BVV-Wahl Lichtenberg: Linke gewinnt mit 30,4 Prozent

Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie hat Lichtenberg bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
- Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
- Welche Mehrheiten sind in der BVV Lichtenberg möglich?
- Wer regiert Lichtenberg bisher?
- Wie hat Lichtenberg bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
- Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Lichtenberg
- Quellen
Bei der BVV-Wahl in Lichtenberg am 20. September 2026 wurde die Linke mit 30,4 Prozent stärkste Kraft vor der AfD mit 23,5 Prozent. Die CDU von Bezirksbürgermeister Martin Schaefer fiel auf 14,2 Prozent. Linke, SPD und Grüne haben nach vorläufiger Verteilung genau 28 der 55 Sitze, die knappste mögliche Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,8 Prozent.
Update vom 2. Oktober 2026: Ergänzt ist der Stand auf Landesebene nach dem ersten Vorgespräch von Linke, Grünen und SPD am 1. Oktober. Einen Termin für die konstituierende Sitzung der neuen BVV und die Wahl des Bezirksamts haben wir auch bis zum 2. Oktober nicht gefunden. Der Artikel wurde am 29. September nach der Wahl vollständig überarbeitet. Am 2. Oktober haben wir zudem die Belege überarbeitet und Zitate sowie Einschätzungen gestrichen, die sich nicht mit frei zugänglichen Quellen belegen lassen.
Lichtenberg hat bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Linke an die Spitze gesetzt; 2023 hatte noch die CDU knapp vorn gelegen. Die Partei kam laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 21. September 2026 auf 44.394 Stimmen und 30,4 Prozent, rund 10.000 mehr als die AfD mit 23,5 Prozent. Die CDU verlor 9,6 Punkte und kam auf 14,2 Prozent. Die Linke hatte angekündigt, das Rathaus «zurückerobern» zu wollen (Tagesspiegel, 9. Februar 2026). Von 214.195 Wahlberechtigten gingen 147.438 zur Wahl, 68,8 Prozent und 12,9 Punkte mehr als 2023.
Wie hat Lichtenberg bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
Die BVV-Wahl in Lichtenberg hat die Linke mit 6,9 Punkten Vorsprung vor der AfD gewonnen. Die AfD legte um 9,6 Punkte zu, das BSW zog mit 7,0 Prozent auf Anhieb ein. Grüne (8,9 Prozent) und SPD (8,6 Prozent) verloren und liegen nur noch knapp vor dem BSW. Sieben Parteien sitzen künftig in der BVV, für Sitze gilt eine Sperrklausel von 3 Prozent.
| Partei | Stimmenanteil | Veränderung | Sitze (von 55) |
|---|---|---|---|
| Die Linke | 30,4 % | +7,3 | 18 |
| AfD | 23,5 % | +9,6 | 14 |
| CDU | 14,2 % | −9,6 | 8 |
| Grüne | 8,9 % | −2,9 | 5 |
| SPD | 8,6 % | −6,7 | 5 |
| BSW | 7,0 % | neu | 4 |
| Tierschutzpartei | 3,2 % | −1,2 | 1 |
| Volt | 2,3 % | neu | – |
| FDP | 1,7 % | −1,3 | – |
| Heimat | 0,3 % | +0,1 | – |
Die Sitzzahlen stammen aus einer Übersicht von t-online und sind vorläufig. Eine Nachrechnung von BerlinEcho mit dem d’Hondt-Verfahren kommt auf dieselbe Verteilung.
Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
Die Bezirksbürgermeisterin oder der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg wird von der neuen BVV gewählt. Eine Mehrheit in der 55-köpfigen Versammlung beginnt bei 28 Sitzen, die Linke hat 18. Für die Linken-Spitzenkandidatin Camilla Schuler würde rechnerisch eine Zählgemeinschaft mit SPD und Grünen reichen: Die drei Fraktionen kommen zusammen auf genau 28 Sitze.
Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt hat grundsätzlich die stärkste Fraktion, es kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung). Die sechs Posten im Bezirksamt, Bürgermeister und fünf Stadträte, werden nach Stärke der Fraktionen vergeben. Verteilt wird nach dem Höchstzahlverfahren nach d’Hondt (§ 35 Abs. 2 Bezirksverwaltungsgesetz); nach einer Nachrechnung von BerlinEcho dürfte die Linke drei vorschlagen, die AfD zwei und die CDU einen. SPD und Grüne haben danach kein Vorschlagsrecht mehr; ihre bisherigen Stadträtinnen Sandy Mattes (SPD) und Filiz Keküllüoğlu (Grüne) verlieren ihre Posten (Wikipedia: Bezirk Lichtenberg).
Welche Mehrheiten sind in der BVV Lichtenberg möglich?
