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Hardenbergstraße

Vom Ernst-Reuter-Platz zum Bahnhof Zoo: Die Hardenbergstraße mit UdK, Amerika Haus, Renaissance-Theater und ihrem Namensgeber, dem preußischen Staatskanzler Hardenberg.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Hardenbergstraße?
  2. Nach wem ist die Hardenbergstraße benannt?
  3. Welche Baudenkmale stehen an der Hardenbergstraße?
  4. Was ist aus dem Amerika Haus geworden?
  5. Welche Orte werden oft falsch der Hardenbergstraße zugeordnet?
  6. Wie kommst du zur Hardenbergstraße?
  7. Häufige Fragen zur Hardenbergstraße
  8. Quellen

Die Hardenbergstraße verbindet in Charlottenburg den Ernst-Reuter-Platz mit dem Breitscheidplatz am Bahnhof Zoo. Die Straße hat die Postleitzahl 10623 und heißt seit 1865 nach dem preußischen Staatskanzler Carl August von Hardenberg, vorher hieß sie Lützower Weg. An ihr stehen die Universität der Künste, das Amerika Haus mit C/O Berlin und das Renaissance-Theater.

Die Hardenbergstraße ist eine der Hauptachsen der City West. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts beginnt sie am Ernst-Reuter-Platz und endet am Breitscheidplatz, wo Kantstraße und Budapester Straße einmünden. Die Hausnummern laufen von 4 bis 41, die ganze Straße gehört zum Ortsteil Charlottenburg im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Auf dem Weg nach Osten passierst du das Gelände der Technischen Universität, den Steinplatz mit der Universität der Künste, das Amerika Haus und das Areal des Bahnhofs Zoologischer Garten. Viele Häuser an der Straße stehen unter Denkmalschutz, die meisten davon stammen aus den Jahren um 1900 oder aus dem Wiederaufbau der 1950er Jahre.

  • Verlauf: Ernst-Reuter-Platz bis Breitscheidplatz (Kantstraße, Budapester Straße)
  • Ortsteil Charlottenburg, Postleitzahl 10623, Hausnummern 4 bis 41
  • Name seit 1865, vorher Lützower Weg
  • Namensgeber: Carl August von Hardenberg (1750–1822), preußischer Staatskanzler
  • U2 an beiden Enden, am Bahnhof Zoo zusätzlich U9, S-Bahn und Regionalverkehr

Wo verläuft die Hardenbergstraße?

Die Hardenbergstraße führt vom Ernst-Reuter-Platz nach Südosten bis zum Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Am Westende setzen Bismarckstraße und Straße des 17. Juni die großen Achsen fort, am Ostende beginnen Kantstraße und Kurfürstendamm. Die Nummerierung folgt dem Berliner Hufeisenprinzip: Auf der einen Seite zählen die Hausnummern von 4 bis 28 in Richtung Zoo, auf der anderen Seite von 29 bis 41 zurück zum Ernst-Reuter-Platz.

Unterwegs ändert sich das Bild deutlich. Im westlichen Abschnitt liegen Bauten der Technischen Universität, die laut Denkmaldatenbank unter anderem die Hausnummern 34 bis 41 umfassen. Am Steinplatz folgt die Universität der Künste. Östlich der Fasanenstraße prägen Verwaltungs- und Geschäftshäuser der Nachkriegszeit die Straße, bevor sie unter der Stadtbahnbrücke am Bahnhof Zoologischer Garten hindurch zum Breitscheidplatz führt.

Nach wem ist die Hardenbergstraße benannt?

Die Hardenbergstraße ist nach Carl August von Hardenberg benannt, geboren am 31. Mai 1750 in Essenrode bei Gifhorn, gestorben am 26. November 1822 in Genua. Den Namen trägt sie laut Kauperts seit 1865. Zuvor hieß der Weg, der schon nach 1767 bestand, Lützower Weg.

