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Kaiserdamm: Verlauf, Lage und Anbindung

Die Prachtstraße Wilhelms II. vom Sophie-Charlotte-Platz zum Theodor-Heuss-Platz: Entstehung, die Episode als Adenauerdamm 1967/68, Baudenkmale, Gedenktafeln und Anbindung.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft der Kaiserdamm?
  2. Wie entstand der Kaiserdamm?
  3. Warum hieß der Kaiserdamm 1967 Adenauerdamm?
  4. Welche Baudenkmale stehen am Kaiserdamm?
  5. Welche Gedenktafeln gibt es am Kaiserdamm?
  6. Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Kaiserdamm?
  7. Häufige Fragen zum Kaiserdamm
  8. Quellen

Der Kaiserdamm verbindet in Charlottenburg und Westend den Sophie-Charlotte-Platz mit dem Theodor-Heuss-Platz und verlängert die Bismarckstraße nach Westen. Die Prachtstraße entstand 1904 bis 1906 auf Initiative Kaiser Wilhelms II. Von April 1967 bis Januar 1968 hieß sie Adenauerdamm, dann setzten mehr als 100.000 Unterschriften den alten Namen durch.

Der Kaiserdamm ist eine der großen Ost-West-Achsen im Berliner Westen und bis heute von Gebäuden aus der Kaiserzeit geprägt. Unter ihm fährt seit 1908 die U-Bahn, über die Kaiserdammbrücke rollt der Verkehr über Ringbahn und Stadtautobahn. Die Postleitzahl ist durchgehend 14057, die Hausnummern laufen laut Kauperts Straßenführer von 1 bis 40 und auf der Gegenseite von 80 bis 118 zurück. Hier liest du, wie die Straße entstand, warum sie acht Monate lang Adenauerdamm hieß, welche Baudenkmale und Gedenktafeln du dort findest und wie du hinkommst.

Wo verläuft der Kaiserdamm?

Der Kaiserdamm verläuft vom Sophie-Charlotte-Platz, wo Bismarckstraße, Schloßstraße und Suarezstraße zusammentreffen, nach Westen bis zum Theodor-Heuss-Platz. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf beschreibt ihn als wichtige Ost-West-Verkehrsstraße. Am Theodor-Heuss-Platz übernimmt die Heerstraße den Verkehr Richtung Spandau.

Etwa in der Mitte überquert der Kaiserdamm auf der Kaiserdammbrücke die S- und Fernbahngleise und seit 1966 auch die Stadtautobahn A 100. Die Brücke markiert nach Angaben der Denkmaldatenbank zugleich die Grenze zwischen den Ortsteilen Charlottenburg und Westend. Der Theodor-Heuss-Platz am westlichen Ende hieß bis 1933 und von 1947 bis 1963 Reichskanzlerplatz; seinen heutigen Namen bekam er am 18. Dezember 1963, sechs Tage nach dem Tod des ersten Bundespräsidenten. Über den Erwin-Barth-Platz, benannt nach dem Charlottenburger Gartenbaudirektor, gelangst du vom Kaiserdamm in den Lietzenseepark, wo die Orlando Magic neue Basketballplätze eröffnet haben.

Wie entstand der Kaiserdamm?

Der Kaiserdamm entstand von 1904 bis 1906 als Prachtstraße auf einem bis dahin unbefestigten Weg. Initiator war Kaiser Wilhelm II., nach dem die Straße benannt ist; Kauperts datiert die Benennung auf den 8. Dezember 1906. Laut Bezirksamt sollte die Achse von Berlin durch den Tiergarten über Charlottenburg bis zum Truppenübungsplatz Döberitz westlich von Spandau reichen.

Schon 1908 folgte die U-Bahn vom Knie, dem heutigen Ernst-Reuter-Platz, bis zum Reichskanzlerplatz. Der U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz nach Entwurf von Alfred Grenander wurde im März 1908 eröffnet. Ursprünglich reichte der Kaiserdamm im Westen bis zum Bahnhof Heerstraße; 1950 wurde das Stück zwischen dort und dem neu gestalteten Theodor-Heuss-Platz der Heerstraße zugeschlagen.

