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Müggelseedamm

Die Uferstraße von Friedrichshagen: Verlauf, Namensgeschichte seit 1932, das Wasserwerk von 1893 mit Museum, die Bürgerbräu-Brauerei, das Seebad und Wilhelm Bölsches Haus.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft der Müggelseedamm?
  2. Warum heißt die Straße Müggelseedamm?
  3. Was steht am Müggelseedamm?
  4. Was hat der Müggelseedamm mit dem Friedrichshagener Dichterkreis zu tun?
  5. Was ist in der Nähe des Müggelseedamms?
  6. Häufige Fragen zum Müggelseedamm
  7. Quellen

Der Müggelseedamm ist die Uferstraße von Friedrichshagen im Bezirk Treptow-Köpenick. Er beginnt am Fürstenwalder Damm und am Weg zur Quelle und endet wieder am Fürstenwalder Damm, die Hausnummern reichen von 2 bis 336. Den Namen trägt er seit dem 21. April 1932, vorher hieß der Kern der Straße Seestraße.

Der Müggelseedamm ist die Straße, über die Friedrichshagen an den Großen Müggelsee grenzt – teils direkt am Wasser, teils eine Grundstücksreihe dahinter. An ihm liegen das Wasserwerk Friedrichshagen von 1893, eine seit 2010 stillgelegte Brauerei, das Seebad Friedrichshagen und das Haus, in dem Wilhelm Bölsche wohnte. Die Straße folgt laut Kauperts Straßenführer dem Zug der alten Poststraße von Köpenick nach Fürstenwalde und verläuft teilweise parallel zum Nordufer des Sees. Die Postleitzahl ist durchgehend 12587.

Wo verläuft der Müggelseedamm?

Der Müggelseedamm verläuft ganz im Ortsteil Friedrichshagen. Kauperts beschreibt den Verlauf ungewöhnlich: von Fürstenwalder Damm und Weg zur Quelle bis wieder zum Fürstenwalder Damm. Der Damm bildet also einen Bogen am Seeufer, während der Fürstenwalder Damm weiter nördlich durch den Ort führt. Rechts liegen die geraden, links die ungeraden Hausnummern, von 2 bis 336.

Etwa in der Mitte dieses Bogens stößt die Bölschestraße auf den Müggelseedamm. Die Bölschestraße ist die alte Hauptstraße der Kolonie Friedrichshagen und führt nach Norden zum S-Bahnhof. Wer mit der S3 kommt, läuft also die Bölschestraße hinunter und steht am Müggelseedamm. Nach Angaben von Kauperts fahren die Straßenbahnlinien 60 und 61 durch das Gebiet, der Müggelseedamm liegt im Tarifbereich B.

Eine Länge von 5,5 Kilometern, wie sie auf älteren Seiten steht, lässt sich aus amtlichen Quellen nicht belegen. Belegt ist nur die Spanne der Hausnummern von 2 bis 336.

Warum heißt die Straße Müggelseedamm?

Der Müggelseedamm ist nach dem Großen Müggelsee benannt. Den Namen erhielt er am 21. April 1932, als die Seestraße und ihre östlichen und westlichen Verlängerungen, die bis dahin Verlängerte Seestraße hießen, zu einer einheitlichen Straße zusammengefasst wurden. Die Seestraße selbst hieß seit 1873 so. Das von manchen Seiten genannte Benennungsdatum 4. April 1894 und der Vorname «Cöpenicker Landstraße» finden sich bei Kauperts nicht.

Der Große Müggelsee ist mit 7,4 Quadratkilometern der größte See auf Berliner Stadtgebiet und an der tiefsten Stelle 8,60 Meter tief. Wie die bewaldeten Müggelberge am Südufer entstand er in der letzten Eiszeit. Wie es um die Wasserqualität steht, liest du in unserem Bericht zur Wasserqualität im Müggelsee.

Was steht am Müggelseedamm?

Am Müggelseedamm stehen mehrere Baudenkmale, die zeigen, wie Friedrichshagen um 1900 vom Kolonistendorf zum Industrie- und Ausflugsort wurde. Die wichtigsten Adressen auf einen Blick:

Ausgewählte Adressen am Müggelseedamm, Stand: Denkmaldatenbank Berlin, Kauperts, berlin.de, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummer Bauwerk Kurz erklärt
164, 166 Berliner Bürgerbräu Brauerei, Gebäude um 1900 und 1925–1930, Produktion 2010 eingestellt
216 Seebad Friedrichshagen Strandbad am Großen Müggelsee
254 Wohnhaus Wilhelm Bölsche ab Herbst 1907, damals Seestraße 63
301–310 Wasserwerk Friedrichshagen gebaut 1889–1893, Museum in Nr. 307
310 Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Forschungsinstitut am Seeufer

Das Wasserwerk Friedrichshagen am östlichen Abschnitt ist das bekannteste Bauwerk der Straße. Der Magistrat ließ es 1889 bis 1893 nach Plänen des Ingenieurs Henry Gill und des Architekten Richard Schultze bauen. Laut Landesdenkmalamt war es bei seiner Fertigstellung das größte und modernste Wasserwerk Europas, gestaltet nach dem Vorbild märkischer Klosteranlagen mit einer repräsentativen Front zum See. Von 1903 bis 1906 kam die Grundwasseraufbereitung dazu, 1925 bis 1927 wurde der Betrieb elektrifiziert. Die Denkmaldatenbank führt die Anlage als Gesamtanlage, einschließlich des unterirdischen Seewasserpumpwerks von 1986 bis 1988. In den Pumpenhäusern B und C zeigt heute das Museum im Wasserwerk, Müggelseedamm 307, die Geschichte der Berliner Wasserversorgung.

