Spreestraße
Die Spreestraße in Berlin-Köpenick ist auf den ersten Blick eine von vielen ruhigen Wohnstraßen im Bezirk Treptow-Köpenick.

- Ortsteil: Köpenick (Bezirk Treptow-Köpenick)
- Postleitzahl: 12555
- Hausnummern: 1–15
- Namensgeber: der Fluss Spree
- Besonderheit: Denkmal der Köpenicker Blutwoche am Platz des 23. April
Die Spreestraße Köpenick ist auf den ersten Blick eine ruhige Wohnstrasse in der historischen Altstadt – und trägt doch eines der wichtigsten Erinnerungszeichen des Berliner Südostens. An ihrem Rand, am Platz des 23. April, erinnert ein Denkmal an die Opfer der Blutwoche von 1933. Wir nehmen die kurze Strasse mit den Hausnummern 1 bis 15 zum Anlass, ihre Lage am Wasser, ihre Geschichte und vor allem diesen besonderen Gedenkort genauer zu betrachten.
Geschichte und Ursprung

Ihren Namen verdankt die Adresse dem Fluss Spree, an dessen Zusammenfluss mit der Dahme die Altstadt liegt. Der Ortsteil gehört zu den ältesten Siedlungskernen im heutigen Berlin: Bereits um 1150 machte der slawische Fürst Jaxa de Copnic die Insel zwischen Dahme und Spree zu seinem Sitz, und über Jahrhunderte blieb der Ort eigenständig, bevor er 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde. Die Strasse liegt mitten in diesem mittelalterlich geprägten Stadtkern, der bis heute mit kleinen Gassen, Fachwerk und Uferlagen den Charakter einer Insel bewahrt hat.
Als reine Anliegerstrasse mit nur wenigen Hausnummern hatte sie nie die Bedeutung einer grossen Verkehrsachse. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Altstadt verbunden: Um das Jahr 2000 wurde das Sanierungsgebiet umfassend erneuert, Baulücken geschlossen, Gebäude saniert sowie Strassen, Plätze und Wasserpromenaden aufgewertet. Davon profitierte auch das unmittelbare Umfeld, das heute zu den begehrten Wohnlagen am Wasser zählt.
Die Spreestraße Köpenick und die Blutwoche 1933
Die historische Bedeutung der Strasse liegt in ihrem Gedenkort. Am angrenzenden Platz des 23. April – mit der Adresse Hausnummer 3 – steht das Denkmal der Köpenicker Blutwoche. Es erinnert an einen der schwersten frühen Gewaltexzesse des Nationalsozialismus in Berlin.
Zwischen dem 21. und 26. Juni 1933 verschleppte und folterte die SA mehrere Hundert Menschen – Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden. Mindestens 23 von ihnen wurden ermordet. Anlass waren das reichsweite Verbot des Deutschnationalen Kampfrings und der SPD. Als sich das SPD-Mitglied Anton Schmaus in Notwehr gegen seine Festnahme wehrte und drei SA-Männer niederschoss, eskalierte die Gewalt. Das damalige Amtsgerichtsgefängnis diente als zentrale Haft- und Folterstätte.
Das Denkmal wurde am 7. Oktober 1969 eingeweiht und 1971 um eine Reliefwand mit dem Titel „Unser friedlicher Aufbau“ ergänzt. Seit 1990 wird über Erhalt, Abriss und ergänzende Erläuterungen diskutiert – vor allem, weil die DDR die Erinnerung an die NS-Opfer politisch vereinnahmt hatte. Die eigentliche Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche befindet sich nicht hier, sondern im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis in der nahen Puchanstraße 12; ihre Ursprünge reichen bis 1980 zurück, 2013 wurde zum 80. Jahrestag eine neue Dauerausstellung eröffnet. Damit ist die Strasse für viele Besucher der erste Anlaufpunkt eines bedeutenden Erinnerungsweges.
Architektur und Lage am Wasser
Städtebaulich profitiert die Adresse von ihrer Lage unmittelbar in der Altstadtinsel. Wo Dahme und Spree zusammenfliessen, prägen Altbauten, sanierte Wohnhäuser und der Blick aufs Wasser das Bild. Mehrere Wohnungen werben mit Spreeblick und Altbaudetails – ein Hinweis darauf, wie attraktiv diese ruhige Ecke heute als Wohnadresse ist.
In wenigen Gehminuten erreicht man die zentralen Sehenswürdigkeiten: das Rathaus mit der Bronzestatue des Hauptmanns, das barocke Schloss auf der Schlossinsel und die Uferpromenaden an Dahme und Spree. Die Strasse fügt sich in dieses Ensemble aus mittelalterlichem Grundriss und sorgfältig saniertem Baubestand ein – kleinteilig, wassernah und geschichtsträchtig zugleich. Über die umliegenden Wege ist auch die Friedrichshagener Straße gut angebunden.
Verkehr, Anbindung und Alltag
Im Alltag ist es eine beruhigte Anliegerstrasse mit einem Fahrstreifen, Bürgersteigen auf beiden Seiten und Asphaltbelag. Durchgangsverkehr spielt kaum eine Rolle – seit der Eröffnung einer neuen Spreebrücke zwischen Wuhlheide und Oberspree/Spindlersfeld wurde die Altstadt spürbar entlastet.
Für die Anbindung sorgt vor allem der nahe Bahnhof mit der S-Bahn-Linie S3 sowie ein dichtes Netz an Strassenbahn- und Buslinien rund um die Altstadt. Wer herkommt, kombiniert den Gang zum Denkmal meist mit einem Bummel durch die Gassen oder einer Fahrt mit dem Ausflugsdampfer ab der Anlegestelle. Weitere hausnummerngenaue Angaben bietet das Berliner Strassennamenlexikon Kauperts.
Häufige Fragen zur Spreestraße Köpenick
In welchem Bezirk liegt die Strasse?
Mit der Postleitzahl 12555 gehört sie zum Ortsteil Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick und liegt in der historischen Altstadt.
Warum ist sie bekannt?
An ihrem Rand, am Platz des 23. April (Hausnummer 3), steht das Denkmal der Köpenicker Blutwoche, das an die Opfer des SA-Terrors vom Juni 1933 erinnert.
Wonach ist sie benannt?
Nach dem Fluss Spree, an dessen Zusammenfluss mit der Dahme die Altstadt liegt.
Namensgebung
- Namensgeber
-
Spree (Fluss)
Beschreibend - Benennung
- 1890-05-20
- Hintergrund
- Benannt nach dem Fluss Spree, einem knapp 400 Kilometer langen Nebenfluss der Havel. An ihrem Zusammenfluss mit der Dahme liegt die Köpenicker Altstadt, in der sich die Spreestraße befindet.
Kiez & Atmosphäre
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web
- Spreestraße im Berliner Straßenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
- Ortsteil Köpenick · Web
- Geschichte von Köpenick · Web
- FIS-Broker - Geoportal Berlin · Web
- Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933 – Berlin.de · Web
- Köpenicker Blutwoche – Wikipedia · Web
- Denkmal der Köpenicker Blutwoche Juni 1933 – Bildhauerei in Berlin · Web
- Altstadt Köpenick – Berlin.de · Web
