Die Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen erreichten 2025 mit 150,35 Millionen Euro einen Rekordwert, obwohl die Touristenzahlen sanken. Hauptgründe für diesen Anstieg sind die Erhöhung des Steuersatzes auf 7,5 Prozent sowie die Ausweitung der Abgabepflicht auf Geschäftsreisende. Die Entwicklung sorgt für Kritik aus der Hotelbranche, die eine Schwächung des Standorts befürchtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Rekordeinnahmen: Im Jahr 2025 nahm Berlin 150,35 Millionen Euro durch die Übernachtungssteuer ein und übertraf damit die Prognose von 137 Millionen Euro deutlich.
- Sinkende Gästezahlen: Gleichzeitig sank die Zahl der Übernachtungen auf 29,4 Millionen (12,4 Millionen Gäste), weit unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019.
- Höherer Steuersatz: Zum 1. Januar 2025 wurde der Steuersatz von 5 % auf 7,5 % des Netto-Übernachtungspreises angehoben.
- Ausweitung der Steuer: Seit dem 1. April 2024 müssen auch Geschäftsreisende die City Tax entrichten, was die Einnahmen maßgeblich steigerte.
- Neue Regeln ab 2026: Die Steuererklärung muss künftig elektronisch und vierteljährlich erfolgen, zudem entfällt die Ausnahme für Kleinstbetriebe.
Wie hoch fielen die Einnahmen aus der Übernachtungssteuer in Berlin 2025 aus?
Wie aus den offiziellen Daten der Senatsverwaltung für Finanzen hervorgeht, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre einen steilen Anstieg. Während die Hotels 2023 noch 58,7 Millionen Euro abführten, sprang der Wert 2024 bereits auf 89,6 Millionen Euro. Der enorme Sprung auf über 150 Millionen Euro im Jahr 2025 markiert nun eine fast dreifache Steigerung innerhalb von nur zwei Jahren. Besonders lukrativ war der Herbst: Allein im Oktober 2025 nahm das Land 18,8 Millionen Euro ein.
| Jahr | Einnahmen City Tax | Entwicklung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| 2023 | 58,70 Millionen Euro | – |
| 2024 | 89,60 Millionen Euro | + 52,6 % |
| 2025 | 150,35 Millionen Euro | + 67,8 % |
Warum stiegen die Steuereinnahmen trotz sinkender Touristenzahlen?
Der finanzielle Rekord steht in einem deutlichen Kontrast zu den tatsächlichen Besucherzahlen. Wie die Tourismusagentur visitBerlin im Februar mitteilte, verpasste die Hauptstadt im Jahr 2025 die wichtige Marke von 30 Millionen Übernachtungen. Konkret wurden 29,4 Millionen Übernachtungen von 12,4 Millionen Gästen gezählt. Im Jahr 2024 waren es noch 30,6 Millionen Übernachtungen (12,7 Millionen Gäste). Vom Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 – damals kamen 14 Millionen Touristen für 34,12 Millionen Übernachtungen – ist Berlin damit weit entfernt.
Dass die Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen dennoch explodieren, hat zwei wesentliche politische Ursachen. Zum einen gilt die Abgabe seit dem 1. April 2024 auch für geschäftliche Übernachtungen. Das betrifft zehntausende Messegäste und Geschäftsreisende, die zuvor befreit waren. Gerade bei großen Konferenzen wie der Re:publica Berlin 2026: Programm, Tickets & politische Analyse macht sich diese Besteuerung in den Bilanzen der Hotels stark bemerkbar. Zum anderen erhöhte der Senat den Steuersatz zum 1. Januar 2025 von 5 auf 7,5 Prozent des Nettoentgelts. Damit teilt sich Berlin nun mit Dortmund, Flensburg und Potsdam den Spitzenplatz der höchsten Bettensteuern in Deutschland.

Welche Kritik äußert die Berliner Hotellerie an der City Tax?
Für das Berliner Gastgewerbe sind die hohen Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen ein massives Ärgernis. Branchenvertreter warnen seit Langem, dass die gestiegenen Preise Reisende abschrecken könnten. Ob der aktuelle Gästerückgang direkt auf die City Tax zurückzuführen ist oder eher ein verändertes globales Reiseverhalten widerspiegelt, lässt sich statistisch schwer belegen.
