Glienicker Weg
Der Glienicker Weg in Adlershof: alte Verbindung von Köpenick nach Altglienicke, zwei denkmalgeschützte Wohnanlagen und das Bärensiegel-Areal mit der «Schnapskirche».

Inhalt (7 Abschnitte)
Der Glienicker Weg ist eine Straße im Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick mit der Postleitzahl 12489. Er führt von der Glienicker Straße bis zum Adlergestell und zur Köpenicker Straße, die Hausnummern laufen von 86 bis 185. Der Name erinnert an die alte Ortsverbindung von Köpenick nach Altglienicke, nicht an die Glienicker Brücke.
Wer den Glienicker Weg zum ersten Mal ins Navi tippt, landet oft gedanklich in Potsdam. Falsch gedacht. Der Glienicker Weg liegt im Südosten der Stadt, zwischen den Wohnsiedlungen von Adlershof und dem alten Industriegelände am Adlergestell. Laut Kauperts Straßenführer ist er Teil der alten Verbindung von Köpenick nach Altglienicke. Am Adlergestell steht eines der auffälligsten Industriedenkmale im Bezirk: das Bärensiegel-Areal mit seinen zwei Backsteintürmen. Dazwischen liegen zwei denkmalgeschützte Wohnanlagen aus den Jahren um 1930 und der Sitz eines Pharmaunternehmens. Hier erfährst du, wo die Straße genau verläuft, woher der Name kommt und was an ihr steht.
Wo verläuft der Glienicker Weg?
Der Glienicker Weg verläuft von der Glienicker Straße bis zum Adlergestell und zur Köpenicker Straße. Die Hausnummern reichen von 86 bis 185; Kauperts vermerkt, dass die geraden Nummern rechts und die ungeraden links liegen. Die ganze Straße gehört zum Ortsteil Adlershof und zur Postleitzahl 12489. Vor der Bezirksreform von 2001 lag sie im Bezirk Treptow, heute im Bezirk Treptow-Köpenick.
Dass die Zählung erst bei 86 beginnt, fällt auf. Nummer 1 gibt es hier schlicht nicht. Für den Alltag wichtiger sind die Zuständigkeiten, die Kauperts für die Adresse auflistet – vom Amtsgericht bis zum Polizeiabschnitt:
| Behörde | Zuständig |
|---|---|
| Amtsgericht | Köpenick |
| Grundbuchamt | Köpenick |
| Familiengericht | Köpenick |
| Finanzamt | Treptow-Köpenick |
| Jobcenter | Treptow-Köpenick |
| Polizeiabschnitt | A 35 |
Woher hat der Glienicker Weg seinen Namen?
Der Glienicker Weg ist nach der alten Ortsverbindung von Köpenick nach Altglienicke benannt. Ein genaues Benennungsdatum nennt Kauperts nicht, der Name gilt als überliefert. Mit der Glienicker Brücke an der Havel hat die Straße also nichts zu tun. Der Ortsname Glienicke ist laut Kauperts slawischen Ursprungs und leitet sich von glina ab, dem Wort für Lehm.
Das Dorf Glienicke ist laut Kauperts 1375 erstmals im Landbuch Karls IV. als «Glinik» erwähnt. Seit dem 17. Jahrhundert gehörte es als Vorwerk zum Amt Köpenick. 1763 entstand daneben die Kolonie Neu-Glienicke, 1817 wurde das alte Dorf als Alt-Glienicke bezeichnet, 1845 kam als dritter Siedlungskern das Etablissement Falkenberg hinzu. 1893 wurden die drei Orte zur Gemeinde Altglienicke vereint, die 1920 mit der Bildung von Groß-Berlin zum Bezirk Treptow kam. Der alte Verbindungsweg von Köpenick nach Glienicke trägt diesen Ortsnamen bis heute.
Welche Wohnanlagen am Glienicker Weg stehen unter Denkmalschutz?
Am Glienicker Weg stehen zwei Wohnanlagen unter Denkmalschutz: die Wohnanlage Zinsgutstraße von 1929 bis 1930 und die Wohnhöfe der Wohnungsbaugesellschaft «Eintracht» von 1936 bis 1937. Beide liegen auf der geraden Straßenseite und reichen weit in die Nebenstraßen hinein.
Die Wohnanlage Zinsgutstraße entwarf laut Denkmaldatenbank Berlin der Architekt Julius Schüler, Bauherr war die Berliner Grundstücks- und Terrain AG. Zum Glienicker Weg gehören die Häuser 88 bis 96, der Rest verteilt sich auf Zinsgutstraße, Büchnerweg, Otto-Franke-Straße und Wassermannstraße.
Westlich davon schließen die Wohnhöfe der gemeinnützigen «Eintracht» an, entworfen von Max Abicht und Johann Ruppert. Am Glienicker Weg sind das die Nummern 100 bis 110A. Die Denkmaldatenbank führt die Anlage als Gesamtanlage mit Adressen an Otto-Franke-Straße, Büchnerweg und Wassermannstraße.
Was steht auf dem Bärensiegel-Areal am Adlergestell?
