BVV-Wahl Treptow-Köpenick: Linke 25,5, AfD 23,1 Prozent

Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie hat Treptow-Köpenick bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
- Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl der Bezirksbürgermeisterin?
- Was heißt das Ergebnis für die AfD im Bezirksamt Treptow-Köpenick?
- Wer regiert Treptow-Köpenick bisher?
- Wie hat Treptow-Köpenick bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
- Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Treptow-Köpenick
- Quellen
Bei der BVV-Wahl in Treptow-Köpenick am 20. September 2026 wurde die Linke mit 25,5 Prozent knapp stärkste Kraft vor der AfD mit 23,1 Prozent. SPD und CDU verloren deutlich. Linke, SPD und Grüne haben nach vorläufiger Verteilung zusammen 30 der 55 Sitze und damit eine Mehrheit für die Bürgermeisterwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,3 Prozent.
Update vom 2. Oktober 2026: Ergänzt ist der Stand auf Landesebene nach dem ersten Vorgespräch von Linke, Grünen und SPD am 1. Oktober. Einen Termin für die konstituierende Sitzung der neuen BVV und die Wahl des Bezirksamts haben wir auch bis zum 2. Oktober nicht gefunden. Der Artikel wurde am 29. September nach der Wahl vollständig überarbeitet. Am 2. Oktober haben wir zudem die Belege überarbeitet und Zitate sowie Einschätzungen gestrichen, die sich nicht mit frei zugänglichen Quellen belegen lassen.
Treptow-Köpenick hat bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein Kopf-an-Kopf-Rennen erlebt. Die Linke kam laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 21. September 2026 auf 41.486 Stimmen und 25,5 Prozent, die AfD auf 37.644 Stimmen und 23,1 Prozent. Der Abstand: 3.842 Stimmen. SPD (14,6 Prozent) und CDU (13,1 Prozent) verloren 7,8 beziehungsweise 10,3 Punkte. Von 223.805 Wahlberechtigten gingen 164.100 zur Wahl, das sind 73,3 Prozent und 12,3 Punkte mehr als 2023.
Wie hat Treptow-Köpenick bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
Die BVV-Wahl in Treptow-Köpenick hat die Linke mit 2,4 Punkten Vorsprung vor der AfD gewonnen. Beide Parteien legten um rund zehn Punkte zu, während die CDU 10,3 und die SPD 7,8 Punkte verloren. In die BVV ziehen sechs Parteien ein, für Sitze gilt eine Sperrklausel von 3 Prozent. Neu dabei ist das BSW mit 5,8 Prozent – einer seiner höheren Werte in Berlin.
| Partei | Stimmenanteil | Veränderung | Sitze (von 55) |
|---|---|---|---|
| Die Linke | 25,5 % | +10,1 | 15 |
| AfD | 23,1 % | +9,1 | 14 |
| SPD | 14,6 % | −7,8 | 9 |
| CDU | 13,1 % | −10,3 | 8 |
| Grüne | 9,8 % | −2,5 | 6 |
| BSW | 5,8 % | neu | 3 |
| Tierschutzpartei | 2,3 % | −1,2 | – |
| FDP | 1,8 % | −1,5 | – |
| Volt | 1,8 % | neu | – |
| Die PARTEI | 1,0 % | −1,1 | – |
| Berlin Retten | 0,6 % | neu | – |
| DKP | 0,2 % | neu | – |
| Losdemokratie | 0,2 % | neu | – |
| Heimat | 0,1 % | −0,1 | – |
Die Sitzzahlen stammen aus einer Übersicht von t-online und sind vorläufig; eine Nachrechnung von BerlinEcho mit dem d’Hondt-Verfahren kommt auf dieselbe Verteilung.
Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl der Bezirksbürgermeisterin?
Die Bezirksbürgermeisterin oder der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick wird von der neuen BVV gewählt. Eine Mehrheit in der 55-köpfigen Versammlung beginnt bei 28 Sitzen. Linke, SPD und Grüne kommen zusammen auf 30 Sitze. Die drei Parteien bilden im Bezirk schon bisher eine Zählgemeinschaft (Treptow-Köpenick Zeitung); setzen sie sie fort, hätten sie die Mehrheit, um die Linken-Spitzenkandidatin Carolin Weingart zur Bezirksbürgermeisterin zu wählen.
Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt hat grundsätzlich die stärkste Fraktion, es kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung). Die sechs Posten im Bezirksamt, Bürgermeister und fünf Stadträte, werden nach Stärke der Fraktionen im Höchstzahlverfahren nach d’Hondt verteilt (§ 35 Abs. 2 Bezirksverwaltungsgesetz): Nach der BerlinEcho-Nachrechnung haben Linke und AfD Anspruch auf jeweils zwei, SPD und CDU auf je einen. Die Grünen sind im Bezirksamt danach nicht mehr vertreten; ihre Stadträtin Claudia Leistner (Wikipedia: Bezirk Treptow-Köpenick) scheidet aus.
Was heißt das Ergebnis für die AfD im Bezirksamt Treptow-Köpenick?
- Die AfD hat mit 14 Sitzen Anspruch auf zwei der sechs Posten im Bezirksamt, das ergibt die BerlinEcho-Nachrechnung nach d’Hondt.