Laut einem aktuellen Bericht des Tagesspiegels (April 2026) ist der Zusammenhang für Experten jedoch naheliegend: „Die seit Anfang 2025 erhöhte Abgabe dürfte der Hauptgrund für die erhöhten Einnahmen sein. Denn im vergangenen Jahr kamen deutlich weniger Touristen nach Berlin als noch 2024.“ Für das laufende Jahr hofft die Stadt nun auf Sondereffekte durch internationale Großveranstaltungen. Die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) und die Bahn- und Verkehrstechnikmesse Innotrans, die beide nur alle zwei Jahre stattfinden, sollen die Auslastung der Hotels 2026 wieder stabilisieren.


Was ändert sich ab 2026 für Beherbergungsbetriebe in Berlin?
Mit dem Jahreswechsel 2026 treten weitere administrative Änderungen bei der City Tax in Kraft. Die bisherige Ausnahmeregelung für Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Betten entfällt vollständig. Zudem müssen die Steuererklärungen zwingend elektronisch beim Finanzamt eingereicht werden. Eine kleine Erleichterung gibt es bei den Fristen: Anbieter müssen die Steuer künftig nur noch vierteljährlich statt wie bisher monatlich deklarieren.
Diese Digitalisierungspflicht trifft das Gastgewerbe in einer Phase, in der viele Betriebe bereits ihre Kassensysteme modernisieren müssen, um auf die geforderte Kartenzahlung Pflicht Berlin: Wann das Aus für „Cash only“ kommt vorbereitet zu sein. Der administrative Aufwand für kleine Pensionen und private Zimmervermieter steigt dadurch spürbar an.
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Häufige Fragen zu Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen
Wer muss die Übernachtungssteuer in Berlin zahlen?
Grundsätzlich zahlt jeder Gast, der in einem Berliner Hotel, einer Pension, einem Hostel oder einer privaten Ferienwohnung übernachtet, die City Tax. Seit dem 1. April 2024 sind auch Geschäftsreisende nicht mehr von der Steuer befreit, was die Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen maßgeblich in die Höhe getrieben hat.
Wie hoch ist die City Tax in der Hauptstadt?
Der Steuersatz liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 7,5 Prozent des Netto-Übernachtungspreises. Zuvor lag der Satz jahrelang bei 5 Prozent. Nebenkosten wie das Frühstück oder Parkgebühren werden bei der Berechnung der Steuer nicht berücksichtigt. Mit diesem Prozentsatz gehört Berlin zur bundesweiten Spitze.
Wofür werden die Einnahmen aus der Steuer verwendet?
Die Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen fließen in den allgemeinen Landeshaushalt der Hauptstadt. Ein direkter Zweckbindungszwang besteht gesetzlich nicht, allerdings argumentiert der Senat, dass die Gelder notwendig sind, um die touristische und kulturelle Infrastruktur der Stadt instand zu halten und zu finanzieren.
Was ändert sich 2026 bei der Meldung der Steuer?
Ab dem Jahr 2026 müssen Beherbergungsbetriebe ihre Steuererklärungen zwingend auf elektronischem Weg beim Finanzamt einreichen. Die Meldung erfolgt dann nur noch vierteljährlich statt monatlich. Zudem wurde die bisherige Ausnahmeregelung für Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Betten komplett abgeschafft.
Warum steigen die Steuereinnahmen, wenn weniger Touristen kommen?
Der Rückgang auf 12,4 Millionen Gäste im Jahr 2025 wurde durch zwei Faktoren überkompensiert: Die Erhöhung des Steuersatzes auf 7,5 Prozent und der Wegfall der Befreiung für Geschäftsreisende. Diese beiden Maßnahmen sorgten dafür, dass trotz des Gästeschwunds ein Rekordwert von über 150 Millionen Euro erzielt wurde.
Fazit
Die Übernachtungssteuer Berlin Einnahmen belegen eindrucksvoll, wie stark der fiskalische Hebel des Senats gewirkt hat. Mit 150,35 Millionen Euro im Jahr 2025 hat die Stadt ihre eigenen Prognosen deutlich übertroffen. Für den Landeshaushalt ist das eine willkommene Finanzspritze, die angesichts knapper Kassen dringend benötigt wird.
Für die Berliner Hotellerie bleibt die Entwicklung jedoch ein Alarmsignal. Dass die Gästezahlen auf 12,4 Millionen gesunken sind und weiterhin weit hinter dem Rekordjahr 2019 zurückliegen, zeigt die Fragilität des Tourismusstandorts auf. Wenn die Abgabenlast für Reisende weiter steigt, riskiert Berlin langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen europäischen Metropolen.
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