Die Berliner Ortsteile sind die 97 historisch gewachsenen Untergliederungen der 12 Verwaltungsbezirke der Hauptstadt. Dieser Atlas bietet Ihnen eine vollständige Übersicht aller Ortsteile, von Mitte bis Marzahn, inklusive wichtiger Kennzahlen wie Einwohner, Fläche und durchschnittliche Mietpreise für 2026. Er dient als Orientierungshilfe, um den passenden Kiez für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Berlin ist seit 2020 in 12 Bezirke und 97 offizielle Ortsteile gegliedert (zuvor 96).
- Der Bezirk Treptow-Köpenick ist mit 15 Ortsteilen am stärksten untergliedert und flächenmäßig der größte Bezirk (168,4 km²).
- Prenzlauer Berg ist mit circa 165.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Ortsteil der Stadt.
- Der flächenmäßig größte Ortsteil ist Köpenick mit 34,9 km².
- Friedrichshain-Kreuzberg hat mit nur zwei Ortsteilen die geringste Anzahl an Untergliederungen.
- Die Mietpreisspanne bei Neuvermietungen reicht 2026 von ca. 12 €/m² in Marzahn-Hellersdorf bis über 24 €/m² in Mitte.
Wie ist Berlin administrativ gegliedert?
Die 97 Berliner Ortsteile stellen die historisch gewachsene Untergliederung der 12 Verwaltungsbezirke dar. Obwohl sie keine eigene Verwaltung besitzen, spiegeln sie das Alltagsverständnis und die Identität der Berliner wider. Im behördlichen Sprachgebrauch werden sie auch als „Stadtteile“ bezeichnet, während umgangssprachlich oft vom „Kiez“ die Rede ist.
Die heutige Bezirksstruktur entstand am 1. Januar 2001 durch eine umfassende Bezirksreform, bei der die Anzahl der Bezirke von 23 auf 12 reduziert wurde. Drei Bezirke (Spandau, Reinickendorf, Neukölln) blieben unverändert, die übrigen entstanden durch Fusionen. Die Gliederung in Ortsteile basiert ursprünglich auf dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920, das der Hauptstadt ihre heutige Fläche verlieh.
Seit 2001 gab es weitere Anpassungen: Borsigwalde wurde 2012 aus Wittenau ausgegliedert. Im Jahr 2020 wurde Schlachtensee zum eigenständigen Ortsteil erhoben, was die Gesamtzahl von 96 auf 97 erhöhte. Viele Online-Quellen haben diese Änderung noch nicht aktualisiert.
Hinweis: Unterhalb der Ortsteilebene existieren 195 Statistische Gebiete, die dem Kiezgefühl oft näherkommen. Beispiele hierfür sind das Bayerische Viertel in Schöneberg oder der Richardkiez in Neukölln. Diese Gebiete sind für die Stadtplanung, etwa bei der Straßenreinigung oder Sozialplanung, von größerer Bedeutung als die Ortsteilgrenzen.
Wie unterscheiden sich die 12 Berliner Bezirke im Überblick?
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kennzahlen der Bezirke für das Jahr 2026. Die Daten basieren auf Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg sowie Mietpreis-Richtwerten aus dem IBB Wohnungsmarktbericht 2025 und Medianwerten von Immobilienportalen für Neuvermietungen.

