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Schlesische Straße: Verlauf, Lage und Anbindung

Vom Feldweg vor dem Schlesischen Tor zur Gewerbestraße an der Spree: Verlauf, Name, Denkmale und Anbindung der Schlesischen Straße in Kreuzberg.

Inhalt (9 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Schlesische Straße?
  2. Woher hat die Schlesische Straße ihren Namen?
  3. Welches ist das älteste Haus an der Schlesischen Straße?
  4. Was prägt die Spreeseite der Schlesischen Straße?
  5. Was hat die Mauer mit der Schlesischen Straße zu tun?
  6. Was hat die IBA 1987 an der Schlesischen Straße gebaut?
  7. Wie kommst du zur Schlesischen Straße?
  8. Häufige Fragen zur Schlesischen Straße
  9. Quellen

Die Schlesische Straße ist eine Wohn- und Gewerbestraße in Berlin-Kreuzberg. Die Straße führt vom Schlesischen Tor an der Köpenicker Straße bis zur Straße Vor dem Schlesischen Tor und heißt seit dem 7. April 1839 nach der Region Schlesien. Zur Spree hin reihen sich denkmalgeschützte Gewerbehöfe und eine alte Großmühle, am Anfang steht der Hochbahnhof Schlesisches Tor.

Die Schlesische Straße ist kurz, aber sie erzählt viel: von einem Feldweg vor der Stadtmauer, von Mühlen und Etagenfabriken am Spreeufer, von 34 Jahren als Endpunkt der Hochbahn im Schatten der Mauer und von der Internationalen Bauausstellung der 1980er-Jahre. Hier liest du, wo die Straße genau verläuft, woher der Name kommt, welche Häuser unter Denkmalschutz stehen und wie du hinkommst.

  • Verlauf: Köpenicker Straße am Schlesischen Tor bis Vor dem Schlesischen Tor
  • Hausnummern 1 bis 25 hin, 26 bis 46 zurück
  • Postleitzahl 10997, Ortsteil Kreuzberg, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
  • Name seit 7. April 1839, nach der Region Schlesien
  • U1 und U3 am U-Bahnhof Schlesisches Tor

Wo verläuft die Schlesische Straße?

Die Schlesische Straße beginnt am Schlesischen Tor. Dort treffen die Köpenicker Straße, die Skalitzer Straße und die Oberbaumstraße zusammen. Von hier führt die Straße nach Südosten bis zur Straße Vor dem Schlesischen Tor. So beschreibt es Kauperts Straßenführer.

Die Hausnummern folgen dem alten Berliner Hufeisen: Die Nummern 1 bis 25 laufen auf der einen Seite bis zum Ende der Straße, die Nummern 26 bis 46 auf der anderen Seite zurück zum Schlesischen Tor. Mehrere Grundstücke auf der Seite mit den höheren Nummern, etwa 26 bis 32 und 38, reichen bis an die Spree; am anderen Ufer liegt der Osthafen.

Schlesische Straße: Zuständigkeiten (Quelle: Kauperts, Stand 29. September 2026)
Merkmal Angabe
Postleitzahl 10997 (alle Hausnummern)
Ortsteil und Bezirk Kreuzberg, Friedrichshain-Kreuzberg
Polizeiabschnitt A 53
Amtsgericht und Grundbuchamt Kreuzberg
Finanzamt und Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg

Woher hat die Schlesische Straße ihren Namen?

Die Schlesische Straße ist nach Schlesien benannt. Kauperts beschreibt die Region als historisches Gebiet im oberen und mittleren Odergebiet, das heute größtenteils zu Polen gehört; kleinere Teile liegen in Sachsen und in Tschechien. Ab 1763 gehörte der größte Teil Schlesiens zu Preußen, Hauptstadt der späteren Provinz war Breslau.

