Friedrichshagener Straße
Von der Bahnhofstraße zur Salvador-Allende-Straße: Namensherkunft, Kabelwerk Köpenick und seine Umnutzung, weitere Denkmale und Anbindung.

Inhalt (8 Abschnitte)
- Wo verläuft die Friedrichshagener Straße?
- Woher hat die Friedrichshagener Straße ihren Namen?
- Was war das Kabelwerk Köpenick?
- Was entsteht auf dem Kabelwerk-Gelände?
- Welche weiteren Denkmale liegen an der Friedrichshagener Straße?
- Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Friedrichshagener Straße?
- Häufige Fragen zur Friedrichshagener Straße
- Quellen
Die Friedrichshagener Straße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Köpenick mit den Hausnummern 1 bis 59 und der Postleitzahl 12555. Sie führt von der Bahnhofstraße bis zur Salvador-Allende-Straße. Prägend ist das denkmalgeschützte frühere Kabelwerk Köpenick an der Spree, auf dessen rund 66.000 Quadratmetern etwa 920 Wohnungen entstehen sollen.
Wer die Friedrichshagener Straße kennt, kennt sie meist wegen der Backsteinbauten am Spreeufer: Hier stand das Kabelwerk Köpenick, das seit Mitte der 1990er Jahre leer steht und jetzt zu einem Wohnquartier umgebaut werden soll. Die Straße ist aber älter als die Fabrik – sie folgt einem Postweg aus dem 18. Jahrhundert. Hier liest du, wo die Friedrichshagener Straße verläuft, woher der Name kommt, was über das Kabelwerk belegt ist, was auf dem Gelände geplant ist und wie du mit Bus und Bahn hinkommst.
Wo verläuft die Friedrichshagener Straße?
Die Friedrichshagener Straße verläuft laut Kauperts Straßenführer von der Bahnhofstraße bis zur Salvador-Allende-Straße. Sie liegt vollständig im Ortsteil Köpenick des Bezirks Treptow-Köpenick, hat die Hausnummern 1 bis 59 und durchgehend die Postleitzahl 12555.
Am östlichen Ende, an der Salvador-Allende-Straße, grenzt das frühere Kabelwerk-Gelände an die Salvador-Allende-Brücke und die Spree. An der Salvador-Allende-Straße beginnt auch die Wendenschloßstraße. Zuständig sind das Amtsgericht Köpenick und der Polizeiabschnitt A 36.
Woher hat die Friedrichshagener Straße ihren Namen?
Die Friedrichshagener Straße ist nach dem Nachbarortsteil Friedrichshagen benannt. Friedrichshagen wurde laut Kauperts 1753 unter Friedrich II. als Kolonistendorf am Nordwestufer des Großen Müggelsees gegründet und hieß zunächst Friedrichsgnade. Das Dorf wuchs entlang der heutigen Bölschestraße, um 1900 wurde es durch den Friedrichshagener Dichterkreis bekannt. 1920 kam Friedrichshagen zum Berliner Bezirk Köpenick, seit 2001 gehört es zu Treptow-Köpenick.
Die Straße selbst folgt nach Kauperts einem schon im 18. Jahrhundert bestehenden Postweg nach Fürstenwalde. Vor 1893 hieß sie Friedrichshagener Chaussee, in der Dammvorstadt um die Jahrhundertwende zeitweise auch Friedrichshagener Damm. Den heutigen Namen trägt sie seit etwa 1920 – dem Jahr, in dem Köpenick und Friedrichshagen Teil von Groß-Berlin wurden.
Was war das Kabelwerk Köpenick?
Das Kabelwerk Köpenick ist eine denkmalgeschützte Fabrik an der Friedrichshagener Straße 11 und 12. Nach Angaben der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts ließ die C. J. Vogel Draht- und Kabelwerke AG die Anlage 1916 bis 1921 bauen, der Entwurf des Architekten und Ingenieurs Karl Stodieck stammt von 1911. Umbauten folgten 1922, 1946 und 1961. Die Firma selbst ist älter: Ihre Festschrift von 1933 trägt den Titel «1858–1933. 75 Jahre C. J. Vogel Draht- und Kabelwerke AG».
In der DDR gehörte das Werk zum Kombinat Kabelwerk Oberspree, wie die Berliner Zeitung berichtet. Nach Angaben des heutigen Eigentümers BUWOG sind die Gebäude seit der Schließung Mitte der 1990er Jahre ungenutzt und verfallen. Zwei markante Backsteinbauten bilden den Eingang zum Gelände.
Was entsteht auf dem Kabelwerk-Gelände?
Auf dem Gelände des Kabelwerks plant die BUWOG ein Quartier mit rund 920 Wohnungen, einer Kita und nicht störendem Gewerbe. Grundlage ist der Bebauungsplan 9-53 des Bezirks Treptow-Köpenick. Laut mein.berlin.de fiel der Aufstellungsbeschluss am . Das Bezirksamt beschrieb das Plangebiet in einer Pressemitteilung vom November 2020 mit etwa 7 Hektar auf den Grundstücken Friedrichshagener Straße 10 bis 12.
Ziel des Bebauungsplans ist es, die Industriedenkmale weitgehend zu sichern und umzunutzen, ein Bürogebäude zu ergänzen und einen öffentlich zugänglichen Grünzug am Ufer zu schaffen. Die BUWOG kündigte an, ab Oktober 2024 für zunächst rund 15 Monate Altlasten zu beseitigen, marode Gebäude abzureißen und die Denkmalbereiche zu sichern. Der eigentliche Wohnungsbau soll erst nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens beginnen. Die Berliner Zeitung nannte 2026 als geplanten Start für die ersten Wohnhäuser; ob dieser Termin hält, ist offen.
