Köpenicker Straße: Verlauf, Lage und Anbindung
Vom Schlesischen Tor bis zum Schulze-Delitzsch-Platz: Verlauf, Zuständigkeiten nach Hausnummer, Herkunft des Namens, Eisfabrik, Tresor und die Teilung durch die Mauer.
Inhalt (7 Abschnitte)
Die Köpenicker Straße führt parallel zur Spree vom Schlesischen Tor in Kreuzberg bis zum Schulze-Delitzsch-Platz in Mitte. Die Hausnummern 1 bis 29 und 143 bis 195 gehören zu Friedrichshain-Kreuzberg (PLZ 10997), die Nummern 30 bis 141 zum Bezirk Mitte (PLZ 10179). Der Ursprung ist der Heerweg nach Köpenick, den der Kurfürst 1589 ausbauen ließ.
Die Köpenicker Straße ist als Straße über 400 Jahre alt und gehört bis heute zwei Bezirken. Von 1961 bis 1989 lief genau dort, wo Kreuzberg und Mitte aneinanderstoßen, die Mauer quer über die Fahrbahn. Wer heute vom Schlesischen Tor Richtung Jannowitzbrücke geht, kommt an einer denkmalgeschützten Eisfabrik, einem stillgelegten Kraftwerk mit Techno-Club, Gewerbehöfen und Wohnhäusern vorbei. Hier erfährst du, wo die Straße genau verläuft, welches Amt für welche Hausnummer zuständig ist und wie du hinkommst.
Wo verläuft die Köpenicker Straße?
Die Köpenicker Straße beginnt laut Kauperts Straßenführer am Schlesischen Tor, wo Skalitzer Straße, Schlesische Straße und Oberbaumstraße zusammentreffen. Die Straße endet am Schulze-Delitzsch-Platz an der Einmündung von Inselstraße, Neuer Jakobstraße und Wassergasse. Auf ihrem ganzen Weg bleibt sie in Sichtweite der Spree, die Grundstücke auf der Nordseite reichen vielfach bis ans Ufer.
Die Hausnummern laufen im Hufeisen: Auf der einen Seite zählen sie von 1 am Schlesischen Tor aufwärts, auf der anderen Seite kehren sie bis 195 zurück. Das erklärt, warum Nummer 1 und Nummer 195 fast gegenüberliegen. Wichtiger im Alltag ist die Bezirksgrenze, denn sie teilt die Straße in drei Stücke:
| Merkmal | Nr. 1–29 und 143–195 | Nr. 30–141 |
|---|---|---|
| Bezirk | Friedrichshain-Kreuzberg | Mitte |
| Ortsteil und PLZ | Kreuzberg, 10997 | Mitte, 10179 |
| Amtsgericht und Grundbuchamt | Kreuzberg | Mitte |
| Finanzamt | Friedrichshain-Kreuzberg | Mitte/Tiergarten |
| Jobcenter | Friedrichshain-Kreuzberg | Mitte, Seydelstraße |
| Polizeiabschnitt | A 53 | A 57 |
Für Anwohnerparken, Straßenreinigung oder Baustellen im Kreuzberger Teil ist das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zuständig, für den Mittelteil das Bezirksamt Mitte. Welche Parkzone im Kreuzberger Abschnitt gilt und wie du den Anwohnerausweis beantragst, steht in unserem Ratgeber zu den Parkzonen in Kreuzberg.
Woher hat die Köpenicker Straße ihren Namen?
Die Köpenicker Straße ist nach Köpenick benannt, weil sie der Weg dorthin war. Kauperts beschreibt die Entstehung so: Die Straße bestand schon im 16. Jahrhundert als Weg nach Köpenick, die Heerstraße führte ursprünglich aber über Rixdorf. 1589 ließ der Kurfürst den alten Heerweg als Straße anlegen, verbreitern und mit Bäumen bepflanzen.
Einen einheitlichen Namen hatte der Weg damals noch nicht. Einzelne Abschnitte hießen Der lange Damm, Weidendamm, Die neue Trift und Der neue Damm. Erst danach setzte sich der Name der Zielstadt durch, in wechselnder Schreibweise: 1723 Cöpnicksche Straße, 1789 Köpnicker Straße, später auch Cöpenicker Straße.
Köpenick selbst war bis 1920 eine selbstständige Stadt im Kreis Teltow. Mit der Bildung von Groß-Berlin wurde es zum 16. Verwaltungsbezirk, seit der Bezirksfusion 2001 ist es Ortsteil von Treptow-Köpenick. Weltbekannt machte die Stadt am 16. Oktober 1906 der Schuster Wilhelm Voigt, der als falscher Hauptmann das Rathaus besetzen ließ und die Stadtkasse beschlagnahmte. Mehr zu solchen Richtungsnamen findest du in unserem Überblick über Berliner Straßennamen und ihre Herkunft.
Welche Bauten prägen die Köpenicker Straße?
Die Köpenicker Straße ist bis heute eine Gewerbestraße am Wasser. Die Denkmaldatenbank Berlin beschreibt die Bebauung zwischen Spree und Straße als bandartig, schon im 18. Jahrhundert lagen hier Holzlagerplätze und Holzmärkte. Die Spree war der Transportweg, die Straße die Zufahrt.
