Knaackstraße: Verlauf, Lage und Anbindung
Wasserturm, Kollwitzplatz, Kulturbrauerei: Verlauf, Namensgeber Ernst Knaack und die Geschichte der Knaackstraße im Kollwitzkiez von Prenzlauer Berg.
Inhalt (8 Abschnitte)
Die Knaackstraße ist eine Wohnstraße im Kollwitzkiez von Berlin-Prenzlauer Berg. Die Straße führt von der Prenzlauer Allee bis zur Danziger Straße, vorbei am Wasserturm und am Kollwitzplatz. Seit dem 31. Januar 1952 trägt sie den Namen des Widerstandskämpfers Ernst Knaack, vorher hieß sie Tresckowstraße.
An der Knaackstraße liegen die Baudenkmale dicht beieinander: Wasserturm, Kollwitzplatz, der jüdische Friedhof und am Ende die alte Schultheiß-Brauerei, die Synagoge Rykestraße ist ums Eck. Dazu kommt eine Geschichte, die über den Straßennamen hinausgeht. Hier liest du, wo die Knaackstraße verläuft, wer Ernst Knaack war, was 1933 am Wasserturm geschah und welche Häuser unter Denkmalschutz stehen.
- Verlauf: Prenzlauer Allee / Immanuelkirchstraße bis Danziger Straße / Lychener Straße
- Hausnummern 1 bis 99, rechts gerade, links ungerade
- Postleitzahlen 10405 (Nr. 1–36) und 10435 (Nr. 37–99)
- Name seit 31. Januar 1952, vorher Tresckowstraße
- Namensgeber: Ernst Knaack (1914–1944), Widerstandskämpfer
Wo verläuft die Knaackstraße?
Die Knaackstraße beginnt an der Prenzlauer Allee gegenüber der Immanuelkirchstraße und führt bis zur Danziger Straße, wo die Lychener Straße die Linie fortsetzt. Unterwegs führt sie am Wasserturm und am Kollwitzplatz vorbei, an dem auch die Wörther Straße und die Kollwitzstraße zusammentreffen. So beschreibt es Kauperts Straßenführer.
| Hausnummern | Postleitzahl | Polizeiabschnitt |
|---|---|---|
| 1–36 | 10405 | A 16 |
| 37–99 | 10435 | A 15 |
Für die ganze Straße zuständig sind das Finanzamt Prenzlauer Berg, das Amtsgericht Mitte als Grundbuchamt und das Jobcenter Pankow.
Wer war Ernst Knaack?
Ernst Knaack wurde am 4. November 1914 in Berlin geboren und stammte aus einer Arbeiterfamilie. 1928 trat er dem Kommunistischen Jugendverband bei und leitete im Bezirk Prenzlauer Berg Agitation und Propaganda. Ab 1933 kämpfte er illegal gegen die NS-Herrschaft. 1935 wurde er verhaftet und am 2. Oktober 1936 vom Kammergericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.
Nach der Haft schloss er sich der Widerstandsorganisation um Robert Uhrig an. Am 26. März 1942 nahm ihn die Gestapo erneut fest und brachte ihn ins KZ Sachsenhausen. Der «Volksgerichtshof» verurteilte ihn am 6. Juli 1944 mit sechs weiteren Angeklagten zum Tode, am 28. August 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg ermordet. So schildert es Kauperts. Bis 1942 wohnte Knaack in der Kastanienallee 16/17, wo heute eine Gedenktafel an ihn erinnert.
Die Straße heißt seit dem nach ihm. Von 1875 bis 1952 trug sie den Namen Tresckowstraße. Eine frühere Fassung dieser Seite nannte als Namensgeber einen «Heinrich Knaack», angeblich preußischer Polizist. Das war falsch.
Was ist die Geschichte des Wasserturms an der Knaackstraße?
Die ehemalige Wasserturmanlage an der Knaackstraße 23 steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz: Wasserturm mit Wohnungen, kleiner und großer Tiefbehälter und das Schwimmerhäuschen. Die Denkmaldatenbank datiert sie auf 1852 bis 1875; geplant haben die Berlin-Waterworks-Company und das Baubüro der städtischen Wasserwerke.
Der Ort war Teil der ersten Berliner Wasserversorgung. Das Wasserwerk vor dem Stralauer Tor ging am 1. Juli 1856 in Betrieb und speiste ein Reservoir auf dem Windmühlenberg. Als bauliches Relikt aus dieser Zeit nennt Gedenktafeln in Berlin den Steigrohrturm am Wasserturmplatz. Rund um den Platz steht das Ensemble Wasserturmplatz mit Mietshäusern an Knaackstraße, Belforter, Diedenhofer, Kolmarer und Rykestraße; Baubeginn war laut Denkmaldatenbank 1874.
Oft zu lesen ist, der Turm stamme von 1877 und sei der erste Wasserturm Berlins. Dafür haben wir keine belastbare Quelle gefunden, deshalb steht es hier nicht als Tatsache.
Was erinnert an das frühe KZ am Wasserturm?
