BVV-Wahl Spandau: CDU vorn mit 27,8 Prozent, AfD wird Zweite

Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie hat Spandau bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
- Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
- Welche Mehrheit kann die CDU in Spandau bilden?
- Bleibt Frank Bewig Bezirksbürgermeister von Spandau?
- Wie hat Spandau bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
- Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Spandau
- Quellen
Bei der BVV-Wahl in Spandau am 20. September 2026 blieb die CDU mit 27,8 Prozent stärkste Kraft, verlor aber 11,7 Punkte. Die AfD wurde mit 20,6 Prozent zweitstärkste Partei. Nach der amtlichen Sitzverteilung hat die CDU 17 der 55 Sitze und braucht Partner, um Bezirksbürgermeister Frank Bewig im Amt zu halten. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,2 Prozent.
Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. Die CDU kommt in der BVV auf 27,8 statt 27,7 Prozent, die FDP auf 2,6 statt 2,7 Prozent; die Sitzverteilung bleibt. Korrigiert ist das Direktmandat in Spandau 1: Es geht an Tommy Tabor (AfD), nicht an Bettina Meißner (CDU). Die neue BVV tritt laut Bezirksverwaltungsgesetz spätestens am 1. November 2026 zusammen.
Spandau bleibt bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) schwarz – aber mit deutlich weniger Rückhalt. Die CDU kam laut amtlichem Endergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 12. Oktober 2026 auf 27,8 Prozent und 30.546 Stimmen, 11,7 Punkte weniger als 2023. Die AfD verdoppelte fast ihren Anteil und landete mit 20,6 Prozent auf Platz zwei. Von 175.846 Wahlberechtigten gaben 111.174 ihre Stimme ab. Die Beteiligung stieg um 11,5 Punkte auf 63,2 Prozent – und blieb damit die niedrigste aller zwölf Bezirke.
Wie hat Spandau bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
Die BVV-Wahl in Spandau hat die CDU vor AfD, SPD und Linke gewonnen. Die Linke legte um 10,4 Punkte auf 14,6 Prozent zu, die SPD verlor 7,3 Punkte. Für einen Sitz in der BVV reichen 3 Prozent der Stimmen: Sieben Parteien ziehen ein, darunter die Tierschutzpartei mit 3,2 Prozent. Die FDP scheiterte mit 2,6 Prozent.
| Partei | Stimmenanteil | Veränderung | Sitze (von 55) |
|---|---|---|---|
| CDU | 27,8 % | −11,7 | 17 |
| AfD | 20,6 % | +9,5 | 12 |
| SPD | 16,1 % | −7,3 | 9 |
| Die Linke | 14,6 % | +10,4 | 9 |
| Grüne | 8,4 % | −1,5 | 5 |
| BSW | 4,2 % | neu | 2 |
| Tierschutzpartei | 3,2 % | −1,1 | 1 |
| FDP | 2,6 % | −1,4 | – |
| Volt | 1,4 % | neu | – |
| Die PARTEI | 0,9 % | −0,7 | – |
| Antifaschistisches Bündnis Spandau | 0,2 % | neu | – |
Die Sitzzahlen stammen aus der Übersicht von t-online vom 21. September 2026; eine BerlinEcho-Nachrechnung nach d’Hondt mit dem amtlichen Endergebnis vom 12. Oktober 2026 ergibt dieselbe Verteilung.
Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
Der Bezirksbürgermeister von Spandau wird von der neuen BVV gewählt; eine Mehrheit beginnt bei 28 der 55 Stimmen. Die CDU hat mit 17 Sitzen als stärkste Fraktion zunächst das Vorschlagsrecht, braucht aber Partner in einer Zählgemeinschaft. Die bisherige schwarz-grüne Zählgemeinschaft reicht mit 22 Sitzen nicht mehr.
Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt liegt grundsätzlich bei der stärksten Fraktion, kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung).
Welche Mehrheit kann die CDU in Spandau bilden?
- Eine «Kenia»-Zählgemeinschaft aus CDU, Grünen und SPD käme auf 31 von 55 Sitzen.
- Rechnet man die sechs Posten im Bezirksamt nach d’Hondt auf Basis der amtlichen Stimmen, entfielen je zwei auf CDU und AfD und je einer auf SPD und Linke; die Grünen stellten kein Bezirksamtsmitglied. Das ist eine BerlinEcho-Rechnung; verbindlich wird die Verteilung erst mit der Wahl in der BVV.
