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Otto-Suhr-Allee: Verlauf, Lage und Anbindung

Die frühere Berliner Straße führt vom Ernst-Reuter-Platz zum Schloss Charlottenburg: Rathaus, Baudenkmale, die Hirschfeld-Säule, Namensgeber Otto Suhr und Anbindung.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Otto-Suhr-Allee?
  2. Warum heißt die Straße Otto-Suhr-Allee?
  3. Was macht das Rathaus Charlottenburg besonders?
  4. Welche Gebäude an der Otto-Suhr-Allee stehen unter Denkmalschutz?
  5. Woran erinnert die Säule vor der Otto-Suhr-Allee 93?
  6. Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Otto-Suhr-Allee?
  7. Häufige Fragen zur Otto-Suhr-Allee
  8. Quellen

Die Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg führt vom Ernst-Reuter-Platz zum Luisenplatz vor dem Schloss Charlottenburg, wo der Spandauer Damm beginnt. Bis 1957 hieß sie Berliner Straße, seit dem 3. September 1957 trägt sie den Namen des Regierenden Bürgermeisters Otto Suhr. Wahrzeichen der Straße ist das Rathaus Charlottenburg mit seinem 87,50 Meter hohen Turm.

Die Otto-Suhr-Allee ist die alte Hauptstraße der einst selbstständigen Stadt Charlottenburg. Hier steht das Rathaus, hier hielt die erste U-Bahn Charlottenburgs, und hier fuhr 1967 die letzte Straßenbahn West-Berlins. Das Bezirksamt nennt als Verlauf den Abschnitt vom Ernst-Reuter-Platz bis zum Luisenplatz am Spandauer Damm Ecke Kaiser-Friedrich-Straße. Die Hausnummern reichen laut Kauperts Straßenführer von 7 bis 148, gerade Nummern rechts, ungerade links. Auf dieser Seite findest du, woher der Name kommt, welche Bauten an der Straße unter Denkmalschutz stehen und wie du mit Bus und Bahn hinkommst.

Wo verläuft die Otto-Suhr-Allee?

Die Otto-Suhr-Allee verläuft vom Ernst-Reuter-Platz nach Nordwesten bis zum Luisenplatz am Schloss Charlottenburg. Am Ernst-Reuter-Platz trifft sie auf die Bismarckstraße, die Hardenbergstraße und die Straße des 17. Juni aufeinander. Am Luisenplatz geht die Straße in den Spandauer Damm über, der weiter nach Westen Richtung Spandau führt.

Die komplette Straße liegt im Ortsteil Charlottenburg des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und hat durchgehend die Postleitzahl 10585. Unterwegs öffnet sie sich zum Richard-Wagner-Platz, und an der Einmündung der Eosanderstraße beginnt die Wilmersdorfer Straße. Für die Polizei ist die Straße geteilt: Laut Kauperts gehören die Nummern 7 bis 74 zum Abschnitt 25, die Nummern 75 bis 148 zum Abschnitt 24. Zuständig sind das Amtsgericht und das Finanzamt Charlottenburg.

Warum heißt die Straße Otto-Suhr-Allee?

Die Otto-Suhr-Allee ist nach Otto Suhr (1894–1957) benannt, dem dritten Sozialdemokraten im Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin nach Louise Schroeder und Ernst Reuter. Suhr starb am 30. August 1957. Nur vier Tage später, am 3. September 1957, erhielt die bisherige Berliner Straße seinen Namen – so datieren es das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und Kauperts übereinstimmend.

Kauperts fasst Suhrs Weg knapp zusammen: 1919 Eintritt in die SPD, 1923 Promotion, Dozent an der Berliner Hochschule für Politik. Zwischen 1933 und 1945 arbeitete er als freier Volkswirt. Nach dem Krieg wurde er 1946 Stadtverordnetenvorsteher, 1951 Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin (West) und 1955 Regierender Bürgermeister. Die Hochschule für Politik, die er von 1948 bis 1955 leitete, ging 1958 als Otto-Suhr-Institut in der Freien Universität auf. Sein Ehrengrab liegt auf dem Waldfriedhof Zehlendorf.

