BVV-Wahl Reinickendorf: CDU vorn, aber 13,2 Punkte Minus

Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie hat Reinickendorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
- Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
- Welche Mehrheiten sind in der BVV Reinickendorf möglich?
- Wer soll Bezirksbürgermeister in Reinickendorf werden?
- Wie hat Reinickendorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
- Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Reinickendorf
- Quellen
Bei der BVV-Wahl in Reinickendorf am 20. September 2026 blieb die CDU mit 27,4 Prozent stärkste Kraft, verlor aber 13,2 Punkte. Die AfD kam auf 18,5 Prozent, SPD und Linke auf je 14,9 Prozent. Die CDU hat nach vorläufiger Verteilung 16 der 55 Sitze und braucht für die Bürgermeisterwahl Partner. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,5 Prozent.
Update vom 2. Oktober 2026: Ergänzt ist der Stand auf Landesebene nach dem ersten Vorgespräch von Linke, Grünen und SPD am 1. Oktober. Einen Termin für die konstituierende Sitzung der neuen BVV und die Wahl des Bezirksamts haben wir auch bis zum 2. Oktober nicht gefunden. Der Artikel wurde am 29. September nach der Wahl vollständig überarbeitet. Am 2. Oktober haben wir zudem die Belege überarbeitet und Zitate sowie Einschätzungen gestrichen, die sich nicht mit frei zugänglichen Quellen belegen lassen.
Reinickendorf bleibt bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in CDU-Hand, aber mit deutlich weniger Rückhalt. Die CDU kam laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 21. September 2026 auf 34.431 Stimmen und 27,4 Prozent – 13,2 Punkte weniger als 2023. Die AfD wurde mit 18,5 Prozent Zweite. Dahinter lieferten sich SPD und Linke ein Stimmen-Patt: Die SPD lag mit 18.760 Stimmen nur 77 Stimmen vor der Linken, beide erreichten 14,9 Prozent. Von 190.777 Wahlberechtigten gingen 126.896 zur Wahl, 66,5 Prozent und 9,3 Punkte mehr als 2023.
Wie hat Reinickendorf bei der BVV-Wahl 2026 abgestimmt?
Die BVV-Wahl in Reinickendorf hat die CDU trotz hoher Verluste mit 8,9 Punkten Vorsprung vor der AfD gewonnen. Die Linke legte um 10,6 Punkte zu und erreichte im Nordwesten Berlins ein zweistelliges Ergebnis, die Grünen hielten ihr Niveau fast. Sieben Parteien ziehen in die BVV ein, für Sitze gilt eine Sperrklausel von 3 Prozent. Die FDP schaffte sie mit genau 3,0 Prozent, neu dabei ist das BSW.
| Partei | Stimmenanteil | Veränderung | Sitze (von 55) |
|---|---|---|---|
| CDU | 27,4 % | −13,2 | 16 |
| AfD | 18,5 % | +8,5 | 11 |
| SPD | 14,9 % | −6,6 | 9 |
| Die Linke | 14,9 % | +10,6 | 9 |
| Grüne | 12,2 % | −0,4 | 7 |
| BSW | 3,9 % | neu | 2 |
| FDP | 3,0 % | −1,3 | 1 |
| Tierschutzpartei | 2,5 % | −0,5 | – |
| Volt | 2,2 % | neu | – |
| Mieterpartei | 0,5 % | neu | – |
Die Sitzzahlen stammen aus einer Übersicht von t-online und sind vorläufig; dieselbe Verteilung nennt die Lokalzeitung RAZ. Eine Nachrechnung von BerlinEcho mit dem d’Hondt-Verfahren kommt auf dieselbe Verteilung.
Was bedeutet das Ergebnis für die Wahl des Bezirksbürgermeisters?
Der Bezirksbürgermeister oder die Bezirksbürgermeisterin von Reinickendorf wird von der neuen BVV gewählt. Eine Mehrheit in der 55-köpfigen Versammlung beginnt bei 28 Sitzen, die CDU hat 16. Die Lokalzeitung RAZ erwartet dennoch, dass die CDU mit Sebastian Pieper «voraussichtlich den nächsten Bezirksbürgermeister» stellt.
Eine Zählgemeinschaft ist ein Bündnis mehrerer Fraktionen für die Wahl des Bezirksamts. Das Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt hat grundsätzlich die stärkste Fraktion, es kann aber an eine Zählgemeinschaft mit mehr Mandaten übergehen (Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung). Die sechs Posten im Bezirksamt, Bürgermeister und fünf Stadträte, werden nach Stärke der Fraktionen verteilt. Nach dem Höchstzahlverfahren nach d’Hondt (§ 35 Abs. 2 Bezirksverwaltungsgesetz) schrumpft die CDU von bisher drei (Wikipedia: Bezirk Reinickendorf) auf zwei Posten; SPD, Linke, Grüne und AfD haben Anspruch auf je einen, wie auch die RAZ rechnet.
Welche Mehrheiten sind in der BVV Reinickendorf möglich?
- CDU und SPD kämen zusammen auf 25 Sitze und damit auf keine Mehrheit. Mit den Grünen wären es 32.
- CDU, SPD, BSW und FDP kämen auf genau 28 Sitze, CDU, Grüne, BSW und FDP nur auf 26.
- Rechnerisch gäbe es auch eine Mehrheit ohne CDU und AfD: SPD, Linke, Grüne, BSW und FDP kämen zusammen auf genau 28 Sitze.
