Bismarckstraße
Zwischen Ernst-Reuter-Platz und Sophie-Charlotte-Platz: Verlauf, Namensgeschichte, Verbreiterung auf 50 Meter, Deutsche Oper, Schillertheater und U-Bahn.

Inhalt (8 Abschnitte)
Die Bismarckstraße ist eine Hauptstraße in Berlin-Charlottenburg zwischen Ernst-Reuter-Platz und Sophie-Charlotte-Platz. Nach Otto von Bismarck heißt sie laut Kauperts und Bezirksamt seit 1871. An ihr stehen die 1961 eröffnete Deutsche Oper Berlin und das Schillertheater, unter ihr fährt die U2. Die Postleitzahlen sind 10625 und 10627.
Die Bismarckstraße ist das Charlottenburger Stück der langen Ost-West-Achse: Im Osten geht sie am Ernst-Reuter-Platz in die Straße des 17. Juni über, im Westen am Sophie-Charlotte-Platz in den Kaiserdamm. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf beschreibt sie als Teil der Verbindung vom Stadtschloss über die Heerstraße bis Spandau und als bedeutende Geschäftsstraße. Bekannt ist sie vor allem für zwei Bühnen: die Deutsche Oper und das Schillertheater. Hier liest du, wo die Straße verläuft, woher Name und Breite kommen, was die beiden Häuser ausmacht und wie du mit der U-Bahn hinkommst.
Wo verläuft die Bismarckstraße?
Die Bismarckstraße verläuft nach Kauperts Straßenführer vom Ernst-Reuter-Platz bis zum Sophie-Charlotte-Platz, wo Kaiserdamm, Schloßstraße und Suarezstraße anschließen. Die Hausnummern laufen auf der einen Seite von 1 bis 67 nach Westen und auf der anderen Seite von 68 bis 111 zurück. Die ganze Straße liegt im Ortsteil Charlottenburg.
Die Postleitzahl hängt von der Hausnummer ab: 10625 für die Nummern 1 bis 33 und 91 bis 111, also die Abschnitte nahe dem Ernst-Reuter-Platz, und 10627 für die Nummern 34 bis 90. Zu den Querstraßen gehört die Wilmersdorfer Straße. Der Ernst-Reuter-Platz am Ostende hieß übrigens bis 1953 Am Knie, den heutigen Namen trägt er laut Kauperts seit dem 1. Oktober 1953.
Woher hat die Bismarckstraße ihren Namen?
Die Bismarckstraße ist nach Otto von Bismarck benannt, dem preußischen Ministerpräsidenten ab 1862 und ersten Reichskanzler ab 1871. Kauperts und das Bezirksamt nennen übereinstimmend als Jahr der Benennung. Kauperts beruft sich dabei auf die Angabe, der Name sei anlässlich der Reichsgründung und des Siegs über Frankreich vergeben worden.
Der Weg ist viel älter. Laut Bezirksamt zeigt ihn der Eosander-Plan von 1765 als breite Allee. Kauperts verzeichnet als frühere Namen Mühlenweg bis 1828 und danach Mühlenstraße bis 1871. Der westliche Teil bis zur Schloßstraße hieß zunächst Verlängerte Bismarckstraße und wurde nach 1893 einbezogen. Das im Netz häufig genannte Tagesdatum 22. März 1867 lässt sich in den Straßenverzeichnissen nicht finden.
Warum ist die Bismarckstraße so breit?
Die Bismarckstraße wurde nach 1900 von 26 auf 50 Meter verbreitert, dafür wurden Häuser abgerissen. Das schreibt das Bezirksamt. Als Ausgleich erhielt die damals selbstständige Stadt Charlottenburg vom preußischen Staat 400 Morgen Gelände zu günstigen Bedingungen. Auf diesen Flächen entstanden später die Ausstellungshallen der Messe Berlin und die Siedlung Heerstraße.
