Im U-Bahnhof Pankstraße in Gesundbrunnen lässt sich seit dem 1. Mai 2026 ein echter Atombunker besichtigen. Der Verein Berliner Unterwelten führt mit der neuen Tour 4 durch die sogenannte Mehrzweckanlage aus dem Jahr 1977 – und zeigt, wie die Zivilbevölkerung im Kalten Krieg vor einem atomaren Angriff geschützt werden sollte. Der Atombunker Pankstraße ist heute ein Lehrstück über den Zivilschutz von gestern und heute.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Die neue Führung Atombunker Pankstraße läuft seit dem 1. Mai 2026 im gleichnamigen U-Bahnhof in Gesundbrunnen (Mitte).
- Besichtigt wird eine Mehrzweckanlage aus dem Jahr 1977 – ein Schutzraum aus der Hochphase des Kalten Krieges.
- Thema der Tour ist der Wandel des Zivil- und Katastrophenschutzes von gestern bis heute.
- Laut BBK gibt es bundesweit noch 579 öffentliche Schutzräume mit 478.000 Plätzen – aktuell aber keinen einsatzbereiten.
- Der Verein will an drei Standorten Bunker wieder als Schutzräume für den Krisenfall herrichten.
Atombunker Pankstraße: Das steckt hinter der neuen Tour

Der Atombunker Pankstraße ist die neue Tour 4 des Vereins Berliner Unterwelten. Sie führt durch eine ehemalige Mehrzweckanlage aus dem Jahr 1977, die direkt in den U-Bahnhof Pankstraße integriert ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Zivilbevölkerung im Fall eines atomaren Angriffs geschützt werden sollte – und wie es um den Schutz heute bestellt ist.
Der Berliner Unterwelten e.V. erforscht und dokumentiert seit 1997 unterirdische Bauwerke der Hauptstadt und macht sie öffentlich zugänglich. 2006 wurde der gemeinnützige Verein für seine Verdienste im Denkmalschutz mit der Silbernen Halbkugel ausgezeichnet. Die Führung wird in sechs Sprachen angeboten.
Zivilschutz vom Kalten Krieg bis heute
Die Tour zeigt, wie sich der Zivilschutz seit dem Kalten Krieg verändert hat. Damals war er auf einen einzigen Ernstfall ausgerichtet: die Abwehr eines Atomangriffs durch Bunker und Notfallinfrastruktur. Heute ist Zivilschutz Teil eines umfassenden Katastrophenschutzes.
Im Fokus stehen inzwischen Bedrohungen wie Klimawandel, Pandemien, Terrorismus, Cyber-Attacken oder ein flächendeckender Stromausfall. Der Atombunker Pankstraße macht diesen Wandel an einem historischen Ort greifbar – von der nuklearen Bedrohung der 1970er-Jahre bis zu den hybriden Risiken der Gegenwart.
Nur 579 Schutzräume – und keiner einsatzbereit
In Deutschland gibt es derzeit noch 579 öffentliche Schutzräume mit 478.000 Schutzplätzen. Das teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf seiner Internetseite mit. Der entscheidende Haken: Diese Anlagen seien «weder funktions- noch einsatzbereit».
Für eine Stadt wie Berlin mit 3,77 Millionen Einwohnern bedeutet das: Im Ernstfall stünde aktuell kein funktionierender öffentlicher Schutzraum bereit. Im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und weiterer Bedrohungsszenarien wird deshalb bundesweit wieder über mehr Widerstandsfähigkeit diskutiert – sowohl bei der Verteidigung als auch beim Zivil- und Katastrophenschutz.
Pilotprojekt: Bunker als Schutzräume herrichten

Der Verein Berliner Unterwelten will es nicht beim Erinnern belassen. Im Rahmen eines Pilotprojekts plant er, an der Pankstraße und an zwei weiteren Standorten von ihm betreute Bunkeranlagen wieder als Schutzräume für den Krisenfall herzurichten.
«Wir wollen keine Ängste schüren, mit der neuen Tour 4 aber für das Thema sensibilisieren und gegenüber Politik und Verwaltung vielleicht auch ein bisschen Handlungsdruck erzeugen», erklärte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Arnold in der Mitteilung zur neuen Führung. Die Tour ist damit auch ein Appell an Senat und Bezirke, das Thema Schutzräume ernster zu nehmen.
