Am Sonntag, 20. September 2026, wählt Berlin das 20. Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen – und erstmals dürfen dabei auch 16- und 17-Jährige über das Landesparlament mitentscheiden. Rund 2,4 Millionen Berlinerinnen und Berliner sind zur Abgeordnetenhauswahl 2026 aufgerufen. Dieser Überblick beantwortet die wichtigsten Fragen: Wer darf wählen, wie funktionieren Erst- und Zweitstimme, wann startet die Briefwahl – und was hat sich gegenüber 2023 geändert? Die Seite wird bis zum Wahltag laufend aktualisiert.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Gewählt wird am Sonntag, 20. September 2026: das 20. Abgeordnetenhaus von Berlin und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) – erstmals wieder für volle fünf Jahre.
- Neu: Das Wahlalter für die Abgeordnetenhauswahl liegt erstmals bei 16 Jahren – rund 50.000 junge Berlinerinnen und Berliner dürfen damit zum ersten Mal das Landesparlament mitwählen.
- Ebenfalls neu: Erst- und Zweitstimme stehen auf einem gemeinsamen Stimmzettel, wie bei der Bundestagswahl. Dazu kommt ein zweiter Stimmzettel für die BVV-Wahl.
- Briefwahl ist ab dem 10. August 2026 möglich, dann werden auch die Wahlbenachrichtigungen versendet.
- Amtsinhaber Kai Wegner (CDU) trifft auf SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach; 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent stärkste Kraft geworden.
Termin und Eckdaten der Abgeordnetenhauswahl 2026

Die Abgeordnetenhauswahl 2026 findet am Sonntag, 20. September, statt. Gewählt wird das 20. Abgeordnetenhaus – das Landesparlament Berlins – sowie zeitgleich die Bezirksverordnetenversammlungen in allen zwölf Bezirken. Die Wahllokale öffnen wie üblich von 8 bis 18 Uhr. Berlin wählt in 78 Wahlkreisen; die kommende Wahlperiode dauert erstmals seit Langem wieder volle fünf Jahre, nachdem das aktuelle Parlament wegen der Wiederholungswahl von 2023 nur eine verkürzte Periode amtierte.
Die Vorgeschichte ist bekanntlich turbulent: Die Pannenwahl von 2021 musste im Februar 2023 komplett wiederholt werden – ein bundesweit einmaliger Vorgang. Entsprechend genau schauen Landeswahlleitung und Bezirke diesmal auf die Organisation, von der Zahl der Wahllokale bis zur Ausstattung mit Stimmzetteln.
Wer darf wählen? Erstmals ab 16 Jahren
Wahlberechtigt für das Abgeordnetenhaus sind alle deutschen Staatsangehörigen, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind – also vor dem 21. September 2010 geboren wurden –, seit mindestens drei Monaten (Stichtag: 20. Juni 2026) in Berlin wohnen und ihr Wahlrecht nicht verloren haben. Die Absenkung des Wahlalters hatte das Abgeordnetenhaus Ende 2023 mit breiter Mehrheit per Verfassungsänderung beschlossen; rund 50.000 Jugendliche erhalten dadurch erstmals das Wahlrecht fürs Landesparlament.
Bei der BVV-Wahl ist der Kreis noch größer: Hier dürfen zusätzlich auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten ab 16 Jahren abstimmen. Insgesamt sind rund 2,4 Millionen Menschen wahlberechtigt – mehr als je zuvor bei einer Berliner Wahl.
Erststimme, Zweitstimme, BVV: So funktioniert die Wahl
Jede Wählerin und jeder Wähler hat bei der Abgeordnetenhauswahl zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird die Direktkandidatin oder der Direktkandidat im eigenen Wahlkreis gewählt, mit der Zweitstimme die Partei – sie entscheidet über die Kräfteverhältnisse im Parlament. Für den Einzug ins Abgeordnetenhaus gilt die Fünf-Prozent-Hürde.
Wichtigste Neuerung im Wahllokal: Es gibt für die Abgeordnetenhauswahl nur noch einen Stimmzettel, auf dem Erst- und Zweitstimme gemeinsam abgegeben werden – wie bei der Bundestagswahl. Bisher waren es zwei getrennte Zettel. Dazu kommt ein zweiter Stimmzettel für die BVV-Wahl: Dort gilt reines Verhältniswahlrecht mit einer Stimme und einer Drei-Prozent-Hürde. Die BVV entscheidet über das, was direkt vor der Haustür passiert – vom Kiezverkehr über Grünflächen bis zu Schulen und Jugendklubs in den zwölf Bezirken.
Briefwahl: Ab dem 10. August möglich
Ab dem 10. August 2026 versenden die Bezirksämter die Wahlbenachrichtigungen und geben Briefwahlunterlagen aus. Ab diesem Zeitpunkt ist auch die Briefwahl vor Ort in den Briefwahlstellen möglich – wer mag, kann seine Stimme also schon Wochen vor dem Wahltag abgeben. Beantragen lässt sich die Briefwahl online, per Post oder persönlich; der QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung macht den Online-Antrag in wenigen Minuten möglich.
Wichtig für alle, die im September verreist sind: Der Wahlbrief zur Abgeordnetenhauswahl 2026 muss am Wahlsonntag bis 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, schickt die Unterlagen spätestens einige Tage vorher ab oder wirft sie direkt beim Bezirksamt ein.
