BVV-Wahl Charlottenburg-Wilmersdorf: CDU vorn mit 24,0 Prozent

Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie hat Charlottenburg-Wilmersdorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
- Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl der Bezirksbürgermeisterin?
- Welche Bündnisse sind im Rathaus Charlottenburg möglich?
- Wer soll Bezirksbürgermeisterin oder Bezirksbürgermeister werden?
- Wie hat Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
- Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf
- Quellen
Bei der BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf am 20. September 2026 blieb die CDU mit 24,0 Prozent stärkste Kraft, verlor aber 6,7 Punkte. Die Grünen kamen auf 22,5, die Linke auf 17,3 Prozent. Die bisherige schwarz-grüne Zählgemeinschaft hat nach der amtlichen Sitzverteilung nur noch 27 der 55 Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,2 Prozent.
Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. In der BVV ändern sich nur Stimmenzahlen (CDU 40.949, Grüne 38.493 Stimmen, 172.007 Wählende); Anteile und Sitze bleiben, die schwarz-grüne Zählgemeinschaft hat weiter 27 von 55 Sitzen. Die Zweitstimmenanteile der Abgeordnetenhauswahl im Bezirk sind unverändert. Die neue BVV muss laut Bezirksverwaltungsgesetz spätestens am 1. November 2026 zusammentreten.
Charlottenburg-Wilmersdorf bleibt bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) knapp in der Hand der CDU – aber das Bündnis, das seit 2023 im Rathaus Charlottenburg regiert, hat seine Mehrheit verloren. Die CDU kam laut amtlichem Endergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 12. Oktober 2026 auf 24,0 Prozent und 40.949 Stimmen, die Grünen auf 22,5 Prozent und 38.493 Stimmen. Den größten Sprung machte die Linke: plus 10,4 Punkte auf 17,3 Prozent. Von 241.631 Wahlberechtigten gaben 172.007 ihre Stimme ab, das sind 71,2 Prozent und 10,0 Punkte mehr als 2023.
Wie hat Charlottenburg-Wilmersdorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
Die BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf hat die CDU vor Grünen, Linke und SPD gewonnen. CDU und SPD verloren deutlich, die AfD legte um 4,3 Punkte auf 9,5 Prozent zu. Für einen Sitz in der BVV reichen 3 Prozent der Stimmen – deshalb sind neben der FDP mit 4,1 Prozent auch BSW (3,2) und Volt (3,0) vertreten. Acht Parteien ziehen damit in die Bezirksverordnetenversammlung ein, so viele wie in keinem anderen Berliner Bezirk.
| Partei | Stimmenanteil | Veränderung | Sitze (von 55) |
|---|---|---|---|
| CDU | 24,0 % | −6,7 | 14 |
| Grüne | 22,5 % | −1,4 | 13 |
| Die Linke | 17,3 % | +10,4 | 10 |
| SPD | 14,7 % | −5,1 | 9 |
| AfD | 9,5 % | +4,3 | 5 |
| FDP | 4,1 % | −2,6 | 2 |
| BSW | 3,2 % | neu | 1 |
| Volt | 3,0 % | +1,6 | 1 |
| Tierschutzpartei | 1,8 % | −0,3 | – |
Die Sitzzahlen stammen aus der Übersicht von t-online vom 21. September 2026. Unsere Nachrechnung nach d’Hondt mit dem amtlichen Endergebnis vom 12. Oktober 2026 ergibt dieselbe Verteilung.
Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl der Bezirksbürgermeisterin?
Die schwarz-grüne Zählgemeinschaft in Charlottenburg-Wilmersdorf hat nach der amtlichen Sitzverteilung mit 27 von 55 Sitzen keine Mehrheit mehr. Für die Wahl der Bezirksbürgermeisterin oder des Bezirksbürgermeisters durch die neue BVV braucht ein Bündnis mindestens 28 Stimmen. CDU und Grüne brauchen also einen dritten Partner – oder es bildet sich eine andere Mehrheit.
Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt liegt grundsätzlich bei der stärksten Fraktion, kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung).
Welche Bündnisse sind im Rathaus Charlottenburg möglich?
- CDU und Grüne machen weiter und holen einen dritten Partner dazu: Mit der FDP kämen sie auf 29 Sitze, mit der SPD auf 36.