Atombunker Pankstraße besichtigen: Termine und Tickets
Wer den Atombunker Pankstraße besichtigen möchte, bucht die rund 90-minütige Führung über den Online-Shop der Berliner Unterwelten. Treffpunkt ist die Badstraße 51 in 13357 Berlin, vor der Kirche St. Paul, nur wenige Schritte vom U-Bahnhof Pankstraße (U8) entfernt.
| Info | Detail |
|---|---|
| Treffpunkt | Badstraße 51, 13357 Berlin (vor der Kirche St. Paul) |
| Anreise | U8 Pankstraße, Bus M27 |
| Dauer | ca. 90 Minuten |
| Sprachen | sechs verschiedene Sprachen |
| Eignung | erwachsenes Publikum, für Jugendliche ab der 8. Klasse, Kinder unter 7 Jahren ausgeschlossen |
Wichtig: Die Anlage ist nicht barrierefrei, es geht über zahlreiche, teils steile Treppen. Festes, geschlossenes Schuhwerk ist Pflicht. Wer tiefer einsteigen will, dem empfiehlt der Verein vorab die Tour 3 «U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg».
Seit dem 1. Mai 2026 ist der Atombunker Pankstraße begehbar – und er trifft einen Nerv. Konkret zeigen die BBK-Zahlen das Problem: Bundesweit gibt es zwar noch 579 öffentliche Schutzräume mit 478.000 Plätzen, doch keiner ist einsatzbereit. Für Berlin heißt das, dass die Hauptstadt im Krisenfall derzeit ohne funktionierenden öffentlichen Schutzraum dasteht. Genau hier setzt der Verein an: Die Tour will nicht Angst machen, sondern Druck auf Senat und Bezirke aufbauen. Dass ein gemeinnütziger Verein das Thema Zivilschutz sichtbarer hält als manche Behörde, ist das eigentlich Bemerkenswerte an der Pankstraße.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Berliner Unterwelten e.V. | Mitteilung zur neuen Führung, Tour-Infos und Tickets |
| BBK | Zahlen zu öffentlichen Schutzräumen in Deutschland |
| Tagesspiegel | Bericht zur Führung und zum Berliner Zivilschutz |
Häufige Fragen zum Atombunker Pankstraße
Was ist der Atombunker Pankstraße?
Der Atombunker Pankstraße ist eine Mehrzweckanlage aus dem Jahr 1977 im gleichnamigen Berliner U-Bahnhof. Sie sollte im Kalten Krieg die Zivilbevölkerung im Fall eines atomaren Angriffs schützen und kann heute im Rahmen einer Führung des Vereins Berliner Unterwelten besichtigt werden.
Wann kann man den Atombunker Pankstraße besichtigen?
Die neue Führung läuft seit dem 1. Mai 2026. Tickets gibt es im Online-Shop der Berliner Unterwelten, die Tour dauert rund 90 Minuten und wird in sechs Sprachen angeboten.
Wie viele Schutzräume gibt es in Deutschland noch?
Laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt es bundesweit noch 579 öffentliche Schutzräume mit 478.000 Schutzplätzen. Die Behörde stuft sie jedoch als weder funktions- noch einsatzbereit ein.
Wo treffen sich die Teilnehmer der Tour?
Treffpunkt ist die Badstraße 51 in 13357 Berlin, vor der Kirche St. Paul, nahe dem U-Bahnhof Pankstraße. Die Anreise erfolgt am besten mit der U8 oder dem Bus M27.
Ist die Tour für Kinder geeignet?
Die Führung richtet sich an ein erwachsenes Publikum und wird für Jugendliche frühestens ab der 8. Klasse empfohlen. Kinder unter 7 Jahren können nicht teilnehmen. Die Anlage ist nicht barrierefrei.
Unsere Einordnung
Der Atombunker Pankstraße ist mehr als ein Geschichtsausflug. Er führt vor Augen, dass Berlin bei den Schutzräumen vor einer offenen Frage steht – und dass ausgerechnet ein Verein das Thema am Leben hält. Wer 90 Minuten durch die Anlage geht, versteht die Debatte über Widerstandsfähigkeit besser als nach jeder Pressekonferenz. Sehenswert und unbequem zugleich.
– Maik Möhring, Chefredakteur, BerlinEcho
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.




