Treptow-Köpenick bewirbt sich um das bundesweite Label «StadtGrün naturnah» – eine Auszeichnung für besonders ökologisches Grünflächenmanagement. Im Mai 2026 verschafften sich die Juroren des Bündnisses «Kommunen für biologische Vielfalt» ein Bild von den naturnahen Massnahmen im Bezirk: von Wildbienen-Habitaten auf dem Waldfriedhof bis zur Schwammstadt-Technik in Adlershof. Am 22. September soll die Zertifizierung folgen.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Treptow-Köpenick bewirbt sich seit Ende 2025 um das Label «StadtGrün naturnah».
- Am 20. Mai 2026 besichtigte die Kommbio-Jury naturnahe Projekte im Bezirk.
- Highlights: Wildbienen-Habitate auf dem Waldfriedhof Oberschöneweide und Regenwasser-Versickerung im Kosmosviertel.
- Die Zertifizierung in Bronze, Silber oder Gold soll am 22. September 2026 in Frankfurt verliehen werden.
- Bundesweit tragen bislang 81 Kommunen das Label, getragen vom Bündnis Kommbio mit 437 Mitgliedern.
Treptow-Köpenick und das Label «StadtGrün naturnah»

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick setzt sich seit Jahren für mehr Natur in der Stadt ein. Seit Ende 2025 bewirbt sich der Bezirk in einem umfangreichen Verfahren um die Auszeichnung «StadtGrün naturnah». Mit dem Label würdigt das Bündnis «Kommunen für biologische Vielfalt» (Kommbio) das ökologische Grünflächenmanagement von Städten und Gemeinden in ganz Deutschland.
Am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, machte sich die Kommbio-Jury ein Bild von den Massnahmen im Bezirk – gemeinsam mit dem Strassen- und Grünflächenamt, dem Umwelt- und Naturschutzamt, dem NABU und Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner. Die Exkursion führte quer durch den Bezirk. Weitere Themen aus den Kiezen findest du im Bezirks-Ressort.
Wildbienen, Dachse und Schafe auf dem Waldfriedhof
Erste Station war der Waldfriedhof Oberschöneweide. Seine sogenannten Friedhofsüberhangsflächen bieten viel urbanen Naturraum: Wildbienen finden in mehreren Habitaten Nahrung und Nistplätze – einige davon sogar aus entsorgten Grabsteinen gebaut. Ein Dachs kann hier ungestört nach Futter suchen, Vögel und Fledermäuse finden Wohnraum in Hochstubben und Nisthilfen.
Eine Besonderheit: Seit mehreren Jahren mähen im Herbst Schafe schonend und leise die Wiesen – sehr zur Freude der Friedhofsbesucherinnen und -besucher. Auf dem gesamten Gelände setzt das Strassen- und Grünflächenamt auf klimaangepasste und insektenfreundliche Pflanzen. So wird ein Friedhof zum aktiven Lebensraum. Eine Übersicht aller Bezirke bietet unsere PLZ- und Bezirks-Übersicht. Mehr zu Umwelt und Zusammenleben liest du im Gesellschafts-Ressort.
Regenwasser nutzen: Berlin als Schwammstadt
Klimaangepasstes Wassermanagement zeigte sich am Grünzug «Am Oktogon» in Adlershof. Direkt neben den Tramgleisen fördern Staudenmischpflanzungen die biologische Vielfalt und trotzen trockenen Sommern. In Tiefbeeten mit den Mischungen «Silbersommer» und «Blütenzauber» wird Regenwasser gespeichert und versickert vor Ort, was das Grundwasser speist.
Auch im Kosmosviertel in Altglienicke wird seit der Umgestaltung des grossen Grünzugs Regenwasser dezentral über bepflanzte Tiefbeete, Mulden und Baumrigolen versickert. Das versorgt nicht nur den Seerosenteich im Grünzug, sondern leistet einen Beitrag zur Entwicklung Berlins als «Schwammstadt» – einer Stadt, die Regen speichert statt ihn abzuleiten. Wie sich der Bezirk insgesamt entwickelt, zeigt unsere Bezirks-Analyse.
Naturnahe Pflege von rund 25 Grünflächen
Nach einem Zwischenstopp an einer wilden Obstwiese mit Insektenhotel am Gerosteig in Altglienicke führte die Exkursion durch den Treptower Park – vorbei am Nationalerbebaum, einer über 200 Jahre alten Flatterulme mit Sonderstatus, weiter zu den Themengärten «Heidegarten» und «Sommerblumengarten», an Benjeshecken und gestaffelt gemähten Flächen.
