AfD Spitzenkandidatur Berlin: Brinker holt 16,3 % und 29 Sitze
Inhalt (9 Abschnitte)
- Wer ist Kristin Brinker?
- Wie wurde Brinker Spitzenkandidatin?
- Wie hat die AfD unter Brinker abgeschnitten?
- Wer führt die AfD-Fraktion nach der Wahl?
- Wie stuft der Verfassungsschutz die Berliner AfD ein?
- Welche Rolle spielt die AfD jetzt im Abgeordnetenhaus?
- Wie es weitergeht
- Häufige Fragen zur AfD-Spitzenkandidatin
- Quellen
Kristin Brinker führte die AfD als Spitzenkandidatin in die Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026. Die Partei holte nach dem amtlichen Endergebnis 16,3 Prozent, 13 Wahlkreise und 29 Sitze. Brinker selbst zog über die Landesliste ein, ihren Wahlkreis in Steglitz-Zehlendorf gewann sie nicht. Am 22. September 2026 bestätigte die Fraktion sie ohne Gegenkandidat als Vorsitzende.
Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. Korrektur: Die AfD hat 13 statt 12 Wahlkreise gewonnen; nach einem Übermittlungsfehler und einer Nachzählung geht Spandau 1 an Tommy Tabor (AfD) statt an Bettina Meißner (CDU). Die AfD behält 29 Sitze (jetzt 13 Direkt- und 16 Listenmandate), das Abgeordnetenhaus hat aber 153 statt 158 Sitze. Brinkers Ergebnis in Steglitz-Zehlendorf 1 (9,3 Prozent) ist amtlich bestätigt.
Die AfD-Spitzenkandidatur in Berlin lag bei Kristin Brinker – und unter ihr hat die Partei am ihr bisher bestes Berliner Ergebnis geholt. Laut amtlichem Endergebnis des Landeswahlleiters vom 12. Oktober 2026 kam die AfD auf 16,3 Prozent der Zweitstimmen, 7,2 Punkte mehr als 2023. Die Partei stellt künftig 29 Abgeordnete, 12 mehr als bisher. An der Macht ändert das nichts. Die Gespräche über eine neue Regierung laufen zwischen Linken, Grünen und SPD, und Brinker selbst hat die Oppositionsrolle angenommen.
Hier liest du, wer Brinker ist, wie sie Spitzenkandidatin wurde, wo die AfD gewonnen hat und wie es mit der Fraktion weitergeht. Die Programmpunkte der Partei stehen ausführlich im Artikel zum AfD-Wahlprogramm für Berlin.
Wer ist Kristin Brinker?
Kristin Brinker ist Landesvorsitzende der Berliner AfD und Vorsitzende der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Die Architektin wurde 1972 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) geboren, studierte an der TU Berlin und leitete von 2012 bis 2016 den Bund der Steuerzahler Berlin (Wikipedia). Der AfD trat sie 2013 bei, seit 2016 sitzt sie im Abgeordnetenhaus. Den Landesvorsitz übernahm sie im März 2021, nachdem sie sich gegen Beatrix von Storch durchgesetzt hatte.
Wie wurde Brinker Spitzenkandidatin?
Die Berliner AfD wählte Kristin Brinker im Oktober 2025 auf Platz eins ihrer Landesliste. Auf einem Parteitag am in Brandenburg an der Havel bestätigte die Partei sie als Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin und beschloss das Wahlprogramm, berichtete der Tagesspiegel. Stattgefunden hat der Parteitag außerhalb Berlins, weil sich in der Stadt nach Angaben der Zeitung kein Saal fand. Laut Bundeszentrale für politische Bildung setzte die AfD im Wahlkampf auf mehr Polizei, eine Bezirkspolizei, strikte Begrenzung der Migration und mehr Abschiebungen.
Wie hat die AfD unter Brinker abgeschnitten?
