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Loeperplatz

Der Loeperplatz in Lichtenberg ist der alte Dorfanger mit der Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. Seit 1914 nach der Gutsbesitzerfamilie Loeper benannt, vorher Wilhelms-Platz.

Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Nach wem ist der Loeperplatz benannt?
  2. Was steht auf dem Loeperplatz?
  3. Warum ist der Loeperplatz ein Denkmalensemble?
  4. Wie kommst du zum Loeperplatz?
  5. Häufige Fragen zum Loeperplatz
  6. Quellen

Der Loeperplatz ist der frühere Dorfanger von Lichtenberg und liegt an der Möllendorffstraße im Ortsteil Lichtenberg, Postleitzahl 10367. Seit 1914 trägt er den Namen der Lichtenberger Bauern- und Gutsbesitzerfamilie Loeper, vorher hieß er Wilhelms-Platz. Auf dem Platz steht die Dorfkirche Lichtenberg aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Wer mit der Tram die Möllendorffstraße entlangfährt, rollt am Loeperplatz einmal um das älteste Gebäude Lichtenbergs herum. Hier lag der Kern des mittelalterlichen Dorfes: Die Gedenktafel Historischer Ortskern Lichtenberg nennt ein Angerdorf, das um 1250 entstand und 1288 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Übrig sind der Anger, heute ein Platz, und die Feldsteinkirche in seiner Mitte. Nach dem Eintrag bei Kauperts grenzt der Platz an Möllendorffstraße, Scheffelstraße und Bornitzstraße. Der Platz samt mehreren umliegenden Häusern steht als Ensemble Loeperplatz unter Denkmalschutz.

  • Ortsteil und Bezirk Lichtenberg, PLZ 10367
  • Lage: an Möllendorffstraße, Scheffelstraße und Bornitzstraße
  • Name seit 1914 nach der Familie Loeper, vorher Wilhelms-Platz (um 1890 bis 1914), zeitweise auch Löperplatz geschrieben
  • Auf dem Platz: Dorfkirche, Skulptur «Der Sämann», Ehrenmal für die Opfer des Faschismus
  • Tram M13, 16 und 21 an der Haltestelle Loeperplatz, Bus 240

Nach wem ist der Loeperplatz benannt?

Der Loeperplatz ist nach der Familie Loeper benannt, einer Lichtenberger Bauern- und Gutsbesitzerfamilie. Laut Kauperts war Martin Friedrich Löper (1791–1874) von 1844 bis 1861 Ortsschulze von Lichtenberg, also Dorfvorsteher. Carl Loeper starb 1902, Julius Loeper 1910. Die Familie hat ein Mausoleum auf dem landeseigenen Friedhof Plonzstraße mit Eingang Gotlindestraße 46, mehr zu den Friedhöfen im Bezirk findest du in unserer Übersicht Friedhöfe in Lichtenberg.

Den heutigen Namen trägt der Platz seit 1914. Davor hieß er ab etwa 1890 Wilhelms-Platz, die Schreibweise Löperplatz war zeitweise ebenfalls in Gebrauch. Das Bezirksamt Lichtenberg schreibt in seinem Denkmal des Monats zur Dorfkirche, dass der Großgrundbesitzer Julius Loeper Anfang des 20. Jahrhunderts die Umgestaltung des Dorfangers zu einem Schmuckplatz anstieß. Mit Ausnahme der Kirche wurden damals alle Bauten auf dem Anger abgerissen.

Eine Korrektur in eigener Sache: In älteren Fassungen dieser Seite stand, der Platz sei 1897 nach dem Goetheforscher Gustav Loeper benannt worden. Das ist falsch. Kauperts nennt 1914 und die Lichtenberger Familie.

Was steht auf dem Loeperplatz?

Mittelpunkt des Loeperplatzes ist die Dorfkirche Lichtenberg, eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und das älteste Gebäude des historischen Dorfkerns. Laut Bezirksamt wurde sie 1539 evangelisch. 1792 bekam sie einen Westturm mit Laterne und Schweifhaube, 1846 wurden die spätgotischen Kreuzgewölbe entfernt, 1912 baute der Architekt August Haase eine Vorhalle an. Kurz vor Kriegsende 1945 brannte die Kirche nach einem Bombentreffer aus. Wiederaufgebaut wurde sie in den 1950er Jahren, der Westturm mit Spitzhelm folgte 1964 bis 1966.