Das Bärensiegel-Areal an der Ecke Glienicker Weg und Adlergestell ist eine denkmalgeschützte Fabrikanlage von 1904 bis 1906. Entworfen hat sie der Architekt Max Jacob, Bauherr war laut Denkmaldatenbank der Fabrikant C. A. F. Kahlbaum, gebaut hat das Baugeschäft Albert Pförtner. Die Denkmaladresse lautet Adlergestell 327 und 331.
Bis Ende der 1990er-Jahre wurden auf dem Grundstück Getränke produziert, danach lag es weitgehend brach. Am 23. März 2017 erteilte das Bezirksamt die Baugenehmigung für einen Möbel- und Küchenmarkt, berichtete die WISTA-Redaktion von adlershof.de. Die niedrigen Gebäude zur Straße waren da schon abgerissen. Stehen blieben das viergeschossige Apparatehaus mit seinen beiden Turmaufbauten zum Adlergestell und Reste der alten Umfassungsmauer am Glienicker Weg. Wegen der Türme heißt der Bau im Volksmund «Schnapskirche von Adlershof». Nach dem Umbau zog eine Filiale der Möbelkette Roller ein, berichtete die Berliner Zeitung.
Am Glienicker Weg hat außerdem ein Unternehmen seinen Sitz, das viele nur von Medikamentenpackungen kennen: Die Berlin-Chemie AG gibt in ihrem Impressum die Adresse Glienicker Weg 125 an. Wohnsiedlung, Pharmaindustrie und Industriedenkmal liegen an dieser einen Straße nebeneinander. Den Forschungsstandort auf der anderen Seite der S-Bahn stellen wir im Beitrag zum Technologiepark Adlershof vor.
Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Glienicker Weg?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du den Glienicker Weg am einfachsten mit der BVG-Buslinie 164. Die Linie verbindet laut BVG den S-Bahnhof Köpenick mit dem S-Bahnhof Schönefeld und hält im Umfeld an den Haltestellen Zinsgutstraße, Glienicker Weg/Nipkowstraße und Büchnerweg. Die Straße liegt im Tarifbereich B.
Vom S-Bahnhof Adlershof sind es mit dem 164er wenige Stationen bis zur Nipkowstraße. Mit dem Auto ist der Glienicker Weg vor allem eine Verbindung zwischen der Glienicker Straße und dem Adlergestell. Wer nur die Adresse einer anderen Straße im Bezirk sucht, findet sie im Straßenverzeichnis von BerlinEcho.
Häufige Fragen zum Glienicker Weg
Welche Postleitzahl hat der Glienicker Weg?
Der Glienicker Weg hat die Postleitzahl 12489. Die Straße liegt vollständig im Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick. Die Hausnummern reichen von 86 bis 185, die geraden Nummern liegen rechts, die ungeraden links, gezählt von der Glienicker Straße Richtung Adlergestell. Zuständig sind unter anderem das Amtsgericht Köpenick und der Polizeiabschnitt A 35.
Hat der Glienicker Weg etwas mit der Glienicker Brücke zu tun?
Der Glienicker Weg hat nichts mit der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam zu tun. Der Name stammt von der alten Ortsverbindung von Köpenick nach Altglienicke. Altglienicke entstand 1893 aus Alt-Glienicke, Neu-Glienicke und Falkenberg und gehört seit 1920 zu Berlin. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und leitet sich von glina für Lehm ab.
Was ist die Schnapskirche am Glienicker Weg?
Die Schnapskirche ist der Spitzname des alten Apparatehauses der Bärensiegel-Fabrik an der Ecke Glienicker Weg und Adlergestell. Der viergeschossige Backsteinbau mit zwei Türmen entstand 1904 bis 1906 nach Plänen von Max Jacob und steht unter Denkmalschutz. Seit dem Umbau nach der Baugenehmigung von 2017 nutzt ein Möbelmarkt das Gebäude.
Welcher Bus fährt über den Glienicker Weg?
Über den Glienicker Weg fährt die BVG-Buslinie 164 zwischen S-Bahnhof Köpenick und S-Bahnhof Schönefeld. Die Haltestellen im Umfeld heißen Zinsgutstraße, Glienicker Weg/Nipkowstraße und Büchnerweg. Über die Nipkowstraße erreicht der Bus den S-Bahnhof Adlershof, von dem die S-Bahn Richtung Innenstadt fährt.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Glienicker Weg (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Bärensiegel (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Wohnanlage Zinsgutstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Wohnhöfe der Wohnungsbaugesellschaft Eintracht (abgerufen am 29.09.2026)
- adlershof.de: Ehemalige Produktionsstätte der VEB Bärensiegel wird Möbel- und Küchenmarkt, 28.03.2017 (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Zeitung: Aus alter Schnapsfabrik wird neue Roller-Filiale in Adlershof (abgerufen am 29.09.2026)
- Berlin-Chemie AG: Impressum (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Buslinie 164 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
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Glienicke
Ort / Geografie - Hintergrund
- Benannt nach der alten Ortsverbindung von Köpenick nach Altglienicke. Altglienicke entstand 1893 aus Alt-Glienicke, Neu-Glienicke und Falkenberg und gehört seit 1920 zu Berlin.