Die AfD hat unter Kristin Brinker in allen zwölf Berliner Bezirken zugelegt, am stärksten im Osten. In Marzahn-Hellersdorf holte sie 34,4 Prozent der Zweitstimmen (+15,2 Punkte) und fünf von sechs Wahlkreisen. In Treptow-Köpenick gingen drei Wahlkreise an die AfD, in Spandau zwei, in Pankow, Lichtenberg und Reinickendorf je einer. Das schwächste Ergebnis gab es mit 6,0 Prozent in Friedrichshain-Kreuzberg.
| Bezirk | Zweitstimmen 2026 | Veränderung (Punkte) | Wahlkreise AfD |
|---|---|---|---|
| Mitte | 8,9 | +3,3 | 0 von 7 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 6,0 | +2,3 | 0 von 5 |
| Pankow | 15,5 | +5,9 | 1 von 9 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 9,7 | +4,5 | 0 von 7 |
| Spandau | 21,3 | +10,3 | 2 von 5 |
| Steglitz-Zehlendorf | 11,0 | +5,2 | 0 von 7 |
| Tempelhof-Schöneberg | 12,1 | +5,8 | 0 von 7 |
| Neukölln | 14,1 | +6,6 | 0 von 6 |
| Treptow-Köpenick | 23,7 | +9,8 | 3 von 7 |
| Marzahn-Hellersdorf | 34,4 | +15,2 | 5 von 6 |
| Lichtenberg | 24,0 | +10,1 | 1 von 6 |
| Reinickendorf | 19,0 | +8,9 | 1 von 6 |
| Berlin gesamt | 16,3 | +7,2 | 13 von 78 |
Brinker selbst gewann ihren Wahlkreis nicht. Im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1 kam sie laut dpa auf 9,3 Prozent und landete auf Platz fünf; das Direktmandat holte Tonka Wojahn (Grüne). Ins Parlament zieht Brinker über die Landesliste ein. Von den 29 AfD-Sitzen sind 13 Direkt- und 16 Listenmandate; den 13. Wahlkreis, Spandau 1, gewann Tommy Tabor erst im amtlichen Endergebnis nach einer Nachzählung.
Warum die AfD in Berlin deutlich schwächer ist als in ostdeutschen Flächenländern, erklärte Brinker am Tag nach der Wahl mit einer anderen Struktur und Bevölkerungszusammensetzung, vor allem in den Innenstadtbezirken. Künftig wolle die Partei stärker Mittelschicht, bürgerliche Wähler, Migranten und Jüngere ansprechen (Volksstimme/dpa).
Wer führt die AfD-Fraktion nach der Wahl?
Die neue AfD-Fraktion hat Kristin Brinker am erneut zur Vorsitzenden gewählt, ohne Gegenkandidaten (Tagesspiegel/dpa). Rolf Wiedenhaupt bleibt Parlamentarischer Geschäftsführer, Alexander Bertram stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Bertram hat den Wahlkreis Treptow-Köpenick 4 direkt gewonnen.
Wie stuft der Verfassungsschutz die Berliner AfD ein?
Der Berliner AfD-Landesverband ist nicht als gesichert rechtsextremistisch eingestuft; das bestätigte eine dpa-Meldung vom 8. September 2026. Seit dem 1. September 2026 darf der Berliner Verfassungsschutz auch über Verdachtsfälle informieren. Ob die Berliner AfD als solcher geführt wird, hat die Innenverwaltung nicht öffentlich gemacht und vor der Wahl auf das Neutralitätsgebot verwiesen. Für die Bundespartei untersagte das Verwaltungsgericht Köln am 26. Februar 2026 vorläufig die Einstufung als gesichert rechtsextremistisch; bis zur Hauptsacheentscheidung gilt sie als Verdachtsfall.
Welche Rolle spielt die AfD jetzt im Abgeordnetenhaus?
Die AfD bleibt im Abgeordnetenhaus in der Opposition, weil keine Partei mit ihr koalieren will. CDU-Chef Kai Wegner sagte im Juni 2026 dem Tagesspiegel: «Mit uns wird es keine Koalition mit der AfD geben.» Laut Tagesspiegel schließen alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit aus. Brinker reagierte am 21. September: «Wir sind eine sehr, sehr starke Opposition», und: «Wir werden alles tun, damit wir hier den Finger in die Wunde legen.»
Mit 29 Sitzen ist die AfD drittstärkste Fraktion. Regieren Linke, Grüne und SPD (zusammen 91 Sitze), wäre die CDU mit 33 Sitzen größte Oppositionsfraktion; bei einem Bündnis aus CDU, Grünen und SPD (79 Sitze) wäre es die Linke mit 45. In beiden Fällen stünde die AfD an zweiter Stelle der Opposition.
