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Bouchéstraße

Wo die Bouchéstraße verläuft, wer Johann Peter Paul Bouché war, wie die Mauer die Straße zwischen Harzer und Heidelberger Straße teilte und was die neue Fahrradstraße bringt.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Bouchéstraße?
  2. Nach wem ist die Bouchéstraße benannt?
  3. Wie teilte die Mauer die Bouchéstraße?
  4. Welche Baudenkmale stehen an der Bouchéstraße?
  5. Was ändert die Fahrradstraße in der Bouchéstraße?
  6. Häufige Fragen zur Bouchéstraße
  7. Quellen

Die Bouchéstraße verbindet die Straße Am Treptower Park mit dem Kiehlufer am Neuköllner Schifffahrtskanal und liegt in Alt-Treptow und Neukölln. Benannt ist sie nach dem Kunstgärtner Johann Peter Paul Bouché (1759–1846). Zwischen Harzer Straße und Heidelberger Straße teilte die Berliner Mauer die Straße von 1961 bis 1989.

Die Bouchéstraße ist eine Wohnstraße im Kungerkiez mit einer Geschichte, die man ihr heute kaum ansieht. Mitten durch sie lief die Mauer. An einem Ende steht eine Kaserne aus der Kaiserzeit, am anderen Ende Genossenschaftsbauten der 1920er-Jahre, beide heute unter Denkmalschutz. Seit Dezember 2025 ist ein erstes Stück der Straße Fahrradstraße. Hier erfährst du, wo die Straße verläuft, wer Bouché war und wo genau die Grenze lag.

Wo verläuft die Bouchéstraße?

Die Bouchéstraße führt laut Kauperts Straßenführer von der Straße Am Treptower Park bis zum Kiehlufer am Neuköllner Schifffahrtskanal. Die Hausnummern reichen von 5 bis 98: Auf der einen Seite zählen sie von 5 bis 49 hinauf, auf der anderen von 50 bis 98 zurück. Unterwegs quert die Straße die Heidelberger Straße und die Harzer Straße und unterquert den Bahndamm der Görlitzer Bahn.

Die Straße liegt in zwei Bezirken. Der größere Teil gehört zum Ortsteil Alt-Treptow im Bezirk Treptow-Köpenick, der Abschnitt mit den Hausnummern 42 bis 70 zum Ortsteil Neukölln. Für Behördengänge lohnt deshalb ein Blick auf die Hausnummer.

Postleitzahlen der Bouchéstraße nach Hausnummern, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Hausnummern Postleitzahl Ortsteil
5–41 12435 Alt-Treptow
42–70 12059 Neukölln
74–98 12435 Alt-Treptow

Mit der Bahn kommst du über den S-Bahnhof Treptower Park in die Nähe des Endes an der Straße Am Treptower Park, dort halten die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie S8, S85 und S9. Kauperts nennt außerdem die Buslinien 104, 166, 167, 171, 194 und 265 sowie den U-Bahnhof Rathaus Neukölln der U7.

Nach wem ist die Bouchéstraße benannt?

Die Bouchéstraße trägt den Namen von Johann Peter Paul Bouché, geboren am 27. Juni 1759 vermutlich in Berlin, gestorben am 29. Januar 1846 in Berlin. Kauperts beschreibt ihn als Kunstgärtner, Kommunalpolitiker und Unternehmer. Als Berliner Stadtverordneter und Mitglied der Forst- und Ökonomie-Deputation setzte er sich für die Verschönerung Treptows ein. Die von ihm begründete «geregelte Anpflanzung von Gehölzen bei Treptow» gilt als Vorläufer des Treptower Parks.

Bouché stammte aus einer Gärtnerfamilie hugenottischer Herkunft, die seit 1685 in Berlin ansässig war. David Bouché gründete 1704 in der Lehmgasse, der späteren Blumenstraße, eine Blumenzucht und Baumschule. Unter seinem Enkel Peter Friedrich Bouché erlebte sie ihre Blüte. Weitere Familienmitglieder betrieben Gärtnereien in Berlin und im Umland, auch in der Feldmark vor dem Schlesischen Tor. Begraben ist Johann Peter Paul Bouché auf dem Alten Parochialfriedhof an der Klosterstraße in Mitte.

