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Karl-Lade-Straße

Die Karl-Lade-Straße in Fennpfuhl hieß bis 1975 Roederstraße. Ihr Name erinnert an einen Konstrukteur der Askania-Werke, der im Widerstand war und hingerichtet wurde.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wer war Karl Ladé?
  2. Seit wann heißt die Straße Karl-Lade-Straße?
  3. Warum steht Lade auf dem Schild und Ladé auf der Gedenktafel?
  4. Was hat es mit der Villa an der Karl-Lade-Straße 79 auf sich?
  5. Wie kommst du zur Karl-Lade-Straße?
  6. Häufige Fragen zur Karl-Lade-Straße
  7. Quellen

Die Karl-Lade-Straße liegt im Ortsteil Fennpfuhl im Bezirk Lichtenberg und hat die Postleitzahl 10369. Bis 1975 hieß sie Roederstraße. Seit dem 26. Juni 1975 erinnert der Name an Karl Ladé, einen Konstrukteur der Askania-Werke, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus war und hingerichtet wurde. An der Hausnummer 79 steht eine denkmalgeschützte Villa.

Die Karl-Lade-Straße ist eine Wohnstraße in der Großsiedlung Fennpfuhl in Lichtenberg. Die Straße beginnt an der Landsberger Allee und führt nach Osten in das Wohngebiet, auf ihr fährt die Straßenbahn Richtung Anton-Saefkow-Platz und Roederplatz. Die Postleitzahl ist 10369. Der Name ehrt einen Arbeiter aus den Askania-Werken in Mariendorf, der wegen seines Widerstands gegen das NS-Regime zum Tode verurteilt wurde. An der Nummer 79 steht eine Stadtvilla aus der Zeit lange vor der Großsiedlung, die heute als Veranstaltungsort dient.

  • Ortsteil Fennpfuhl, Bezirk Lichtenberg, Postleitzahl 10369
  • Früherer Name: Roederstraße, umbenannt am 26. Juni 1975
  • Namensgeber: Karl Ladé (1909–1945), Widerstandskämpfer aus den Askania-Werken
  • Baudenkmal: Stadtvilla Karl-Lade-Straße 79, um 1905
  • Straßenbahn: Haltestellen Karl-Lade-Str. und Anton-Saefkow-Platz

Wer war Karl Ladé?

Karl Ladé war ein Berliner Konstrukteur und Widerstandskämpfer, geboren am 25. November 1909. Nach der Biografie des Museums Lichtenberg besuchte er ab 1924 die Aufbauschule und ab 1930 die Karl-Marx-Schule in Neukölln. Er lernte Kartonagenzuschneider und arbeitete später als Hilfsmechaniker und Konstrukteur. Schon als Schüler schloss er sich der Sozialistischen Arbeiter-Jugend an, später dem Kommunistischen Jugendverband.

In den Askania-Werken in Mariendorf, einem Rüstungsbetrieb, organisierte Ladé mit Kommunisten und Sozialdemokraten die illegale Arbeit im Betrieb. Dazu gehörten laut Museum Störungen der Rüstungsproduktion, das Verteilen von Flugblättern und das Beschaffen von Lebensmitteln für Menschen, die im Untergrund lebten. Er hielt außerdem Kontakt zu französischen Zwangsarbeitern. Am 12. Juli 1944 wurde er bei der Verhaftungsaktion der Gestapo gegen die Saefkow-Gruppe zusammen mit 14 weiteren Beschäftigten der Askania-Werke festgenommen. Am 29. November 1944 wurde er gemeinsam mit Walter Zimmermann, Kurt Rühlmann und Stanislaus Szczygielski zum Tode verurteilt.

Beim Todesdatum widersprechen sich die Quellen. Das Museum Lichtenberg nennt den 30. November 1944 und das Zuchthaus Brandenburg-Görden. Die Gedenktafel am ehemaligen Askania-Werk an der Großbeerenstraße 2 in Mariendorf gibt für Ladé den 8. Januar 1945 an, ebenso für Rühlmann, Szczygielski und Zimmermann. Die Tafel erinnert an sieben Beschäftigte, die ihren Widerstand mit dem Leben bezahlten, und zitiert Ladé mit einem Satz aus der Todeszelle: «Die Freiheit, sie ist das Erntegut.»

Seit wann heißt die Straße Karl-Lade-Straße?

Die Karl-Lade-Straße trägt ihren Namen seit dem 26. Juni 1975, vorher hieß sie Roederstraße. Das Neue Deutschland berichtete am 27. Juni 1975 unter der Überschrift «Straßen mit Namen von Widerstandskämpfern» über eine Kundgebung zum Gedenken an antifaschistische Widerstandskämpfer. Die Kundgebung fand am Vortag, einem Donnerstag, im Neubaugebiet an der Leninallee und am Weißenseer Weg statt. Die Leninallee ist die heutige Landsberger Allee.

Viele Straßen in Fennpfuhl sind nach Menschen aus dem Widerstand benannt, darunter der Anton-Saefkow-Platz, die Franz-Jacob-Straße und die Judith-Auer-Straße, die Kauperts ebenfalls unter der Postleitzahl 10369 führt. Die Siedlung selbst entstand nach der Denkmaldatenbank in mehreren Bauabschnitten zwischen 1973 und 1986. Mehr zur Geschichte Berliner Straßennamen liest du in unserem Beitrag über Berliner Straßennamen und ihre Herkunft.

