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Berlin-Wahl 2026

BVV-Wahl Friedrichshain-Kreuzberg: Linke holt 40,1 Prozent

Die Linke hat die BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg mit 40,1 Prozent gewonnen, die Grünen fielen auf 25,2 Prozent. Alle Ergebnisse, die Sitzverteilung und was das für die Wahl des Bezirksbürgermeisters bedeutet.

Maik Möhring Veröffentlicht · aktualisiert
Wahlurne und Stimmzettel – BVV-Wahl Friedrichshain-Kreuzberg am 20. September
Wahlurne und Stimmzettel – BVV-Wahl Friedrichshain-Kreuzberg am 20. September (KI-generiertes Symbolbild) Das Bild wurde mit Kuenstlicher Intelligenz erzeugt, ist keine fotografische Aufnahme und zeigt weder den Ort noch das geschilderte Geschehen.
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wie hat Friedrichshain-Kreuzberg bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
  2. Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
  3. Welche Mehrheiten sind in der BVV möglich?
  4. Wer soll Bezirksbürgermeister werden?
  5. Wie hat der Bezirk bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
  6. Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg
  7. Quellen

Bei der BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg am 20. September 2026 wurde die Linke mit 40,1 Prozent stärkste Kraft, 19,6 Punkte mehr als 2023. Die Grünen fielen auf 25,2 Prozent. Nach vorläufiger Verteilung hat die Linke 24 der 55 Sitze und braucht für die Wahl des Bezirksbürgermeisters eine Zählgemeinschaft. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,0 Prozent.

Update vom 2. Oktober 2026: Ergänzt ist der Stand auf Landesebene nach dem ersten Vorgespräch von Linke, Grünen und SPD am 1. Oktober. Einen Termin für die konstituierende Sitzung der neuen BVV und die Wahl des Bezirksamts haben wir auch bis zum 2. Oktober nicht gefunden. Außerdem haben wir am 2. Oktober Angaben, die sich auf Bezahlartikel stützten, mit frei zugänglichen Quellen belegt oder gestrichen; die Sitzverteilung ist mit einer eigenen Nachrechnung abgeglichen. Der Artikel wurde am 29. September nach der Wahl vollständig überarbeitet. Korrektur: In einer früheren Version hieß es, der Bezirk habe sechs Wahlkreise für das Abgeordnetenhaus. Bei der Wahl 2026 waren es fünf.

Friedrichshain-Kreuzberg hat bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 20. September 2026 die Seiten gewechselt. Die Linke kam laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 21. September 2026 auf 40,1 Prozent, die Grünen auf 25,2 Prozent. Von 197.690 Wahlberechtigten gaben 142.364 ihre Stimme ab, das sind 72,0 Prozent und 14,2 Punkte mehr als 2023. Damit endet nach Einschätzung des Tagesspiegels eine Ära: Der Bezirk galt über zwei Jahrzehnte als Grünen-Hochburg.

Wie hat Friedrichshain-Kreuzberg bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?

Die BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg hat die Linke mit 56.774 Stimmen gewonnen, gut 21.000 mehr als die Grünen mit 35.702. In die neue Bezirksverordnetenversammlung ziehen sieben Parteien ein; für Sitze gilt eine Sperrklausel von 3 Prozent. FDP und Die PARTEI blieben darunter. Neu dabei ist das BSW mit 3,3 Prozent.

BVV-Wahl Friedrichshain-Kreuzberg 2026: vorläufiges Ergebnis des Landeswahlleiters vom 21.09.2026 (Veränderung in Prozentpunkten gegenüber 2023; Sitze: BerlinEcho-Nachrechnung nach d’Hondt)
Partei Stimmenanteil Veränderung Sitze (von 55)
Die Linke 40,1 % +19,6 24
Grüne 25,2 % −9,5 15
SPD 8,8 % −4,8 5
CDU 7,7 % −5,5 4
AfD 5,6 % +2,1 3
Volt 3,3 % +1,5 2
BSW 3,3 % neu 2
FDP 1,6 % −1,7 –
Tierschutzpartei 1,5 % −1,0 –
Die PARTEI 1,2 % −2,1 –
Sonstige 1,7 % –

Die Sitzzahlen hat BerlinEcho nach dem Höchstzahlverfahren nach d’Hondt aus den vorläufigen Stimmenanteilen berechnet. Dieselbe Rechnung ergibt für die übrigen Bezirke genau die Sitzverteilungen, die t-online am 21. September 2026 veröffentlicht hat. Verbindlich ist erst das amtliche Endergebnis. Die Stimmenanteile und Veränderungen entsprechen dem vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters.

Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?

Die Bezirksbürgermeisterin oder der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg wird von der neuen BVV gewählt, nicht direkt von den Bürgern. Eine Mehrheit in der 55-köpfigen BVV beginnt bei 28 Sitzen. Die Linke hat mit 24 Sitzen keine eigene Mehrheit und braucht deshalb Partner in einer Zählgemeinschaft.

Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt hat grundsätzlich die stärkste Fraktion; es kann aber an eine Zählgemeinschaft übergehen, die mehr Mandate hat (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung). Die fünf Stadtratsposten werden nach Stärke der Fraktionen im d’Hondt-Verfahren verteilt.

Welche Mehrheiten sind in der BVV möglich?

  • Linke und Grüne kämen zusammen auf 39 von 55 Sitzen, Linke, Grüne und SPD auf 44. Linke und SPD allein hätten 29 Sitze und damit knapp eine Mehrheit.
  • Ein Bündnis ohne die Linke bräuchte fast alle anderen Fraktionen: Grüne, SPD, CDU, Volt und BSW kämen zusammen auf genau 28 Sitze.
  • Rechnet man die sechs Posten im Bezirksamt nach d’Hondt auf Basis der vorläufigen Sitze, entfielen vier auf die Linke und zwei auf die Grünen. Das ist eine BerlinEcho-Rechnung; verbindlich wird die Verteilung erst mit der Wahl in der BVV.

Wer soll Bezirksbürgermeister werden?

René Pérez Domínguez ist der Kandidat der Linken für das Bürgermeisteramt in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Bezirksvorstand hatte den Fraktionsvorsitzenden der Linken in der BVV im März 2026 einstimmig für das Amt vorgeschlagen (nd, 13. März 2026). Die amtierende Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) hatte am 6. März 2026 erklärt, nicht mehr anzutreten (dpa-Meldung bei DieBrandenburger). Nach der Wahl gilt Pérez Domínguez laut Tagesspiegel als designierter Nachfolger. Gewählt wird in der konstituierenden Sitzung der neuen BVV; einen Termin dafür haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.

Wie hat der Bezirk bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?

Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl holte die Linke in Friedrichshain-Kreuzberg 44,2 Prozent der Zweitstimmen und alle fünf Wahlkreise (Landeswahlleiter, vorläufiges Ergebnis). Die Direktmandate gingen an Elif Eralp (Wahlkreis 1), Michael Efler (2), Kerstin Wolter-Ehling (3), Damiano Valgolio (4) und Ekkehard Spiegel (5). Die Grünen verloren 12,8 Punkte und kamen auf 20,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 77,3 Prozent.

Eralp war die Spitzenkandidatin der Linken und will Regierende Bürgermeisterin werden; mehr dazu im Beitrag zur Spitzenkandidatur der Linken. Auf Landesebene trafen sich Linke, Grüne und SPD am 1. Oktober 2026 zu einem ersten Vorgespräch, das laut zdfheute ohne Einigung beim Thema Antisemitismus endete; formelle Sondierungen könnten nach dpa-Angaben frühestens ab der Woche ab dem 5. Oktober beginnen. Wie der Nachbarbezirk gewählt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Mitte; weitere Meldungen aus dem Bezirk findest du unter Friedrichshain-Kreuzberg, den Stand der Regierungsbildung im Liveticker zur Berlin-Wahl.

Wie die anderen elf Bezirke gewählt haben, zeigt unsere Übersicht der BVV-Wahl 2026 in allen zwölf Bezirken.

Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg

Wer hat die BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg gewonnen?

Die Linke hat die BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg am 20. September 2026 klar gewonnen. Die Partei kam laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters auf 40,1 Prozent, ein Plus von 19,6 Prozentpunkten. Die Grünen, bisher stärkste Kraft im Bezirk, fielen um 9,5 Punkte auf 25,2 Prozent. Dahinter folgen SPD (8,8 Prozent), CDU (7,7 Prozent) und AfD (5,6 Prozent).

Wer wird Bezirksbürgermeister in Friedrichshain-Kreuzberg?

Gewählt ist noch niemand, das macht die neue Bezirksverordnetenversammlung. Die Linke hat René Pérez Domínguez als Kandidaten aufgestellt, bisher Vorsitzender ihrer BVV-Fraktion. Amtsinhaberin Clara Herrmann (Grüne) hatte im März 2026 erklärt, nicht mehr anzutreten. Für eine Mehrheit braucht die Linke mit 24 von 55 Sitzen mindestens einen Partner: Mit den Grünen käme sie auf 39 Sitze, mit der SPD auf 29.

Was ist eine Zählgemeinschaft in der BVV?

Eine Zählgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von zwei oder mehr Fraktionen in einer Berliner Bezirksverordnetenversammlung, um bei der Wahl des Bezirksamts gemeinsam aufzutreten. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt liegt grundsätzlich bei der stärksten Fraktion, kann aber an eine Zählgemeinschaft übergehen, die mehr Mandate hat. Anders als eine Koalition regelt sie meist nur die Personalwahlen.

Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?

Bei der BVV-Wahl sind auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wahlberechtigt, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Unter anderem deshalb waren in Friedrichshain-Kreuzberg 197.690 Menschen für die BVV wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 171.438. Das Mindestalter für die BVV-Wahl liegt bei 16 Jahren.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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