| Bezirk | Ortsteile | Fläche | Einwohner | Ø Miete neu | Charakter |
|---|---|---|---|---|---|
| Mitte | 6 | 39,5 km² | ~390.000 | 22–25 €/m² | Regierung, Tourismus, Urbanität |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 2 | 20,2 km² | ~295.000 | 22–24 €/m² | Alternativ, jung, Nachtleben |
| Pankow | 13 | 103,0 km² | ~420.000 | 17–22 €/m² | Familien, Altbau, Dörfer |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 7 | 64,7 km² | ~340.000 | 20–23 €/m² | Bürgerlich, City West, gediegen |
| Spandau | 9 | 91,9 km² | ~250.000 | 13–16 €/m² | Kleinstädtisch, Havel, günstig |
| Steglitz-Zehlendorf | 8 | 102,5 km² | ~310.000 | 17–22 €/m² | Grünster Bezirk, Villen |
| Tempelhof-Schöneberg | 6 | 53,1 km² | ~355.000 | 17–20 €/m² | Gemischt, City-Rand, Tempelhofer Feld |
| Neukölln | 5 | 44,9 km² | ~330.000 | 16–20 €/m² | Zwei Welten: Nord vs. Süd |
| Treptow-Köpenick | 15 | 168,4 km² | ~295.000 | 14–18 €/m² | Flächenriese, Seen, Wälder |
| Marzahn-Hellersdorf | 5 | 61,7 km² | ~275.000 | 11–13 €/m² | Plattenbau, größte Neubaureserve |
| Lichtenberg | 10 | 52,3 km² | ~300.000 | 14–17 €/m² | Aufsteiger, stark gemischt |
| Reinickendorf | 11 | 89,3 km² | ~265.000 | 13–17 €/m² | Viel Wasser, ruhige Randlagen |
Hinweis: Mietpreise beziehen sich auf Neuvermietungs-Richtwerte 2025/2026 laut IBB Wohnungsmarktbericht und Immobilienportal-Medianwerten. Für Bestandsmieten gilt der deutlich niedrigere Berliner Mietspiegel 2024 als Grundlage.
Welche Ortsteile gehören zu den zentralen Bezirken?
🏛️ Mitte – 6 Ortsteile
Der Bezirk Mitte entstand 2001 aus der Fusion der Alt-Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding und war die erste Verbindung ehemaliger Ost- und West-Berliner Gebiete. Hier liegt das politische und touristische Herz der Stadt. Gleichzeitig finden sich im Norden (Wedding, Gesundbrunnen) sozial angespannte Kieze.
- Mitte: Alexanderplatz, Museumsinsel, Regierungsviertel; der absolute Stadtkern.
- Moabit: Arbeiterviertel im Wandel, westlich der Spree gelegen und noch vergleichsweise günstig.
- Hansaviertel: Mit ca. 6.500 Einwohnern Berlins kleinster Ortsteil; geprägt von Nachkriegs-Moderne.
- Tiergarten: Großer Stadtpark, umgeben von Regierungsvierteln und Botschaften.
- Wedding: Traditioneller Arbeiterbezirk, der seit Jahren im Fokus der Gentrifizierung steht.
- Gesundbrunnen: Dicht besiedeltes, junges und migrantisch geprägtes Viertel rund um den gleichnamigen Bahnhof.
Die Zentralität hat ihren Preis: Neuvermietungen in Mitte liegen bei 22 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Moabit gilt als einer der letzten erschwinglichen Ortsteile innerhalb des S-Bahn-Rings. Wedding und Gesundbrunnen ziehen vor allem jüngere Berufseinsteiger an, die sich die Mieten in Friedrichshain oder Neukölln nicht mehr leisten können.
🎨 Friedrichshain-Kreuzberg – 2 Ortsteile
Als flächenmäßig kleinster Bezirk Berlins weist Friedrichshain-Kreuzberg mit nur zwei Ortsteilen die geringste Untergliederung auf. Der Zusammenschluss von 2001 verband erstmals einen westlichen (Kreuzberg) mit einem östlichen (Friedrichshain) Alt-Bezirk.
- Friedrichshain: Bekannt für die Rigaer Straße, den Boxhagener Platz und das RAW-Gelände; heute ein Party-Quartier.
- Kreuzberg: Unterteilt in SO36 und SW61; politisch, migrantisch, vom Kottbusser Tor bis zum Viktoriapark.
Kreuzberg wird umgangssprachlich weiterhin in die historischen Postleitzahlen-Gebiete SO36 (rund um das Kottbusser Tor) und SW61 (Bergmannkiez) unterteilt. Die Mieten liegen hier bei Neuvermietung bei 22 bis 24 Euro pro Quadratmeter. Mehr Informationen finden Sie im Bezirks-Deep-Dive Kreuzberg: Leben, Wohnen und Arbeiten im Kiez der Kontraste.
