BVV-Wahl Berlin 2026: Ergebnisse aller zwölf Bezirke
Inhalt (7 Abschnitte)
Die Linke ist nach den BVV-Wahlen vom 20. September 2026 in sechs von zwölf Berliner Bezirken stärkste Kraft, die CDU in vier, die Grünen in Tempelhof-Schöneberg und die AfD in Marzahn-Hellersdorf. 2023 lag die CDU noch in neun Bezirken vorn. Die Wahlbeteiligung bei den BVV-Wahlen lag berlinweit bei 69,8 Prozent.
Berlins Bezirke haben sich am 20. September 2026 neu sortiert. Bei den Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) gewann die Linke überall Stimmen dazu und liegt jetzt in sechs Bezirken vorn – von Mitte bis Lichtenberg. Die CDU verlor in allen zwölf Bezirken, bleibt aber im Westen und Südwesten stärkste Kraft. Grundlage ist das vorläufige Ergebnis des Landeswahlleiters vom 21. September 2026.
Wer liegt in welchem Bezirk vorn?
Die stärkste Partei in den zwölf Berliner BVVs ist nach der Wahl vom 20. September 2026 sechsmal die Linke, viermal die CDU und je einmal die Grünen und die AfD. Die Tabelle zeigt die stärkste Kraft 2026, die stärkste Kraft 2023 und die Wahlbeteiligung. Ein Klick auf den Bezirk führt zum ausführlichen Artikel mit allen Parteien, Sitzen und der Frage, wer Bezirksbürgermeister wird.
| Bezirk | Stärkste Kraft 2026 | Stärkste Kraft 2023 | Wahlbeteiligung |
|---|---|---|---|
| Mitte | Linke (33,7 %) | Grüne | 63,8 % |
| Friedrichshain-Kreuzberg | Linke (40,1 %) | Grüne | 72,0 % |
| Pankow | Linke (26,7 %) | Grüne | 75,7 % |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | CDU (24,0 %) | CDU | 71,2 % |
| Spandau | CDU (27,7 %) | CDU | 63,2 % |
| Steglitz-Zehlendorf | CDU (28,5 %) | CDU | 76,4 % |
| Tempelhof-Schöneberg | Grüne (22,7 %) | CDU | 71,4 % |
| Neukölln | Linke (32,0 %) | CDU | 64,7 % |
| Treptow-Köpenick | Linke (25,5 %) | CDU | 73,3 % |
| Marzahn-Hellersdorf | AfD (33,8 %) | CDU | 66,2 % |
| Lichtenberg | Linke (30,4 %) | CDU | 68,8 % |
| Reinickendorf | CDU (27,4 %) | CDU | 66,5 % |
Wie haben die Parteien in den Bezirken abgeschnitten?
Die Ergebnisse der sechs größten Parteien bei den BVV-Wahlen 2026 unterscheiden sich stark zwischen Innenstadt und Außenbezirken. Die Linke reicht von 12,6 Prozent in Steglitz-Zehlendorf bis 40,1 Prozent in Friedrichshain-Kreuzberg. Die AfD liegt zwischen 5,6 Prozent in Friedrichshain-Kreuzberg und 33,8 Prozent in Marzahn-Hellersdorf.
| Bezirk | Linke | CDU | Grüne | AfD | SPD | BSW |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitte | 33,7 | 12,7 | 22,4 | 8,7 | 10,4 | 4,0 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 40,1 | 7,7 | 25,2 | 5,6 | 8,8 | 3,3 |
| Pankow | 26,7 | 12,9 | 22,4 | 15,0 | 9,9 | 4,9 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 17,3 | 24,0 | 22,5 | 9,5 | 14,7 | 3,2 |
| Spandau | 14,6 | 27,7 | 8,4 | 20,6 | 16,1 | 4,2 |
| Steglitz-Zehlendorf | 12,6 | 28,5 | 21,7 | 10,5 | 14,8 | 2,9 |
| Tempelhof-Schöneberg | 20,3 | 20,2 | 22,7 | 11,7 | 14,0 | 3,8 |
| Neukölln | 32,0 | 15,6 | 14,8 | 13,6 | 13,5 | 4,2 |
| Treptow-Köpenick | 25,5 | 13,1 | 9,8 | 23,1 | 14,6 | 5,8 |
| Marzahn-Hellersdorf | 20,3 | 18,2 | 6,0 | 33,8 | 7,4 | 7,1 |
| Lichtenberg | 30,4 | 14,2 | 8,9 | 23,5 | 8,6 | 7,0 |
| Reinickendorf | 14,9 | 27,4 | 12,2 | 18,5 | 14,9 | 3,9 |
Für den Einzug in eine BVV gilt eine Hürde von drei Prozent. Das BSW übersprang sie in elf Bezirken, nur in Steglitz-Zehlendorf blieb es mit 2,9 Prozent darunter. Die stärksten BSW-Ergebnisse gab es in Marzahn-Hellersdorf (7,1 Prozent) und Lichtenberg (7,0 Prozent).