Hardenberg war nach Kauperts erst in hannoverschen und braunschweigischen Diensten, verwaltete ab 1790 die fränkischen Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth und wurde nach deren Anschluss an Preußen 1791 preußischer Staatsminister. Ab 1798 verantwortete er in Berlin die Außenpolitik. Im Juni 1810 wurde er Staatskanzler und setzte Reformen des Freiherrn vom Stein fort. In seine Amtszeit fielen die Erlasse fast aller Reformgesetze, bei der Neuordnung der Verhältnisse zwischen Gutsherren und Bauern setzte er sich aber stark für die Interessen der Junker ein. 1814 wurde er in den Fürstenstand erhoben. Er starb auf der Rückreise vom Kongress in Verona. Wie andere Berliner Straßen zu ihren Namen kamen, liest du in unserem Beitrag über Berliner Straßennamen und ihre Herkunft.

Welche Baudenkmale stehen an der Hardenbergstraße?

An der Hardenbergstraße stehen mehr als ein Dutzend eingetragene Baudenkmale. Die Tabelle nennt eine Auswahl mit den Angaben der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts. Zwei Bauphasen dominieren: die Jahre um 1900, als Charlottenburg eine wohlhabende Großstadt war, und der Wiederaufbau West-Berlins in den 1950er Jahren.

Baudenkmale an der Hardenbergstraße (Auswahl, Stand: 29. September 2026, Quelle: Denkmaldatenbank Berlin)
Hausnummer Bau Bauzeit Entwurf
4–5 Haus Hardenberg (bis 2002 Buchhandlung Kiepert) 1955–1956 Paul Schwebes
6 Motivhaus, seit 1927 Renaissance-Theater 1901–1902, Theater 1926–1927 Reimer und Körte, Theater Oskar Kaufmann
vor 6 Entenbrunnen 1911 August Gaul
9A und 10 Mietshäuser mit ursprünglich Zwölfzimmerwohnungen 1902–1904 Friedrich Kristeller und Hugo Sonnenthal
16–18 Industrie- und Handelskammer, heute von der TU genutzt 1954–1955 Sobotka und Müller
21 Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht, seit 2010–2012 Hotel 1957–1958 Georg Forstmann, Bruno Grimmek
22–24 Amerika Haus 1956–1957 Bruno Grimmek
31 ehem. Preußisches Oberverwaltungsgericht 1905–1907 Paul Kieschke, Eduard Fürstenau
33 ehem. Hochschule für die bildenden Künste, heute UdK 1898–1902 Kayser und von Großheim
41 Institut für Kirchenmusik 1901–1903 Anton Adams, Paul Mebes

Das Renaissance-Theater entstand in einem Vereinshaus, das der Akademische Verein Motiv 1901 und 1902 bauen ließ. Oskar Kaufmann baute das 1919 eingebaute Kino 1926 und 1927 zum Theater um, der Saal ist nach der Denkmaldatenbank weitgehend erhalten. Davor steht seit 1911 der Entenbrunnen von August Gaul, ein Geschenk des Charlottenburger Stadtrats Max Cassirer an die Stadt. Gegenüber, an der Nummer 4 und 5, zeigt das Haus Hardenberg mit seiner geschwungenen Glasfassade die Architektur der 1950er Jahre.

Was ist aus dem Amerika Haus geworden?

Das Amerika Haus an der Hardenbergstraße 22 bis 24 ist seit dem 30. Oktober 2014 Sitz der Fotogalerie C/O Berlin. Gebaut wurde es 1956 und 1957 nach Entwürfen von Bruno Grimmek als Kultur- und Informationszentrum der USA, bezahlt von den Amerikanern. Die Denkmaldatenbank nennt es neben der Kongresshalle und der Amerika-Gedenkbibliothek das wichtigste Baudokument der deutsch-amerikanischen Kulturpolitik im geteilten Berlin.

Die Geschichte des Hauses spiegelt die Stimmung der Jahrzehnte. Nach Protesten gegen den Vietnamkrieg ab Ende der 1960er Jahre, Demonstrationen und Anschlägen wurde es immer stärker gesichert und abgeschottet. 2006 ging das Gebäude an das Land Berlin zurück. Bei der Sanierung von 2012 bis 2014 kamen Fliesen, Mosaike und der offene Eingang wieder zum Vorschein. Nach Angaben von visitBerlin hat C/O Berlin dort mehr als 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Den westlichen Teil nutzt die Landeszentrale für politische Bildung, die 2016 einen Anbau für Seminarräume bekam.