Namensgeschichte der Bouchéstraße, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Zeitraum Name Hinweis
1842 bis vor 1896 Bouchéweg Treptower Abschnitt
vor 1896 Bouchéstraße Umbenennung des Wegs
21.02.1903 Bouchéstraße Verlängerung auf Neuköllner Gebiet, zuvor Teil der Straße Nr. 11, bis zum Köllnischen Ufer (heute Kiehlufer)

Wie teilte die Mauer die Bouchéstraße?

Die Berliner Mauer teilte die Bouchéstraße von 1961 bis 1989 zwischen Harzer Straße und Heidelberger Straße. So steht es auf der Erinnerungsstele an der Ecke Harzer Straße, die das Museum Treptow-Köpenick dokumentiert. Die Siegermächte hatten ihre Sektorengrenzen an den Bezirksgrenzen von 1920 ausgerichtet, und die verliefen hier nicht in der Straßenmitte, sondern entlang einer Grundstücksgrenze. Die Bouchéstraße gehörte deshalb nach 1945 in voller Breite zum sowjetischen Sektor.

Nach dem 13. August 1961 ließ die DDR-Führung die vordere Mauer einige Meter hinter der Grenzlinie errichten, damit Wachposten, Bauarbeiter und Material auf Ost-Berliner Gebiet blieben. Die West-Berliner Häuser blieben dadurch zugänglich, für ihre Bewohner wurden Notwege durch die Vorgärten angelegt. Fahrbahn, Gehweg vor den Ost-Berliner Grundstücken und die Kleingärten wurden zum Grenzstreifen zwischen vorderer und hinterer Mauer. Wie es zum Mauerbau kam, erklärt ein eigener Artikel.

Wer heute den Grenzverlauf sucht, achtet auf das Pflaster: Laut Bezirksamt Treptow-Köpenick ist der Grenzverlauf in den Querstraßen mit Pflastersteinen markiert. An der Treptower Grenze starben zwischen 1961 und 1989 fünfzehn Menschen. Der Mauerweg des Bezirksamts führt über die Heidelberger Straße in die Bouchéstraße und weiter in die Harzer Straße; weiter südlich lag der Grenzübergang an der Sonnenallee.

Welche Baudenkmale stehen an der Bouchéstraße?

An der Bouchéstraße stehen Baudenkmale aus drei Epochen: der Bahndamm der Görlitzer Bahn aus den 1860er-Jahren, Kaserne und Schule aus der Kaiserzeit und Wohnanlagen der 1920er-Jahre im Neuköllner Abschnitt. Alle Angaben in der Tabelle stammen aus der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts.

Baudenkmale an der Bouchéstraße, Stand: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Lage Bauwerk Datierung Entwurf
Kreuzung mit dem Bahndamm Brücken und Bahndamm der Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1865–1867, Umbauten um 1895 und 1905 Königliche Eisenbahndirektion
Nr. 87–100 (mit Am Treptower Park 1–8) Kaserne des Telegraphenbataillons Nr. 1 1901–1904 Wellmann & Luedecke, Stürmer
Nr. 75–76 Gemeindeschule der Landgemeinde Treptow 1905, Umbau 1914 Paul Egeling, Bientz
Nr. 58 und 59–69A Wohnanlage und Wohnzeilen des Beamten-Wohnungsvereins Neukölln 1925–1928 Mebes und Emmerich
Nr. 54–57 Wohnanlage Elbingeroder Weg 1929–1930 Richard Pohl

Die Kaserne an der Ecke Am Treptower Park hat eine eigene Nachkriegsgeschichte. Nach einem Bericht des Tagesspiegels aus dem Jahr 2000 saß in den Kasernenbauten im Norden der Bouchéstraße seit 1962 die 2. Grenzbrigade «13. August» der DDR-Grenztruppen. Derselbe Bericht erinnert daran, wie spät die Straße zur Straße wurde: 1905 klagte die Lokalpresse, die Bouchéstraße sei «die einzige Straße, die dicht vor den Toren Berlins nicht gepflastert ist».