- Grüne, Linke und SPD bilden ein linkes Bündnis mit zusammen 32 Sitzen. Amtsinhaberin Kirstin Bauch (Grüne) könnte dann nur mit Unterstützung von Linke und SPD im Amt bleiben.
- Rechnet man die sechs Posten im Bezirksamt nach d’Hondt auf Basis der amtlichen Sitzverteilung, entfielen je zwei auf CDU und Grüne und je einer auf Linke und SPD; die AfD ginge leer aus. Das ist eine BerlinEcho-Rechnung; verbindlich wird die Verteilung erst mit der Wahl in der BVV.
Wer soll Bezirksbürgermeisterin oder Bezirksbürgermeister werden?
Kirstin Bauch (Grüne) ist amtierende Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf. Ob sie im Amt bleibt, hängt davon ab, welche Zählgemeinschaft sich in der neuen BVV findet. Wer ins Rathaus einzieht, entscheidet die neue BVV; einen Termin für ihre erste Sitzung haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.
Wie hat Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl lag die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 25,4 Prozent der Zweitstimmen vorn (Landeswahlleiter, amtliches Endergebnis), vor Linke (19,9), Grünen (18,1), SPD (14,8) und AfD (9,7). Die Wahlbeteiligung lag bei 76,2 Prozent.
Von den sieben Wahlkreisen gewann die CDU vier: Ariturel Hack (Charlottenburg-Wilmersdorf 2), Aldona Niemczyk (4), Sandra Khalatbari (5) und Felor Badenberg (7). Die Grünen holten mit Petra Vandrey (3) und Jakob Zimmer (6) zwei Wahlkreise, die Linke mit Niklas Schenker den Wahlkreis 1.
Auf Landesebene sondieren Linke, Grüne und SPD seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus; alle Varianten stehen im Artikel zur Koalition in Berlin 2026. Die Ergebnisse aller Bezirke findest du in der Übersicht zur BVV-Wahl 2026, den Nachbarbezirk im Artikel zur BVV-Wahl in Spandau und weitere Meldungen unter Charlottenburg-Wilmersdorf.
Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf
Wer hat die BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf gewonnen?
Die CDU ist bei der BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf am 20. September 2026 mit 24,0 Prozent stärkste Kraft geblieben, hat aber 6,7 Prozentpunkte verloren. Die Grünen folgen mit 22,5 Prozent knapp dahinter, die Linke kam auf 17,3 Prozent, die SPD auf 14,7 Prozent. Das ist das amtliche Endergebnis des Landeswahlleiters vom 12. Oktober 2026.
Bleibt Kirstin Bauch Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf?
Das ist offen. Die schwarz-grüne Zählgemeinschaft, mit der Kirstin Bauch (Grüne) seit 2023 regiert, hat nach der amtlichen Sitzverteilung nur noch 27 der 55 Sitze und damit keine Mehrheit. Bauch könnte mit einem dritten Partner an der Seite der CDU oder in einem Bündnis mit Linke und SPD im Amt bleiben.
Wie viele Parteien sitzen in der neuen BVV Charlottenburg-Wilmersdorf?
Acht Parteien haben die Sperrklausel von 3 Prozent überschritten: CDU, Grüne, Linke, SPD, AfD, FDP, BSW und Volt. Volt schaffte es mit 3,0 Prozent knapp. Die Tierschutzpartei blieb mit 1,8 Prozent darunter. Wahlberechtigt waren für die BVV 241.631 Menschen, darunter auch EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie Jugendliche ab 16 Jahren.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: BVV-Wahl Charlottenburg-Wilmersdorf, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 (abgerufen am 13.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 (abgerufen am 13.10.2026)
- t-online: BVV-Wahl Berlin 2026 – Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken (21.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de, Landeszentrale für politische Bildung: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung (abgerufen am 29.09.2026)
- Handelsblatt/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Linke, Grüne und SPD sprechen über heikle Themen (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Landeswahlausschuss hat endgültiges Ergebnis festgestellt (12.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
- Tagesspiegel: Liveblog zu den Sondierungen von Linke, Grünen und SPD (Stand 12.10.2026, abgerufen am 13.10.2026)
- dpa-AFX: Linke, Grüne und SPD in Berlin beschließen Sondierungen (08.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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