🌳 Pankow – 13 Ortsteile
Der bevölkerungsreichste Bezirk Berlins entstand aus der Fusion von Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee. Er ist sehr vielfältig: Der innerstädtische Altbaukiez Prenzlauer Berg trifft auf ländliche Siedlungen im Norden (Buch) und angrenzende Plattenbau-Quartiere.
- Prenzlauer Berg: Bevölkerungsreichster Ortsteil Berlins (~165.000 Einwohner).
- Pankow (Ortsteil): Bürgerlich, gemischt, mit dem Florakiez als Gentrifizierungs-Hotspot.
- Weißensee: Bekannt für den Weißen See, den Jüdischen Friedhof und die Kunsthochschule.
- Blankenburg: Dorfkern mit Einfamilienhäusern; neues Stadtquartier „Blankenburger Süden“ in Planung.
- Heinersdorf: Ruhiges und grünes Wohnviertel mit Gartenstadt-Charakter.
- Karow: Große Siedlung aus den 1990er-Jahren, beliebt bei Familien.
- Stadtrandsiedlung Malchow: Kleinster Ortsteil Pankows, hauptsächlich Kleingartenanlagen.
- Blankenfelde: Ländlicher Charakter mit Pferdekoppeln an der Grenze zu Brandenburg.
- Buch: Wichtiger Medizin- und Biotech-Standort mit dem Campus Buch.
- Französisch Buchholz: Durch Hugenotten entstanden; heute viel Neubau.
- Niederschönhausen: Gediegene Altbau-Lage mit dem Schloss Schönhausen.
- Rosenthal: Wenig bekannter Ortsteil mit steigenden Preisen.
- Wilhelmsruh: Kleinbürgerlich und verkehrsgünstig an der Grenze zu Reinickendorf.
Die Mietpreis-Spanne in Pankow ist enorm. Während in Prenzlauer Berg 22 Euro pro Quadratmeter üblich sind, liegen Neuverträge in Karow oder Buch bei 14 bis 16 Euro. Die nördlichen Ortsteile entwickeln sich stark, hier entsteht mit dem Blankenburger Süden eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins.
✨ Charlottenburg-Wilmersdorf – 7 Ortsteile
Dieser Bezirk repräsentiert den bürgerlichen Westen Berlins. Die City West mit Kurfürstendamm und KaDeWe bildet das kommerzielle Gegengewicht zu Mitte. Charlottenburg hatte bis 2004 offiziell keine Ortsteile, wurde danach aber gegliedert. Heute hat der Bezirk sieben Ortsteile.
- Charlottenburg: Schloss Charlottenburg, Stuttgarter Platz; Altberliner Grandeur.
- Wilmersdorf: Hochpreisiger Wohnbezirk mit Villen und Stadtwohnungen.
- Schmargendorf: Ruhige Wohnlage mit Gartenstadt-Charakter.
- Grunewald: Der reichste Ortsteil Berlins mit Villenlagen am gleichnamigen Forst.
- Westend: Gediegen und familienfreundlich zwischen Olympiastadion und Theodor-Heuss-Platz.
- Charlottenburg-Nord: Nördlich der Spree, industriell geprägt.
- Halensee: Klein, urban und überraschend ruhig abseits der Hauptstraßen.
Grunewald ist die exklusivste Adresse der Stadt. Zur Miete sind Neuverträge ab 25 Euro aufwärts keine Seltenheit. In Charlottenburg liegen die Mieten mit 20 bis 23 Euro noch leicht unter denen der innersten Stadtteile. Günstigere Optionen finden sich in Charlottenburg-Nord.
Welche Ortsteile gehören zu den westlichen Bezirken?
🏰 Spandau – 9 Ortsteile
Spandau ist einer der drei Bezirke, die bei der Reform 2001 nicht fusioniert wurden. Viele Spandauer pflegen eine starke lokale Identität. Die neun Ortsteile unterscheiden sich stark in Charakter und Preisgefüge.
- Spandau (Ortsteil): Historische Altstadt mit Zitadelle und kleinstädtischem Flair.
- Haselhorst: Günstiger Wohnraum im Siedlungsbau der 1930er Jahre.