Wo hat sich am meisten verändert?
Die größten Verschiebungen bei den BVV-Wahlen 2026 gab es im Osten und in der Innenstadt. In Friedrichshain-Kreuzberg legte die Linke um 19,6 Punkte zu, in Mitte um 17,9 und in Neukölln um 17,6 Punkte. Die CDU verlor in Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf je 13,2 Punkte, in Spandau 11,7 und in Neukölln 11,6. Die Grünen verloren in Friedrichshain-Kreuzberg 9,5 Punkte, konnten aber Tempelhof-Schöneberg mit 22,7 Prozent knapp vor Linke (20,3) und CDU (20,2) gewinnen.
Die SPD verlor in allen zwölf Bezirken und kommt nirgends auf mehr als 16,1 Prozent (Spandau). Am stärksten fiel sie in Neukölln – dem Bezirk des bisherigen Bürgermeisters Martin Hikel – mit einem Minus von 10,6 Punkten.
Was bedeutet das Ergebnis für die Bezirksämter?
Die Bezirksämter in Berlin werden nicht direkt gewählt: Die neue BVV wählt die Bezirksbürgermeisterin oder den Bezirksbürgermeister und die Stadträtinnen und Stadträte. Die Posten im Bezirksamt stehen den Fraktionen nach ihrer Stärke zu, für das Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters braucht es eine Mehrheit in der BVV, oft über Zählgemeinschaften mehrerer Fraktionen. Stärkste Kraft zu sein, heißt deshalb nicht automatisch, das Rathaus zu führen.
Das zeigt sich besonders in Marzahn-Hellersdorf, wo die AfD vorn liegt, und in Tempelhof-Schöneberg, wo drei Parteien fast gleichauf sind. Wie die Lage in jedem Bezirk aussieht, steht in den Bezirksartikeln, zum Beispiel zu Marzahn-Hellersdorf, Neukölln oder Tempelhof-Schöneberg.
Wie es weitergeht
Das amtliche Endergebnis will der Landeswahlausschuss nach Angaben der Landeswahlleitung am 12. Oktober 2026 feststellen. Danach konstituieren sich die zwölf BVVs und wählen die neuen Bezirksämter. Auf Landesebene verhandeln Linke, Grüne und SPD über eine Koalition – den Stand zeigt unser Überblick zur Koalition in Berlin. Die Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahl nach Parteien findest du in der Rubrik Berlin-Wahl 2026.
Häufige Fragen zu den BVV-Wahlen 2026
Wer hat die BVV-Wahlen 2026 in Berlin gewonnen?
Die Linke wurde bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September 2026 in sechs Bezirken stärkste Kraft: Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Neukölln, Treptow-Köpenick und Lichtenberg. Die CDU liegt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf vorn, die Grünen in Tempelhof-Schöneberg, die AfD in Marzahn-Hellersdorf. Grundlage ist das vorläufige Ergebnis des Landeswahlleiters.
Wo ist die AfD bei der BVV-Wahl stärkste Kraft?
Die AfD ist nur in Marzahn-Hellersdorf stärkste Kraft, mit 33,8 Prozent und einem Plus von 14,2 Punkten. Zweitstärkste Partei ist sie in Spandau (20,6 Prozent), Treptow-Köpenick (23,1 Prozent), Lichtenberg (23,5 Prozent) und Reinickendorf (18,5 Prozent). Welche Folgen das für das Bezirksamt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf.
Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?
Bei den BVV-Wahlen dürfen auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten mit Wohnsitz in Berlin wählen, außerdem gilt wie beim Abgeordnetenhaus das Wahlalter 16. Deshalb waren bei den BVV-Wahlen 2.729.396 Menschen wahlberechtigt, bei der Abgeordnetenhauswahl 2.487.318. Die Beteiligung lag bei den BVV-Wahlen mit 69,8 Prozent niedriger als beim Abgeordnetenhaus mit 74,2 Prozent.
Wann werden die neuen Bezirksbürgermeister gewählt?
Die Bezirksbürgermeisterinnen und -bürgermeister werden von der neu gewählten Bezirksverordnetenversammlung gewählt, in der Regel in einer der ersten Sitzungen nach der Wahl. Einen offiziellen Termin für alle zwölf Bezirke gab es bis zum 29. September 2026 nicht. Den Stand der Gespräche in den einzelnen Bezirken steht in den verlinkten Bezirksartikeln.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: Ergebnisse der BVV-Wahlen 2026, Bezirke 01–12 (vorläufiges Ergebnis, Stand 21.09.2026, abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, vorläufiges Ergebnis
- Landeswahlleitung: Ergebnisse und Termine der Berliner Wahlen 2026
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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