Alt-Köpenick
Die älteste Straße Köpenicks heißt erst seit 1947 Alt-Köpenick: Verlauf, frühere Namen, die Altstadt seit dem 13. Jahrhundert, die Köpenickiade im Rathaus und das Schloss an der Dahme.

Inhalt (7 Abschnitte)
Alt-Köpenick ist die Hauptstraße der Köpenicker Altstadt im Bezirk Treptow-Köpenick. Die Straße führt von der Dammbrücke bis zur Langen Brücke an der Müggelheimer Straße. Angelegt wurde sie im 13. Jahrhundert, den heutigen Namen trägt sie erst seit dem 31. Juli 1947. An ihr stehen das Rathaus Köpenick und das Schloss Köpenick.
Wer Alt-Köpenick entlanggeht, läuft über die älteste Straße Köpenicks. So beschreibt es Kauperts Straßenführer: Die Straße wurde schon im 13. Jahrhundert als Einstraßenanlage angelegt und war der Ausgangspunkt der Siedlung, die sich nach 1300 nach Osten erweiterte. Der Name ist dagegen jung. Hier erfährst du, wo die Straße verläuft, warum sie mehrfach umbenannt wurde, was 1906 im Rathaus passierte und was heute im Schloss zu sehen ist.
Wo verläuft die Straße Alt-Köpenick?
Die Straße Alt-Köpenick beginnt im Norden an der Dammbrücke, wo die Straßen Freiheit und Lindenstraße einmünden. Von dort führt die Straße durch die Altstadtinsel zwischen Spree und Dahme nach Süden und endet an der Müggelheimer Straße und der Langen Brücke. Die Hausnummern reichen laut Kauperts von 1 bis 39, rechts gerade und links ungerade. Die Nummern 1 bis 38 haben die Postleitzahl 12555, die Nummer 39 gehört zu 12557.
Die Straße liegt im Ortsteil Köpenick, der seit der Bezirksfusion 2001 zum Bezirk Treptow-Köpenick gehört. Mit Bus und Bahn ist die Altstadt gut erreichbar. Kauperts nennt die Straßenbahnlinien 27, 60, 61, 62, 67 und 68 sowie die Buslinien 164 und 167, Tarifbereich B. Aktuelle Fahrpläne und Umleitungen findest du bei der BVG.
Fast die gesamte Bebauung gehört zu einem geschützten Ensemble. Die Denkmaldatenbank führt das «Ensemble Altstadt Köpenick» mit den meisten Hausnummern der Straße, dazu Häuser am Alten Markt, in der Grünstraße, der Kirchstraße, am Katzengraben und in weiteren Gassen der Insel.
Warum heißt die Straße erst seit 1947 Alt-Köpenick?
Die heutige Straße Alt-Köpenick setzt sich aus mehreren älteren Straßen und Plätzen zusammen. Kauperts listet als frühere Namen die Breite Straße (Mittelalter bis 18. Jahrhundert), den Marktplatz (nach 1713 bis 1878) sowie Schloßstraße und Schloßplatz (18. Jahrhundert bis 1939).
1939 benannten die Nationalsozialisten den Schloßplatz in Litzmannplatz um, im selben Jahr kam der Name Litzmanndamm auf. Ab Mai 1945 hießen Litzmannplatz und Litzmanndamm nach einem Köpenicker Unternehmer und Kommunalpolitiker Max-Betcke-Straße. Diese Umbenennung wurde laut Kauperts aber amtlich nie bestätigt. Am hob der Magistrat den Platz auf und fasste alles zum Straßenzug Alt-Köpenick zusammen. Der Name Schloßplatz ist bis heute im Alltag gebräuchlich, auch die Haltestelle am Schloss heißt Schloßplatz Köpenick.
| Name | Zeitraum |
|---|---|
| Breite Straße | Mittelalter bis 18. Jahrhundert |
| Marktplatz | nach 1713 bis 1878 |
| Schloßstraße und Schloßplatz | 18. Jahrhundert bis 1939 |
| Litzmanndamm und Litzmannplatz | 1939 bis 1947 |
| Max-Betcke-Straße und Max-Betcke-Platz (nicht amtlich bestätigt) | 1945 bis 1947 |
| Alt-Köpenick | seit 31. Juli 1947 |
Wie alt ist die Köpenicker Altstadt?
Die Köpenicker Altstadt ist älter als ihr Straßenname vermuten lässt. Auf der heutigen Schlossinsel errichteten Slawen laut Bezirksamt Treptow-Köpenick im 8. Jahrhundert eine Hauptburg. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war die Burg Machtzentrum des slawischen Fürsten Jaxa von Köpenick, der 1157 Albrecht dem Bären unterlag. Urkundlich erwähnt wird Köpenick erstmals am .
Nördlich der Burg entstand seit etwa 1240 die Altstadt, die 1298 als Flecken und 1325 als Stadt erwähnt wird. Das Bezirksamt nennt Köpenick neben Berlin-Kölln und Spandau den dritten mittelalterlichen Stadtkern im heutigen Berlin. Von 1387 bis 1413 gehörte Köpenick der Stadt Berlin, im Dreißigjährigen Krieg wurde es schwer verwüstet. Mit der Bildung von Groß-Berlin kam die bis dahin selbstständige Stadt 1920 als 16. Verwaltungsbezirk zu Berlin.
An der Straße selbst ist Bausubstanz aus mehreren Jahrhunderten erhalten. Die Untere Denkmalschutzbehörde nennt als Beispiel das Haus Alt-Köpenick 15, einen Massivbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer vom Rokoko beeinflussten Fassade.