Das bekannteste Baudenkmal ist die Eisfabrik in der Köpenicker Straße 40–41. Carl Bolle erwarb das Grundstück 1893, die Norddeutsche Eiswerke AG ließ 1909 bis 1910 vom Bauunternehmer Albert Biebendt eine Wohn- und Fabrikanlage um zwei Höfe errichten. Zwischen 1913 und 1922 kamen am Ufer drei Kühlhäuser und die Eisfabrik mit Kessel- und Maschinenhaus hinzu. Die Anlage gilt als eine der ältesten Berliner Kunsteisfabriken, im Maschinenhaus steht noch eine Kältemaschine der Firma Linde von 1914. Das Maschinenhaus mit seinem tempelartigen Giebel prägt das Spreeufer, obwohl die Gebäude zum Teil schwere Kriegsschäden haben.
Ein paar Hausnummern weiter steht das frühere Heizkraftwerk Mitte, gebaut von 1961 bis 1964. Seit dem 25. Mai 2007 ist dort laut visitBerlin der Techno-Club Tresor untergebracht, der auf seiner eigenen Seite die Adresse Köpenicker Straße 70 angibt. Unter dem Namen Kraftwerk Berlin bietet das Gebäude rund 8.000 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen mit bis zu 2.600 Gästen. Wie der Tresor in den 1990er-Jahren die Berliner Clubkultur mitprägte, erzählt unser Text zur Techno-Geschichte Berlins.
Was bedeutete die Mauer für die Köpenicker Straße?
Die Berliner Mauer teilte die Köpenicker Straße von 1961 bis 1989 in einen Ost- und einen Westteil. Der Abschnitt mit den Hausnummern 30 bis 141 lag im Bezirk Mitte und damit im sowjetischen Sektor, die beiden Kreuzberger Enden gehörten zum amerikanischen Sektor und zu West-Berlin. Die Grenze verlief dort, wo bis 1926 der Luisenstädtische Kanal die Spree mit dem Landwehrkanal verbunden hatte. Die Denkmaldatenbank beschreibt, wie der Mauerbau die ab 1926 angelegte Grünanlage auf dem zugeschütteten Kanal zerstörte.
Für die Straße hieß das fast drei Jahrzehnte lang: kein Durchgang. Der Kreuzberger Teil am Schlesischen Tor lag am Rand West-Berlins, der Mittelteil im Grenzgebiet der DDR. Seit der Wiedervereinigung ist die Straße wieder durchgehend befahrbar, die Bezirksgrenze ist geblieben.
Wie kommst du zur Köpenicker Straße?
Die Köpenicker Straße erreichst du mit U-Bahn, S-Bahn und Bus. Am östlichen Ende hält die U1 und die U3 am Bahnhof Schlesisches Tor. Im Mittelteil liegt der U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße der U8. Auf der anderen Seite der Spree fahren S-Bahn und Regionalzüge am Ostbahnhof sowie die S-Bahn an der Jannowitzbrücke, beide Bahnhöfe sind barrierefrei. Entlang der Straße und in den Querstraßen fahren die Buslinien 140, 142, 147, 248 und 265.
Wer mit dem Auto kommt, sollte vorher klären, ob die Zieladresse im Kreuzberger oder im Mitte-Teil liegt: Parkzonen und Anwohnerausweise stellt jeweils das eigene Bezirksamt aus. Aktuelle Sperrungen meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.
Häufige Fragen zur Köpenicker Straße
In welchem Bezirk liegt die Köpenicker Straße?
Die Köpenicker Straße liegt in zwei Bezirken. Die Hausnummern 1 bis 29 und 143 bis 195 gehören zu Friedrichshain-Kreuzberg und haben die Postleitzahl 10997. Die Hausnummern 30 bis 141 gehören zum Bezirk Mitte und haben die Postleitzahl 10179. Für Bürgeramt, Finanzamt, Amtsgericht und Jobcenter zählt deshalb die Hausnummer, nicht der Straßenname.
Welche U-Bahn hält an der Köpenicker Straße?
An der Köpenicker Straße halten die U1 und die U3 am Bahnhof Schlesisches Tor am östlichen Ende sowie die U8 am Bahnhof Heinrich-Heine-Straße im Abschnitt in Mitte. Die S-Bahnhöfe Ostbahnhof und Jannowitzbrücke liegen auf der anderen Spreeseite. Dazu fahren die Buslinien 140, 142, 147, 248 und 265.
Warum heißt die Köpenicker Straße so?
Die Köpenicker Straße ist nach Köpenick benannt, weil sie als Weg dorthin entstand. 1589 ließ der Kurfürst den alten Heerweg nach Köpenick als Straße anlegen, verbreitern und mit Bäumen bepflanzen. Köpenick war bis 1920 eine selbstständige Stadt und ist seit 2001 Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick.
Wo ist der Tresor an der Köpenicker Straße?
Der Techno-Club Tresor liegt in der Köpenicker Straße 70 in Mitte, im Gebäude des früheren Heizkraftwerks Mitte, das von 1961 bis 1964 gebaut wurde. Der Club ist dort seit dem 25. Mai 2007. Das Gelände heißt heute Kraftwerk Berlin und wird auch für Ausstellungen und Veranstaltungen mit bis zu 2.600 Gästen genutzt.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Köpenicker Straße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Eisfabrik der Norddeutschen Eiswerke, Köpenicker Straße 40–41 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Luisenstädtischer Kanal (abgerufen am 29.09.2026)
- visitBerlin: Kraftwerk Berlin (abgerufen am 29.09.2026)
- Tresor Berlin: Kontakt und Adresse (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Köpenick
Ort / Geografie - Hintergrund
- Köpenick war bis 1920 eine selbstständige Stadt und ist seit 2001 Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick. Die Straße entstand aus dem Heerweg nach Köpenick, den der Kurfürst 1589 als Straße anlegen ließ.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web