- Linke, SPD und Grüne kämen auf 28 von 55 Sitzen – die kleinstmögliche Mehrheit. Mit dem BSW wären es 32, mit der Tierschutzpartei 29.
- Die AfD ist mit 14 Sitzen zweitstärkste Fraktion.
- Ohne die Linke gibt es keine Mehrheit ohne AfD: CDU, Grüne, SPD, BSW und Tierschutzpartei kämen zusammen auf 23 Sitze.
Wer regiert Lichtenberg bisher?
Martin Schaefer ist seit 2023 Bezirksbürgermeister und der erste CDU-Politiker in diesem Amt seit der Bildung des heutigen Bezirks 2001 (Wikipedia: Bezirk Lichtenberg). Er trat zur Wiederwahl an (Tagesspiegel, 9. Februar 2026). Camilla Schuler ist bisher Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und war die Spitzenkandidatin der Linken. Gewählt wird in der konstituierenden Sitzung der neuen BVV; einen Termin dafür haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.
Wie hat Lichtenberg bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl kam die Linke in Lichtenberg auf 28,8 Prozent der Zweitstimmen, die AfD auf 24,0 Prozent (Landeswahlleiter, vorläufiges Ergebnis). Die CDU erreichte 14,2 Prozent (minus 11,2), die SPD 8,8, die Grünen 8,7 und das BSW 6,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,4 Prozent.
Von den sechs Wahlkreisen gewann die Linke vier: Claudia Engelmann (Lichtenberg 3), Antonio Leonhardt (4), Hendrikje Klein (5) und Julia Behrens (6). Martin Pätzold holte den Wahlkreis 2 für die CDU. Im Wahlkreis 1 in Hohenschönhausen gewann Stephan Knaute (AfD) mit 33,6 Prozent der Erststimmen (Wikipedia: Bezirk Lichtenberg).
Auf Landesebene trafen sich Linke, Grüne und SPD am 1. Oktober 2026 zu einem ersten Vorgespräch, das laut zdfheute ohne Einigung beim Thema Antisemitismus endete; formelle Sondierungen könnten nach dpa-Angaben frühestens ab der Woche ab dem 5. Oktober beginnen. Alle zwölf Bezirke im Vergleich zeigt unsere Übersicht der BVV-Ergebnisse in Berlin; wie der Nachbarbezirk gewählt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf. Weitere Meldungen findest du unter Lichtenberg, den Stand der Regierungsbildung im Liveticker zur Berlin-Wahl.
Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Lichtenberg
Wer hat die BVV-Wahl in Lichtenberg gewonnen?
Die Linke hat die BVV-Wahl in Lichtenberg am 20. September 2026 gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters kam sie auf 30,4 Prozent und legte um 7,3 Prozentpunkte zu. Die AfD wurde mit 23,5 Prozent Zweite. Es folgen CDU (14,2 Prozent), Grüne (8,9 Prozent), SPD (8,6 Prozent) und BSW (7,0 Prozent).
Wer wird Bezirksbürgermeisterin in Lichtenberg?
Das entscheidet die neue Bezirksverordnetenversammlung. Die Linke schickt Camilla Schuler ins Rennen, bisher Stadträtin für Stadtentwicklung. Eine Zählgemeinschaft aus Linke, SPD und Grünen käme nach vorläufiger Verteilung auf genau 28 von 55 Sitzen. Amtsinhaber Martin Schaefer (CDU) führt den Bezirk seit 2023.
Bekommt die AfD in Lichtenberg Stadträte?
Nach Stärke der Fraktionen stehen der AfD nach dem d’Hondt-Verfahren zwei der sechs Posten im Bezirksamt zu, der Linken drei und der CDU einer. Gewählt werden die Bezirksamtsmitglieder von der BVV, jede Kandidatin und jeder Kandidat braucht dort eine Mehrheit. Ob AfD-Vorschläge diese Mehrheit bekommen, ist offen.
Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?
Bei der BVV-Wahl sind auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wahlberechtigt, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen, und das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Unter anderem deshalb waren in Lichtenberg 214.195 Menschen für die BVV wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 199.676.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: BVV-Wahl Lichtenberg, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Linke will CDU im Lichtenberger Rathaus ablösen (09.02.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- t-online: BVV-Wahl Berlin 2026 – Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken (Stand 21.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de, Landeszentrale für politische Bildung: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung (abgerufen am 29.09.2026)
- Handelsblatt/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Linke, Grüne und SPD sprechen über heikle Themen (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Wikipedia: Bezirk Lichtenberg (Bürgermeisterliste, Bezirksamt, Wahlkreisergebnisse 2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Bezirksverwaltungsgesetz Berlin, § 35 (bereitgestellt vom Bezirksamt Lichtenberg) (abgerufen am 02.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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