwege ändern sich bei Baustellen und Großveranstaltungen, den aktuellen Stand zeigt die Fahrplanauskunft der BVG.

Häufige Fragen zur Tauentzienstraße

Wo beginnt und wo endet die Tauentzienstraße?

Die Tauentzienstraße beginnt am Wittenbergplatz an der Einmündung der Ansbacher Straße und endet am Breitscheidplatz, wo Kurfürstendamm und Rankestraße anschließen. Die Hausnummern 1 bis 12 laufen Richtung Breitscheidplatz, 13 bis 24 auf der Gegenseite zurück.

In welchem Bezirk liegt die Tauentzienstraße?

In zwei Bezirken. Die Nummern 1 bis 7A und 19 bis 24 gehören zu Tempelhof-Schöneberg, die Nummern 7B bis 18A zu Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Postleitzahl ist für die ganze Straße 10789.

Nach wem ist die Tauentzienstraße benannt?

Nach Friedrich Bogislav Emanuel Graf Tauentzien von Wittenberg (1760–1824), einem preußischen General. Er hatte in den Befreiungskriegen entscheidenden Anteil am Sieg bei Dennewitz 1813 und an der Erstürmung Wittenbergs 1814. Den Namen trägt die Straße seit dem 31. Oktober 1864.

Seit wann gibt es das KaDeWe an der Tauentzienstraße?

Seit März 1907. Der Kaufmann Adolf Jandorf ließ das Kaufhaus des Westens von Johann Emil Schaudt bauen. Nach der Zerstörung 1943 öffneten 1950 die ersten beiden Etagen wieder, 1956 war der Wiederaufbau aller sieben Etagen abgeschlossen.

Welche U-Bahnhöfe liegen an der Tauentzienstraße?

Am Anfang liegt der U-Bahnhof Wittenbergplatz mit den Linien U1, U2 und U3. Am Ende sind laut Kauperts der U-Bahnhof Kurfürstendamm mit U1 und U9 sowie der Bahnhof Zoologischer Garten mit U2, U9, S-Bahn und Regionalverkehr erreichbar.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Bogislav Friedrich Emanuel Graf von Tauentzien (1760–1824)
Person
Benennung
1864-10-31
Hintergrund
Friedrich Bogislav Emanuel Graf Tauentzien von Wittenberg (1760–1824) war preußischer General. In den Befreiungskriegen hatte er entscheidenden Anteil am Sieg bei Dennewitz 1813 und an der Erstürmung Wittenbergs 1814.

Quellen

  1. Kauperts Straßenführer durch Berlin: Tauentzienstraße · Web
  2. Wikipedia: Tauentzienstraße · Web
  3. berlin.de: Sehenswürdigkeiten Tauentzienstraße · Web
  4. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Geschichte der City West · Web