Das Strassen- und Grünflächenamt pflegt seit rund sechs Jahren etwa 25 Parkanlagen und Grünflächen naturnah: Das Stadtgrün wird seltener oder zeitversetzt in Streifen gemäht, was schnittempfindliche Wiesenkräuter fördert. Wo Salbei, Natternkopf oder Löwenzahn gedeihen, sind auch Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit. Solche vielfältigen Naturräume sind zudem widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel. Auch andere Themen aus dem grünen Südosten findest du im Kulturressort. Weitere Veranstaltungstipps findest du in unserem Märkte- und Event-Überblick.
So geht es bis zur Zertifizierung weiter
Am 22. September 2026 soll Treptow-Köpenick die Zertifizierung in Frankfurt am Main erhalten. Vergeben wird das Label in den Stufen Bronze, Silber oder Gold – je nachdem, wie umfangreich die Massnahmen sind. Nach drei Jahren kann sich der Bezirk erneut zertifizieren lassen.
Grundlage der Bewerbung sind das Biodiversitätskonzept und die «Strategie Grün» des Bezirks, in denen konkrete Massnahmen für mehr urbane Natur verankert sind. Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner betont, vermeintliches Unkraut sei oft ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten – auch dafür wolle man ein stärkeres Bewusstsein schaffen. Mehr Bezirksthemen sammeln wir auf unserer Startseite.
Treptow-Köpenick ist Berlins grünster Bezirk – die Bewerbung um «StadtGrün naturnah» ist da fast schon folgerichtig. Spannend ist der Ansatz dahinter: weg vom kurzgeschorenen Zierrasen, hin zu Wildwuchs, der Lebensraum schafft. Wildbienen-Habitate aus alten Grabsteinen, Schafe als Rasenmäher, Regenwasser, das versickert statt im Gully zu verschwinden – das sind genau die Ideen, die Städte klimafest machen. Dass ein Bezirk dafür bundesweit ausgezeichnet werden kann, schafft Vorbilder. Und es lädt ein, das vermeintliche «Unkraut» am Wegrand mal mit anderen Augen zu sehen.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Bezirksamt Treptow-Köpenick | Pressemitteilung zur Bewerbung um das Label |
| StadtGrün naturnah | Informationen zum Label und zum Bündnis Kommbio |
| NABU | Hintergrund zu naturnahem Grünflächenmanagement |
Häufige Fragen zu «StadtGrün naturnah»
Was ist das Label «StadtGrün naturnah»?
Das Label «StadtGrün naturnah» würdigt das ökologische Grünflächenmanagement von Städten und Gemeinden in Deutschland. Vergeben wird es vom Bündnis «Kommunen für biologische Vielfalt» (Kommbio) in den Stufen Bronze, Silber oder Gold.
Warum bewirbt sich Treptow-Köpenick darum?
Der Bezirk setzt seit Jahren auf naturnahe Pflege und will dieses Engagement sichtbarer machen. Grundlage sind das Biodiversitätskonzept und die Strategie Grün mit konkreten Massnahmen für mehr urbane Natur.
Welche Projekte hat die Jury besichtigt?
Die Jury besuchte unter anderem den Waldfriedhof Oberschöneweide mit Wildbienen-Habitaten, den Grünzug «Am Oktogon» in Adlershof, das Kosmosviertel in Altglienicke und den Treptower Park mit seinem über 200 Jahre alten Nationalerbebaum.
Wann wird die Auszeichnung verliehen?
Die Zertifizierung soll am 22. September 2026 in Frankfurt am Main verliehen werden. Nach drei Jahren kann sich der Bezirk erneut zertifizieren lassen.
Was bedeutet «Schwammstadt»?
Eine Schwammstadt speichert Regenwasser vor Ort, statt es schnell abzuleiten. In Treptow-Köpenick versickert Regenwasser über Tiefbeete, Mulden und Baumrigolen, speist das Grundwasser und versorgt Grünanlagen auch in trockenen Sommern.
Unsere Einordnung
Naturnahes Stadtgrün ist mehr als ein nettes Extra: Es kühlt die Stadt, speichert Wasser und schafft Lebensraum. Dass Treptow-Köpenick das systematisch angeht und sich bundesweit messen lässt, ist ein gutes Signal. Beim nächsten Spaziergang durch den Treptower Park lohnt sich der zweite Blick auf die wild wirkenden Wiesenstreifen – dahinter steckt Plan.
– Ariane Nagel, Kultur- & Meinungsredakteurin, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick vom 1. Juni 2026. Erstellt unter Einsatz von KI-Tools, geprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





