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Steglitz-Zehlendorf · Wohnen

Tanklager Lankwitz: Bezirk und Eigentümer planen Wohnquartier

Auf dem früheren Tanklager Lankwitz am Teltowkanal soll ein Wohnquartier entstehen. Bezirk und Eigentümer haben eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Was geplant ist und was noch offen bleibt.

Ida Nagel Veröffentlicht
Brachland am Ufer des Teltowkanals mit herbstlichen Birken, einem Erdwall und Wohnhäusern im Hintergrund.
Auf dem zehn Hektar großen Areal des ehemaligen Tanklagers in Lankwitz soll ein neues Wohnquartier entstehen. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Was ist auf dem Tanklager-Gelände geplant?
  2. Wo liegt das ehemalige Tanklager Lankwitz?
  3. Warum ist Wohnungsbau dort nicht selbstverständlich?
  4. Was passiert mit möglichen Altlasten im Boden?
  5. Was das für Lankwitz bedeutet
  6. Wann können Anwohner mitreden?
  7. Quellen

Für das ehemalige Tanklager Lankwitz am Teltowkanal haben das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und die Eigentümerin KF Immobilien GmbH am 29. Oktober 2026 eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Sie regelt Zusammenarbeit und Kosten des Bebauungsplans 6-51. Auf dem rund zehn Hektar großen Gelände soll ein Quartier mit Schwerpunkt Wohnen entstehen, gemeinsam mit der landeseigenen Degewo.

Wo jahrzehntelang Heizöl und Diesel für West-Berlin lagerten, sollen Wohnungen entstehen. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat am mit der Eigentümerin des früheren Tanklagers Lankwitz, der KF Immobilien GmbH, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Unterschrieben haben Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff und KF-Geschäftsführer Harald Großkinsky. Die Vereinbarung legt fest, wie Bezirk und Eigentümerin beim Bebauungsplan 6-51 zusammenarbeiten, wer die Kosten des Verfahrens übernimmt und wie Fachplaner und Projektsteuerung eingebunden werden.

Gebaut wird damit noch nichts. Aber: Ohne neuen Bebauungsplan wären auf dem Gelände keine Wohnungen erlaubt.

Was ist auf dem Tanklager-Gelände geplant?

Auf dem ehemaligen Tanklager Lankwitz plant der Bezirk ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen und Gewerbe, mit einem möglichst hohen Wohnanteil. Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 6-51 hat das Bezirksamt am gefasst. Neben Wohnungen und Gewerbe sollen nach Angaben des Bezirks auch Flächen für Gemeinbedarf und wohnungsnahes Grün entstehen. Als Partner der Eigentümerin ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo dabei, das hat Großkinsky bei der Unterzeichnung bestätigt. Bezirksstadtrat Steinhoff sagte laut Pressemitteilung: «Hier wird dringend notwendiger Wohnraum geschaffen.»

Wie viele Wohnungen es werden, steht nicht fest. Im Juni 2024 hatte die Eigentümerseite im Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung rund 1.500 Wohnungen und Häuser mit bis zu acht Geschossen ins Gespräch gebracht, berichtete das Portal Entwicklungsstadt. Eine offizielle Zahl nennt das Bezirksamt bis heute nicht.

Wo liegt das ehemalige Tanklager Lankwitz?

Das ehemalige Tanklager liegt im Süden des Ortsteils Lankwitz direkt am Teltowkanal, im Bereich zwischen Kaiser-Wilhelm-Straße, Wunsiedeler Weg und Alt-Lankwitz. Das Areal ist rund zehn Hektar groß, also etwa 100.000 Quadratmeter. Seit den 1970er-Jahren wurden dort Heizöl und Diesel gelagert und umgeschlagen, um die Versorgung West-Berlins zu sichern. Am 31. März 2025 wurde der Betrieb eingestellt.

Stationen der Planung für das frühere Tanklager, Stand: 30. Oktober 2026 (Quellen: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung)
Datum Schritt
09.09.1974 Bebauungsplan XII-225 setzt die Fläche überwiegend als Sondergebiet «Tanklager» fest
2024 Bezirk entwickelt erste Ideen für ein Quartier aus Wohnen und Gewerbe
31.03.2025 Betrieb des Tanklagers eingestellt
13.04.2026 Senat: Nutzung wird zwischen Bezirk, Senat und Eigentümer geprüft
16.09.2026 Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 6-51
29.10.2026 Kooperationsvereinbarung zwischen Bezirk und KF Immobilien GmbH
31.12.2026 Ende des vom Betreiber gekündigten Mietvertrags

Warum ist Wohnungsbau dort nicht selbstverständlich?

Wohnungsbau auf dem Tanklager ist nicht selbstverständlich, weil das Gelände planungsrechtlich als Gewerbe- und Versorgungsfläche gesichert ist. Der geltende Bebauungsplan XII-225 erlaubt nur Lagerung und Umschlag von Mineralölen, der Flächennutzungsplan zeigt eine gewerbliche Baufläche. Noch im April 2026 antwortete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus, das Gelände sei laut Stadtentwicklungsplan Wirtschaft 2040 als Gewerbefläche «aktiv zu sichern». Ob es teilweise für Wohnungen umgenutzt werden könne, werde trotz des Bedarfs an Flächen für Energie- und Versorgungsinfrastruktur noch geprüft.

Mit dem Aufstellungsbeschluss vom September und der jetzigen Vereinbarung hat sich der Bezirk festgelegt. Ob der Senat den Weg mitgeht, ist offen.

Was passiert mit möglichen Altlasten im Boden?

Die Altlasten im Boden muss vor allem der frühere Betreiber beseitigen. Nach Angaben aus der Senatsantwort hat er seinen Mietvertrag zum 31. Dezember 2026 gekündigt und muss vor der Rückgabe auf eigene Kosten alle Tanks, Leitungen, Schienen und Erdwälle entfernen sowie wasser- und bodengefährdende Stoffe beseitigen. Boden und Grundwasser wurden 2002, 2024 und 2025 untersucht. Die Werte lagen im Rahmen dessen, was für eine Gewerbenutzung gilt. Für Wohnungen ist eine neue Bewertung nötig, weil dafür strengere Maßstäbe gelten.

Was das für Lankwitz bedeutet

  • Für Nachbarn ändert sich vorerst nichts Sichtbares: Die Vereinbarung ist ein Planungsschritt, kein Baustart.
  • Offen sind laut Bezirk unter anderem der Umgang mit dem bestehenden Erdwall, die Anbindung an Bus und Bahn sowie Umwelt- und Naturschutzfragen.
  • Durch die Beteiligung der Degewo könnten auch landeseigene Mietwohnungen entstehen. Einen festen Anteil nennt bisher niemand.

Wann können Anwohner mitreden?

Anwohnerinnen und Anwohner können sich im Bebauungsplanverfahren 6-51 zweimal offiziell äußern: bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und später bei der öffentlichen Auslegung des Planentwurfs, so sieht es das Baugesetzbuch vor. Termine dafür gibt es noch nicht. Das Bezirksamt will über die Formate zu gegebener Zeit informieren, die laufenden Verfahren listet es auf seiner Seite zu den Bebauungsplanverfahren. Weitere Nachrichten aus dem Südwesten findest du unter Steglitz-Zehlendorf, mehr zu Neubau und Mieten im Ressort Wohnen.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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