Auf der Werneuchener Wiese in Prenzlauer Berg beginnt im September 2026 der Bau einer neuen Spiel- und Freizeitfläche. Auf rund 5.200 Quadratmetern zwischen Danziger, Margarete-Sommer-, Virchow- und Kniprodestraße entstehen Sport- und Spielangebote sowie neue Grünflächen. Die Kosten liegen bei knapp drei Millionen Euro, fertig sein soll die Anlage bis Ende 2027.

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Das Wichtigste in Kürze
- Wo: Werneuchener Wiese in Prenzlauer Berg, zwischen Danziger Straße, Margarete-Sommer-Straße, Virchowstraße und Kniprodestraße.
- Wie groß: rund 5.200 Quadratmeter, davon etwa 3.000 für Sport- und Spielangebote.
- Baubeginn: September 2026, Fertigstellung bis Ende 2027.
- Kosten: 2,995 Millionen Euro aus dem Städtebaufördergebiet „Nachhaltige Erneuerung Prenzlauer Berg“.
- Für wen: Schwerpunkt auf älteren Kindern und Jugendlichen, dazu generationsübergreifende und inklusive Angebote.
- Vorarbeiten: seit November 2025 wurde die Fläche bis in tiefere Bodenschichten enttrümmert.
- Stand der Angaben: 27. August 2026.
Was auf der Fläche entsteht
Von den rund 5.200 Quadratmetern entfallen etwa 3.000 auf Sport- und Spielangebote. Der Schwerpunkt liegt ausdrücklich bei älteren Kindern und Jugendlichen – jener Gruppe, für die es in Wohnquartieren am wenigsten gibt. Kleinkinderspielplätze finden sich in Prenzlauer Berg an vielen Ecken, Angebote für Zwölf- bis Sechzehnjährige deutlich seltener.
Der Bezirk nennt als Ziel ausserdem generationsübergreifende und inklusive Nutzungen. Damit soll ein festgestelltes Defizit im Planungsraum Bötzowstraße verringert werden – die Fläche schließt also eine Lücke, die vorher statistisch belegt wurde.
Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki beschreibt es als Ort, an dem Kinder spielen, Jugendliche Sport treiben und Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen können. Was genau gebaut wird – welche Geräte, welche Sportflächen –, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Wo es im Bezirk sonst Spielplätze gibt, zeigt unsere Übersicht der Spielplätze in Prenzlauer Berg.
Warum der Boden drei Meter tief ausgehoben wurde
Der aufwendigste Teil des Projekts ist bereits erledigt und liegt unter der Erde. Seit November 2025 wurde die Fläche bis in tieferliegende Schichten enttrümmert – nach Angaben der Senatsverwaltung fast vollständig und mindestens drei Meter tief.
Der Grund dafür führt weit zurück. Im Boden liegen die Ziegelfundamente der Gründerzeitbauten, die hier einmal standen. Man könne fast jeden Keller und jeden Hinterhof ausmachen, wird die beauftragte Planerin zitiert; gefunden wurde auch Hausrat wie Nähmaschinen und Geschirr.
Die Häuser verschwanden im April 1945. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Wohnungen kurzfristig verlassen, bevor die Gebäude gesprengt wurden – um ein freies Schussfeld für die Flaktürme im benachbarten Volkspark Friedrichshain zu schaffen. Was heute als Brache erscheint, ist die Folge dieser Sprengung.
Für den Bau gibt es zwei praktische Gründe, den Schutt nicht liegen zu lassen: Metallteile darin machen den Nachweis der Munitionsfreiheit unmöglich, der für Spielflächen erforderlich ist. Und die alten Fundamente genügen nicht den Vorsorgewerten für die Bodenqualität, die für Versickerungsmulden gelten.
Klimaresiliente Bepflanzung und Schwammstadt
Neben den Spielflächen werden die Grünflächen neu angelegt: Wiesen, dazu Bäume, Gehölze und Stauden, die als klimaresilient gelten – also mit Hitze und längeren Trockenphasen zurechtkommen.
Technisch dahinter steht das Schwammstadt-Prinzip. Entlang der neuen Parkwege sollen Versickerungsmulden entstehen, in denen Regen und Schmelzwasser auf der Fläche versickern, statt in die Kanalisation zu laufen. Das Wasser kommt dem Rasen und den Jungbäumen zugute – mit dem Effekt, dass die Bewässerung in den ersten drei Jahren sparsamer ausfallen kann.
Das ist der Punkt, an dem die aufwendige Enttrümmerung und die Klimaanpassung zusammenhängen: Ohne sauberen Boden keine Mulden, ohne Mulden kein Schwammstadt-Effekt. Wie Berlin insgesamt mit Hitze umgeht, steht im Beitrag zu den städtischen Wärmeinseln.
Die umkämpfteste Brache von Prenzlauer Berg
Kaum eine Fläche in Berlin hat so viele verworfene Pläne erlebt. Über Jahrzehnte war die Werneuchener Wiese im Gespräch als Standort für eine Feuerwache, für eine Schule, für eine Geflüchtetenunterkunft und für Gemeinschaftsgärten. Umgesetzt wurde lange nichts, die Fläche blieb Brache.