Was ändert die Fahrradstraße in der Bouchéstraße?

Die Fahrradstraße in der Bouchéstraße soll den Durchgangsverkehr im Kungerkiez bremsen und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Laut infraVelo, der landeseigenen Planungsgesellschaft für Radverkehrsanlagen, ist der erste Abschnitt zwischen Heidelberger Straße und Kiefholzstraße 195 Meter lang. Er wurde 2025 fertig und am 11. Dezember 2025 mit einem Anradeln eröffnet.

Zum ersten Bauabschnitt gehörten eine neue Fahrbahndecke und eine Gehwegvorstreckung am Zirkus Cabuwazi, die die Verkehrssicherheit erhöhen soll. Ein zweiter Abschnitt ist für 2026 geplant.

Häufige Fragen zur Bouchéstraße

Nach wem ist die Bouchéstraße benannt?

Die Bouchéstraße ist nach Johann Peter Paul Bouché (1759–1846) benannt, einem Berliner Kunstgärtner, Unternehmer und Stadtverordneten aus einer Gärtnerfamilie hugenottischer Herkunft. Er setzte sich für die Verschönerung Treptows ein. Die von ihm begründete Anpflanzung von Gehölzen bei Treptow gilt laut Kauperts als Vorläufer des Treptower Parks.

Wo verlief die Berliner Mauer an der Bouchéstraße?

Die Berliner Mauer teilte die Bouchéstraße von 1961 bis 1989 zwischen Harzer Straße und Heidelberger Straße. Die Straße gehörte in ganzer Breite zum sowjetischen Sektor, die Mauer stand einige Meter hinter der Grenzlinie. Fahrbahn, Ost-Berliner Gehweg und Kleingärten wurden Grenzstreifen. Heute erinnert eine Stele der Geschichtsmeile Berliner Mauer an der Ecke Harzer Straße daran.

Welche Postleitzahl hat die Bouchéstraße?

Die Bouchéstraße hat zwei Postleitzahlen. Die Hausnummern 5 bis 41 und 74 bis 98 liegen im Ortsteil Alt-Treptow und haben die Postleitzahl 12435. Die Hausnummern 42 bis 70 gehören zum Ortsteil Neukölln und haben die Postleitzahl 12059. Zuständiger Bezirk ist also je nach Hausnummer Treptow-Köpenick oder Neukölln.

Ist die Bouchéstraße eine Fahrradstraße?

Ein Teil der Bouchéstraße ist seit Dezember 2025 Fahrradstraße. Laut infraVelo wurde der erste, 195 Meter lange Abschnitt zwischen Heidelberger Straße und Kiefholzstraße 2025 fertig und am 11. Dezember 2025 eröffnet. Ein zweiter Abschnitt ist für 2026 geplant. Ziel ist, den Verkehr im Kungerkiez zu beruhigen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Carl David Bouché (der Jüngere) und die Gärtnerfamilie Bouché (1809–1881)
Person
Benennung
1895-06-24
Hintergrund
Johann Peter Paul Bouché (1759–1846), Berliner Kunstgärtner, Unternehmer und Stadtverordneter aus einer Gärtnerfamilie hugenottischer Herkunft. Seine Gehölzpflanzung bei Treptow gilt als Vorläufer des Treptower Parks.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Straße 28, Abt. IV des Bebauungsplans 1895 Planungsname vor der offiziellen Benennung.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web
  3. Bouchéstraße im Kauperts Straßenführer durch Berlin · Web
  4. Bouchéstraße in der deutschen Wikipedia · Web
  5. Grenzverlauf an der Bouchéstraße · Web
  6. Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Alt-Treptow · Web