Kollwitzstraße: Verlauf, Lage und Anbindung
Von der Schönhauser Allee zur Danziger Straße: Verlauf, Postleitzahlen und Namensgeschichte der Kollwitzstraße, Käthe Kollwitz' Wohnhaus, Gedenktafeln, Sanierungsgebiet und Ökomarkt.
Inhalt (8 Abschnitte)
- Wo verläuft die Kollwitzstraße?
- Warum heißt die Straße Kollwitzstraße?
- Was erinnert an der Kollwitzstraße an Käthe Kollwitz?
- Welche Gedenktafeln gibt es an der Kollwitzstraße?
- Wie hat sich der Kiez um die Kollwitzstraße verändert?
- Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Kollwitzstraße?
- Häufige Fragen zur Kollwitzstraße
- Quellen
Die Kollwitzstraße ist eine Wohnstraße in Berlin-Prenzlauer Berg. Die Straße führt von der Schönhauser Allee über den Kollwitzplatz bis zur Danziger Straße und heißt seit dem 7. Oktober 1947 nach der Künstlerin Käthe Kollwitz, die von 1891 bis 1943 hier wohnte. Vorher hieß sie Weißenburger Straße. Nächster U-Bahnhof ist Senefelderplatz an der U2.
Die Kollwitzstraße trägt denselben Namen wie der Kollwitzplatz, an dem Käthe Kollwitz mehr als fünfzig Jahre gelebt hat, und beide gaben dem Kollwitzkiez seinen Namen. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts reichen die Hausnummern von 2 bis 104, die Straße liegt vollständig im Ortsteil Prenzlauer Berg und damit im Bezirk Pankow. Die Nummern laufen wechselseitig: rechts gerade, links ungerade. Wer heute durch die Straße geht, sieht einen sanierten Gründerzeitkiez. An mehreren Häusern erinnern Gedenktafeln an Menschen, die hier lebten, darunter jüdische Bewohner, die deportiert wurden.
- Verlauf: Schönhauser Allee/Saarbrücker Straße über Kollwitzplatz bis Danziger Straße/Senefelderstraße
- Postleitzahlen 10405 (Nr. 2–59) und 10435 (Nr. 60–104)
- Name seit 7. Oktober 1947, von 1874 bis 1947 Weißenburger Straße
- U2 Senefelderplatz, Tram M2 und M10 in der Nähe
Wo verläuft die Kollwitzstraße?
Die Kollwitzstraße beginnt an der Schönhauser Allee gegenüber der Saarbrücker Straße und führt nach Nordosten bis zur Danziger Straße, wo die Senefelderstraße weiterführt. In der Mitte berührt sie den Kollwitzplatz, an dem auch Knaackstraße und Wörther Straße zusammenlaufen. Nahe dem südlichen Anfang liegt der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee, den die Denkmaldatenbank auf das Jahr 1827 datiert.
Für Behördengänge gilt: Verwaltungsbezirk, Jobcenter und Arbeitsagentur sind Pankow, das Finanzamt ist Prenzlauer Berg, Amtsgericht und Grundbuchamt sind Mitte. Bei der Polizei ist die Straße geteilt: Die geraden Nummern gehören laut Kauperts zum Abschnitt 16, die ungeraden zum Abschnitt 15.
Warum heißt die Straße Kollwitzstraße?
Die Kollwitzstraße ist nach Käthe Kollwitz benannt, die am 8. Juli 1867 in Königsberg geboren wurde und am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden starb. Bis 1947 hieß die Straße Weißenburger Straße, benannt 1874. Am 7. Oktober 1947 bekam sie den heutigen Namen; im selben Jahr wurde der Wörther Platz, so das Straßen- und Grünflächenamt Pankow, zum Kollwitzplatz.
Die Gedenktafel an der Kollwitzstraße 56a fasst das Leben der Künstlerin zusammen. Laut der Datenbank Gedenktafeln in Berlin lebte und arbeitete Käthe Kollwitz seit 1891 mit ihrem Mann, dem Arzt Karl Kollwitz, im Haus Weißenburger Straße 25. In ihren Werken ging es um Armut, Ausbeutung und nach dem Tod ihres Sohnes Peter im Ersten Weltkrieg zunehmend um Krieg und Tod. 1919 wurde sie als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, am 17. Februar 1933 wurde sie genötigt, die Mitgliedschaft aufzugeben. Karl Kollwitz praktizierte laut Kauperts bis zu seinem Tod 1940 als Armenarzt im Haus.
Was erinnert an der Kollwitzstraße an Käthe Kollwitz?
Das Wohnhaus der Familie Kollwitz steht nicht mehr: Es wurde am 23. November 1943 zerstört. An seiner Stelle, Kollwitzstraße 56a an der Ecke Knaackstraße, steht ein Neubau. Über dessen Eingang hat das Bezirksamt am 22. April 2005 die Gedenktafel für Käthe und Karl Kollwitz enthüllt.
Mitten auf dem Kollwitzplatz sitzt die Künstlerin als Bronzefigur. Gustav Seitz schuf die Plastik laut Bildhauerei in Berlin zwischen 1956 und 1958 im Auftrag des Magistrats. Das Bezirksamt gibt an, dass sie seit 1959 in der Mitte des Platzes steht. Wer sich für die Denkmäler rund um den Platz interessiert: Auch die Litfaßsäule an der Ecke Kollwitzplatz, Kollwitzstraße und Wörther Straße aus der Zeit um 1910/1920 steht als Teil eines Ensembles unter Denkmalschutz.
Welche Gedenktafeln gibt es an der Kollwitzstraße?