Der alte Name Berliner Straße erzählt die Vorgeschichte: Die Straße war die Verbindung zwischen der Stadt Charlottenburg und Berlin. Charlottenburg blieb bis 1920 eigenständig und wetteiferte nach Darstellung des Bezirksamts um 1900 mit Wiesbaden darum, die reichste Stadt Preußens zu sein.

Was macht das Rathaus Charlottenburg besonders?

Das Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee 96–102 ist heute Sitz der Bezirksbürgermeisterin und der Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf. Den Wettbewerb von 1897 gewannen die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth. Baubeginn war laut Bezirksamt am 17. Juni 1899, zur 200-Jahr-Feier der Stadt wurde der Bau am 20. Mai 1905 an den Magistrat übergeben.

Der Turm misst nach Angaben des Bezirksamts 87,50 Meter und ist damit deutlich höher als die Kuppel des Schlosses. Die Denkmaldatenbank sieht darin eine wohl beabsichtigte Konkurrenz zum Schloss. Von 1911 bis 1914 erweiterte Stadtbaurat Heinrich Seeling das Rathaus nach Osten fast auf die doppelte Grundfläche. Nach schweren Kriegsschäden – im November 1943 schlug eine Luftmine bis ins Erdgeschoss durch – stellte Hans Günther Turm und Fassade bis 1952 wieder her.

In der früheren Sparkassenhalle des Erweiterungsbaus befindet sich seit 1948 die Heinrich-Schulz-Bibliothek. Wegen der Sanierung der Halle ist sie nach Angaben des Bezirksamts vorübergehend in den Räumen des ehemaligen Ratskellers untergebracht. Ein Bürgeramt gibt es im Rathaus nicht: Die Bürgerämter des Bezirks listet das Service-Portal Berlin an Heerstraße, Hohenzollerndamm und Wilmersdorfer Straße. Wie die Bezirksverordnetenversammlung nach der Wahl 2026 zusammengesetzt ist, steht in unserem Beitrag zur BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Welche Gebäude an der Otto-Suhr-Allee stehen unter Denkmalschutz?

An der Otto-Suhr-Allee stehen Baudenkmale aus fast allen Epochen zwischen Kaiserzeit und Wiederaufbau. Die folgende Auswahl beruht auf den Einträgen der Berliner Denkmaldatenbank.

Baudenkmale an der Otto-Suhr-Allee (Auswahl), Stand: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummer Bauwerk Bauzeit Entwurf
18/20 Haus Ottilie von Hansemann, ehemaliges Victoria-Studienhaus 1914–1915 Emilie Winkelmann
26/28 Büro- und Lagergebäude im Blockinneren 1924–1925, Umbau 1937–1938 K. A. Herrmann
50–68 Wohnanlage mit 326 Wohnungen 1957–1958 Norman Braun
59 Cecilienhaus, kommunaler Wohlfahrtsbau 1907–1909 Walter Spickendorff, Rudolf Walter
80/82 Ehemaliges Postamt Charlottenburg 1 1929–1935 Robert Gaedicke, Arthur Freitag
96–102 Rathaus Charlottenburg 1899–1905, Erweiterung 1911–1914 Reinhardt & Süßenguth, Heinrich Seeling
110/112 Wohnanlage mit Büros und Läden am Richard-Wagner-Platz 1953–1954 Robert Tepez, Karl-Heinz Hübner

Hinter einigen Adressen steckt mehr als Architektur. Auf dem Grundstück 50–54 stand seit 1816 das «Türkische Zelt», eines der beliebtesten Ausflugslokale an der Berliner Straße; der letzte Bau wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Wohnanlage, die laut Denkmaldatenbank ab 1957 an seiner Stelle entstand, galt in der Fachpresse als Vorbild für den Wiederaufbau. Das Cecilienhaus bündelte Räume des Vaterländischen Frauenvereins und mehrere Fürsorgeeinrichtungen und wirkt von der Straße eher wie ein vornehmes Geschäftshaus. Im ehemaligen Postamt Charlottenburg 1 sitzen heute nach Angaben des Bezirksamts eine Postfiliale und ein Supermarkt.