Parteien, Spitzenkandidaten, Ausgangslage
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner führt die CDU als Amtsinhaber in die Wahl; sein wichtigster Herausforderer ist SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. Zur Ausgangslage: Bei der Wiederholungswahl 2023 wurde die CDU mit 28,2 Prozent erstmals seit 1999 stärkste Kraft, dahinter lagen SPD und Grüne mit je 18,4 Prozent nahezu gleichauf – nur 53 Stimmen trennten beide. Die Linke kam auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent, die FDP verpasste mit 4,6 Prozent den Einzug und kämpft 2026 um die Rückkehr ins Parlament.
Seit 2023 regiert eine schwarz-rote Koalition des Senats im Roten Rathaus. Welche Programme die Parteien vorlegen, analysieren wir fortlaufend – den Auftakt machte der Entwurf des CDU-Wahlprogramms mit Zugangskontrollen für die U-Bahn. Eine laufend aktualisierte Übersicht über Parteien, Kandidatinnen und Umfragen finden Sie in unserer Hintergrund-Reportage zum Wahlkampf Berlin 2026 sowie gesammelt im Politik-Ressort.
Der Fahrplan bis zum Wahltag
Die wichtigsten Termine im Überblick: Bis zum 20. Juni 2026 muss der Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet sein, um wahlberechtigt zu sein. Ab dem 10. August werden Wahlbenachrichtigungen versendet und die Briefwahl beginnt. Wer bis Ende August keine Benachrichtigung erhalten hat, sollte sich beim Bezirkswahlamt melden – wählen können Sie aber auch ohne Benachrichtigung, mit Ausweis im richtigen Wahllokal. Am Sonntag, 20. September, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet; mit ersten Hochrechnungen ist am frühen Abend zu rechnen.
Die Wahl am 20. September 2026 ist in dreifacher Hinsicht eine Premiere: erstmals Wahlalter 16 beim Abgeordnetenhaus, erstmals der kombinierte Stimmzettel für Erst- und Zweitstimme, und erstmals seit der Pannenwahl 2021 wieder eine reguläre Wahl über die volle Distanz. Für Berlin steht dabei mehr auf dem Spiel als die Frage Wegner oder Krach: Rund 50.000 Erstwählerinnen und Erstwähler unter 18 könnten in einer Stadt, in der 2023 nur 53 Stimmen über Platz zwei entschieden, tatsächlich den Unterschied machen. Diese Seite halten wir bis zum Wahlabend aktuell.
Quellen
| Quelle | Inhalt | Stand |
|---|---|---|
| Landeswahlleitung Berlin (berlin.de) | Wahltermin, Wahlberechtigung, Stimmzettel-Neuerung, Fristen | 06/2026 |
| Abgeordnetenhaus von Berlin | Verfassungsänderung Wahlalter 16 (Dezember 2023) | 12/2023 |
| Landeswahlleitung / amtliches Endergebnis | Ergebnis der Wiederholungswahl 2023 | 03/2023 |
Häufige Fragen zur Abgeordnetenhauswahl 2026
Wann ist die Abgeordnetenhauswahl 2026 in Berlin?
Am Sonntag, 20. September 2026. Gewählt werden das 20. Abgeordnetenhaus und zeitgleich die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Ab welchem Alter darf ich 2026 in Berlin wählen?
Erstmals ab 16 Jahren – sowohl beim Abgeordnetenhaus als auch bei der BVV. Voraussetzung für die Abgeordnetenhauswahl ist die deutsche Staatsangehörigkeit und ein Berliner Wohnsitz seit mindestens drei Monaten; bei der BVV-Wahl dürfen auch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger abstimmen.
Ab wann kann ich Briefwahl beantragen?
Ab dem 10. August 2026 werden Wahlbenachrichtigungen versendet und Briefwahlunterlagen ausgegeben. Ab dann ist auch die Briefwahl vor Ort möglich. Der Wahlbrief muss bis zum Wahlsonntag, 18 Uhr, eingegangen sein.
Was ist der Unterschied zwischen Erststimme und Zweitstimme?
Mit der Erststimme wählen Sie die Direktkandidatin oder den Direktkandidaten Ihres Wahlkreises, mit der Zweitstimme eine Partei. Die Zweitstimme bestimmt die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus. Neu: Beide Stimmen stehen 2026 auf einem gemeinsamen Stimmzettel.
Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Berlin-Wahl 2026?
Für die CDU tritt der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner an, für die SPD Steffen Krach. Die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der weiteren Parteien stellen wir fortlaufend in eigenen Porträts vor.
Wie ging die letzte Berlin-Wahl aus?
Bei der Wiederholungswahl im Februar 2023 wurde die CDU mit 28,2 Prozent stärkste Kraft, SPD und Grüne folgten mit je 18,4 Prozent, dahinter die Linke (12,2) und die AfD (9,1). Die FDP scheiterte mit 4,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Seither regiert Schwarz-Rot.
Unsere Einordnung
Berlin hat aus 2021 gelernt – hoffentlich. Die organisatorische Generalprobe ist diesmal die eigentliche Schlagzeile hinter der Schlagzeile, denn keine Stadt kann sich zwei Pannenwahlen leisten. Inhaltlich verspricht der Herbst Spannung: ein Amtsinhaber mit Hauptstadt-Bonus, ein Herausforderer mit Rückenwind aus dem Willy-Brandt-Haus und eine Generation Erstwähler, um die noch keine Partei ernsthaft geworben hat. Wir begleiten alles – von den Programmen über die Bezirke bis zur Wahlnacht.
– Maik Möhring, Chefredakteur, BerlinEcho
Bleib informiert: Der BerlinEcho-Newsletter liefert dir täglich die wichtigsten Berliner News direkt ins Postfach. Jetzt abonnieren →
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.