Von März bis Juni 1933 bestand auf dem Wasserturmgelände eines der frühen Konzentrationslager. In einer als Maschinenhaus gebauten Halle an der Kolmarer Straße verhörten und folterten SA-Wachmannschaften Festgenommene, vor allem politische Gegner aus Prenzlauer Berg. Mit dem Abriss des Maschinenhauses im Juni 1935 verschwanden alle Spuren. Das dokumentiert Gedenktafeln in Berlin.
An der Ecke Knaackstraße und Kolmarer Straße steht heute eine Gedenkmauer aus roten Klinkern. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ließ 1950 zunächst einen Gedenkstein aufstellen, 1981 ersetzte ihn die Mauer. Am 6. Dezember 2005 kam eine kommentierende Glastafel dazu. Sie wurde 2011 nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung erneuert und im Februar 2024 erneut gezielt beschädigt.
Welche Denkmale stehen an der Knaackstraße?
Neben dem Wasserturm führt die Denkmaldatenbank Berlin an der Knaackstraße gut zwei Dutzend Einträge. Die meisten sind Mietshäuser aus den Jahren 1878 bis 1891, etwa die Nummern 5, 8, 14, 33, 43/45 und 54. Dazu kommen:
- Schultheiß-Brauerei, heute als Kulturbrauerei bekannt: Die Gesamtanlage von Franz Heinrich Schwechten, datiert 1871 bis 1926, hat neben den Adressen an der Schönhauser Allee und der Sredzkistraße auch die Adresse Knaackstraße 97 (Denkmaldatenbank).
- Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee: Das Gartendenkmal von 1827 hat die zweite Adresse Knaackstraße 41; zum Denkmal gehört der sogenannte Judengang (Denkmaldatenbank).
- Litfaßsäule am Kollwitzplatz, Ecke Knaackstraße und Wörther Straße, um 1900.
- Ensemble Kollwitzplatz mit Baubeginn 1874.
Wenige Schritte von der Knaackstraße entfernt steht an der Rykestraße 53 die Synagoge «Friedenstempel», 1903 und 1904 nach Plänen von Johann Hoeniger gebaut (Denkmaldatenbank).
Wie kommst du zur Knaackstraße?
Am Südende hält die Tram M2 an der Haltestelle Knaackstraße an der Prenzlauer Allee, das zeigt die BVG-Linienübersicht. Am Nordende fährt die M10 über die Danziger Straße. Kauperts nennt außerdem die Tramlinien M1 und 12 sowie die U2 mit den Bahnhöfen Senefelderplatz und Eberswalder Straße, die beide an der Schönhauser Allee liegen.
Häufige Fragen zur Knaackstraße
Nach wem ist die Knaackstraße benannt?
Die Knaackstraße ist nach Ernst Knaack benannt, geboren am 4. November 1914 in Berlin. Der Arbeiter aus Prenzlauer Berg leistete ab 1933 Widerstand gegen das NS-Regime, schloss sich später der Widerstandsorganisation um Robert Uhrig an und wurde am 28. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Den Namen trägt die Straße seit dem 31. Januar 1952.
Wie hieß die Knaackstraße früher?
Von 1875 bis 1952 hieß die Straße Tresckowstraße. So steht es in Kauperts Straßenführer.
Was geschah 1933 am Wasserturm an der Knaackstraße?
Von März bis Juni 1933 bestand auf dem Wasserturmgelände ein frühes Konzentrationslager. In einem ehemaligen Maschinenhaus an der Kolmarer Straße verhörten und folterten SA-Leute vor allem politische Gegner. Das Maschinenhaus wurde im Juni 1935 abgerissen. An der Ecke Knaackstraße und Kolmarer Straße erinnern eine Gedenkmauer von 1981 und eine Glastafel von 2005 daran.
Welche Postleitzahl hat die Knaackstraße?
Die Hausnummern 1 bis 36 haben die Postleitzahl 10405, die Hausnummern 37 bis 99 die Postleitzahl 10435. Die ganze Straße liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Knaackstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Ernst Knaack (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Konzentrationslager Wasserturm (abgerufen am 29.09.2026)
- Gedenktafeln in Berlin: Erstes Berliner Wasserwerk (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Ehemalige Wasserturmanlage (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Ensemble Wasserturmplatz (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Schultheiß-Brauerei (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Jüdischer Friedhof (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Synagoge Friedenstempel (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Linienübersicht MetroTram M2 (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Ernst Knaack
(1914–1944)
Person - Benennung
- 1952-01-31
- Hintergrund
- Ernst Knaack (1914–1944) war ein Berliner Arbeiter und kommunistischer Widerstandskämpfer aus Prenzlauer Berg. Als Mitglied der Widerstandsorganisation um Robert Uhrig wurde er 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.
Berühmte Bewohner & Orte
-
Käthe Kollwitz
· Nr. Kollwitzplatz
· 1891–1943
Wohnte über 50 Jahre am Wörther Platz (heute Kollwitzplatz). Bildhauerin, Grafikerin – das Wohnhaus wurde 1943 zerstört, der Platz nach ihr benannt.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web