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Berlin-Wahl 2026

BVV-Wahl Marzahn-Hellersdorf: AfD mit 33,8 Prozent vorn

Die AfD ist bei der BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf mit 33,8 Prozent erstmals stärkste Kraft geworden, hat aber keine eigene Mehrheit. Alle Ergebnisse, die Sitzverteilung, die Wahlkreise und was das für Bürgermeisteramt und Stadträte bedeutet.

Maik Möhring Veröffentlicht · aktualisiert
BVV-Wahl Marzahn-Hellersdorf: Rathaus und Bezirksamt in Marzahn-Hellersdorf an einem Wahlsonntag
BVV-Wahl Marzahn-Hellersdorf: Rathaus und Bezirksamt in Marzahn-Hellersdorf an einem Wahlsonntag (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wie hat Marzahn-Hellersdorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
  2. Stellt die AfD jetzt den Bezirksbürgermeister?
  3. Welche Mehrheiten sind in der BVV Marzahn-Hellersdorf möglich?
  4. Was bedeutet das Ergebnis für die Posten im Bezirksamt?
  5. Wer kandidiert für das Bürgermeisteramt in Marzahn-Hellersdorf?
  6. Wie hat Marzahn-Hellersdorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
  7. Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf
  8. Quellen

Bei der BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf am 20. September 2026 wurde die AfD mit 33,8 Prozent erstmals stärkste Kraft, 14,2 Punkte mehr als 2023. Die Linke kam auf 20,3, die CDU auf 18,2 Prozent. Die AfD hat nach der amtlichen Sitzverteilung 20 der 55 Sitze und Anspruch auf drei der sechs Posten im Bezirksamt, aber keine eigene Mehrheit.

Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. In der BVV ändern sich nur Stimmenzahlen (AfD 46.925 statt 46.924 Stimmen, 140.074 statt 140.082 Wählende), Anteile und Sitze bleiben. Bei der Abgeordnetenhauswahl im Bezirk liegt die AfD bei 34,4 statt 34,5 Prozent, die CDU bei 16,4 statt 16,3 Prozent. Die neue BVV muss laut Bezirksverwaltungsgesetz spätestens am 1. November 2026 zusammentreten.

Marzahn-Hellersdorf hat die AfD erstmals zur stärksten Kraft in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gemacht – als einziger der zwölf Berliner Bezirke. Die Partei kam laut amtlichem Endergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 12. Oktober 2026 auf 46.925 Stimmen und 33,8 Prozent – mehr als Linke (20,3 Prozent) und CDU (18,2 Prozent) jeweils. Die CDU, die seit 2023 mit Nadja Zivkovic die Bezirksbürgermeisterin stellt, verlor 13,2 Punkte. Von 211.685 Wahlberechtigten gingen 140.074 zur Wahl, 66,2 Prozent und 13,0 Punkte mehr als 2023.

Wie hat Marzahn-Hellersdorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?

Die BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf hat die AfD mit 13,5 Punkten Vorsprung vor der Linken gewonnen. Die SPD fiel um 9,7 Punkte auf 7,4 Prozent, das BSW zog auf Anhieb mit 7,1 Prozent ein – sein bestes BVV-Ergebnis in Berlin. Sieben Parteien sitzen künftig in der BVV, für Sitze gilt eine Sperrklausel von 3 Prozent. Die Grünen legten leicht zu, die FDP scheiterte.

BVV-Wahl Marzahn-Hellersdorf 2026: amtliches Endergebnis des Landeswahlleiters vom 12.10.2026 (Veränderung in Prozentpunkten gegenüber 2023; Sitze laut t-online und Die Hellersdorfer, mit dem Endergebnis nachgerechnet)
Partei Stimmenanteil Veränderung Sitze (von 55)
AfD 33,8 % +14,2 20
Die Linke 20,3 % +4,5 12
CDU 18,2 % −13,2 11
SPD 7,4 % −9,7 4
BSW 7,1 % neu 4
Grüne 6,0 % +0,5 3
Tierschutzpartei 3,2 % −1,2 1
FDP 1,8 % −1,1 –
Volt 1,5 % neu –
Freie Wähler 0,7 % neu –

Die Sitzzahlen nennen übereinstimmend t-online und die Lokalzeitung Die Hellersdorfer; eine BerlinEcho-Nachrechnung nach d’Hondt mit dem amtlichen Endergebnis vom 12. Oktober 2026 ergibt dieselbe Verteilung. In der bisherigen BVV hatte die CDU laut Marzahn-Hellersdorf LIVE 19 Sitze, die AfD 12, die SPD 10 und die Linke 9. Der Wahlerfolg kam nicht aus dem Nichts: Bei der Bundestagswahl 2025 hatte die AfD im Bezirk mit 31,2 Prozent der Zweitstimmen bereits ihr bestes Berliner Ergebnis erzielt (Bundeswahlleiterin, Wahlkreis 84).

Stellt die AfD jetzt den Bezirksbürgermeister?

Die AfD stellt den Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf nur, wenn ihr Kandidat in der neuen BVV eine Mehrheit bekommt. Die beginnt bei 28 von 55 Sitzen, die AfD hat 20. AfD-Spitzenkandidat Michael Adam beanspruchte das Amt für seine Partei, das Vorschlagsrecht liege «eindeutig» bei der AfD (taz). Grundsätzlich hat die stärkste Fraktion dieses Vorschlagsrecht; es kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung).