In den 1930er-Jahren wurde die Achse erneut umgebaut. Die Denkmaldatenbank hält fest, dass für den Ausbau der Bismarckstraße bereits 1936 der Vorplatz des Schillertheaters umgestaltet und das alte Restaurationsgebäude abgerissen wurde.
| Jahr | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 1765 | Weg als breite Allee im Eosander-Plan verzeichnet | Bezirksamt, Kauperts |
| 1828 | Umbenennung von Mühlenweg in Mühlenstraße | Kauperts |
| 1871 | Name Bismarckstraße | Kauperts, Bezirksamt |
| 1906 | U-Bahn bis Wilhelmplatz eröffnet, Bahnhof Bismarckstraße (heute Deutsche Oper) | berliner-untergrundbahn.de |
| 1907 | Schillertheater als Volkstheater fertig | Denkmaldatenbank |
| nach 1900 | Verbreiterung von 26 auf 50 Meter | Bezirksamt |
| 1912 | Eröffnung des Deutschen Opernhauses am 7. November | Bezirksamt |
| 1943 | Opernhaus im Krieg zerstört | Bezirksamt |
| 1951 | Schillertheater als erster Theaterneubau West-Berlins fertig | Denkmaldatenbank |
| 1961 | Deutsche Oper Berlin eröffnet am 24. September | Bezirksamt |
| 1978 | Kreuzungsbahnhof Bismarckstraße mit der U7 am 28. April eröffnet | berliner-untergrundbahn.de |
| 1990 | Gedenkrelief für Benno Ohnesorg an der Oper aufgestellt | Bezirksamt |
| 1993 | Schillertheater geschlossen | Denkmaldatenbank |
Was ist die Deutsche Oper an der Bismarckstraße?
Die Deutsche Oper Berlin ist eines der großen Opernhäuser der Stadt und steht an der Bismarckstraße, nach ihr ist der U-Bahnhof Deutsche Oper benannt. Ihr Vorgänger war das Deutsche Opernhaus, das der Architekt Heinrich Seeling 1911 bis 1912 für die Bürger der selbstständigen Stadt Charlottenburg baute. Nach Angaben des Bezirksamts hatte es damals die größte Bühne der Welt. Eröffnet wurde am mit Beethovens «Fidelio». Von 1925 bis 1933 hieß das Haus Städtische Oper, 1943 wurde es im Krieg zerstört.
Am alten Standort entstand von 1956 bis 1961 der heutige Bau nach Plänen von Fritz Bornemann, aus Stahlbeton und Glas mit 1.865 Plätzen. Die fensterlose Straßenfront aus grobem Waschbeton brachte dem Haus den Spitznamen «Sing Sing» ein. Vor der Oper steht eine 20 Meter hohe Stahlskulptur von Hans Uhlmann. Die Wiedereröffnung als Deutsche Oper Berlin war am mit Mozarts «Don Giovanni».
Neben der Oper, am U-Bahn-Eingang, steht seit Dezember 1990 das Relief «Tod des Demonstranten» von Alfred Hrdlicka. Es erinnert an den Studenten Benno Ohnesorg. Er wurde laut Bezirksamt am 2. Juni 1967 während einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien vor der Deutschen Oper im Hof des Hauses Krumme Straße 66/67 von dem Zivilpolizisten Karl-Heinz Kurras erschossen. Einen Vergleich der großen Häuser findest du in unserem Überblick über die Berliner Opernhäuser.
Was spielt im Schillertheater an der Bismarckstraße?
Das Schillertheater an der Bismarckstraße 110 ist derzeit Spielstätte der Komischen Oper Berlin, deren Haus in der Behrenstraße seit August 2023 saniert wird. Der Ursprungsbau entstand laut Denkmaldatenbank 1905 bis 1907 nach Entwurf von Jacob Heilmann und Max Littmann als eines der ersten Volkstheater, ohne privilegierte Logenplätze.
1937 bis 1938 baute Paul Baumgarten das Haus zu einem Staatstheater mit großer Mittelloge für die NS-Führung um. Nach der Kriegszerstörung entstand es 1950 bis 1951 nach Plänen von Heinz Völker und Rudolf Grosse neu, als erster Theaterneubau West-Berlins. 1993 wurde das Theater geschlossen. Nach einem Umbau 2009 bis 2010 nutzen es andere Berliner Bühnen als Ausweichquartier.