Woran erinnert die Säule vor der Otto-Suhr-Allee 93?

Die Bronzesäule vor der Otto-Suhr-Allee 93 erinnert an den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld. Im damals an dieser Stelle stehenden Haus lebte er von 1896 bis 1910. Am 15. Mai 1897 gründete er hier das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee, den Beginn der ersten deutschen Homosexuellenbewegung. Weil sich die Hausverwaltung 1990 gegen eine Tafel mit homosexuellem Bezug am Gebäude wandte, beschloss die Bezirksverordnetenversammlung eine Stele auf öffentlichem Straßenland. Die 2,20 Meter hohe Säule mit Porträtrelief wurde laut Gedenktafeln in Berlin am 14. Mai 1995 enthüllt, Hirschfelds 60. Todestag.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Otto-Suhr-Allee?

Die Otto-Suhr-Allee liegt vollständig im Tarifbereich A. Kauperts nennt als Haltestellen den U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz der U7 sowie die U2-Bahnhöfe Ernst-Reuter-Platz und Deutsche Oper, dazu die Buslinien 101, 109, 245 und 309. Aktuelle Fahrpläne und Umleitungen findest du bei der BVG.

Unter der Straße liegt ein Stück Verkehrsgeschichte. Der heutige U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz wurde 1978 an der neuen U7 eröffnet. Er ersetzte den U-Bahnhof Wilhelmplatz, den Endpunkt der ersten U-Bahn-Linie Charlottenburgs von 1906. Von dem alten Bahnhof ist laut Denkmaldatenbank nur ein Treppenzugang vor dem Haus Nummer 111 erhalten. Auf der Straße selbst endete eine Ära am 2. Oktober 1967: Die Linie 55 fuhr als letzte Straßenbahn West-Berlins von Hakenfelde bis zum Richard-Wagner-Platz. Die Otto-Suhr-Allee war an diesem Vormittag nach dem Tagesspiegel-Bericht von 1967 verstopft, weil Tausende den Abschiedskorso sehen wollten.

Häufige Fragen zur Otto-Suhr-Allee

Wo beginnt und endet die Otto-Suhr-Allee?

Die Otto-Suhr-Allee beginnt am Ernst-Reuter-Platz und endet am Luisenplatz, wo Spandauer Damm und Kaiser-Friedrich-Straße anschließen. Die gesamte Straße liegt im Ortsteil Charlottenburg und hat die Postleitzahl 10585.

Wie hieß die Otto-Suhr-Allee früher?

Bis 1957 hieß die Straße Berliner Straße, laut Bezirksamt trug sie diesen Namen seit 1859. Seit dem 3. September 1957 erinnert sie an Otto Suhr, der am 30. August 1957 als Regierender Bürgermeister von Berlin gestorben war.

Ist im Rathaus Charlottenburg ein Bürgeramt?

Nein. Das Rathaus an der Otto-Suhr-Allee 100 ist Sitz der Bezirksbürgermeisterin und der Bezirksverordnetenversammlung. Die Bürgerämter von Charlottenburg-Wilmersdorf liegen laut Service-Portal Berlin an der Heerstraße, am Hohenzollerndamm und an der Wilmersdorfer Straße.

Welche U-Bahnhöfe liegen an der Otto-Suhr-Allee?

Direkt an der Straße liegt der U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz der U7. Am Ernst-Reuter-Platz hält die U2, der U-Bahnhof Deutsche Oper liegt ebenfalls im Einzugsbereich. Dazu fahren die Buslinien 101, 109, 245 und 309.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Otto Suhr (1894–1957)
Person
Benennung
1957-09-03
Hintergrund
Otto Suhr (1894–1957), SPD-Politiker, 1951 Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin (West) und ab 1955 bis zu seinem Tod Regierender Bürgermeister von Berlin.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Berliner Straße —

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web