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Spandauer Damm: Verlauf, Lage und Anbindung

Der Spandauer Damm führt vom Schloss Charlottenburg bis an die Grenze zu Spandau: Verlauf, Postleitzahlen je Hausnummer, Geschichte seit 1708, Meilenstein und Anbindung.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft der Spandauer Damm?
  2. Wie alt ist die Straße nach Spandau?
  3. Was steht am Spandauer Damm?
  4. Was hat es mit dem Meilenstein vor der Nummer 7 auf sich?
  5. Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Spandauer Damm?
  6. Häufige Fragen zum Spandauer Damm
  7. Quellen

Der Spandauer Damm ist die fast vier Kilometer lange Ausfallstraße vom Luisenplatz am Schloss Charlottenburg bis zur Rominter Allee an der Grenze zu Spandau. Seinen heutigen Namen trägt er seit dem 30. März 1950. Die Hausnummern 1 bis 271 gehören zu Charlottenburg-Wilmersdorf, die Nummern 274 bis 280 zum Bezirk Spandau.

Der Spandauer Damm setzt am Schloss Charlottenburg die Otto-Suhr-Allee nach Westen fort und führt über den Spandauer Berg durch Westend. An ihm liegen das Schloss, der Bahnhof Westend, das DRK-Klinikum Westend und eine der größten Kleingartenregionen Charlottenburgs. Den Weg über Charlottenburg nach Spandau gibt es seit gut 300 Jahren; Friedrich I. ordnete ihn 1708 an. Hier erfährst du, wo die Straße verläuft, welche Postleitzahl für welche Hausnummer gilt, was an ihr steht und wie du mit Bus und Bahn hinkommst.

Wo verläuft der Spandauer Damm?

Der Spandauer Damm verläuft laut Kauperts Straßenführer vom Luisenplatz mit Otto-Suhr-Allee und Kaiser-Friedrich-Straße bis zur Rominter Allee, wo die Charlottenburger Chaussee beginnt. Die Straße berührt drei Ortsteile: Charlottenburg im Osten, Westend im mittleren und westlichen Teil und ganz am Ende Spandau. Ungerade Hausnummern liegen links, gerade rechts.

Die Bezirksgrenze läuft über die Straße hinweg, und das hat Folgen für deinen Behördengang. Für die Nummern 1 bis 271 sind Amtsgericht, Grundbuchamt und Finanzamt Charlottenburg zuständig, für die Nummern 274 bis 280 die entsprechenden Stellen in Spandau. Auch drei Polizeiabschnitte teilen sich die Straße. Welche Postleitzahl wo gilt, zeigt die Tabelle.

Postleitzahlen und Ortsteile am Spandauer Damm nach Hausnummer, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummern Postleitzahl Ortsteil Bezirk
1–90 14059 Charlottenburg Charlottenburg-Wilmersdorf
95–113 14059 Westend Charlottenburg-Wilmersdorf
115–218 14050 Westend Charlottenburg-Wilmersdorf
217–271 14052 Westend Charlottenburg-Wilmersdorf
274–280 (gerade) 14052 Spandau Spandau

Wie alt ist die Straße nach Spandau?

Die Verbindung von Berlin über Charlottenburg nach Spandau geht auf eine Entscheidung von 1708 zurück. Bis dahin lief der Weg nördlich der Spree durch die Jungfernheide. Friedrich I. bestimmte, den Verkehr über Charlottenburg zu leiten, umgesetzt hat es sein Sohn Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1718: Er öffnete den Tiergarten für den öffentlichen Verkehr. So schildert es das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zum 75. Geburtstag des Straßennamens.

Der neue Weg führte über den Spandauer Berg, einen sandigen Höhenzug aus der Eiszeit. Im 19. Jahrhundert wurde er zur befestigten Chaussee zwischen Berlin und Hamburg ausgebaut und in gerader Linie am Schloss vorbeigeführt. Die Folge: Der Schlosshof musste aufgeschüttet werden, weil sich dort das Regenwasser sammelte. Noch um 1900 war die Gegend kaum bebaut und ein Ausflugsziel mit Wirtshäusern und Biergärten; die bekanntesten waren der «Spandauer Bock» und die «Spandauerberg-Brauerei». Beide wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Einen einheitlichen Namen hatte der Straßenzug lange nicht. Kauperts listet unter anderem «Weg nach Spandau», «Straße von Spandau», «Spandauer Berg», «Spandauer Straße» und «Spandauer Chaussee». Seit dem 30. März 1950 heißt die ganze Strecke Spandauer Damm, benannt nach der bis 1920 selbstständigen Stadt Spandau.

Was steht am Spandauer Damm?

Das Schloss Charlottenburg ist die bekannteste Adresse am Spandauer Damm: Die Denkmaldatenbank führt es unter den Nummern 10 und 20/22. Im Theaterbau am Schloss zeigt das Käthe-Kollwitz-Museum seit 2022 seine Sammlung, vorher war es fast vier Jahrzehnte in der Fasanenstraße. Öffnungszeiten und Tickets für das Schloss stehen in unserem Beitrag zu Schloss Charlottenburg. Gegenüber, an der Ecke Schloßstraße, stehen die beiden Stülerbauten, ursprünglich Kasernen der preußischen Garde, heute Museum Berggruen und Sammlung Scharf-Gerstenberg.

