Der Aktionstag Sinti und Roma Berlin am 8. April 2026 setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung und für die gesellschaftliche Teilhabe. Anlass sind die alarmierenden Zahlen des Berlin-Monitors zum Antiziganismus. Mit Demonstrationen, Workshops und Flaggenhissungen in 13 Bezirken wird an den ersten Welt-Roma-Kongress von 1971 erinnert und auf die aktuelle Lage der Minderheit aufmerksam gemacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Historischer Bezug: Der Aktionstag am 8. April gedenkt des ersten Welt-Roma-Kongresses, der 1971 in der Nähe von London stattfand und die internationale Bürgerrechtsbewegung begründete.
- Alarmierende Zahlen: Laut Berlin-Monitor 2026 gehen 45 Prozent der befragten Berliner:innen davon aus, dass die Anwesenheit von Sinti und Roma zu Konflikten führt.
- Zentrales Programm: Eine Demonstration führt ab 15:00 Uhr vom Denkmal im Tiergarten zur Volksbühne, wo abends ein Kulturprogramm stattfindet.
- Symbolische Aktionen: An 13 Berliner Rathäusern, darunter in Mitte, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, wird als Zeichen der Solidarität die Roma-Flagge gehisst.
- Politische Reaktion: Der Berliner Senat verurteilt die massive Ausgrenzung und kündigt weitere Maßnahmen für eine gleichberechtigte Teilhabe an.
Warum findet der Aktionstag für Sinti und Roma am 8. April statt?
Heute, 55 Jahre nach diesem historischen Ereignis, leben rund zwölf Millionen Sinti und Roma in Europa. Sie stellen damit die größte ethnische Minderheit des Kontinents dar und blicken auf eine lange Geschichte der Verfolgung zurück. Während des Nationalsozialismus fielen dem Völkermord, dem Porajmos, etwa 500.000 Sinti und Roma zum Opfer. Die Tatsache, dass dieser Genozid jahrzehntelang nicht offiziell anerkannt wurde, prägt die Community bis heute.
Der Aktionstag Sinti und Roma Berlin schlägt an diesem Mittwoch eine Brücke zwischen dem historischen Gedenken an diese Ereignisse und den dringenden politischen Herausforderungen, mit denen die Minderheit in der Hauptstadt konfrontiert ist. Er dient als Mahnung und als Aufruf zu mehr Solidarität und Anerkennung.
Wie verbreitet ist Antiziganismus in Berlin laut aktuellen Zahlen?
Die repräsentative Studie zur politischen Einstellung der Stadtgesellschaft macht deutlich, warum der Aktionstag in Berlin dringend notwendig ist. Die Ergebnisse zeigen, dass antiziganistische Vorbehalte bis in die Mitte der Berliner Bevölkerung reichen. Die Zahlen dokumentieren eine massive Ablehnung, die im Alltag zu konkreter Ausgrenzung führt.
📉 Vorurteile laut Berlin-Monitor 2025
- 45 Prozent gehen davon aus, dass die Anwesenheit von Sinti und Roma zu Konflikten führt.
- 42 Prozent meinen, die Betroffenen seien durch ihr Verhalten selbst schuld an der Diskriminierung.
🚫 Ausgrenzungs-Forderungen
- 30 Prozent der Befragten glauben, Sinti und Roma seien „nicht so zivilisiert“.
- 25 Prozent fordern, die Minderheit sollte aus den Berliner Innenstädten verbannt werden.
Alina Voinea, die Ansprechperson des Landes Berlin zu Antiziganismus, ordnete die Ergebnisse bereits im Februar gegenüber dem Tagesspiegel ein: „Das Ausmaß der antiziganistischen Einstellungen ist erschütternd, aber leider nicht überraschend.“ Die Ergebnisse des Monitors zeigen eine Polarisierung in der demokratischen Stadtgesellschaft, die sich zuletzt auch bei der Steffen Krach Attacke Berlin auf offener Straße entlud. Radikalisierung und die Abwertung von Minderheiten gehen in der Hauptstadt oft Hand in Hand.

