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Allee der Kosmonauten

Von der Herzbergstraße bis zur Landsberger Allee: Verlauf, Postleitzahlen, Namensgeschichte seit 1978, Richtkrone, Flower Tower und die Neubauten an der Allee der Kosmonauten.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Allee der Kosmonauten?
  2. Warum heißt die Straße Allee der Kosmonauten?
  3. Welche Rolle spielte die Allee beim Bau der Großsiedlung Marzahn?
  4. Was steht heute an der Allee der Kosmonauten?
  5. Wie ist die Allee der Kosmonauten an Bus und Bahn angebunden?
  6. Häufige Fragen zur Allee der Kosmonauten
  7. Quellen

Die Allee der Kosmonauten ist eine Hauptverkehrsstraße in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Die Straße führt von der Herzbergstraße über die Rhinstraße bis zur Landsberger Allee und heißt seit dem 22. September 1978 so, benannt nach dem Raumflug von Sigmund Jähn und Waleri Bykowski. Die Straßenbahnlinien M8 und 18 fahren über die Allee.

Wer in Marzahn wohnt, nennt sie oft nur AdK: Die Allee der Kosmonauten ist die Achse, an der die Großsiedlung Marzahn Ende der 1970er Jahre gewachsen ist. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts reichen die Hausnummern von 16 bis 203, die Straße berührt die Ortsteile Lichtenberg, Marzahn und Biesdorf und trägt vier Postleitzahlen. Der Abschnitt mit den Nummern 16 bis 25 gehört zu Lichtenberg, der Rest zu Marzahn-Hellersdorf. Das hat praktische Folgen: Arbeitsagentur, Jobcenter und Finanzamt richten sich nach der Hausnummer. Der Name ist ein Stück DDR-Raumfahrtgeschichte, und entlang der Strecke stehen Kunstwerke aus der Bauzeit der Siedlung, ein bemaltes Hochhaus, das im September 2026 in einer rbb-Sendung über die außergewöhnlichsten Berliner Hochhäuser auf Platz 4 kam, Berlins bislang größter Schulneubau der Schulbauoffensive und ein neues Wohnviertel, das 2027 fertig werden soll.

  • Verlauf: Herzbergstraße (Lichtenberg) über Rhinstraße bis Landsberger Allee/Raoul-Wallenberg-Straße (Marzahn)
  • Name seit 22. September 1978, vorher Springpfuhlstraße (1975 bis 1978)
  • Postleitzahlen 10315, 12681, 12683 und 12685, Hausnummern 16 bis 203
  • Straßenbahn M8 und 18, S-Bahnhöfe Springpfuhl und Raoul-Wallenberg-Straße

Wo verläuft die Allee der Kosmonauten?

Die Allee der Kosmonauten verläuft von der Herzbergstraße in Lichtenberg über die Rhinstraße bis zur Landsberger Allee, an der sie in die Raoul-Wallenberg-Straße übergeht. Kauperts beschreibt den Straßenzug in umgekehrter Richtung und vermerkt am Lichtenberger Ende eine Sackgasse.

Die Allee ist also keine Nord-Süd-Achse, wie gelegentlich zu lesen ist, sondern verbindet Lichtenberg im Westen mit dem Nordosten Marzahns. Die Märkische Allee wird unterwegs gekreuzt, sie ist nicht das Ende der Straße. Die Postleitzahl hängt vom Abschnitt ab:

Postleitzahlen der Allee der Kosmonauten nach Hausnummern (Quelle: Kauperts, Stand: 29. September 2026)
Hausnummern Postleitzahl Ortsteil
16–25 10315 Lichtenberg
24–147 12681 Marzahn
88–144 (gerade) 12683 Biesdorf
148–203 12685 Marzahn

Warum heißt die Straße Allee der Kosmonauten?