Denkmale am Loeperplatz (Denkmaldatenbank Berlin, Stand: 29. September 2026)
Objekt Art Datierung laut Denkmaldatenbank
Dorfkirche Lichtenberg Baudenkmal, Kirche 1251/1300, Umbauten vor 1955 und um 1965
Skulptur «Der Sämann» Baudenkmal, Skulptur um 1915, Bauherr Magistrat zu Lichtenberg
Ehrenmal für die Opfer des Faschismus Teil des Ensembles, Gedenkstätte vor 1955
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33 Baudenkmal 1848–1849

Das Ehrenmal erinnert an die ermordeten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Das Bezirksamt Lichtenberg führt den Gedenkstein auf dem Loeperplatz an der Kirche unter der Adresse Möllendorffstraße 29 als einen der Orte, an denen es am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, Kränze niederlegt. Das Pfarrhaus nordöstlich des Platzes entstand, als Lichtenberg eine eigene Kirchengemeinde wurde: Die Gedenktafel zum Ortskern datiert die Trennung vom Pfarrverband Friedrichsfelde auf 1850.

Warum ist der Loeperplatz ein Denkmalensemble?

Der Loeperplatz steht als Ensemble unter Schutz, weil hier der Grundriss des alten Angerdorfs mit Kirche, Pfarrhaus und der Bebauung ringsum noch ablesbar ist. Zum Ensemble zählt die Denkmaldatenbank neben dem Platz selbst Häuser an der Möllendorffstraße, der Rutnikstraße, der Scheffelstraße und der Heringer Straße.

Wie stark sich das Umfeld verändert hat, beschreibt das Bezirksamt ebenfalls: Die 1970er Jahre brachten große Wohnsiedlungen, und die Möllendorffstraße ist heute eine viel befahrene Straße mit querenden Straßenbahnen. Wer sich die Hauptachse genauer ansehen will, findet sie in unserem Beitrag zur Möllendorffstraße. Dach und Putz der Kirche wurden mit Mitteln des Landesdenkmalamts und der Landeskirche erneuert.

Wie kommst du zum Loeperplatz?

Am Loeperplatz hält die Straßenbahn an der gleichnamigen Haltestelle im Tarifbereich B. Laut BVG-Haltestelleninfo fahren dort drei Linien: die M13 zwischen Virchow-Klinikum und S Warschauer Straße, die 16 zwischen Ahrensfelde/Stadtgrenze und S+U Frankfurter Allee sowie die 21 zwischen S+U Lichtenberg/Gudrunstraße und S Schöneweide. Kauperts nennt zusätzlich die Buslinie 240.

Mit der 16 bist du ohne Umsteigen an der Frankfurter Allee mit U5 und Ringbahn. Für Behördengänge sind nach Kauperts zuständig: der Verwaltungsbezirk Lichtenberg, das Finanzamt Lichtenberg, das Amtsgericht Lichtenberg, das Familiengericht Kreuzberg und der Polizeiabschnitt A 34.

Häufige Fragen zum Loeperplatz

Welche Postleitzahl hat der Loeperplatz?

Der Loeperplatz hat die Postleitzahl 10367. Er liegt im Ortsteil Lichtenberg des gleichnamigen Bezirks, an der Möllendorffstraße zwischen Scheffelstraße und Bornitzstraße. Die Häuser rund um den Platz haben meist Adressen an der Möllendorffstraße, das Pfarrhaus etwa die Möllendorffstraße 33.

Heißt es Loeperplatz oder Löperplatz?

Die amtliche Schreibweise ist Loeperplatz. Laut Kauperts war zeitweise auch die Schreibweise Löperplatz in Gebrauch. Auch bei der Familie selbst finden sich beide Formen: Kauperts führt den Ortsschulzen Martin Friedrich Löper mit ö, Carl und Julius Loeper mit oe.

Wie hieß der Loeperplatz früher?

Von etwa 1890 bis 1914 hieß der Platz Wilhelms-Platz. Davor war er der Anger des Dorfes Lichtenberg, also die gemeinsam genutzte Fläche in der Dorfmitte. 1914 wurde er nach der Lichtenberger Gutsbesitzerfamilie Loeper umbenannt.

Wie alt ist die Dorfkirche am Loeperplatz?

Die Dorfkirche Lichtenberg stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Denkmaldatenbank datiert sie auf 1251 bis 1300. Damit ist sie das älteste Gebäude im historischen Dorfkern. Nach schweren Schäden kurz vor Kriegsende 1945 wurde sie in den 1950er Jahren wiederaufgebaut, der heutige Turm entstand 1964 bis 1966.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Gustav Loeper (1822–1891)
Person
Benennung
1914
Hintergrund
Die Loepers (auch Löper) waren eine Lichtenberger Bauern- und Gutsbesitzerfamilie. Martin Friedrich Löper (1791–1874) war von 1844 bis 1861 Ortsschulze von Lichtenberg.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web
  3. Loeperplatz im Berliner Straßenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  4. Denkmaldatenbank Berlin: Schule am Loeperplatz · Web
  5. Geschichte des Bezirks Lichtenberg · Web
  6. Loeperplatz auf Wikipedia · Web