An der Kollwitzstraße erinnern mehrere Tafeln an frühere Bewohner. Die Tafel am Haus Kollwitzstraße 66, früher Weißenburger Straße 29, nennt die Lebenslinien jüdischer Bewohner. Darunter ist der Hauseigentümer Josef Luster, der am 3. März 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde.
Am Haus Kollwitzstraße 74, damals Weißenburger Straße 33, erinnert eine Tafel an Leopold Chones (1924 bis 1943). Er lebte dort seit 1932 bei seinen Pflegeeltern, musste ab 1942 Zwangsarbeit leisten und entzog sich im Februar 1943 der Deportation durch Flucht in die Illegalität. Er gehörte zu den Mitbegründern der jüdischen Jugendgruppe Chug Chaluzi.
Wie hat sich der Kiez um die Kollwitzstraße verändert?
Das Gebiet um die Kollwitzstraße wurde 1993 förmlich als Sanierungsgebiet Kollwitzplatz festgelegt. Das geht aus einer Sozialstudie des Bezirksamts Pankow von 2012 hervor, die die Nachbargebiete Helmholtzplatz (1993), Teutoburger Platz und Winsstraße (1994) sowie Bötzowstraße (1995) nennt. Die Studie beschreibt diese Gründerzeitviertel als Gebiete, deren alte Bausubstanz bis in die 1990er Jahre unzureichend erhalten und selten erneuert worden war.
Der Kollwitzplatz selbst ist laut Bezirksamt eine 6.000 Quadratmeter große, dreieckige Anlage aus den Jahren 1885 bis 1887, die 1949 nach Plänen von Reinhold Lingner umgestaltet wurde. Seit 2010 gilt dort Hundeverbot. Jeden Donnerstag findet an der Wörther Straße der Ökomarkt der Grünen Liga statt, von April bis Dezember von 12 bis 19 Uhr. Termine beider Märkte am Platz stehen in unserem Überblick zu den Kollwitzplatz-Märkten.
Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Kollwitzstraße?
Der U-Bahnhof Senefelderplatz der U2 liegt an der Schönhauser Allee nahe dem südlichen Anfang der Kollwitzstraße. Kauperts nennt außerdem die Straßenbahnlinien M2 und M10. Die M2 hält laut BVG an der Prenzlauer Allee an den Stationen Knaackstraße und Marienburger Straße, die M10 an der Station Husemannstraße in der Danziger Straße, auf die die Kollwitzstraße im Norden trifft. Die Straße liegt im Tarifbereich A.
Häufige Fragen zur Kollwitzstraße
Wo verläuft die Kollwitzstraße?
Die Kollwitzstraße verläuft in Prenzlauer Berg von der Schönhauser Allee, Ecke Saarbrücker Straße, nach Nordosten über den Kollwitzplatz bis zur Danziger Straße, Ecke Senefelderstraße. Die Hausnummern reichen von 2 bis 104, die Nummern 2 bis 59 haben die Postleitzahl 10405, die Nummern 60 bis 104 die Postleitzahl 10435.
Wie hieß die Kollwitzstraße früher?
Die Kollwitzstraße hieß von 1874 bis 1947 Weißenburger Straße. Am 7. Oktober 1947 wurde sie nach der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz umbenannt. Im selben Jahr wurde der frühere Wörther Platz zum Kollwitzplatz.
Wo hat Käthe Kollwitz in Prenzlauer Berg gewohnt?
Käthe Kollwitz lebte und arbeitete von 1891 bis 1943 mit ihrem Mann, dem Arzt Karl Kollwitz, im Haus Weißenburger Straße 25, heute Kollwitzstraße 56a an der Ecke Knaackstraße. Das Haus wurde am 23. November 1943 zerstört. Eine Gedenktafel über dem Eingang des Neubaus erinnert seit dem 22. April 2005 an das Paar.
Wann ist Markt am Kollwitzplatz?
Jeden Donnerstag findet an der Wörther Straße am Kollwitzplatz der Ökomarkt der Grünen Liga statt, von April bis Dezember von 12 bis 19 Uhr, von Januar bis März von 12 bis 18 Uhr. Rund 40 Händlerinnen und Händler aus Berlin und dem Umland verkaufen dort Bio-Produkte, den Markt gibt es seit 1996.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Kollwitzstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Pankow, Straßen- und Grünflächenamt: Der Kollwitzplatz (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Käthe und Karl Kollwitz (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Jüdische Hausbewohnerinnen und -bewohner der Weißenburger Straße 29 (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Leopold Chones (abgerufen am 29.09.2026)
- Bildhauerei in Berlin: Käthe-Kollwitz-Denkmal (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Litfaßsäule Kollwitzplatz, Kollwitzstraße, Wörther Straße (09070256) (abgerufen am 29.09.2026)
- Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank: Jüdischer Friedhof (09046106) (abgerufen am 29.09.2026)
- Bezirksamt Pankow: Sozialstudie Teutoburger Platz 2012 (PDF) (abgerufen am 29.09.2026)
- Grüne Liga Berlin: Ökomarkt am Kollwitzplatz und 30 Jahre Ökomarkt am Kollwitzplatz (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Linienverlauf M2 und M10 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Käthe Kollwitz
(1867–1945)
Person - Benennung
- 1947-10-07
- Hintergrund
- Käthe Kollwitz (1867–1945), Grafikerin und Bildhauerin, lebte und arbeitete von 1891 bis 1943 im Haus Weißenburger Straße 25, heute Kollwitzstraße 56a. 1919 wurde sie als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.
Frühere Namen
| Alter Name | Zeitraum | Grund |
|---|---|---|
| Weißenburger Straße | — |
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web