Die Allee der Kosmonauten ehrt den Raumflug des sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski und des DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn. Die beiden flogen laut Kauperts vom 26. August bis 3. September 1978 mit Sojus 31 zur Raumstation Salut 6, Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. Am 22. September 1978 wurde die Springpfuhlstraße in ihrem Beisein in Allee der Kosmonauten umbenannt. Einen Tag zuvor hatten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von Ost-Berlin beide zu Ehrenbürgern gemacht, nach 1989 wurden sie in die Senatsliste der Berliner Ehrenbürger übernommen.

Den Namen Springpfuhlstraße trug der Straßenzug erst seit 1975. So hieß zunächst die Verlängerung der Herzbergstraße über den neuen Abschnitt der Rhinstraße bis zur Marzahner Chaussee, der Rest war noch im Bau. Ein Relief mit Gedenktafel erinnert an die Namensgebung; es steht nach Angaben der Datenbank Gedenktafeln in Berlin schräg vor dem Haus Nummer 66.

Welche Rolle spielte die Allee beim Bau der Großsiedlung Marzahn?

Die Allee der Kosmonauten entstand gleichzeitig mit der Großsiedlung Marzahn. Laut der Chronik des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf begannen am 3. März 1975 die Erschließungsarbeiten, am 2. September 1977 wurde Richtfest für das erste Wohnhaus in der Marchwitzastraße 41–45 gefeiert, die ersten Mieter zogen Ende 1977 ein. Im Januar 1979 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den neuen Stadtbezirk Marzahn.

An diesen Anfang erinnert die Richtkrone vor der Allee der Kosmonauten 68, Ecke Marchwitzastraße. Das Betonensemble des Bildhauers Alfred Bernau zeigt nach der Beschreibung von Bildhauerei in Berlin einen überdimensionalen Richtkranz und eine Betonwand mit ausgeschnittener Figur, die den Baubrigadier Peter Zeise beim Zeichen zum Hochziehen der ersten Bauplatte darstellt. Auf der Tafel steht der Richtfestspruch von Helmut Baierl vom 2. September 1977 mit der Zeile «Hunderttausend Menschen ziehen bald hier ein».

Zwischen Rhinstraße und S-Bahnhof Springpfuhl ist die Allee eine Gewerbestraße. Das Bezirksamt beschreibt das Gebiet nördlich der Allee als 29,3 Hektar großes Areal, das erst in den 1980er Jahren nach dem Bau der Straße gewerblich erschlossen wurde, und hat dafür einen Rahmenplan erarbeitet.

Was steht heute an der Allee der Kosmonauten?

Das bekannteste Gebäude an der Allee der Kosmonauten ist der Flower Tower, das 18-geschossige Hochhaus Nummer 145 der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort. Die Künstlergruppe CitéCréation hat die Fassade bei der Sanierung bemalt, fertig wurde das Wandbild 2012. Die Motive greifen nach Angaben der Genossenschaft die nahen Gärten der Welt auf.

Am Lichtenberger Ende, Allee der Kosmonauten 20–22, hat die HOWOGE eine Doppelschule gebaut. Nach Angaben des Bezirksamts Lichtenberg bietet sie 900 Plätze in einer Integrierten Sekundarschule und 664 Plätze in einem Gymnasium, die Übergabe an den Bezirk war am 10. April 2024, der Unterricht begann zum Schuljahr 2024/2025. Mit 21.000 Quadratmetern Nutzfläche ist es der bislang größte Neubau der Berliner Schulbauoffensive, gebaut nach dem Compartment-Prinzip mit 15 Lerneinheiten.

An der Ecke zur Marzahner Chaussee entsteht bis 2027 ein neues Wohnviertel. Die Gewobag baut dort unter der Adresse Allee der Kosmonauten 42 insgesamt 657 Mietwohnungen, davon 609 für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein; Baustart war 2022. Mit weiteren Bauherren sollen auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück etwa 1.000 Wohnungen, eine Kita und Läden entstehen. Das 1990 errichtete «Haus der Kosmonauten» bleibt als Gewerbebau stehen.