- Die Rechnung beruht auf der vorläufigen Sitzverteilung; verbindlich wird sie erst mit dem amtlichen Endergebnis.
Wer soll Bezirksbürgermeister in Reinickendorf werden?
Sebastian Pieper ist der Kandidat der CDU für das Bürgermeisteramt in Reinickendorf. Der Verwaltungsjurist wurde im September 2025 nominiert (RAZ Zeitung) und ist seit März 2026 Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt und Verkehr (Bezirksamt Reinickendorf, 12. März 2026). Amtsinhaberin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) führt den Bezirk seit ihrer Wahl am 19. April 2023 (Bezirksamt Reinickendorf); sie durfte wegen der gesetzlichen Altersgrenze im Berliner Beamtenrecht nicht erneut antreten. Gewählt wird in der konstituierenden Sitzung der neuen BVV; einen Termin dafür haben wir bis zum 2. Oktober 2026 in keiner offiziellen Quelle gefunden.
Wie hat Reinickendorf bei der Abgeordnetenhauswahl gewählt?
Bei der parallelen Abgeordnetenhauswahl kam die CDU in Reinickendorf auf 27,1 Prozent der Zweitstimmen, ein Minus von 13,1 Punkten (Landeswahlleiter, vorläufiges Ergebnis). Die AfD erreichte 19,0, die Linke 16,1, die SPD 14,2 und die Grünen 11,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,3 Prozent.
Von den sechs Wahlkreisen gewann die CDU vier: Felix Schönebeck (Reinickendorf 2), Niklas Graßelt (3), Tomasz Klon (4) und Richard Gamp (6). Im Wahlkreis 1 setzte sich Pilar Caballero Alvarez (Linke) gegen den CDU-Abgeordneten Burkard Dregger durch, den Wahlkreis 5 holte Carsten Ubbelohde für die AfD.
Auf Landesebene trafen sich Linke, Grüne und SPD am 1. Oktober 2026 zu einem ersten Vorgespräch, das laut zdfheute ohne Einigung beim Thema Antisemitismus endete; formelle Sondierungen könnten nach dpa-Angaben frühestens ab der Woche ab dem 5. Oktober beginnen. Alle zwölf Bezirke im Vergleich zeigt unsere Übersicht der BVV-Ergebnisse in Berlin; wie der Nachbarbezirk gewählt hat, steht im Artikel zur BVV-Wahl in Spandau. Weitere Meldungen findest du unter Reinickendorf, den Stand der Regierungsbildung im Liveticker zur Berlin-Wahl.
Häufige Fragen zur BVV-Wahl in Reinickendorf
Wer hat die BVV-Wahl in Reinickendorf gewonnen?
Die CDU hat die BVV-Wahl in Reinickendorf am 20. September 2026 mit 27,4 Prozent gewonnen, trotz eines Verlusts von 13,2 Prozentpunkten. Zweite wurde die AfD mit 18,5 Prozent. SPD und Linke kamen auf je 14,9 Prozent, die Grünen auf 12,2 Prozent. BSW (3,9 Prozent) und FDP (3,0 Prozent) schafften die Drei-Prozent-Hürde.
Wer wird Bezirksbürgermeister in Reinickendorf?
Das entscheidet die neue Bezirksverordnetenversammlung. Die CDU schickt Sebastian Pieper ins Rennen, seit März 2026 Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt und Verkehr. Mit 16 von 55 Sitzen braucht die CDU Partner, etwa SPD und Grüne (zusammen 32 Sitze). Amtsinhaberin Emine Demirbüken-Wegner durfte aus Altersgründen nicht erneut antreten.
Wie viele Posten im Bezirksamt bekommt die AfD in Reinickendorf?
Nach Stärke der Fraktionen hat die AfD nach dem d’Hondt-Verfahren Anspruch auf einen der sechs Posten im Bezirksamt, ebenso SPD, Linke und Grüne. Die CDU bekommt zwei statt bisher drei. Gewählt werden die Bezirksamtsmitglieder von der BVV, jede Kandidatin und jeder Kandidat braucht dort eine Mehrheit.
Warum durften bei der BVV-Wahl mehr Menschen wählen als bei der Abgeordnetenhauswahl?
Bei der BVV-Wahl sind auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wahlberechtigt, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen, und das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Unter anderem deshalb waren in Reinickendorf 190.777 Menschen für die BVV wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 175.299.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: BVV-Wahl Reinickendorf, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Abgeordnetenhauswahl 2026, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- t-online: BVV-Wahl Berlin 2026 – Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken (Stand 21.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- RAZ Zeitung: CDU-Spitzenkandidat fürs Bürgermeisteramt (02.09.2025) (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Reinickendorf: Sebastian Pieper zum Bezirksstadtrat gewählt (12.03.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Reinickendorf: Emine Demirbüken-Wegner zur Bürgermeisterin gewählt (2023) (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de, Landeszentrale für politische Bildung: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Bezirksverordnetenversammlung (abgerufen am 29.09.2026)
- Handelsblatt/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Linke, Grüne und SPD sprechen über heikle Themen (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- RAZ Zeitung: CDU arg gerupft, aber wieder vorn (24.09.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Wikipedia: Bezirk Reinickendorf (Bezirksamt, Stand 2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Bezirksverwaltungsgesetz Berlin, § 35 (bereitgestellt vom Bezirksamt Lichtenberg) (abgerufen am 02.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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