Wahlberechtigung Berlin: 2,49 Millionen durften 2026 wählen

Inhalt (8 Abschnitte)
Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 waren in Berlin 2.487.318 Menschen wahlberechtigt: Deutsche ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnten. Für die Bezirksverordnetenversammlungen durften zusätzlich EU-Bürger wählen, dort waren es 2.729.396. Die Wahlbeteiligung zum Abgeordnetenhaus lag laut vorläufigem Ergebnis bei 74,2 Prozent.
Update vom 29. September 2026: Die Wahl ist vorbei, der Artikel steht jetzt auf dem Stand danach: mit den Zahlen der Wahlberechtigten und der Wahlbeteiligung aus dem vorläufigen Ergebnis vom 21. September 2026 und einer Auswertung nach Bezirken. Korrektur: In einer früheren Version stand beim Wahltag ein offener Recherchehinweis statt des Datums. Gewählt wurde am 20. September 2026.
Die Wahlberechtigung in Berlin war für die Wahl am 20. September 2026 genau geregelt – und erstmals galt dabei auch für das Abgeordnetenhaus das Wahlalter 16. Laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters für Berlin vom 21. September 2026 standen 2.487.318 Menschen im Wählerverzeichnis für das Landesparlament, 1.846.170 von ihnen haben gewählt. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 74,2 Prozent, 11,3 Punkte mehr als bei der Wiederholungswahl 2023. Hier liest du, wer wählen durfte, wie sich die Wahlberechtigten auf die zwölf Bezirke verteilten und was für die nächste Wahl gilt.
Wer durfte bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 wählen?
Wahlberechtigt für das Abgeordnetenhaus von Berlin war, wer am 20. September 2026 drei Bedingungen erfüllte: deutsche Staatsangehörigkeit, mindestens 16 Jahre alt und seit mindestens drei Monaten – also seit dem 20. Juni 2026 – ununterbrochen mit einer Wohnung in Berlin. Ausgeschlossen war nur, wem ein Gericht das Wahlrecht aberkannt hatte. So steht es im Frage-und-Antwort-Katalog der Landeswahlleitung.
Neu war das Alter. Das Abgeordnetenhaus hatte das Wahlalter im Dezember 2023 per Verfassungsänderung von 18 auf 16 Jahre gesenkt, wie wahlrecht.de dokumentiert. Die Senatskanzlei sprach im Juni 2026 ausdrücklich von einer Premiere. Rund 50.000 junge Berlinerinnen und Berliner kamen damit nach Angaben von jugendgerecht.de neu dazu. Eine Anmeldung brauchte niemand. Das Wählerverzeichnis entsteht automatisch aus dem Melderegister.
Was galt für EU-Bürger bei der BVV-Wahl?
Bei den Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) war der Kreis der Wahlberechtigten größer: Hier durften auch Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten wählen, ebenfalls ab 16 Jahren und nach drei Monaten in Berlin. Das Abgeordnetenhaus blieb ihnen verschlossen. Für die BVV hat jede Person eine Stimme, für das Abgeordnetenhaus zwei, erklärt die Landeszentrale für politische Bildung.
Der Unterschied steckt direkt in den Zahlen. Für die BVV waren 2.729.396 Menschen wahlberechtigt, für das Abgeordnetenhaus 2.487.318. Die Differenz von 242.078 geht auf die einzige Regel zurück, in der sich beide Verzeichnisse unterscheiden: das Wahlrecht der Unionsbürger. Das sind 8,9 Prozent aller BVV-Wahlberechtigten. Sie durften nur im Bezirk mitentscheiden.
Wie viele Wahlberechtigte hatte jeder Bezirk?
Die Wahlbeteiligung zum Abgeordnetenhaus reichte von 68,4 Prozent in Spandau bis 79,7 Prozent in Steglitz-Zehlendorf. BerlinEcho hat dafür die vorläufigen Bezirksergebnisse des Landeswahlleiters vom 21. September 2026 ausgewertet: Wahlberechtigte, Beteiligung und Veränderung zu 2023 für das Abgeordnetenhaus, dazu die Wahlberechtigten der BVV-Wahl. Die letzte Spalte ist die Differenz beider Verzeichnisse. Die Summen der zwölf Bezirke ergeben genau die berlinweiten Werte.
| Bezirk | Wahlberechtigte Abgeordnetenhaus | Wahlbeteiligung Abgeordnetenhaus | Veränderung zu 2023 (Punkte) | Wahlberechtigte BVV | Nur BVV wahlberechtigt |
|---|---|---|---|---|---|
| Mitte | 211.894 | 71,5 % | +12,6 | 251.713 | 39.819 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 171.438 | 77,3 % | +12,8 | 197.690 | 26.252 |
| Pankow | 291.490 | 79,0 % | +11,4 | 314.518 | 23.028 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 218.378 | 76,2 % | +9,8 | 241.631 | 23.253 |
| Spandau | 159.860 | 68,4 % | +11,5 | 175.846 | 15.986 |
| Steglitz-Zehlendorf | 217.839 | 79,7 % | +8,5 | 231.410 | 13.571 |
| Tempelhof-Schöneberg | 233.351 | 75,6 % | +10,3 | 255.021 | 21.670 |
| Neukölln | 196.296 | 69,4 % | +11,6 | 221.105 | 24.809 |
| Treptow-Köpenick | 212.027 | 76,1 % | +12,2 | 223.805 | 11.778 |
| Marzahn-Hellersdorf | 199.770 | 69,6 % | +13,3 | 211.685 | 11.915 |
| Lichtenberg | 199.676 | 72,4 % | +12,8 | 214.195 | 14.519 |
| Reinickendorf | 175.299 | 71,3 % | +9,5 | 190.777 | 15.478 |
| Berlin | 2.487.318 | 74,2 % | +11,3 | 2.729.396 | 242.078 |
Den größten Abstand zwischen beiden Verzeichnissen hat Mitte: 39.819 Menschen durften dort nur die BVV wählen, das sind 15,8 Prozent der BVV-Wahlberechtigten. In Treptow-Köpenick waren es 5,3 Prozent. Am stärksten legte die Beteiligung in Marzahn-Hellersdorf zu, um 13,3 Punkte. Die BVV-Wahl lief in jedem Bezirk mit niedrigerer Beteiligung als die Abgeordnetenhauswahl; rechnerisch lag sie berlinweit bei 69,8 Prozent.
Wie kam man ins Wählerverzeichnis?
Das Wählerverzeichnis für die Berlin-Wahl 2026 hatte den Stichtag 9. August 2026. Ab dem 10. August verschickten die Bezirke die Wahlbenachrichtigungen, bis zum 30. August sollten alle angekommen sein. Wer nach dem Stichtag innerhalb Berlins in einen anderen Wahlkreis zog, konnte bis zum 30. August eine Neueintragung beantragen. Mehr zum Ablauf steht in unserem Artikel zur Wahlbenachrichtigung in Berlin.
Wohnungslose Menschen standen nicht automatisch im Verzeichnis. Sie konnten sich laut Landeswahlleitung bis zum 28. August 2026 auf Antrag und mit eidesstattlicher Versicherung eintragen lassen. Wer sich am Wahltag im Ausland aufhielt, konnte per Briefwahl abstimmen. Maßgeblich war immer die Wohnung in Berlin, für die BVV-Wahl der Bezirk dieser Wohnung.
Was haben die Wahlberechtigten entschieden?
Die 1.846.170 Wählerinnen und Wähler machten Die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen zur stärksten Kraft, vor CDU (18,8), AfD (16,3), Grünen (14,3) und SPD (12,1). BSW mit 4,7 und FDP mit 2,5 Prozent scheiterten an der Fünfprozenthürde, ebenso zehn weitere kleine Parteien – Details im Überblick zu den Kleinparteien bei der Berlin-Wahl. Wer mit wem regieren könnte, zeigt unser Artikel zur Koalition in Berlin 2026.
Was gilt bei der nächsten Wahl?
Für die nächste Abgeordnetenhauswahl gelten dieselben Grundregeln, solange Verfassung und Landeswahlgesetz nicht geändert werden: deutsche Staatsangehörigkeit, mindestens 16 Jahre, drei Monate Wohnsitz in Berlin. Für die BVV bleibt das Wahlrecht der EU-Bürger. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre; regulär stünde die nächste Wahl damit 2031 an. Wer bis dahin 16 wird und in Berlin gemeldet ist, landet automatisch im Wählerverzeichnis – vorausgesetzt, die Meldeadresse stimmt.
Abgeschlossen ist die Wahl 2026 noch nicht ganz. Die Bezirkswahlausschüsse tagen vom 29. September bis 2. Oktober 2026, das amtliche Endergebnis soll der Landeswahlausschuss laut Landeswahlleitung am 12. Oktober 2026 feststellen. Alle Entwicklungen sammeln wir in der Rubrik Berlin-Wahl 2026.
Häufige Fragen zur Wahlberechtigung in Berlin
Durften 16-Jährige bei der Berlin-Wahl 2026 wählen?
Ja. Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 durften Deutsche erstmals ab 16 Jahren wählen, vorausgesetzt, sie wohnten seit mindestens drei Monaten in Berlin. Das Abgeordnetenhaus hatte das Wahlalter im Dezember 2023 per Verfassungsänderung von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Nach Angaben von jugendgerecht.de erhielten durch die Reform rund 50.000 junge Berlinerinnen und Berliner zusätzlich das Wahlrecht für das Landesparlament.
Durften EU-Bürger das Abgeordnetenhaus wählen?
Nein. Das Abgeordnetenhaus von Berlin wählen nur deutsche Staatsangehörige. Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten durften am 20. September 2026 nur ihre Bezirksverordnetenversammlung wählen, und zwar ab 16 Jahren und nach drei Monaten Wohnsitz in Berlin. Deshalb hatte die BVV-Wahl mit 2.729.396 Wahlberechtigten 242.078 mehr als die Abgeordnetenhauswahl. In Mitte durften 15,8 Prozent der BVV-Wahlberechtigten nicht über das Landesparlament mitbestimmen.
Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der Berlin-Wahl 2026?
Die Wahlbeteiligung zum Abgeordnetenhaus lag laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters vom 21. September 2026 bei 74,2 Prozent. Von 2.487.318 Wahlberechtigten gaben 1.846.170 ihre Stimme ab. Das sind 11,3 Prozentpunkte mehr als bei der Wiederholungswahl 2023, als 62,9 Prozent abstimmten. Am höchsten war die Beteiligung in Steglitz-Zehlendorf mit 79,7 Prozent, am niedrigsten in Spandau mit 68,4 Prozent.
Wann steht das amtliche Endergebnis fest?
Das amtliche Endergebnis der Berlin-Wahl soll der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 feststellen. Vorher prüfen die zwölf Bezirkswahlausschüsse zwischen dem 29. September und dem 2. Oktober 2026 die Ergebnisse in ihren Bezirken. Bis dahin gelten alle Zahlen in diesem Artikel als vorläufig und können sich in Einzelfällen noch ändern. Die Wahlbeteiligung von 74,2 Prozent stammt aus der Nacht nach der Wahl, dem 21. September 2026.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin, vorläufiges Ergebnis vom 21. September 2026 (Abgeordnetenhaus) (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleiter für Berlin, vorläufige Ergebnisse der BVV-Wahlen vom 21. September 2026 (Bezirke 01 bis 12) (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleitung Berlin: Frage- und Antwortkatalog zu den Berliner Wahlen 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeswahlleitung Berlin: Ergebnisse und Termine der Feststellung (abgerufen am 29.09.2026)
- Senatskanzlei Berlin: Wahlvorbereitungen laufen planmäßig, 23. Juni 2026 (abgerufen am 29.09.2026)
- Landeszentrale für politische Bildung Berlin: Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (abgerufen am 29.09.2026)
- wahlrecht.de: Wahlsystem der Abgeordnetenhauswahl in Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- jugendgerecht.de: Berliner Abgeordnetenhaus senkt Wahlalter (abgerufen am 29.09.2026)
- Wikipedia: 2023 Berlin state election (Wahlbeteiligung 2023) (abgerufen am 29.09.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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