Der Weg nach Schlesien begann in Berlin buchstäblich hier. Das Schlesische Tor, 1735 als eines der Berliner Stadttore gebaut, war laut Kauperts der Ausgangspunkt für die Fuhrwerke in diese Richtung. Die Straße selbst war vorher ein alter Feldweg, der schon 1705 als Verlängerung der Köpenicker Straße in die «Berkheide» führte. Als öffentliche Straße ist sie seit 1837 ausgewiesen, ihren heutigen Namen trägt sie seit dem . Das Tor verschwand später mit dem Abriss der Zollmauer; an seinen Standort erinnert heute der Name des U-Bahnhofs.

Welches ist das älteste Haus an der Schlesischen Straße?

Das Wohnhaus Schlesische Straße 13 gilt laut Denkmaldatenbank Berlin als ältestes bauliches Zeugnis der südöstlichen Luisenstadt. Der Maurer Radicke baute es 1827 als eingeschossiges Handwerkerhaus, als die Gegend vor dem Schlesischen Tor noch von Äckern und Gärten geprägt war. Seine heutige Gestalt bekam das Haus 1852: Die Maurermeister Schilling und Zillmann stockten es für den Zuckersiedereibesitzer F. W. Habel um ein Geschoss auf. 1989 und 1990 wurde es mit öffentlichen Fördermitteln für eine gemeinnützige Stiftung saniert.

Was prägt die Spreeseite der Schlesischen Straße?

Auf den Ufergrundstücken Schlesische Straße 26 bis 32 stehen mehrere Gewerbehöfe, die laut Landesdenkmalamt einen hoch verdichteten Gewerbestandort bilden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren die Parzellen noch Gartenland. Vor dem Ersten Weltkrieg entstanden hier in dichter Folge Gewerbehöfe zur Vermietung, zeitlich eng verbunden mit dem Bau des Osthafens am gegenüberliegenden Ufer. Der Vorteil: Die Höfe ließen sich von der Straße und vom Wasser aus beliefern. Das Landesdenkmalamt nennt sie charakteristisch für die «Kreuzberger Mischung» aus Wohnen und Gewerbe auf engstem Raum.

  • Gewerbehof Nummer 28: 1900 bis 1903 von Baumeister Max Ziegra für Kommerzienrat Georg Haase gebaut, auch für dessen Lagerbierbrauerei (Denkmaldatenbank).
  • Industriepalast Nummer 29 und 30: 1907 und 1908 von der Baufirma Boswau & Knauer errichtet, fünf Höfe hinter einem Wohnhaus mit Tempelfront-Motiv; ab 1921 saß hier die Buttergroßhandlung Otto Reichelt (Denkmaldatenbank).
  • Mühlenanlage Nummer 38: Ab 1898 für viele Jahrzehnte Sitz der Berliner Viktoria-Mühle, um 1900 eine von fünf Berliner Großmühlen mit rund 250 Tonnen Weizenmehl am Tag. Der Getreidesilo von 1897 steht direkt an der Wasserkante (Denkmaldatenbank).

Weiter nördlich steht das Kontor- und Fabrikgebäude Schlesische Straße 42 an der Ecke Oberbaumstraße, gebaut 1890 und 1909.

Was hat die Mauer mit der Schlesischen Straße zu tun?

Der Hochbahnhof Schlesisches Tor am Beginn der Straße entstand 1899 bis 1901 nach Plänen der Architekten Grisebach & Dinklage, in Neorenaissance und – anders als die meisten Stationen der Linie – als Massivbau. Das hält die Denkmaldatenbank fest.

Am 13. August 1961 wurde der Abschnitt von der Warschauer Straße zum Schlesischen Tor stillgelegt, weil die Strecke über die Oberbaumbrücke in den Ostsektor führte. Das dokumentiert berliner-untergrundbahn.de. Für West-Berlin war das Schlesische Tor damit Endstation. Erst am 15. Oktober 1995 fuhren die Züge wieder über die Spree zur Warschauer Straße, zunächst als U15, seit Dezember 2004 als U1. Der alte Hinweis, am Schlesischen Tor ende die Hochbahn, stimmt also nur für diese Zeit.

Was hat die IBA 1987 an der Schlesischen Straße gebaut?