Wie es weitergeht
Die Regierungsbildung läuft ohne die AfD. Linke, Grüne und SPD sondieren seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus. Die CDU wirbt für ein Bündnis mit Grünen und SPD (ZDFheute). Den aktuellen Stand verfolgst du im Artikel zur Koalition in Berlin 2026 und im Liveticker zur Berlin-Wahl.
Häufige Fragen zur AfD-Spitzenkandidatin
Wer war Spitzenkandidatin der AfD bei der Berlin-Wahl 2026?
Spitzenkandidatin der AfD war Kristin Brinker, Landesvorsitzende der Berliner AfD und Vorsitzende der Fraktion im Abgeordnetenhaus. Die Partei wählte sie im Oktober 2025 auf Platz eins der Landesliste und bestätigte sie am 30. Mai 2026 als Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Brinker ist seit 2013 Mitglied der AfD und sitzt seit 2016 im Abgeordnetenhaus. Die Architektin wurde 1972 in Bernburg geboren.
Hat Kristin Brinker ihren Wahlkreis gewonnen?
Nein. Kristin Brinker trat im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1 an und kam dort laut amtlichem Endergebnis auf 9,3 Prozent der Erststimmen, was Platz fünf bedeutete. Den Wahlkreis gewann nach der Liste des Landeswahlleiters Tonka Wojahn von den Grünen. Brinker zieht über Platz eins der AfD-Landesliste in das neue Abgeordnetenhaus ein, wie 16 weitere AfD-Abgeordnete, die kein Direktmandat haben.
Wer führt die AfD-Fraktion im neuen Abgeordnetenhaus?
Die AfD-Fraktion wählte Kristin Brinker am 22. September 2026 erneut zur Vorsitzenden; Gegenkandidaten gab es nach dpa-Angaben nicht. Ebenfalls ohne Gegenkandidat bestätigt wurden Rolf Wiedenhaupt als Parlamentarischer Geschäftsführer und Alexander Bertram als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Bertram hat den Wahlkreis Treptow-Köpenick 4 direkt gewonnen, Wiedenhaupt kam über die Landesliste ins Parlament.
Kann Kristin Brinker Regierende Bürgermeisterin werden?
Nein, dafür fehlt der AfD jede Mehrheit. Die Regierende Bürgermeisterin wird vom Abgeordnetenhaus gewählt, und die AfD hat 29 von 153 Sitzen. CDU-Landeschef Kai Wegner hat eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen; laut Tagesspiegel lehnen alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit ab. Selbst CDU und AfD zusammen kämen nur auf 62 Sitze, nötig sind 77. Brinker kündigte deshalb eine «sehr, sehr starke Opposition» an.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 (abgerufen am 13.10.2026)
- wahlrecht.de: Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (Sitzverteilung) (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Brinker bleibt Berlins AfD-Fraktionsvorsitzende (22.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Volksstimme/dpa: Brinker: «Wir sind eine sehr, sehr starke Opposition» (21.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Die Berliner AfD zeigt sich mit neuem Selbstbewusstsein (30.05.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- bpb: Alternative für Deutschland – Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: Kristin Brinker (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel: Keine Koalition mit AfD und Linke in Berlin (07.06.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Grüne fordern Aufklärung vom Verfassungsschutz über AfD-Status (08.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- Verwaltungsgericht Köln: Pressemitteilung zum Beschluss 13 L 1109/25 (26.02.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- ZDFheute: Linke lädt Grüne und SPD zu Sondierungen ein (abgerufen am 29.09.2026)
- Tagesspiegel/dpa: Berliner Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag (28.09.2026) (abgerufen am 29.09.2026)
- zdfheute: Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD ohne Ergebnis (01.10.2026) (abgerufen am 02.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Landeswahlausschuss hat endgültiges Ergebnis festgestellt (12.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
- Tagesspiegel: Liveblog zu den Sondierungen von Linke, Grünen und SPD (Stand 12.10.2026, abgerufen am 13.10.2026)
- dpa-AFX: Linke, Grüne und SPD in Berlin beschließen Sondierungen (08.10.2026) (abgerufen am 13.10.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin: Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1, amtliches Endergebnis (abgerufen am 13.10.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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