Wie ist die Allee der Kosmonauten an Bus und Bahn angebunden?

Die Allee der Kosmonauten ist vor allem eine Straßenbahnstrecke. Die Linien M8 und 18 halten laut BVG-Linienplan an den Stationen Ev. Krankenhaus KEH, Allee der Kosmonauten/Rhinstraße, Beilsteiner Straße, S Springpfuhl, Helene-Weigel-Platz, Boschpoler Straße, Allee der Kosmonauten/Poelchaustraße und Schragenfeldstraße. Am S-Bahnhof Springpfuhl steigst du in die S7 und S75 um, am Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße in die S7.

Kauperts führt für die Straße und ihr direktes Umfeld zusätzlich die Tramlinien M6, M17, 27 und 37 sowie die Buslinien X54, X69, 154, 191, 192, 194, 195 und 291 auf. Die Straße liegt im Tarifbereich B. Wer mit dem Auto kommt, sollte wissen: Am Lichtenberger Ende läuft die Allee laut Kauperts in einer Sackgasse aus, durchgehend befahrbar ist sie zwischen Rhinstraße und Landsberger Allee.

Häufige Fragen zur Allee der Kosmonauten

Wo beginnt und wo endet die Allee der Kosmonauten?

Die Allee der Kosmonauten beginnt als Fortsetzung der Herzbergstraße in Lichtenberg, kreuzt die Rhinstraße und führt durch Marzahn bis zur Landsberger Allee, wo die Raoul-Wallenberg-Straße anschließt. Die Hausnummern reichen laut Kauperts von 16 bis 203, die Postleitzahlen sind 10315, 12681, 12683 und 12685.

Nach wem ist die Allee der Kosmonauten benannt?

Die Allee der Kosmonauten erinnert an den Raumflug von Waleri Bykowski und Sigmund Jähn mit Sojus 31 zur Station Salut 6 vom 26. August bis 3. September 1978. Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. Am 22. September 1978 wurde die Springpfuhlstraße im Beisein der beiden Raumfahrer umbenannt.

Welche Straßenbahnen fahren über die Allee der Kosmonauten?

Die Straßenbahnlinien M8 und 18 fahren über die Allee der Kosmonauten und halten unter anderem am Evangelischen Krankenhaus KEH, an der Rhinstraße, am S-Bahnhof Springpfuhl, am Helene-Weigel-Platz und an der Poelchaustraße. Kauperts nennt außerdem Buslinien wie X54 und 194 sowie die S-Bahnhöfe Springpfuhl und Raoul-Wallenberg-Straße.

Was ist der Flower Tower an der Allee der Kosmonauten?

Der Flower Tower ist das 18-geschossige Wohnhochhaus Allee der Kosmonauten 145 der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort. Die französische Künstlergruppe CitéCréation hat die Fassade bei der Sanierung mit Blumen- und Pflanzenmotiven bemalt, fertig wurde das Wandbild 2012. Die Motive greifen nach Angaben der Genossenschaft die nahen Gärten der Welt auf.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Kosmonauten (insbesondere Sigmund Jähn) (1937–2019)
Ereignis
Benennung
1978-09-22
Hintergrund
Benannt zur Würdigung des Raumflugs von Waleri Bykowski und Sigmund Jähn mit Sojus 31 zur Raumstation Salut 6 vom 26. August bis 3. September 1978. Jähn war der erste Deutsche im Weltraum.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Springpfuhlstraße (Teilstück) 1978 Zusammenfassung und Neubenennung im Zuge der Errichtung der Grosssiedlung Marzahn.
Wiesenburger Weg (Teilstück) 1978 Zusammenfassung und Neubenennung im Zuge der Errichtung der Grosssiedlung Marzahn.

Quellen

  1. Allee der Kosmonauten im Kaupert-Strassenführer · Web
  2. Allee der Kosmonauten · Web
  3. Die Geschichte Marzahns · Web
  4. Großsiedlungen · Web