- Ein Vorschlagsrecht ist keine Garantie auf das Amt: Auch Stadträtinnen und Stadträte brauchen eine Mehrheit in der BVV. Im Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf fiel der AfD-Kandidat Michael Adam in der zu Ende gehenden Wahlperiode laut Die Hellersdorfer bei jeder Wahl zum Stadtrat durch.
- Linke, SPD und Grüne hätten mit 30 Sitzen eine eigene Mehrheit und sind für die Personalwahlen nicht auf AfD, CDU oder BSW angewiesen.
Wer regiert Treptow-Köpenick bisher?
Oliver Igel (SPD) ist seit 2011 ohne Unterbrechung Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick (Wikipedia: Oliver Igel). Carolin Weingart ist seit 2021 Sozialstadträtin im Bezirk und will nach Angaben der Linken Treptow-Köpenick die erste Linken-Bürgermeisterin des Bezirks werden. Gewählt wird in der konstituierenden Sitzung der neuen BVV; einen Termin dafür haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.
Wie hat Treptow-Köpenick bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl kam die Linke in Treptow-Köpenick auf 26,6 Prozent der Zweitstimmen, die AfD auf 23,7 Prozent (Landeswahlleiter, vorläufiges Ergebnis). Die CDU erreichte 15,2 Prozent (minus 10,9), die SPD 10,3, die Grünen 9,8 und das BSW 6,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,1 Prozent.
Die sieben Wahlkreise verteilen sich auf drei Parteien. Die Linke gewann drei: Moritz Warnke (Treptow-Köpenick 1), Lisa Pfitzmann (2) und Hans Kromrey (7). Die AfD holte ebenfalls drei mit Alexander Bertram (4), Denis Henkel (5) und Martin Trefzer (6). Lars Düsterhöft verteidigte den Wahlkreis 3 und holte damit das berlinweit einzige Direktmandat der SPD.
Auf Landesebene trafen sich Linke, Grüne und SPD am 1. Oktober 2026 zu einem ersten Vorgespräch, das laut zdfheute ohne Einigung beim Thema Antisemitismus endete; formelle Sondierungen könnten nach dpa-Angaben frühestens ab der Woche ab dem 5. Oktober beginnen. Alle zwölf Bezirke im Vergleich zeigt unsere Übersicht der BVV-Ergebnisse in Berlin; wie der Nachbarbezirk gewählt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Neukölln. Weitere Meldungen findest du unter Treptow-Köpenick, den Stand der Regierungsbildung im Liveticker zur Berlin-Wahl.
Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Treptow-Köpenick
Wer hat die BVV-Wahl in Treptow-Köpenick gewonnen?
Die Linke hat die BVV-Wahl in Treptow-Köpenick am 20. September 2026 knapp gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters kam sie auf 25,5 Prozent, die AfD auf 23,1 Prozent. Dahinter folgen SPD (14,6 Prozent), CDU (13,1 Prozent), Grüne (9,8 Prozent) und BSW (5,8 Prozent). Die CDU verlor 10,3 Punkte, die SPD 7,8.
Wer wird Bezirksbürgermeisterin in Treptow-Köpenick?
Das entscheidet die neue Bezirksverordnetenversammlung. Die Linke schickt ihre Spitzenkandidatin Carolin Weingart ins Rennen, bisher Sozialstadträtin. Linke, SPD und Grüne kommen nach vorläufiger Verteilung auf 30 von 55 Sitzen und könnten ihre bisherige Zählgemeinschaft fortsetzen. Amtsinhaber Oliver Igel (SPD) führt den Bezirk seit 2011.
Bekommt die AfD in Treptow-Köpenick Stadträte?
Die AfD hat mit 14 Sitzen Anspruch auf zwei der sechs Posten im Bezirksamt, ebenso viele wie die Linke. Gewählt werden die Bezirksamtsmitglieder aber von der BVV, jede Kandidatin und jeder Kandidat braucht dort eine Mehrheit. Ob AfD-Vorschläge diese Mehrheit bekommen, ist offen.
Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?
Bei der BVV-Wahl sind auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wahlberechtigt, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen, und das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Unter anderem deshalb waren in Treptow-Köpenick 223.805 Menschen für die BVV wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 212.027.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: BVV-Wahl Treptow-Köpenick, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- t-online: BVV-Wahl Berlin 2026 – Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken (Stand 21.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Die Linke Treptow-Köpenick: Unsere Bezirksbürgermeister-Kandidatin Carolin Weingart (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de, Landeszentrale für politische Bildung: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung (abgerufen am 29.09.2026)
- Handelsblatt/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Linke, Grüne und SPD sprechen über heikle Themen (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Treptow-Köpenick Zeitung: Rot-Rot-Grün macht weiter in Treptow-Köpenick (31.03.2023) (abgerufen am 02.10.2026)
- Bezirksverwaltungsgesetz Berlin, § 35 (bereitgestellt vom Bezirksamt Lichtenberg) (abgerufen am 02.10.2026)
- Wikipedia: Bezirk Treptow-Köpenick (Bezirksamt, Stand 2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Wikipedia: Oliver Igel (abgerufen am 02.10.2026)
- Die Hellersdorfer: AfD in Marzahn-Hellersdorf stärker als je zuvor (21.09.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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