Welche Veranstaltungen und Demonstrationen sind für den Aktionstag geplant?
Um der Diskriminierung entgegenzutreten, organisieren zivilgesellschaftliche Akteure am Aktionstag Sinti und Roma Berlin ein breites Programm. Den Auftakt macht das Roma Informations Centrum, das direkt am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas im Tiergarten spezielle Führungen und Workshops anbietet. Der Ort südlich des Reichstagsgebäudes (Simsonweg, 10117 Berlin-Mitte) dient als zentraler Anlaufpunkt.
| Uhrzeit | Veranstaltung | Ort / Adresse |
|---|---|---|
| Vormittags | Workshops und Führungen (Roma Informations Centrum) | Denkmal Sinti und Roma, Tiergarten |
| 15:00 Uhr | Demolauf durch die Innenstadt | Start: Denkmal Tiergarten → Ziel: Volksbühne |
| 18:00 Uhr | Abendprogramm (Film, Konzert, Performance, Party) | Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz (10178 Mitte) |
| 18:00 Uhr | Vernissage: Ausstellung „Yesterday is Tomorrow“ | European Roma Institute for Arts and Culture (Mitte) |
Besonders die Ausstellungseröffnung im European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) verspricht spannende Einblicke: Künstler haben traditionelle Handwerkstechniken der Roma wieder aufleben lassen und präsentieren diese in einem modernen Kontext.
Welche Berliner Bezirke zeigen am Aktionstag Flagge?
Parallel zum zentralen Programm engagieren sich auch die Berliner Verwaltungsebenen. Die Senatsverwaltung für Integration teilte laut RBB24 mit, dass an 13 Rathäusern in den Bezirken die offizielle Roma-Fahne gehisst wird. Die Flaggenhissungen finden zeitversetzt statt und werden zum Teil von Redebeiträgen der Lokalpolitik flankiert.
In Marzahn-Hellersdorf beginnt die Aktion bereits um 10:00 Uhr. Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) erklärte dazu im Vorfeld: „Die Flaggenhissung ist ein symbolischer Akt des Respekts und der Solidarität mit den Roma weltweit.“ In Lichtenberg wird die Fahne um 12:30 Uhr vor dem Rathaus in der Möllendorffstraße aufgezogen, in Steglitz-Zehlendorf folgt die Zeremonie am Nachmittag um 16:00 Uhr.
Wie reagiert der Berliner Senat auf die Situation der Sinti und Roma?
Der Aktionstag Sinti und Roma Berlin wird von der Landesregierung aufmerksam verfolgt. Senatorin Kiziltepe fand am Mittwochmorgen deutliche Worte zur aktuellen Lage und betonte, dass Angehörige der Minderheit auch heute noch massiv ausgegrenzt würden. Ihr Statement wird unter anderem auf berlin.de zitiert.

Der Senat plant, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen weitere Maßnahmen umzusetzen. Netzwerke und Initiativen, die auch auf Digitalkonferenzen wie der Re:publica Berlin 2026 nach neuen Gegenstrategien gegen Hetze im Netz suchen, fordern von der Politik jedoch eine noch konsequentere Verfolgung von antiziganistischen Straftaten und eine bessere Aufklärung an den Berliner Schulen.
🗞 Bleiben Sie politisch informiert in Berlin
Verpassen Sie keine wichtigen Debatten, Demos und Senatsbeschlüsse. Wir fassen die relevantesten politischen Entwicklungen der Hauptstadt für Sie zusammen.

Häufige Fragen zu Aktionstag Sinti und Roma Berlin
Welche Route nimmt der Demolauf am 8. April in Berlin?
Der Demolauf zum Aktionstag Sinti und Roma Berlin startet um 15:00 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma im Tiergarten. Von dort zieht der Protestzug durch die historische Mitte Berlins bis zur Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo am Abend das Kulturprogramm stattfindet.
Warum findet der Aktionstag ausgerechnet am 8. April statt?
Das Datum erinnert an den allerersten Welt-Roma-Kongress, der am 8. April 1971 in der Nähe von London abgehalten wurde. An diesem Tag forderte die Minderheit erstmals international organisiert ihre Gleichberechtigung ein und verabschiedete die offizielle Roma-Flagge sowie die Hymne.
Welche Berliner Bezirke hissen die Roma-Flagge?
Insgesamt beteiligen sich 13 Rathäuser in den Berliner Bezirken an der Flaggenhissung. Offiziell bestätigt sind unter anderem die Bezirksämter in Mitte, Schöneberg, Friedrichshain, Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf, wo die Zeremonien von politischen Reden begleitet werden.
Was zeigen die aktuellen Zahlen des Berlin-Monitors?
Die Ergebnisse des Berlin-Monitors vom Februar 2026 sind alarmierend: 45 Prozent der befragten Berliner gehen davon aus, dass die Anwesenheit von Sinti und Roma zu Konflikten führt. 30 Prozent halten die Minderheit für „nicht so zivilisiert“, und ein Viertel fordert sogar, sie aus den Innenstädten zu verbannen.
Was bietet die Ausstellung im European Roma Institute?
Die Ausstellung „Yesterday is Tomorrow“ (Gestern ist morgen), die am Aktionstag Sinti und Roma Berlin um 18:00 Uhr in Mitte eröffnet wird, zeigt zeitgenössische Kunstwerke. Verschiedene Künstler haben dafür traditionelle Handwerkstechniken der Roma neu interpretiert und wieder aufleben lassen.
Fazit
Der Aktionstag Sinti und Roma Berlin liefert am 8. April 2026 ein starkes Bild der Solidarität in der Hauptstadt. Die Kombination aus dezentralen Flaggenhissungen an 13 Rathäusern und dem zentralen Demolauf vom Tiergarten zur Volksbühne schafft dringend benötigte Sichtbarkeit für eine Minderheit, die im Alltag weiterhin massiv ausgegrenzt wird.
Die erschütternden Zahlen des Berlin-Monitors beweisen jedoch, dass politische Symbolik allein nicht ausreicht, solange 45 Prozent der Stadtgesellschaft antiziganistische Vorbehalte pflegen. Der Aktionstag ist somit mehr als nur ein Gedenktag; er ist ein wichtiger Aufruf an alle Berlinerinnen und Berliner, rassistischen Narrativen im Alltag, im Beruf und im Netz aktiv und entschieden entgegenzutreten.