Linken-Spitzenkandidatin Sarah Bigall schloss vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit der AfD aus (Die Hellersdorfer); die Linke könnte versuchen, für sie eine Mehrheit mit Stimmen anderer Fraktionen zu organisieren (Die Hellersdorfer). Ob die CDU mit der AfD oder der Linken über die Bürgermeisterwahl spricht, ist offen.

Welche Mehrheiten sind in der BVV Marzahn-Hellersdorf möglich?

  • Linke, CDU und SPD kämen zusammen auf 27 Sitze und damit auf keine Mehrheit. Mit den Grünen wären es 30, mit dem BSW statt der Grünen 31.
  • Ob Linke und CDU zusammenarbeiten, ist laut taz wegen des Unvereinbarkeitsbeschlusses der CDU offen.
  • AfD und CDU hätten zusammen 31 Sitze. AfD, BSW und Tierschutzpartei kämen auf 25 und damit auf keine Mehrheit.
  • Die Rechnung beruht auf der Sitzverteilung nach dem amtlichen Endergebnis vom 12. Oktober 2026.

Was bedeutet das Ergebnis für die Posten im Bezirksamt?

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf besteht aus dem Bürgermeister und fünf Stadträten; die sechs Posten werden nach Stärke der Fraktionen vergeben. Der AfD stehen danach drei zu, der Linken zwei, der CDU einer (Die Hellersdorfer; Verteilung nach § 35 Abs. 2 Bezirksverwaltungsgesetz). Die SPD geht leer aus. Ein Vorschlagsrecht ist aber keine Garantie: Jede Kandidatin und jeder Kandidat braucht eine Mehrheit in der BVV.

Genau daran scheiterte die AfD in der vergangenen Wahlperiode. Ihr stand zuletzt ein Stadtratsposten zu; Michael Adam trat laut Die Hellersdorfer immer wieder zur Wahl an und fiel jedes Mal durch, der Posten blieb unbesetzt. Bei drei Vorschlägen werde eine vollständige Blockade diesmal schwierig, schreibt die taz. Wie die Fraktionen damit umgehen, ist Stand 29. September 2026 offen. BSW-Spitzenkandidat Robert Schneider schloss laut Die Hellersdorfer eine Zusammenarbeit in Sachfragen nicht grundsätzlich aus.

Wer kandidiert für das Bürgermeisteramt in Marzahn-Hellersdorf?

Drei Namen sind im Gespräch. Amtsinhaberin Nadja Zivkovic (CDU) will laut Die Hellersdorfer weitermachen, ihre Ausgangslage sei nach den Verlusten der CDU aber sehr schwierig geworden. Sarah Bigall sitzt für die Linke seit 2011 in der BVV und wurde am 20. September zugleich über die Bezirksliste ins Abgeordnetenhaus gewählt (Wikipedia: Sarah Bigall). Für die AfD tritt Michael Adam an. Gewählt wird in der konstituierenden Sitzung der neuen BVV; einen Termin dafür haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.

Wie hat Marzahn-Hellersdorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?

Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl kam die AfD in Marzahn-Hellersdorf auf 34,4 Prozent der Zweitstimmen, ein Plus von 15,2 Punkten (Landeswahlleiter, amtliches Endergebnis). Die Linke erreichte 20,2, die CDU 16,4 Prozent (minus 15,4). Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent. Fünf der sechs Wahlkreise gingen an die AfD: Gunnar Lindemann (1), Anneliese Dummer (2), Jeannette Auricht (3), Martin Koblischke (4) und Jörn Geißler (6). Nur Katharina Günther-Wünsch (CDU) hielt den Wahlkreis 5.

Auf Landesebene sondieren Linke, Grüne und SPD seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus. Alle zwölf Bezirke im Vergleich zeigt unsere Übersicht der BVV-Ergebnisse in Berlin; wie der Nachbarbezirk gewählt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Lichtenberg. Weitere Meldungen findest du unter Marzahn-Hellersdorf, den Stand der Regierungsbildung im Liveticker zur Berlin-Wahl.

Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf

Wer hat die BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf gewonnen?

Die AfD hat die BVV-Wahl in Marzahn-Hellersdorf am 20. September 2026 mit 33,8 Prozent gewonnen, 14,2 Punkte mehr als 2023. Marzahn-Hellersdorf ist der einzige Berliner Bezirk, in dem die AfD 2026 vorn liegt. Dahinter folgen Linke (20,3 Prozent), CDU (18,2 Prozent), SPD (7,4 Prozent), BSW (7,1 Prozent) und Grüne (6,0 Prozent).

Bekommt Marzahn-Hellersdorf einen AfD-Bürgermeister?

Das ist offen und hängt von der neuen BVV ab. Die AfD hat 20 von 55 Sitzen und braucht für eine Mehrheit 28. Die Linke schließt eine Zusammenarbeit aus, die CDU will mit AfD und Linke sprechen, hat sich aber nicht festgelegt. Linke, CDU, SPD und Grüne kämen zusammen auf 30 Sitze.

Wie viele Posten im Bezirksamt stehen der AfD in Marzahn-Hellersdorf zu?

Nach Stärke der Fraktionen stehen der AfD drei der sechs Posten im Bezirksamt zu, der Linken zwei und der CDU einer. Gewählt werden alle Mitglieder des Bezirksamts von der BVV. In der vergangenen Wahlperiode fiel der AfD-Kandidat Michael Adam dort bei jeder Wahl durch.

Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?

Bei der BVV-Wahl sind auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wahlberechtigt, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen, und das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Unter anderem deshalb waren in Marzahn-Hellersdorf 211.685 Menschen für die BVV wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 199.770.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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