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Eberswalder Straße: Verlauf, Lage und Anbindung

Von der Bernauer Straße zur Schönhauser Allee: Wo 1989 die ersten Mauersegmente fielen, warum der U-Bahnhof zweimal umbenannt wurde und welche Denkmale an der Straße stehen.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Eberswalder Straße?
  2. Woher hat die Eberswalder Straße ihren Namen?
  3. Welche Rolle spielte die Eberswalder Straße an der Berliner Mauer?
  4. Seit wann gibt es den U-Bahnhof Eberswalder Straße?
  5. Welche historischen Gebäude stehen an der Eberswalder Straße?
  6. Was ist an der Kreuzung am Ostende los?
  7. Häufige Fragen zur Eberswalder Straße
  8. Quellen

Die Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg verbindet die Kreuzung von Bernauer, Oderberger und Schwedter Straße mit der Schönhauser Allee und trägt den Namen der Stadt Eberswalde im Barnim. Am Westende verlief von 1961 bis 1989 die Mauer, am Ostende hält seit 1913 die U2 im Hochbahnhof, der seit 1991 Eberswalder Straße heißt.

Die Eberswalder Straße ist das Verbindungsstück zwischen der Bernauer Straße im Westen und dem Straßenstern an der Schönhauser Allee im Osten. Auf ihr fährt die Tram M10, an ihrem Ostende steht der Hochbahnhof der U2, an ihrem Westende beginnt der Mauerpark. Wer hier aussteigt, steht mitten in einem Stück Stadtgeschichte: Bis 1989 war die Straße für Ost-Berliner an ihrem Westende zu Ende, und genau hier brachen in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1989 die ersten Mauersegmente heraus. Die Denkmaldatenbank des Landes verzeichnet an der Straße eine Schule, ein Postamt, ein ehemaliges Siechenhaus und mehrere Mietshäuser aus der Zeit um 1890.

  • Verlauf: Bernauer Straße/Oderberger Straße/Schwedter Straße bis Schönhauser Allee (weiter als Danziger Straße)
  • Ortsteil Prenzlauer Berg, Bezirk Pankow
  • Namensgeber: Eberswalde, Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Barnim
  • U-Bahnhof: eröffnet 1913 als Danziger Straße, 1950 bis 1991 Dimitroffstraße
  • Nahverkehr: U2, Tram M1, M10, 12, Nachtbus N2

Wo verläuft die Eberswalder Straße?

Die Eberswalder Straße beginnt dort, wo Bernauer Straße, Oderberger Straße und Schwedter Straße zusammentreffen, und führt nach Osten bis zur Schönhauser Allee. So beschreibt es der Straßenführer Kauperts in den Einträgen der Nachbarstraßen: Die Bernauer Straße endet an Eberswalder, Oderberger und Schwedter Straße, die Oderberger Straße ebenfalls, und die Kastanienallee beginnt an der Kreuzung von Schönhauser Allee, Eberswalder Straße, Danziger Straße und Pappelallee.

Nördlich der Straße liegen der Mauerpark und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, der 1951 zu den III. Weltjugendfestspielen auf dem früheren Exerzierplatz entstand (Freunde des Mauerparks). Die Tram M10 hält laut BVG-Linienverlauf auf dem Weg von der Wolliner Straße zur U-Bahn an der Haltestelle Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Am Ostende, schon unter der Hochbahn der U2, geht der Straßenzug nahtlos in die Danziger Straße über.

Woher hat die Eberswalder Straße ihren Namen?

Die Straße ist nach Eberswalde benannt, der Stadt nordöstlich von Berlin, in der die Kreisverwaltung des Landkreises Barnim ihren Sitz hat (Landkreis Barnim). Damit passt sie ins Namensmuster des Viertels: Auch Oderberger, Schwedter und Bernauer Straße tragen Namen von Städten in Brandenburg. Die Oderberger Straße heißt laut Kauperts seit dem 17. September 1873 so, die Schwedter Straße seit 1862.

Wann genau die Eberswalder Straße ihren Namen bekam, ist in den hier geprüften amtlichen und redaktionellen Quellen nicht belegt. Kauperts führt für die Straße derzeit keinen eigenen Eintrag. Das Datum bleibt deshalb offen, bis eine belastbare Quelle vorliegt.

Welche Rolle spielte die Eberswalder Straße an der Berliner Mauer?

Die Eberswalder Straße lag am Rand des Grenzgebiets. Nach Angaben der Freunde des Mauerparks war die benachbarte Schwedter Straße die eigentliche Sektorengrenze: Das Gelände des Güterbahnhofs lag gerade noch auf Weddinger Gebiet und damit im französischen Sektor, Prenzlauer Berg gehörte zum sowjetischen Sektor. Ab dem 13. August 1961 trennte die Mauer den Bahnhof von der Straße. Die Denkmaldatenbank führt die erhaltenen Grenzmauerabschnitte in Prenzlauer Berg als Gesamtanlage, zu der auch die Adressen Eberswalder Straße 44 und 45 gehören.

Berühmt wurde die Kreuzung im November 1989. In der Nacht vom 10. auf den 11. November wurden laut Stiftung Berliner Mauer zwischen Bernauer und Eberswalder Straße die ersten Segmente aus der Mauer gebrochen, um einen neuen Übergang zwischen Ost und West zu schaffen. Aus dem Grenzstreifen wurde später der Mauerpark: 1992 gewann der Landschaftsarchitekt Gustav Lange den Wettbewerb, im Juni 1993 begann der Bau des ersten Abschnitts, so die Chronik des Vereins. Wann der Flohmarkt sonntags öffnet, steht in unserem Beitrag zum Flohmarkt im Mauerpark.