- Siemensstadt: Ehemalige Werkssiedlung und UNESCO-Weltkulturerbe.
- Staaken: Gemischte Bebauung von Plattenbau bis Einfamilienhaus.
- Gatow: Dörflich mit Havelblick, ehemaliger Flughafenstandort.
- Kladow: Idyllischer Ortsteil an der Havel mit Fährverbindung zum Wannsee.
- Hakenfelde: Neubau-Hochburg in der Wasserstadt Spandau.
- Falkenhagener Feld: Große Nachkriegssiedlung mit Entwicklungspotenzial.
- Wilhelmstadt: Grüne und ruhige Wohnlage zwischen Havel und Heerstraße.
Wer günstig in Berlin wohnen möchte, findet in Spandau bei Neuvermietung noch Angebote ab 13 Euro pro Quadratmeter. Die Altstadt ist ein Geheimtipp für Pendler, die Ruhe schätzen, während Kladow zu den idyllischsten Lagen der Stadt gehört.
🌲 Steglitz-Zehlendorf – 8 Ortsteile
Steglitz-Zehlendorf ist der grünste und einer der wohlhabendsten Bezirke Berlins. Die Havel, der Grunewald, zahlreiche Seen und historische Villenkolonien prägen das Bild. Traditionell ist der Bezirk Wohnort für Professoren der Freien Universität Berlin.
- Steglitz: Das kommerzielle Herz des Bezirks mit der Einkaufsmeile Schloßstraße.
- Lichterfelde:
Häufige Fragen zu den Berliner Ortsteilen
Wie viele Ortsteile hat Berlin genau?
Berlin hat seit 2020 genau 97 offizielle Ortsteile. Die Zahl stieg von 96 auf 97, als der Ortsteil Schlachtensee aus Teilen von Nikolassee und Zehlendorf neu gebildet wurde.
Was ist der Unterschied zwischen Bezirk und Ortsteil?
Ein Bezirk ist eine offizielle Verwaltungseinheit mit einem eigenen Bezirksamt und einer Bezirksverordnetenversammlung. Ein Ortsteil ist eine historische, nicht administrative Untergliederung eines Bezirks, die oft der alltäglichen Lebenswelt und dem Kiezgefühl der Anwohner entspricht.
Welcher ist der größte Berliner Ortsteil?
Der flächenmäßig größte Ortsteil ist Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick mit 34,9 km². Der bevölkerungsreichste Ortsteil ist Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow mit rund 165.000 Einwohnern.
Welcher Bezirk hat die meisten Ortsteile?
Der Bezirk Treptow-Köpenick hat mit 15 die meisten Ortsteile. Im Gegensatz dazu hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit nur zwei (Friedrichshain und Kreuzberg) die wenigsten Ortsteile.
Wo ist das Wohnen in Berlin am teuersten und wo am günstigsten?
Laut den Richtwerten für Neuvermietungen 2026 ist das Wohnen im Bezirk Mitte am teuersten (22–25 €/m²). Die günstigsten Mieten finden sich im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (11–13 €/m²).
Fazit
Die Gliederung Berlins in 12 Bezirke und 97 Ortsteile bildet ein komplexes Mosaik aus urbanen Zentren, bürgerlichen Wohngegenden, alternativen Szenevierteln und ruhigen, grünen Randlagen. Jeder Ortsteil besitzt einen einzigartigen Charakter, der von seiner Geschichte, seiner sozialen Struktur und seiner Lage geprägt ist. Die Unterschiede spiegeln sich deutlich in den Mietpreisen wider, die eine enorme Spanne von günstig bis hochpreisig abdecken.
Diese Übersicht dient als fundierter Ausgangspunkt für alle, die neu nach Berlin ziehen oder innerhalb der Stadt umziehen möchten. Nutzen Sie die detaillierten Informationen und Kennzahlen, um die Ortsteile zu identifizieren, die am besten zu Ihren persönlichen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten passen. Eine Erkundung vor Ort bleibt jedoch unerlässlich, um das wahre Gefühl für den jeweiligen Kiez zu bekommen.