Bleibt Frank Bewig Bezirksbürgermeister von Spandau?
Frank Bewig (CDU) ist seit 2023 Bezirksbürgermeister von Spandau. Die CDU hat als stärkste Fraktion zunächst das Vorschlagsrecht; für seine Wiederwahl braucht Bewig in der neuen BVV aber mindestens 28 Stimmen. Einen offiziellen Termin für die erste Sitzung der neuen BVV haben wir bis zum 2. Oktober 2026 nicht gefunden.
Wie hat Spandau bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl kam die CDU in Spandau auf 24,4 Prozent der Zweitstimmen, 14,7 Punkte weniger als 2023 (Landeswahlleiter, amtliches Endergebnis). Die AfD erreichte 21,3 Prozent, die Linke 16,3, die SPD 15,2 und die Grünen 9,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 Prozent.
Zwei der fünf Spandauer Wahlkreise gingen an die CDU: Heiko Melzer (Spandau 4) und der Regierende Bürgermeister und CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner (5). Die AfD gewann Spandau 1 mit Tommy Tabor und Spandau 2 mit Andreas Otti, Thomas Wulfes (Linke) holte Spandau 3. Korrektur: Im vorläufigen Ergebnis war Bettina Meißner (CDU) als Siegerin in Spandau 1 ausgewiesen; nach einem Übermittlungsfehler und einer Nachzählung steht im amtlichen Endergebnis Tabor vorn, Meißner gehört dem neuen Abgeordnetenhaus nicht an. Über die SPD-Bezirksliste Spandau zieht Raed Saleh wieder ins Abgeordnetenhaus ein.
Wie es auf Landesebene weitergeht: Linke, Grüne und SPD sondieren seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus; alle Varianten stehen im Artikel zur Koalition in Berlin 2026. Die Ergebnisse aller Bezirke findest du in der Übersicht zur BVV-Wahl 2026, den Nachbarbezirk im Artikel zur BVV-Wahl in Charlottenburg-Wilmersdorf und weitere Meldungen unter Spandau.
Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Spandau
Wer hat die BVV-Wahl in Spandau gewonnen?
Die CDU hat die BVV-Wahl in Spandau am 20. September 2026 mit 27,8 Prozent gewonnen, allerdings mit einem Minus von 11,7 Prozentpunkten. Zweitstärkste Kraft wurde die AfD mit 20,6 Prozent, es folgen SPD (16,1 Prozent), Linke (14,6 Prozent) und Grüne (8,4 Prozent). Das ist das amtliche Endergebnis des Landeswahlleiters vom 12. Oktober 2026.
Wie viele Sitze hat die AfD in der BVV Spandau?
Die AfD kommt nach der amtlichen Sitzverteilung auf 12 der 55 Sitze. Rechnerisch stünden ihr damit nach d’Hondt zwei der sechs Posten im Bezirksamt zu. Zum Bezirksbürgermeister reicht es nicht: Die CDU mit 17 Sitzen kann mit Grünen und SPD eine Zählgemeinschaft mit 31 Sitzen bilden.
Warum war die Wahlbeteiligung in Spandau so niedrig?
Mit 63,2 Prozent hatte Spandau bei der BVV-Wahl die niedrigste Beteiligung der zwölf Berliner Bezirke, obwohl sie gegenüber 2023 um 11,5 Punkte stieg. Gründe nennt das amtliche Endergebnis des Landeswahlleiters nicht. Bei der Abgeordnetenhauswahl lag die Beteiligung im Bezirk bei 68,5 Prozent; für die BVV durften zusätzlich EU-Bürger und Jugendliche ab 16 wählen.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: BVV-Wahl Spandau, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 (abgerufen am 13.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 (abgerufen am 13.10.2026)
- berlin.de, Landeszentrale für politische Bildung: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung (abgerufen am 29.09.2026)
- Handelsblatt/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Linke, Grüne und SPD sprechen über heikle Themen (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- t-online: BVV-Wahl Berlin 2026 – Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken (21.09.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Landeswahlausschuss hat endgültiges Ergebnis festgestellt (12.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
- Tagesspiegel: Liveblog zu den Sondierungen von Linke, Grünen und SPD (Stand 12.10.2026, abgerufen am 13.10.2026)
- dpa-AFX: Linke, Grüne und SPD in Berlin beschließen Sondierungen (08.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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