Warum steht Lade auf dem Schild und Ladé auf der Gedenktafel?

Die Schreibweise des Namens ist nicht einheitlich. Der amtliche Straßenname im Verzeichnis von Kauperts lautet Karl-Lade-Straße ohne Akzent, auch das Museum Lichtenberg schreibt Karl Lade. Die Gedenktafel in Mariendorf schreibt dagegen Karl Ladé. Gemeint ist in allen Fällen derselbe Mann, geboren am 25. November 1909. Für Post, Navigation und Behörden zählt nur die amtliche Form Karl-Lade-Straße.

Was hat es mit der Villa an der Karl-Lade-Straße 79 auf sich?

Die Villa an der Karl-Lade-Straße 79 ist ein eingetragenes Baudenkmal. Die Denkmaldatenbank führt sie als Stadtvilla unter dem Namen Standesamt Lichtenberg, datiert sie auf um 1905 und nennt als Bauherren die Gebrüder Köpp. Der heutige Betreiber gibt auf seiner Website dagegen «seit 1897» an. Das genaue Baujahr bleibt damit offen.

Unter dem Namen Villa Looß am Fennpfuhl wird das Haus heute für Hochzeiten, Jubiläen und Firmenfeiern vermietet. Der Betreiber beschreibt eine Gründerzeitvilla im neoklassizistischen Stil am Rand des Fennpfuhlparks, mit Gewölbekeller, Rotem Salon und Beletage. Der Name Standesamt Lichtenberg im Denkmaleintrag erinnert an eine frühere Nutzung des Hauses.

Wie kommst du zur Karl-Lade-Straße?

Die Karl-Lade-Straße erreichst du am besten mit der Straßenbahn. Nach der VBB-Fahrplanauskunft fuhren am 29. September 2026 die Linien M8 und 18 über die Haltestelle Karl-Lade-Str. Von der Landsberger Allee kommend halten sie danach am Anton-Saefkow-Platz und am Roederplatz an der Möllendorffstraße und fahren weiter in die Herzbergstraße. Die nächste S-Bahn-Station ist Landsberger Allee an der Ringbahn, sie liegt eine Straßenbahnhaltestelle westlich.

Vom Anton-Saefkow-Platz führt ein Zugang zur Karl-Lade-Straße. Dort wurde 2010 laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Treppe durch eine Rampe ersetzt und der Bereich neu gepflastert und bepflanzt. Die Arbeiten kosteten 200.000 Euro und wurden aus dem Programm Stadtumbau Ost bezahlt, einschließlich Mitteln der EU.

Häufige Fragen zur Karl-Lade-Straße

Welche Postleitzahl hat die Karl-Lade-Straße?

Die Karl-Lade-Straße hat die Postleitzahl 10369. Kauperts führt sie im Verzeichnis dieser Postleitzahl, die zum Ortsteil Fennpfuhl im Bezirk Lichtenberg gehört.

Wer war Karl Ladé?

Karl Ladé wurde am 25. November 1909 in Berlin geboren und arbeitete als Konstrukteur bei den Askania-Werken in Mariendorf. Dort organisierte er mit Kommunisten und Sozialdemokraten Widerstand gegen das NS-Regime. Am 12. Juli 1944 wurde er verhaftet, am 29. November 1944 zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden getötet.

Wie hieß die Karl-Lade-Straße früher?

Die Straße hieß bis 1975 Roederstraße. Die Umbenennung gehört zu einer Reihe von Straßennamen nach Widerstandskämpfern im damaligen Neubaugebiet Fennpfuhl, über die das Neue Deutschland am 27. Juni 1975 berichtete.

Warum heißt die Straße Lade und nicht Ladé?

Auf dem Straßenschild steht Karl-Lade-Straße ohne Akzent. Die Gedenktafel für den Widerstand im Askania-Werk schreibt den Namen Karl Ladé, das Museum Lichtenberg schreibt Karl Lade. Beide meinen denselben Mann, geboren 1909.

Welche Straßenbahn fährt zur Karl-Lade-Straße?

Nach der VBB-Fahrplanauskunft fuhren am 29. September 2026 die Linien M8 und 18 über die Haltestelle Karl-Lade-Str. Die beiden Linien verbinden die Landsberger Allee mit dem Anton-Saefkow-Platz, dem Roederplatz und der Herzbergstraße. Den aktuellen Fahrplan prüfst du am besten in der Fahrinfo.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Karl Ladé (1909–1945)
Person
Benennung
1975-06-26
Hintergrund
Karl Ladé (1909–1945) war Konstrukteur bei den Askania-Werken in Mariendorf und organisierte dort Widerstand gegen das NS-Regime. Er wurde 1944 verhaftet, zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden getötet.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Roederstraße 1975 Am 26. Juni 1975 nach dem NS-Widerstandskämpfer Karl Ladé umbenannt, im Zuge der Benennung des Fennpfuhl-Gebiets nach Widerstandskämpfern.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web
  3. Karl Ladé – Wikipedia · Web
  4. Berlin-Fennpfuhl – Wikipedia · Web
  5. Karl Lade (1909–1945) – Museum Lichtenberg · Web
  6. Karl-Lade-Straße 2–79, 10369 Fennpfuhl – Kauperts · Web