Was geschah 1906 im Rathaus Köpenick?
Das Rathaus Köpenick in der Nummer 21 wurde weltberühmt, weil ein Schuster sich als Hauptmann verkleidete. Am ließ der arbeitslose Wilhelm Voigt in einer beim Trödler gekauften Hauptmannsuniform den Bürgermeister und den Stadtobersekretär durch Soldaten des I. Garderegiments festnehmen und beschlagnahmte die Stadtkasse, so schildert es Kauperts. Die Tat ging als Köpenickiade in die Geschichte ein. Seit 1996 erinnert eine Statue des Hauptmanns an die Tat. Zum 120. Jahrestag zog 2026 der Festumzug des Köpenicker Sommers durch die Altstadt bis zum Rathaus.
Das Gebäude war damals gerade ein Jahr alt. Entworfen haben es Hugo Kinzer und Hans Schütte, gebaut wurde von 1901 bis 1904 im Stil der märkischen Backsteingotik. Eingeweiht wurde das Rathaus laut Bezirksamt am . Der Turm ist 54 Meter hoch. Erweiterungen folgten 1926 und 1927 sowie von 1936 bis 1939.
Was ist im Schloss Köpenick zu sehen?
Das Schloss Köpenick am südlichen Ende der Straße, Adresse Alt-Köpenick 1, liegt auf einer künstlichen Insel an der Dahme. Der niederländische Baumeister Rutger van Langervelt baute es laut Staatlichen Museen zu Berlin von 1677 bis 1690 für Kurprinz Friedrich, den späteren König Friedrich I., an der Stelle eines älteren Jagdschlosses. Die Schlosskapelle von Johann Arnold Nering entstand in den 1680er-Jahren. Das Bezirksamt bezeichnet sie als ersten protestantisch-reformierten Sakralbau der Mark Brandenburg.
Am 28. Oktober 1730 tagte im Wappensaal des Schlosses das Königliche Kriegsgericht. Seit 1963 dient das Schloss als Ausstellungsort, heute zeigt dort das Kunstgewerbemuseum Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko. Laut berlin.de ist das Museum von Oktober bis März donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, von April bis September mittwochs bis freitags von 11 bis 17 Uhr und am Wochenende bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Wann Berliner Museen ohne Eintritt öffnen, liest du in unserem Beitrag zum Museumssonntag.
Häufige Fragen zu Alt-Köpenick
Seit wann heißt die Straße Alt-Köpenick?
Die Straße heißt seit dem 31. Juli 1947 Alt-Köpenick. Der Magistrat legte damals den früheren Litzmannplatz, bis 1939 Schloßplatz, und den Litzmanndamm zu einem Straßenzug zusammen. Die Namen aus der NS-Zeit waren 1945 ersetzt worden, diese Umbenennung wurde aber amtlich nie bestätigt. Laut Kauperts ist der Name Schloßplatz bis heute umgangssprachlich in Gebrauch.
Welche Postleitzahl hat Alt-Köpenick?
Kauperts ordnet den Hausnummern 1 bis 38 die Postleitzahl 12555 zu und der Nummer 39 die Postleitzahl 12557. Das Rathaus Köpenick hat die Adresse Alt-Köpenick 21. Für das Schloss Köpenick in der Nummer 1 nennt berlin.de allerdings die Postleitzahl 12557. Bei Post an das Schloss lohnt sich deshalb ein Blick auf die Angaben des Museums.
Wie komme ich mit Bus und Bahn nach Alt-Köpenick?
Durch die Altstadt fahren laut Kauperts die Straßenbahnlinien 27, 60, 61, 62, 67 und 68 sowie die Buslinien 164 und 167. Die Straße liegt im Tarifbereich B. Als nächste Haltestelle zum Schloss nennt berlin.de Schloßplatz Köpenick. Linienänderungen prüfst du vor der Fahrt bei der BVG.
Was war die Köpenickiade?
Als Köpenickiade gilt der Streich des arbeitslosen Schusters Wilhelm Voigt vom 16. Oktober 1906. In einer beim Trödler gekauften Hauptmannsuniform ließ er im Rathaus Köpenick in der Straße Alt-Köpenick den Bürgermeister und den Stadtobersekretär von Soldaten festnehmen und beschlagnahmte die Stadtkasse. Eine Statue des Hauptmanns wurde laut Bezirksamt 1996 enthüllt.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Alt-Köpenick (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Ensemble Altstadt Köpenick (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Geschichte des Ortsteils Köpenick (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick, Untere Denkmalschutzbehörde: Köpenick (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: 100 Jahre Rathaus Köpenick, 10.10.2005 (abgerufen am 29.09.2026)
- Staatliche Museen zu Berlin: Schloss Köpenick, Profil (abgerufen am 29.09.2026)
- berlin.de: Köpenick Palace (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Köpenick
Ort / Geografie - Benennung
- 1947-07-31
- Hintergrund
- Köpenick, bis 1920 selbstständige Stadt und seit 2001 Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick. Der Ort wurde am 10. Februar 1209 erstmals urkundlich erwähnt, der Name leitet sich laut Kauperts vom slawischen «Kopa» ab, was Inselort oder Erdhügel bedeutet.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web
- Straßenverzeichnis Alt-Köpenick · Web
- Altstadt Köpenick · Web
- Geschichte von Köpenick · Web
- Schloss Köpenick · Web