Der Block zwischen Schlesischer Straße, Falckensteinstraße, Wrangelstraße und Oppelner Straße war im Krieg stark zerstört worden. Von der 54. Gemeindeschule, die Hermann Blankenstein 1874 und 1875 gebaut hatte, blieb nur das Lehrerwohnhaus an der Schlesischen Straße 4. Nach einem städtebaulichen Gutachten des portugiesischen Architekten Álvaro Siza Vieira entstand hier im Rahmen der Internationalen Bauausstellung ein Ensemble aus Wohnhäusern und sozialen Einrichtungen, heute als IBA-87-Komplex geschützt (Denkmaldatenbank).

Sein bekanntester Teil ist das siebengeschossige Eckhaus Schlesische Straße 7 / Falckensteinstraße 4, 1982 begonnen und im Folgejahr fertig. Die geschwungene Fassade zieht die Blockkante um die Ecke; den Grauton wählte Siza als Anspielung auf Otto Bartnings Wohnzeile in der Siemensstädter Ringsiedlung (Denkmaldatenbank). An der Ecke Oppelner Straße steht eine eingeschossige Ladenzeile, die Erich Münch 1951 anstelle zweier zerstörter Wohnhäuser baute.

Wie kommst du zur Schlesischen Straße?

Am U-Bahnhof Schlesisches Tor halten laut BVG die U1 und die U3, beide in Richtung Osten bis zur Warschauer Straße; die U3 fährt in der Gegenrichtung bis Krumme Lanke. Der Bahnsteig Richtung Uhlandstraße ist per Aufzug erreichbar. Außerdem fahren die Buslinien 165 und 265, nachts die N1, N60 und N65. Mehr Straßen im Bezirk findest du in der Rubrik Friedrichshain-Kreuzberg.

Häufige Fragen zur Schlesischen Straße

Wo verläuft die Schlesische Straße?

Die Schlesische Straße beginnt am Schlesischen Tor, wo Köpenicker Straße, Skalitzer Straße und Oberbaumstraße zusammentreffen, und führt nach Südosten bis zur Straße Vor dem Schlesischen Tor. Die Hausnummern 1 bis 25 laufen auf der einen Seite hin, 26 bis 46 auf der anderen zurück. Die ganze Straße liegt im Ortsteil Kreuzberg und hat die Postleitzahl 10997.

Warum heißt die Straße Schlesische Straße?

Die Straße ist nach Schlesien benannt, dem historischen Gebiet an der oberen und mittleren Oder, das heute größtenteils zu Polen gehört. Der Bezug entstand über das Schlesische Tor: Das 1735 erbaute Stadttor war laut Kauperts der Ausgangspunkt für die Fuhrwerke in Richtung Schlesien. Den Namen trägt die Straße seit dem 7. April 1839.

Welche U-Bahn hält an der Schlesischen Straße?

Am U-Bahnhof Schlesisches Tor am Anfang der Straße halten die U1 und die U3, beide in Richtung Warschauer Straße. Dazu kommen die Buslinien 165 und 265 sowie nachts die Linien N1, N60 und N65. Aktuelle Fahrplanänderungen stehen in der Stationsübersicht der BVG.

Was steht unter Denkmalschutz an der Schlesischen Straße?

Die Denkmaldatenbank Berlin führt an der Straße unter anderem das Wohnhaus Nummer 13 von 1827, die Gewerbehöfe Nummer 26 und 28, den Industriepalast Nummer 29 und 30, die Mühlenanlage Nummer 38, den Fabrikbau Nummer 42 sowie den IBA-Block Nummer 1 bis 7 mit dem Eckhaus von Álvaro Siza Vieira. Auch der Hochbahnhof Schlesisches Tor ist ein Baudenkmal.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Schlesien
Ort / Geografie
Benennung
1839-04-07
Hintergrund
Schlesien ist ein historisches Gebiet an der oberen und mittleren Oder, das heute größtenteils zu Polen gehört; kleinere Teile liegen in Sachsen und Tschechien. Ab 1763 gehörte der größte Teil zu Preußen, Hauptstadt der Provinz war Breslau.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web