Seit wann gibt es den U-Bahnhof Eberswalder Straße?

Den Hochbahnhof gibt es seit 1913. Nach der Chronik Berliner Untergrundbahn wurde er unter dem Namen Danziger Straße eröffnet, hieß von 1950 bis 1991 Dimitroffstraße und trägt seitdem den Namen Eberswalder Straße. Der Bahnhof steht auf dem Mittelstreifen der Schönhauser Allee, hat einen Mittelbahnsteig und eine stählerne Halle auf Werksteinjochen; der Entwurf stammt von Alfred Grenander.

Die Station gehört zur Hochbahnanlage Schönhauser Allee, die die Denkmaldatenbank als Gesamtanlage von 1911 bis 1913 mit Umbau 1930 führt. Heute halten am Bahnhof laut BVG die U2 zwischen Pankow und Ruhleben, die Straßenbahnen M1, M10 und 12 sowie nachts der Bus N2. Direkt unter der Hochbahn verkauft Konnopke’s Imbiss seit dem 4. Oktober 1930 seine Würste, allerdings mit der Adresse Schönhauser Allee 44B.

Denkmale an der Eberswalder Straße (Stand: 29. September 2026)
Objekt Adresse Datierung laut Denkmaldatenbank
Postamt Eberswalder Straße 6, 9 1913–1915, Umbau 1927/1928
117. und 178. Gemeindeschule Eberswalder Straße 10 1888–1889, Entwurf Hermann Blankenstein
St. Elisabeth-Stift Eberswalder Straße 17, 18 1875–1876, Umbauten bis 1905
Mietshäuser Eberswalder Straße 21, 22, 23 1892–1893
Mietshaus Ecke Kastanienallee Eberswalder Straße 24, Kastanienallee 1 1893, Umbauten 1914 bis 1939

Welche historischen Gebäude stehen an der Eberswalder Straße?

Das älteste Denkmal ist das St. Elisabeth-Stift an der Eberswalder Straße 17 und 18. Die Anlage entstand 1875 und 1876 nach einem Entwurf von Friedrich August Wilhelm Strauch, Bauherr war das Kuratorium des St. Elisabeth-Siechenhauses; bis 1905 wurde mehrfach umgebaut.

Die Schule an der Nummer 10 entwarf Stadtbaurat Hermann Blankenstein, gebaut wurde sie laut Eintrag 1888 und 1889 als 117. und 178. Gemeindeschule mit Lehrerwohnhaus und Turnhalle. Das Postamt an den Nummern 6 und 9 ließ die Kaiserliche Oberpostdirektion von 1913 bis 1915 errichten. Dazu kommen die Mietshäuser 21 bis 23 aus den Jahren 1892 und 1893 und das Eckhaus Nummer 24 von 1893. Das Eckhaus zählt außerdem zum Ensemble Kastanienallee.

Was ist an der Kreuzung am Ostende los?

Die Kreuzung unter der Hochbahn ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt. Der DEFA-Film «Berlin – Ecke Schönhauser» von 1957, Regie Gerhard Klein, Buch Wolfgang Kohlhaase, zeigt Jugendliche, die sich unter der U-Bahn-Brücke treffen (bpb). Heute ist die Kreuzung vor allem ein Verkehrsknoten: Fünf Straßen, die U2 und drei Straßenbahnlinien treffen hier zusammen.

Für Radfahrende hat sich hier zuletzt etwas getan. Auf der Schönhauser Allee beginnt an der Eberswalder und Danziger Straße ein geschützter Radfahrstreifen, der laut infraVelo 720 Meter bis zur Gleim- und Stargarder Straße reicht und am 2. Juli 2024 fertig wurde.

Häufige Fragen zur Eberswalder Straße

Wo beginnt und wo endet die Eberswalder Straße?

Die Eberswalder Straße beginnt an der Kreuzung von Bernauer, Oderberger und Schwedter Straße am südlichen Eingang des Mauerparks und endet an der Schönhauser Allee. Dort setzt die Danziger Straße den Straßenzug nach Osten fort, Kastanienallee und Pappelallee treffen an derselben Kreuzung ein.

In welchem Bezirk liegt die Eberswalder Straße?

Die Straße liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg und gehört damit zum Bezirk Pankow. Die Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts führt alle Baudenkmale an der Straße unter Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg.

Welche Bahnen fahren an der Eberswalder Straße?

Am U-Bahnhof Eberswalder Straße hält die U2 zwischen Pankow und Ruhleben. Dazu kommen laut BVG die Straßenbahnlinien M1, M10 und 12 sowie nachts der Bus N2. Die M10 fährt durch die Eberswalder Straße selbst und hält auch an der Haltestelle Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Wie hieß der U-Bahnhof Eberswalder Straße früher?

Der Hochbahnhof wurde 1913 als Danziger Straße eröffnet. Von 1950 bis 1991 hieß er Dimitroffstraße, danach bekam er seinen heutigen Namen Eberswalder Straße.

Was geschah an der Eberswalder Straße beim Mauerfall?

In der Nacht vom 10. auf den 11. November 1989 wurden zwischen Bernauer Straße und Eberswalder Straße die ersten Segmente aus der Mauer gebrochen, um einen neuen Übergang zwischen Ost- und West-Berlin zu schaffen. Das dokumentiert die Stiftung Berliner Mauer.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Eberswalde
Ort / Geografie
Hintergrund
Eberswalde ist eine Stadt nordöstlich von Berlin und Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Barnim in Brandenburg.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web