Welche weiteren Denkmale liegen an der Friedrichshagener Straße?
Neben dem Kabelwerk führt die Denkmalliste an der Friedrichshagener Straße vier weitere Einträge. Die größte Anlage ist die frühere Filmfabrik an der Nummer 9: Die Glanzfilm AG ließ sie 1922 bis 1925 nach Entwürfen von Heinz Müller-Erkelenz und Ferdinand Flakowski errichten. Zur Gesamtanlage gehören heute auch Adressen an den Straßen Am Filmlager, An der Filmfabrik und Am Werksgarten.
Ältere Industrie steht an der Nummer 6: eine Anlage, die 1889 und 1890 für H. A. Gruner gebaut wurde. Noch weiter zurück reicht das Gärtnerhaus an der Nummer 42, das die Denkmaldatenbank auf 1715 datiert. Außerdem ist an der Straße eine Parkanlage als Gartendenkmal eingetragen, angelegt 1766 für de Saint Aubin, Hofprediger der Prinzessin Henriette Marie, umgestaltet 1927/28 und 1953.
Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Friedrichshagener Straße?
Der nächste S-Bahnhof ist Köpenick an der Linie S3, den Kauperts als barrierefrei führt. Direkt an der Straße hält der Bus 269: Laut BVG gibt es die Haltestellen Friedrichshagener Str./Kabelwerk und Salvador-Allende-Brücke. An der Kreuzung Salvador-Allende-Straße/Wendenschloßstraße hält zusätzlich der X69.
Für die gesamte Straße nennt Kauperts außerdem die Straßenbahnlinien 27, 60, 61, 62, 63, 67 und 68 sowie die Buslinien X69, 164 und 269. Die Straßenbahnen halten an der Bahnhofstraße, am S-Bahnhof Köpenick oder in der Altstadt, nicht an der Friedrichshagener Straße selbst. Die Straße liegt im Tarifbereich B.
Häufige Fragen zur Friedrichshagener Straße
Wo verläuft die Friedrichshagener Straße in Köpenick?
Die Friedrichshagener Straße verläuft im Ortsteil Köpenick von der Bahnhofstraße bis zur Salvador-Allende-Straße. Sie hat die Hausnummern 1 bis 59 und die Postleitzahl 12555. Am Ende an der Salvador-Allende-Straße liegt das frühere Kabelwerk Köpenick zwischen Straße, Salvador-Allende-Brücke und Spree. Die Straße gehört zum Bezirk Treptow-Köpenick.
Wie hieß die Friedrichshagener Straße früher?
Vor 1893 hieß die Straße Friedrichshagener Chaussee, im Abschnitt Dammvorstadt um 1900 zeitweise auch Friedrichshagener Damm. Den heutigen Namen trägt sie seit etwa 1920. Sie folgt einem schon im 18. Jahrhundert bestehenden Postweg nach Fürstenwalde. Benannt ist sie nach Friedrichshagen, das 1753 unter Friedrich II. als Kolonistendorf gegründet wurde.
Was passiert mit dem Kabelwerk Köpenick?
Auf dem rund 66.000 Quadratmeter großen Gelände des Kabelwerks plant die BUWOG etwa 920 Wohnungen, eine Kita und Gewerbe. Die denkmalgeschützten Backsteinbauten sollen erhalten und umgenutzt werden, am Ufer ist ein öffentlicher Grünzug vorgesehen. Ab Oktober 2024 wollte die BUWOG zunächst Altlasten beseitigen und nicht erhaltenswerte Gebäude abreißen. Der Wohnungsbau beginnt erst nach Abschluss des Bebauungsplans 9-53.
Welcher Bus fährt durch die Friedrichshagener Straße?
Durch die Friedrichshagener Straße fährt der Bus 269. Laut BVG hält er an den Haltestellen Friedrichshagener Str./Kabelwerk und Salvador-Allende-Brücke. Der Expressbus X69 hält an der Kreuzung Salvador-Allende-Straße/Wendenschloßstraße. Der nächste S-Bahnhof ist Köpenick an der Linie S3, die Straßenbahnen halten an der Bahnhofstraße und in der Altstadt.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Friedrichshagener Straße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Kabelwerk, Nr. 11–12 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Fabrikanlage Glanzfilm AG, Nr. 9 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Industrieanlage, Nr. 6 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Gärtnerhaus, Nr. 42 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Parkanlage (Gartendenkmal) (abgerufen am 29.09.2026)
- mein.berlin.de: Bebauungsplan 9-53 (Friedrichshagener Straße) (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Pressemitteilung zum Bebauungsplan 9-53, 23.11.2020 (abgerufen am 29.09.2026)
- BUWOG: Kabelwerk Köpenick – Bodensanierung beginnt (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Zeitung: Kabelwerk Köpenick wird umgebaut (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Linienübersicht Bus 269 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Friedrichshagen
Ort / Geografie - Benennung
- 1920
- Hintergrund
- Friedrichshagen wurde 1753 unter Friedrich II. als Kolonistendorf am Großen Müggelsee gegründet und hieß zunächst Friedrichsgnade. Seit 1920 gehört es zu Berlin, heute ist es Ortsteil von Treptow-Köpenick.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web
- Friedrichshagener Straße – Berliner Strassennamenlexikon (Kauperts) · Web
- Geschichte des Ortsteils Friedrichshagen – Bezirksamt Treptow-Köpenick · Web
- Berlin-Friedrichshagen – Wikipedia · Web
- Bebauungsplan 9-53 Friedrichshagener Straße 10–12, Vorhabenbeschreibung – Bezirksamt Treptow-Köpenick · PDF