Am westlichen Abschnitt steht die ehemalige Brauerei Berliner Bürgerbräu. Hermann Schäfer gründete hier 1869 die Lindbrauerei, 1901 übernahm eine Genossenschaft Berliner Gastwirte. Nach einem Brand in der Nacht vom 14. auf den 15. September 1926 entstanden bis 1930 die Gebäude, die heute noch stehen, berichtet das Berliner Zentrum Industriekultur. 2010 endete die Produktion, die Marke wird seitdem anderswo gebraut. Für das denkmalgeschützte Areal stellte das Bezirksamt 2024 einen Bebauungsplan vor: Laut Entwicklungsstadt sollen 114 Wohnungen entstehen, 40 davon sozial gebunden.

Zwischen den beiden Industriedenkmalen liegt das Seebad Friedrichshagen am Müggelseedamm 216, eines der Strandbäder am Nordufer (berlin.de). Wer weitere Badestellen sucht, findet sie in unserer Übersicht der Berliner Seen. Ein Stück östlich davon, in der Hausnummer 254, wohnte ab Herbst 1907 der Schriftsteller Wilhelm Bölsche; die Adresse hieß damals Seestraße 63, so steht es in Kauperts Eintrag zur Bölschestraße.

Was hat der Müggelseedamm mit dem Friedrichshagener Dichterkreis zu tun?

Der Müggelseedamm ist über Wilhelm Bölsche mit dem Friedrichshagener Dichterkreis verbunden. Bölsche lebte ab 1890 an wechselnden Adressen in Friedrichshagen und bezog 1907 sein Haus an der damaligen Seestraße. Zusammen mit Bruno Wille und den Brüdern Heinrich und Julius Hart war er die zentrale Figur des Kreises, einer literarischen Opposition gegen die wilhelminische Gesellschaft. Ab 1918 lebte er in Schreiberhau in Schlesien. Die Hauptstraße des Ortes trägt seit 1947 seinen Namen.

Was ist in der Nähe des Müggelseedamms?

Der Spreetunnel Friedrichshagen ist das bekannteste Bauwerk in der Nähe. Er unterquert die Müggelspree und wurde nach 16 Monaten Bauzeit am 25. Mai 1927 eingeweiht. Laut Museen Treptow-Köpenick ersetzte er eine überlastete Kettenfähre, die zu Spitzenzeiten bis zu 40.000 Menschen am Tag übersetzte. Ältere Texte schreiben den Tunnel einem Architekten Constantin von Ordon zu und nennen einen expressionistischen Eingangsbau – belegen lässt sich beides nicht, das Museum nennt als Baufirma die Grün & Bilfinger AG.

Direkt am Wasser, am Müggelseedamm 310, sitzt außerdem das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Es erforscht Seen und Flüsse – der Müggelsee liegt dafür vor der Tür.

Häufige Fragen zum Müggelseedamm

Seit wann heißt der Müggelseedamm so?

Der Müggelseedamm heißt seit dem 21. April 1932 so. Von 1873 bis 1932 trug der Kern der Straße den Namen Seestraße, die Verlängerungen nach Osten und Westen hießen Verlängerte Seestraße.

Welche Postleitzahl hat der Müggelseedamm?

Der Müggelseedamm hat durchgehend die Postleitzahl 12587. Die Hausnummern reichen von 2 bis 336, rechts liegen die geraden, links die ungeraden Nummern.

Wo ist das Museum im Wasserwerk?

Das Museum im Wasserwerk liegt am Müggelseedamm 307 in Friedrichshagen. Es ist in den Pumpenhäusern B und C des alten Wasserwerks untergebracht, das von 1889 bis 1893 gebaut wurde.

Wie komme ich zum Seebad Friedrichshagen?

Das Seebad Friedrichshagen liegt am Müggelseedamm 216. Vom S-Bahnhof Friedrichshagen der S3 geht es über die Bölschestraße Richtung See, außerdem fahren die Straßenbahnlinien 60 und 61 durch Friedrichshagen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Großer Müggelsee
Ort / Geografie
Benennung
1932-04-21
Hintergrund
Der Große Müggelsee ist mit 7,4 Quadratkilometern der größte See auf Berliner Stadtgebiet und bis zu 8,60 Meter tief. Er entstand wie die Müggelberge an seinem Südufer in der letzten Eiszeit.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Cöpenicker Landstraße (Teilabschnitt) 1894 Offizielle Benennung im Zuge des Ausbaus von Friedrichshagen zum Villenvorort.

Quellen

  1. Müggelseedamm im Berliner Straßenlexikon des Kaupert-Verlags · Web
  2. Müggelseedamm in der deutschen Wikipedia · Web
  3. Ortsteil Friedrichshagen auf der offiziellen Seite des Bezirks Treptow-Köpenick · Web