Welche Orte werden oft falsch der Hardenbergstraße zugeordnet?

Das Theater des Westens und der Delphi-Filmpalast stehen nicht an der Hardenbergstraße, sondern laut Denkmaldatenbank an der Kantstraße 12 und 12A. Auch das Hauptgebäude der Technischen Universität hat seine Adresse an der Straße des 17. Juni. An der Hardenbergstraße liegen dagegen andere Teile des TU-Geländes, das Renaissance-Theater und das Kino Zoo Palast, das zum denkmalgeschützten Zentrum am Zoo gehört und dort die Hausnummer 29A hat.

Wie kommst du zur Hardenbergstraße?

Die U2 erschließt die Hardenbergstraße an beiden Enden: Im Westen liegt der U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz, im Osten der Bahnhof Zoologischer Garten. Der U-Bahnhof am Ernst-Reuter-Platz wurde 1901 und 1902 nach Entwurf von Alfred Grenander gebaut und war Endpunkt der 1902 eröffneten Stammstrecke der Hoch- und Untergrundbahn. Er hieß damals Knie und trägt seit 1953 seinen heutigen Namen, so die Denkmaldatenbank.

Am Bahnhof Zoologischer Garten kommen die U9, mehrere S-Bahn-Linien und Regionalzüge dazu. Auf dem Hardenbergplatz liegt der Busbahnhof. Entlang der Straße selbst fahren nach der VBB-Fahrplanauskunft die Buslinien M45 und 245 mit den Haltestellen Steinplatz und U Ernst-Reuter-Platz, nachts die N2. Kauperts ordnet die Straße der Tarifzone A zu.

Häufige Fragen zur Hardenbergstraße

Welche Postleitzahl hat die Hardenbergstraße?

Die Hardenbergstraße hat auf ganzer Länge die Postleitzahl 10623. Die Hausnummern reichen laut Kauperts von 4 bis 41: Die Nummern 4 bis 28 liegen auf der einen Straßenseite vom Ernst-Reuter-Platz Richtung Breitscheidplatz, die Nummern 29 bis 41 laufen auf der anderen Seite zurück.

Nach wem ist die Hardenbergstraße benannt?

Namensgeber ist Carl August von Hardenberg (1750 bis 1822). Er war preußischer Außenminister und ab 1810 Staatskanzler, in seine Amtszeit fielen fast alle preußischen Reformgesetze. Den Namen trägt die Straße seit 1865, vorher hieß der Weg Lützower Weg.

Welche U-Bahnhöfe liegen an der Hardenbergstraße?

An beiden Enden hält die U2: am Ernst-Reuter-Platz im Westen und am Bahnhof Zoologischer Garten im Osten. Am Bahnhof Zoo kommen die U9, die S-Bahn und Regionalzüge dazu. Auf der Straße selbst fahren die Buslinien M45 und 245 mit einer Haltestelle am Steinplatz.

Liegt das Theater des Westens an der Hardenbergstraße?

Nein. Das Theater des Westens und der Delphi-Filmpalast haben laut Denkmaldatenbank die Adresse Kantstraße 12 und 12A. An der Hardenbergstraße liegt dagegen das Renaissance-Theater, Hausnummer 6, an der Ecke zur Knesebeckstraße.

Was ist heute im Amerika Haus?

Im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22 bis 24, zeigt seit dem 30. Oktober 2014 die Fotogalerie C/O Berlin ihre Ausstellungen. Im westlichen Teil des Hauses sitzt außerdem die Landeszentrale für politische Bildung, die 2016 einen eigenen Anbau bekam.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Karl August von Hardenberg (1750–1822)
Person
Benennung
1865
Hintergrund
Carl August von Hardenberg (1750–1822) war preußischer Staatsmann, ab 1798 für die Außenpolitik zuständig und ab 1810 Staatskanzler; in seine Amtszeit fielen fast alle preußischen Reformgesetze. 1814 wurde er in den Fürstenstand erhoben.

Quellen

  1. Hardenbergstraße im Berliner Straßenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  2. Hardenbergstraße (Berlin) · Web
  3. Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Charlottenburg · Web
  4. Campus Charlottenburg - offizielle Webseite · Web