Weiter westlich folgt eine Reihe von Baudenkmalen. Das Wilhelm-Stift an der Nummer 62, gegründet auf Initiative der Dänin Abelone Jensen und 1867 eröffnet, gehört zu den ältesten sozialen Einrichtungen Charlottenburgs. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Westend an der Nummer 89 entwarfen Kayser & von Großheim 1883/84. An der Nummer 130 liegt das DRK-Klinikum Westend: Das städtische Krankenhaus wurde ab 1901 nach Plänen von Heino Schmieden und Julius Boethke in Pavillonbauweise errichtet und 1904 eröffnet. Der Dichter Gottfried Benn arbeitete dort 1912 und 1913 als junger Arzt in der Pathologie.

Zwischen Spandauer Damm und Akazienallee stehen die beiden Wassertürme von Westend, 1881 und 1909 für die Villenkolonie gebaut, 27 und 60 Meter hoch. Seit dem Verkauf durch die Berliner Wasserbetriebe 2008 wurden sie zu Wohnungen umgebaut. Am Spandauer Damm beginnen außerdem die Kleingärten der Region Ruhwald, rund 20 Kolonien, die sich bis zur Spree erstrecken; die ersten Parzellen wurden 1885 vergeben. In den 1970er- und 1980er-Jahren wehrten rund 40.000 Berlinerinnen und Berliner per Petition eine Bebauung ab. Wie du an einen Garten kommst, erklärt unser Überblick zu den Kleingärten in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Was hat es mit dem Meilenstein vor der Nummer 7 auf sich?

Der Meilenstein vor dem ehemaligen Marstall am Spandauer Damm 7, Ecke Nithackstraße, ist eine rund sechs Meter hohe Sandsteinsäule mit vergoldeter Kugel und der Inschrift «1 Meile von Berlin». Gemeint ist die Entfernung zum Berliner Stadtschloss; eine preußische Meile entspricht nach Angaben des Bezirksamts 7,5342 Kilometern.

Wann die Säule aufgestellt wurde, ist ungeklärt. Das Bezirksamt vermutet 1798, die Denkmaldatenbank hält 1822 für möglich und sicher nur einen Zeitraum zwischen 1800 und 1846; der Entwurf wird Friedrich August Stüler zugeschrieben. Nach der Umstellung auf das metrische System stand sie 1875 kurz als Kilometerstein am Spandauer Berg, bis Wilhelm I. per Kabinettsordre ihre Rückkehr anordnete. 1905 musste sie vom Luisenplatz auf die gegenüberliegende Straßenseite weichen, weil dort ein Reiterdenkmal für Kaiser Friedrich III. entstand.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Spandauer Damm?

Der Spandauer Damm ist vor allem über den Busverkehr erschlossen. Kauperts nennt die Linien M45, 104, 109, 130, 139 und 309, dazu den S-Bahnhof Westend der Ringbahnlinien S41, S42 und S46 im Tarifbereich A sowie die U2-Bahnhöfe Neu-Westend und Ruhleben im Tarifbereich B. Aktuelle Fahrpläne und Umleitungen findest du bei der BVG und der S-Bahn Berlin.

Der Bahnhof Westend hat eine wechselvolle Geschichte. Er wurde 1877 als «Charlottenburg-Westend» eröffnet, um die neue Villenkolonie anzubinden. Nach einem Streik stellte die DDR-Reichsbahn 1980 den Betrieb auf dem westlichen Ring ein, erst 1993 fuhren wieder Züge. Seitdem erreichst du den Bahnsteig über zwei gläserne Zugänge von der Spandauer-Damm-Brücke; das historische Empfangsgebäude hat laut Denkmaldatenbank keinen Zugang mehr zu den Gleisen.

Häufige Fragen zum Spandauer Damm

Wo beginnt und endet der Spandauer Damm?

Der Spandauer Damm beginnt am Luisenplatz, wo Otto-Suhr-Allee und Kaiser-Friedrich-Straße enden, und führt nach Westen bis zur Rominter Allee. Dort setzt ihn die Charlottenburger Chaussee in Spandau fort. Das Bezirksamt beziffert die Länge auf fast vier Kilometer.

Welche Postleitzahl hat der Spandauer Damm?

Der Spandauer Damm hat drei Postleitzahlen. Laut Kauperts gilt 14059 für die Nummern 1 bis 113, 14050 für 115 bis 218 und 14052 für 217 bis 280. Die Nummern 274 bis 280 liegen bereits im Bezirk Spandau.

Seit wann heißt die Straße Spandauer Damm?

Den Namen Spandauer Damm trägt die Straße seit dem 30. März 1950. Vorher hießen die Abschnitte unter anderem Spandauer Straße, Spandauer Berg und Spandauer Chaussee. Das Bezirksamt nennt als frühesten Namen «Weg nach Spandau» (1767 bis 1777).

Welche Adresse hat das Schloss Charlottenburg?

Schloss Charlottenburg hat laut Denkmaldatenbank die Adresse Spandauer Damm 10 und 20/22. Unter Nummer 10 ist auch das Käthe-Kollwitz-Museum erreichbar, das seit 2022 im Theaterbau am Schloss untergebracht ist.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Spandau
Ort / Geografie
Benennung
1950-03-30
Hintergrund
Benannt nach Spandau, bis 1920 selbstständige Stadt und seitdem Berliner Bezirk. Die Straße ist die alte Verbindung von Charlottenburg nach Spandau.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web