Wie kommst du mit der U-Bahn zur Bismarckstraße?
Die U2 fährt unter der ganzen Bismarckstraße. Kauperts nennt die Bahnhöfe Ernst-Reuter-Platz, Deutsche Oper, Bismarckstraße und Sophie-Charlotte-Platz. Der Abschnitt bis zum damaligen Wilhelmplatz, heute Richard-Wagner-Platz, wurde laut Berliner Untergrundbahn am fertig. Der heutige Bahnhof Deutsche Oper hieß anfangs Bismarckstraße, ab 1929 Städtische Oper, ab 1934 Deutsches Opernhaus und seit 1961 Deutsche Oper.
Der heutige U-Bahnhof Bismarckstraße ist jünger. Er wurde als Kreuzungsbahnhof mit der U7 am eröffnet, für beide Linien, wie die Chronik zur U7 festhält. Nachts halten dort laut BVG die Busse N2 und N7, Stand 29. September 2026.
Häufige Fragen zur Bismarckstraße
Seit wann heißt die Bismarckstraße so?
Die Bismarckstraße heißt nach Kauperts Straßenführer und dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf seit 1871 so, benannt nach Otto von Bismarck. Kauperts verweist auf die Reichsgründung und den Sieg über Frankreich als Anlass. Vorher hieß der Weg Mühlenweg und ab 1828 Mühlenstraße. Der westliche Abschnitt bis zur Schloßstraße trug bis nach 1893 den Namen Verlängerte Bismarckstraße. Das oft genannte Datum 22. März 1867 ist nicht belegt.
Welche Postleitzahl hat die Bismarckstraße in Charlottenburg?
Die Bismarckstraße in Charlottenburg hat zwei Postleitzahlen. Laut Kauperts gilt die 10625 für die Hausnummern 1 bis 33 und 91 bis 111, die 10627 für die Nummern 34 bis 90. Das Schillertheater an der Nummer 110 liegt demnach im Gebiet 10625, das Gedenkrelief neben der Deutschen Oper an der Nummer 35 im Gebiet 10627. Die Straße gehört vollständig zum Ortsteil Charlottenburg.
Welche U-Bahn fährt unter der Bismarckstraße?
Unter der Bismarckstraße fährt die U2. Kauperts nennt die Bahnhöfe Ernst-Reuter-Platz, Deutsche Oper, Bismarckstraße und Sophie-Charlotte-Platz. Am U-Bahnhof Bismarckstraße kreuzt die U7, dort halten laut BVG nachts auch die Busse N2 und N7, Stand 29. September 2026. Der Kreuzungsbahnhof wurde am 28. April 1978 eröffnet, die Strecke der heutigen U2 unter der Straße besteht seit 1906.
Was wird im Schillertheater an der Bismarckstraße gespielt?
Im Schillertheater an der Bismarckstraße 110 spielt derzeit die Komische Oper Berlin. Ihr Stammhaus in der Behrenstraße wird nach Angaben der Oper seit August 2023 saniert, umgebaut und erweitert. Das Schillertheater selbst ist seit 1993 ohne eigenes Ensemble und dient laut Denkmaldatenbank seit einem Umbau in den Jahren 2009 bis 2010 anderen Berliner Bühnen als Ausweichspielstätte.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Bismarckstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Bismarckstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Deutsche Oper Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Tod des Demonstranten (Gedenktafeln für Benno Ohnesorg) (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Schillertheater (abgerufen am 29.09.2026)
- Komische Oper Berlin: Schillertheater (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Untergrundbahn: Die Charlottenburger U-Bahn (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Untergrundbahn: Die Adenauerplatz-Strecke (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Stationsübersicht U Bismarckstr. (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts Straßenführer: Ernst-Reuter-Platz (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Otto von Bismarck
(1815–1898)
Person - Benennung
- 1871
- Hintergrund
- Otto von Bismarck (1815–1898) war ab 1862 preußischer Ministerpräsident und von 1871 bis 1890 der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches.