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Berlin-Wahl 2026

AfD Wahlprogramm Berlin: 16,3 %, 13 Wahlkreise, keine Machtoption

Was die AfD Berlin versprochen hat, wie sie am 20. September 2026 abgeschnitten hat (16,3 Prozent, 29 Sitze, 13 Wahlkreise) und warum sie trotzdem keine Regierungsoption hat.

Maik Möhring Veröffentlicht · aktualisiert
AfD Wahlprogramm Berlin 2026 mit Forderungen zu Verkehr, Wohnen, Sicherheit, Bildung und Wirtschaft
Das AfD-Wahlprogramm für Berlin 2026 setzt Schwerpunkte bei Individualverkehr, Wohnungsbau, innerer Sicherheit, Bildung und Wirtschaft.
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Was steht im AfD-Wahlprogramm für Berlin?
  2. Welche Pläne hat die AfD für Wohnen und Verkehr?
  3. Wie hat die AfD bei der Berlin-Wahl 2026 abgeschnitten?
  4. Welche Rolle spielt der Verfassungsschutz?
  5. Kann die AfD in Berlin mitregieren?
  6. Wie es weitergeht
  7. Häufige Fragen zur AfD nach der Berlin-Wahl
  8. Quellen

Die AfD Berlin ging mit dem Programm «Berlin. Stark. Machen.» in die Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026: Aufnahmestopp für Asylbewerber, eine Bezirkspolizei, ein Punktesystem für geförderte Wohnungen und der Weiterbau der A 100. Nach dem amtlichen Endergebnis holte die Partei 16,3 Prozent der Zweitstimmen, 13 Wahlkreise und 29 von 153 Sitzen. Eine Regierungsbeteiligung ist nicht in Sicht.

Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. Korrektur: Die AfD hat 13 statt 12 Wahlkreise gewonnen; nach einem Übermittlungsfehler und einer Nachzählung geht Spandau 1 an Tommy Tabor (AfD) statt an Bettina Meißner (CDU). Die AfD behält 29 Sitze, das Abgeordnetenhaus hat aber nur noch 153 statt 158 Sitze, die Mehrheit liegt bei 77. In Marzahn-Hellersdorf kommt die AfD auf 34,4 statt 34,5 Prozent.

Das AfD-Wahlprogramm für Berlin setzte auf Migration, Sicherheit, Wohnen für «Einheimische» und Autoverkehr – und die Partei hat damit am ihr bestes Berliner Ergebnis geholt. Laut amtlichem Endergebnis des Landeswahlleiters vom 12. Oktober 2026 kam die AfD auf 16,3 Prozent der Zweitstimmen, ein Plus von 7,2 Punkten gegenüber der Wiederholungswahl 2023. Das reicht für Platz drei hinter der Linken (25,7 Prozent) und der CDU (18,8 Prozent). Rund 296.600 Berlinerinnen und Berliner machten ihr Kreuz bei der AfD. Mitregieren dürfte sie trotzdem nicht: Die Gespräche über eine neue Regierung laufen ohne sie.

Was genau im Programm steht, wo die Partei gewonnen hat und warum der Zuwachs an der Machtfrage nichts ändert, liest du hier. Den Überblick über alle Parteien findest du in unserer Rubrik Berlin-Wahl 2026.

Was steht im AfD-Wahlprogramm für Berlin?

Das AfD-Wahlprogramm «Berlin. Stark. Machen.» wurde auf einem Landesparteitag am in Brandenburg an der Havel beschlossen, wie der Tagesspiegel berichtete, weil sich in Berlin nach Angaben der Zeitung kein Saal fand. Den Schwerpunkt bilden Migration und innere Sicherheit. Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst die Linie so zusammen: mehr Polizei, eine Bezirkspolizei, strengere Strafen, strikte Begrenzung der Migration und mehr Abschiebungen.

Konkret fordert das Wahlprogramm (PDF) unter anderem einen «sofortigen Aufnahmestopp für Asylbewerber in Berlin», die Abschiebung aller «bis zu 20.000 ausreisepflichtigen Personen», die Abschaffung der Härtefallkommission und den Umbau des Landesamts für Einwanderung zu einem «Landesamt für Einwanderung, Asyl und Remigration». Dazu kommt ein eigenes Berliner Abschiebezentrum.

AfD-Wahlprogramm Berlin 2026: zentrale Forderungen nach Politikfeld (Quelle: Programm «Berlin. Stark. Machen.», beschlossen am 30.05.2026)
Politikfeld Forderung im Programm
Migration Aufnahmestopp für Asylbewerber, Abschiebung von bis zu 20.000 Ausreisepflichtigen, kein Winterabschiebestopp, Abschiebezentrum
Sicherheit Bezirkspolizei, mehr Durchgriffsrechte für Ordnungsämter, Vorgehen gegen Clan- und organisierte Kriminalität
Wohnen Punktesystem für geförderte Wohnungen nach Wohnsitzdauer und sozialen Kriterien, keine Enteignung von Wohnungsunternehmen
Wohneigentum keine Grunderwerbsteuer für einheimische Ersterwerber, 20 % Grunderwerbsteuer für Investoren außerhalb der EU
Verkehr 17. Bauabschnitt der A 100, beseitigte Parkplätze wiederherstellen, keine Kiezblocks
Bildung Deutsch als Schulsprache im Schulgesetz, klassische Vorschule an Grundschulen

Welche Pläne hat die AfD für Wohnen und Verkehr?

Beim Wohnen will die AfD geförderte Wohnungen über ein Punktesystem vergeben, das die Wohnsitzdauer in Berlin mit Einkommen, Kinderzahl, Pflegeverantwortung und Berufen wie Polizei, Pflege oder Müllabfuhr kombiniert. Die Enteignung großer Wohnungsunternehmen lehnt die Partei «strikt» ab – damit steht sie beim Thema, über das Linke, Grüne und SPD gerade streiten, auf der Gegenseite. Wer erstmals selbst genutztes Wohneigentum kauft und «einheimisch» ist, soll keine Grunderwerbsteuer mehr zahlen; Investoren von außerhalb der EU sollen dagegen 20 Prozent zahlen.

In der Verkehrspolitik fordert das Programm den 17. Bauabschnitt der A 100, die Wiederherstellung beseitigter Parkplätze und weniger Parkraumbewirtschaftung. Kiezblocks lehnt die AfD ab. Wie sich die Parteien beim Thema Mobilität unterscheiden, zeigt unser Vergleich zur Verkehrswende vor der Berlin-Wahl.

Wie hat die AfD bei der Berlin-Wahl 2026 abgeschnitten?

Die AfD erreichte bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 nach dem amtlichen Endergebnis 16,3 Prozent der Zweitstimmen und 29 Sitze – 12 mehr als 2023, als sie mit 9,1 Prozent 17 Mandate hatte (Sitzzahlen laut wahlrecht.de). Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Die Hochburgen liegen im Osten: In Marzahn-Hellersdorf holte die AfD 34,4 Prozent der Zweitstimmen, in Lichtenberg 24,0 und in Treptow-Köpenick 23,7 Prozent. Am schwächsten war sie in Friedrichshain-Kreuzberg mit 6,0 Prozent.

13 der 78 Wahlkreise gingen direkt an AfD-Kandidaten, davon fünf in Marzahn-Hellersdorf und drei in Treptow-Köpenick. Die übrigen 16 Sitze besetzt die Partei über ihre Landesliste. Den 13. Wahlkreis, Spandau 1, gewann Tommy Tabor erst im amtlichen Endergebnis: Nach einem Übermittlungsfehler und einer Nachzählung lag er dort vor Bettina Meißner (CDU). Das Porträt der Spitzenkandidatin und die Ergebnisse aller zwölf Bezirke findest du im Artikel zur AfD-Spitzenkandidatur in Berlin.

Welche Rolle spielt der Verfassungsschutz?

Der Berliner AfD-Landesverband ist nicht als gesichert rechtsextremistisch eingestuft; das bestätigte eine dpa-Meldung vom 8. September 2026. Seit dem darf der Berliner Verfassungsschutz auch über sogenannte Verdachtsfälle informieren. Ob die Berliner AfD ein solcher Verdachtsfall ist, ließ die Innenverwaltung vor der Wahl offen und verwies auf das Neutralitätsgebot und die Chancengleichheit der Parteien.

Auf Bundesebene hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD 2025 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Das Verwaltungsgericht Köln untersagte diese Einstufung am 26. Februar 2026 im Eilverfahren vorläufig (Az. 13 L 1109/25); die Partei darf bis zur Entscheidung in der Hauptsache weiter als Verdachtsfall behandelt werden.

Kann die AfD in Berlin mitregieren?

Die AfD hat in Berlin keine Koalitionsoption. CDU-Landeschef Kai Wegner sagte im Juni 2026 dem Tagesspiegel: «Mit uns wird es keine Koalition mit der AfD geben.» Nach Darstellung des Tagesspiegels vom 30. Mai 2026 schließen alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit aus. Selbst rechnerisch reicht es nicht: CDU (33 Sitze) und AfD (29) kämen zusammen auf 62 Sitze, für eine Mehrheit sind 77 nötig.

Spitzenkandidatin Kristin Brinker richtete die Partei am Tag nach der Wahl auf die Opposition aus: «Wir sind eine sehr, sehr starke Opposition», sagte sie laut dpa. In beiden rechnerisch möglichen Bündnissen – Linke, Grüne und SPD (91 Sitze) oder CDU, Grüne und SPD (79 Sitze) – wäre die AfD nur die zweitgrößte Oppositionsfraktion.

Wie es weitergeht

Die Regierungsbildung läuft ohne die AfD. Ein Parteitag der Linken beschloss am 25. September 2026, Grüne und SPD zu Sondierungen einzuladen; die CDU warb weiter für ein Bündnis mit Grünen und SPD (ZDFheute). Auf Landesebene sondieren Linke, Grüne und SPD seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus. Den aktuellen Stand der Koalitionsfrage verfolgst du im Artikel zur Koalition in Berlin 2026.

Häufige Fragen zur AfD nach der Berlin-Wahl

Wie viele Sitze hat die AfD im neuen Abgeordnetenhaus?

Die AfD kommt nach dem amtlichen Endergebnis auf 29 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus von Berlin. 13 Abgeordnete haben ihren Wahlkreis direkt gewonnen, 16 ziehen über die Landesliste ein, darunter Spitzenkandidatin Kristin Brinker. 2023 hatte die Partei mit 9,1 Prozent 17 Sitze. Der Landeswahlausschuss hat das amtliche Endergebnis am 12. Oktober 2026 festgestellt.

In welchen Berliner Wahlkreisen hat die AfD gewonnen?

Die AfD gewann 13 der 78 Berliner Wahlkreise: fünf in Marzahn-Hellersdorf (Wahlkreise 1, 2, 3, 4 und 6), drei in Treptow-Köpenick (4, 5 und 6), zwei in Spandau (1 und 2) sowie je einen in Pankow (4), Lichtenberg (1) und Reinickendorf (5). In Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln holte sie keinen Wahlkreis. Grundlage ist die Liste der Gewählten des Landeswahlleiters vom 21. September 2026.

Ist die Berliner AfD vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft?

Nein, als gesichert rechtsextremistisch ist der Berliner Landesverband nicht eingestuft (Stand: 8. September 2026, dpa). Ob er als Verdachtsfall geführt wird, hat die Innenverwaltung nicht öffentlich bestätigt. Seit dem 1. September 2026 darf der Berliner Verfassungsschutz zwar über Verdachtsfälle informieren, die Verwaltung verwies vor der Wahl aber auf das Neutralitätsgebot gegenüber Parteien. Für die Bundespartei hat das Verwaltungsgericht Köln die Einstufung als gesichert rechtsextremistisch am 26. Februar 2026 vorläufig gestoppt.

Kann die AfD in Berlin mitregieren?

Eine Regierungsbeteiligung der AfD ist nach der Wahl nicht in Sicht. CDU-Landeschef Kai Wegner hatte im Juni 2026 erklärt: «Mit uns wird es keine Koalition mit der AfD geben.» Laut Tagesspiegel schließen alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit aus. Rechnerisch hätten CDU und AfD zusammen 62 Sitze und damit keine Mehrheit; nötig sind 77. Die Gespräche nach der Wahl laufen zwischen Linken, Grünen und SPD.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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