In der NS-Zeit wurde der Kaiserdamm Teil der Ost-West-Achse. Aus dieser Zeit stammen die Doppelleuchter, mit denen Albert Speer die Achse ausstatten ließ,, die bis heute an der Straße stehen. Zum 100. Geburtstag feierte die IG Kaiserdamm am 26. und 27. August 2006 ein Straßenfest mit Seifenkistenrennen, 2011 fand hier sogar die Europameisterschaft im Seifenkistenrennen statt.

Warum hieß der Kaiserdamm 1967 Adenauerdamm?

Der Kaiserdamm wurde 1967 zu Ehren des gerade verstorbenen Bundeskanzlers Konrad Adenauer umbenannt – und die West-Berliner wehrten sich. Adenauer starb am 19. April 1967. Am 26. April montierten Arbeiter die neuen Schilder, auch der U-Bahnhof hieß plötzlich Adenauerdamm. Der Tagesspiegel titelte damals: «Nach 61 Jahren muß der Kaiser abdanken».

Viele Berliner fühlten sich überrumpelt, zumal Adenauer in der geteilten Stadt nur bedingt beliebt war. Im Dezember 1967 unterschrieben mehr als 100.000 Menschen für die Rückbenennung. Am 15. Dezember 1967 stimmten SPD und FDP in der Charlottenburger Bezirksverordnetenversammlung per Dringlichkeitsantrag dafür, an einem Montag im Januar 1968 kehrten die alten Schilder zurück. Adenauer bekam später einen anderen Ort: den Adenauerplatz am Kurfürstendamm.

Welche Baudenkmale stehen am Kaiserdamm?

Der Kaiserdamm hat mehrere eingetragene Baudenkmale, vom wilhelminischen Polizeibau bis zum Appartementhaus der Neuen Sachlichkeit. Die Tabelle zeigt eine Auswahl nach der Berliner Denkmaldatenbank.

Baudenkmale am Kaiserdamm (Auswahl), Stand: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Adresse Bauwerk Bauzeit Entwurf
Kaiserdamm 1 Ehemaliges Polizeipräsidium Charlottenburg 1906–1910 Oskar Launer, Bauleitung Otto Klöppel
Kaiserdamm 25/25A Appartementhaus im Stil des Neuen Bauens 1928–1929 Hans Scharoun mit Georg Jacobowitz
Kaiserdamm 118 Mietshaus mit Läden, Ecke Suarezstraße 1907–1908 Hermann Heider
Kaiserdammbrücke Straßen- und U-Bahnbrücke, 87 m lang, 50 m breit 1906, Umbau 1962–1965 Bernhard Schaede
Sophie-Charlotte-Platz U-Bahnhof 1906–1908 Alfred Grenander

Das Polizeipräsidium wurde am 4. Juli 1910 eröffnet. Heute arbeiten dort nach Angaben des Bezirksamts der Polizeiabschnitt 24 und das Referat Umweltkriminalität des Landeskriminalamts. Eine Gedenktafel erinnert seit 2010 an Bernhard Weiß, den Berliner Vizepolizeipräsidenten von 1927 bis 1932, der hier eine Dienstwohnung hatte. Das Scharoun-Haus mit Ein- und Zweizimmerapartments gilt laut Denkmaldatenbank als nahezu unverändertes Werk des Architekten.

Welche Gedenktafeln gibt es am Kaiserdamm?