Bewegung kam erst mit dem Schulsanierungsbedarf des Bezirks: Im August 2023 nahm auf dem südlichen Teil ein temporärer Schulstandort den Betrieb auf, eine sogenannte Drehscheibe für Schulen, deren Gebäude saniert werden. Dazu gehört eine Sporthalle. Für die Erschließung wurden Wege angelegt und Gehwege barrierefrei erneuert.
Die jetzige Spiel- und Freizeitfläche ist nach Angaben des Bezirksamts die letzte große Maßnahme im Städtebaufördergebiet „Nachhaltige Erneuerung Prenzlauer Berg“. Sie liegt auf der mittleren Teilfläche zwischen Volkspark Friedrichshain und Bötzowviertel.
Zeitplan und was Anwohner erwartet
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| seit November 2025 | Enttrümmerung und Bauvorbereitung, abgeschlossen |
| September 2026 | Baubeginn der Spiel- und Freizeitfläche |
| bis Ende 2027 | geplante Fertigstellung |
Für Anwohnerinnen und Anwohner heißt das gut ein Jahr Baustelle mitten im Kiez, mit Lieferverkehr über die angrenzenden Straßen. Wie sich die Danziger Straße als Hauptachse durch das Viertel zieht, beschreibt unser Porträt der Danziger Straße.
Den Planungsstand veröffentlicht der Bezirk laufend auf der Beteiligungsplattform des Landes und auf den Seiten des Förderprogramms. Wer Anregungen hat, findet dort auch die Zugänge dafür. Weitere Meldungen aus dem Bezirk stehen in der Rubrik Pankow.
Quellen im Überblick
| Angabe | Quelle |
|---|---|
| Flächengröße, Kosten, Zeitplan, Nutzungsschwerpunkte | Pressemitteilung des Bezirksamts Pankow vom 27. August 2026 |
| Enttrümmerung, Sprengung 1945, Versickerungsmulden | Nachhaltige Erneuerung Berlin |
| Temporärer Schulstandort und Erschließung | Senatsverwaltung für Stadtentwicklung |
Häufige Fragen zur Werneuchener Wiese
Wann beginnt der Bau?
Im September 2026. Fertig sein soll die Spiel- und Freizeitfläche bis Ende 2027. Die Bauvorbereitung lief bereits seit November 2025.
Was entsteht dort genau?
Auf rund 5.200 Quadratmetern eine Spiel- und Freizeitfläche, davon etwa 3.000 Quadratmeter Sport- und Spielangebote. Der Schwerpunkt liegt bei älteren Kindern und Jugendlichen, dazu kommen generationsübergreifende und inklusive Angebote sowie neue Grünflächen.
Was kostet das Projekt?
2,995 Millionen Euro. Finanziert wird es aus dem Städtebaufördergebiet „Nachhaltige Erneuerung Prenzlauer Berg“; es ist nach Angaben des Bezirks die letzte große Maßnahme in diesem Gebiet.
Warum musste der Boden so tief ausgehoben werden?
Im Untergrund liegen die Fundamente der Gründerzeitbauten, die im April 1945 gesprengt wurden, um freies Schussfeld für die Flaktürme im Volkspark Friedrichshain zu schaffen. Metallteile im Schutt verhindern den Nachweis der Munitionsfreiheit, und die Bodenqualität genügt nicht den Vorsorgewerten für Versickerungsmulden.
Was ist mit dem Schulgebäude auf der Wiese?
Auf dem südlichen Teil der Fläche steht seit August 2023 ein temporärer Schulstandort mit Sporthalle – eine Drehscheibe für Schulen, deren Gebäude saniert werden. Die neue Spiel- und Freizeitfläche entsteht auf der mittleren Teilfläche.
Wo finde ich den aktuellen Planungsstand?
Auf der Beteiligungsplattform des Landes Berlin und auf den Seiten des Programms Nachhaltige Erneuerung. Dort veröffentlicht der Bezirk laufend Aktualisierungen zum Vorhaben.
Fazit: Nach Jahrzehnten passiert etwas
Eine Fläche, auf der seit Jahrzehnten Pläne scheiterten, bekommt endlich eine Nutzung – und ausgerechnet eine, für die es im Quartier den größten Bedarf gibt: Angebote für ältere Kinder und Jugendliche. Dass die Vorarbeiten länger dauerten als der eigentliche Bau, sagt viel über den Untergrund dieser Stadt. Ende 2027 soll die Anlage fertig sein; wir aktualisieren diesen Beitrag, wenn sich am Zeitplan etwas ändert.
🗞 Über die Autorin: Michelle Möhring – Redaktion Bezirke
Bei Bauvorhaben interessiert mich, warum etwas so lange gedauert hat. Im Fall der Werneuchener Wiese steht die Antwort drei Meter tief im Boden.
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