Am Kaiserdamm erinnern mehrere Berliner Gedenktafeln an frühere Bewohner. Am Haus Nummer 28 hängt seit 2003 die Tafel für Alfred Döblin, der hier von 1930 bis 1933 wohnte und als Arzt praktizierte. Das Bezirksamt ergänzt, dass der Umzug in die Achtzimmerwohnung erst im Januar 1931 vollzogen wurde; nach dem Reichstagsbrand floh Döblin aus Deutschland. Weitere Tafeln hängen für Erich Maria Remarque (Nummer 114, er wohnte hier 1925), die Schauspielerin Maly Delschaft (Nummer 89, 1935 bis 1995), den Automobilpionier August Horch (Nummer 97, 1934 bis 1943) und den Dramatiker Ferdinand Bruckner (Nummer 102).

Am Haus Kaiserdamm 77–79 erinnert eine Tafel an die jüdische Theodor-Herzl-Schule, die sich dort von 1933 bis 1938 befand. Die Schulleiterin Paula Fürst wohnte zuletzt am Kaiserdamm 101; vor dem Haus liegt seit 2015 ein Stolperstein für sie. 1942 wurde sie nach Minsk deportiert und ermordet. Die Adressen und Texte aller Stationen dokumentiert das Bezirksamt zum 110. Jubiläum des Kaiserdamms.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Kaiserdamm?

Der Kaiserdamm ist mit U-Bahn, S-Bahn und Bus gut erreichbar. Kauperts nennt die U2-Bahnhöfe Sophie-Charlotte-Platz und Kaiserdamm im Tarifbereich A sowie Theodor-Heuss-Platz im Tarifbereich B. Am U-Bahnhof Kaiserdamm steigst du zur Ringbahn am barrierefreien S-Bahnhof Messe Nord/ICC um, praktisch für Messen und Events auf dem Messegelände. Dazu kommen die Buslinien X34, X49, M49, 104, 109, 139, 218, 309 und 349.

Mit dem Auto ist der Kaiserdamm vor allem Durchgangsstraße: Auf der Kaiserdammbrücke liegen je Richtung fünf Fahrspuren, dazu Rad- und Gehweg. Der Tagesspiegel zählte 2007 rund 60.000 Autos am Tag. Aktuelle Sperrungen, etwa bei Veranstaltungen, meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.

Häufige Fragen zum Kaiserdamm

Wo beginnt und endet der Kaiserdamm?

Der Kaiserdamm beginnt im Osten am Sophie-Charlotte-Platz, wo Bismarckstraße, Schloßstraße und Suarezstraße zusammentreffen, und endet im Westen am Theodor-Heuss-Platz. Von dort führt die Heerstraße weiter Richtung Spandau. Die Straße liegt in den Ortsteilen Charlottenburg und Westend.

Wann hieß der Kaiserdamm Adenauerdamm?

Ab dem 26. April 1967 hing am Kaiserdamm das Schild Adenauerdamm, eine Woche nach dem Tod von Konrad Adenauer. Nach Protesten mit mehr als 100.000 Unterschriften beschloss die Charlottenburger Bezirksverordnetenversammlung im Dezember 1967 die Rückbenennung, im Januar 1968 kamen die alten Schilder zurück.

Welche Postleitzahl hat der Kaiserdamm?

Der gesamte Kaiserdamm hat die Postleitzahl 14057. Die Hausnummern laufen laut Kauperts auf der einen Seite von 1 bis 40 und auf der anderen Seite von 80 bis 118 zurück. Zuständig sind Amtsgericht und Finanzamt Charlottenburg.

Welche U-Bahnhöfe liegen am Kaiserdamm?

Unter dem Kaiserdamm fährt die U2 mit den Bahnhöfen Sophie-Charlotte-Platz, Kaiserdamm und Theodor-Heuss-Platz. Am U-Bahnhof Kaiserdamm kannst du zur Ringbahn am S-Bahnhof Messe Nord/ICC umsteigen, dort halten die Linien S41, S42 und S46.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Kaiser Wilhelm II. (1859–1941)
Person
Benennung
1906-12-08
Hintergrund
Wilhelm II. (1859–1941), Deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918. Auf seine Initiative wurde der Kaiserdamm 1904 bis 1906 als Prachtstraße angelegt.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web